Symbolbild: Bau von Mehrfamilienhäusern in Berlin (Quelle: imago/Westend61)
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Wohnungswirtschaft kritisiert Senat und Bezirke - "Kein Neubau-Klima in Berlin"

Die Berliner Wohnungswirtschaft beklagt erhebliche Defizite in der Wohnungspolitik und ein fehlendes "Neubauklima". "Der Neubau wird nicht genügend unterstützt", sagte die
Vorstandsvorsitzende des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, Maren Kern.

Die Genehmigungsverfahren seien zu lange und kompliziert und es fehle an politischen Visionen, klagte Kern. Zudem arbeiteten Senat und Bezirke nur mangelhaft zusammen, die Bürokratie nehme zu statt ab, auch neue Hürden für den Dachgeschoss-Ausbau und zusätzliche Beteiligungsverfahren schreckten Investoren ab.  

In Berlin finde man vielfach eine "Problemorientierung"

Die Kritik kommt nicht von ungefähr: Obwohl es erklärtes Ziel des Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist, den Neubau anzukurbeln, brach die Anzahl der Baugenehmigungen zuletzt regelrecht ein. Im ersten Quartal ging die Zahl der Genehmigungen gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent zurück.

Die BBU-Chefin führt diese Entwicklung auf die Politik des Senats zurück. Die Politik
müsse endlich einmal klar sagen: "Ja, die Stadt wächst durch Zuzug, wir brauchen Neubau, und das muss jetzt unter Beteiligung aller zügig umgesetzt werden." Kern fürchtet, dass Investoren in größerem Maße abwandern oder im Umland bauen. Damit dürfte Kern vor allem Stadtentwicklungs-Senatorin Katrin Lompscher (Linke) meinen, die ihre politischen Schwerpunkte bislang auf dem Schutz von Mietern und mehr Beteiligungsmöglichkeiten bei Neubau-Projekten gelegt hat.

Kern führt aus: Im Berliner Umland, in Potsdam oder in Hamburg werde man von den zuständigen Behörden gefragt: Bis wann brauchen Sie die Genehmigung? Das hören Sie hier nirgendwo." In manchen Berliner Bezirken liste die Verwaltung zunächst auf, "warum das alles nicht geht", kritisierte Kern. "Mir fehlt das Klima einer Lösungsorientierung. Stattdessen findet man in Berlin vielfach eine Problemorientierung."

Sendung: Inforadio, 13.05.2018. 9:30 Uhr

Kommentar

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14 Kommentare

  1. 14.

    Genau, wer braucht schon Wohnungen. Unter den Brücken ist noch für viele Leute Platz. Müssen die Obdachlosen halt ein bisschen zusammenrücken. *Ironieaus*

  2. 13.

    Schluss mit dem Wohnungsbau auf Kosten der Leute. Schluss mit Wohneigentum. Schluss mit Bebauung von Grünanlagen. Keine weitere Stadtverdichtung.

  3. 12.

    Nein, das meinte ich so nicht. Es ging um die zuständige Senatorin, von anderen Lesern hier lustiger- und sinnigerweise als Hemmschuh bezeichnet und ihre Partei. Dass die einfach andere Vorstellungen haben.

  4. 11.

    Die Stadt ist sowieso schon zugebaut .
    Noch mehr Eigentumswohnungen brauchen wir nun wirklich nicht.

  5. 10.

    Herr Müller sollte endlich den "Hemmschuh" des Wohnungsbaus in Berlin entfernen - Frau Lompscher.
    Dann klappt es sicherlich mit dem städtischen, wie vor allem auch mit dem privaten Wohnungsbau.
    Denn mit der sozialisctischen Denke einer Lompscher, die nur auf staatliche Regulierungen setzt wird das nichts.
    Herr Müller: Wann handeln Sie endlich?! Nach vielen Debatten sollte nun gehandelt werden und wirkliche Könner ins Amt.

  6. 9.

    Die "Wohnungswirtschaft", wenn ich das schon lese, hat vermutlich kein Interesse das es ausreichend Wohnraum gäbe. Dann wäre es ja nur noch alles deutlich weniger Wert und es gäbe wieder realistische Preise. Sie sollen einfach sagen was sie wollen: Alle Baubestimmungen und Regeln aufheben, am besten noch ordentlich Beihilfen vom Staat und dann ordentlich die Mieter auspressen. Sollte das nicht genehmigt werden, einfach auf den Senat schimpfen. Aber keine Sorge, spätestens wenn AFD und FDP regieren, darf sich die "Wohnungswirtschaft" sicher wieder die Taschen vollstopfen und es wird auch noch das letzte grün bebaut. Und am ende werden die Mieten keinen lumpigen Cent billiger!!!!!

  7. 8.

    Ick würde nich in so einen Container ziehen.
    Wenn Berlin nicht baut, wächst halt das Umland schneller, allein in meiner Strasse entstehen 3 Einfamilienhäuser nur von Berliner Familien. Wenn man bedenkt, dass es bisher nur 6 Häuser waren...

  8. 7.

    Was wollen sie den damit sagen? Wenn wir die drei, vier besetzten Häuser in Berlin räumen würden, hätten wir wieder genug bezahlbaren Wohnraum????Die Argumentation muss ich mir unbedingt merken, die ist richtig gut!!!!

  9. 6.

    Ah ja, sie kennen sich ja aus. Wir werfen einfach alle Ausländer raus und dann hätten wir wieder genug Wohnraum.....Ihr Vorschlag würde vermutlich deutlich weniger Wohnraum schaffen als sie glauben. Aber egal, dann hätte man das Problem in ihren Augen gleich gelöst und es hört sich super an......

  10. 5.

    Es gibt überhaupt keinen Mangel an Wohnraum in Berlin. Es gibt Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Und die von der interviewten Frau Kern vertretene Baulobby bietet keine Lösungen, sondern ist Mitverursacher des Problems. Die Baulobby bietet keinen bezahlbaren Wohnungen, sondern ist an Gewinn interessiert.

    @Albert: an jedem x-beliebigen Thema sind also Flüchtlinge schuld. Verstehe. Die waren wohl auch schon vor 2015 schuld, als sie noch gar nicht in Deutschland waren und es trotzdem schon Mangel an bezahlbaren Wohnungen gab. Und die wohnen natürlich auch alle in normalen Wohnungen und nicht in Containern? Das Thema "Flüchtlinge" ist reine Ablenkung von den wahren Verursachern dieses Problems! Der Bauwirtschaft (!) - die nur für Superverdiener baut und nicht für Geringverdiener - und den Unternehmen, die Lohndrückerei (!) betreiben, sodass das Geld für die Miete fehlt.

  11. 4.

    Berlin ist nunmal schon zugebaut. Was allerdings massenhaft freien Wohnraum schaffen würde, wäre Flüchtlinge (bis auf Syrien sind das alles legilich Wirtschaftsmigranten) und nicht-aufenthaltsberechtigte Ausländer auszuweisen. Aber das ist ja Tabu.

  12. 3.

    Ich habe hier auch ein relativ großes Grundstück, welches leider im 35er Bereich liegt. Das würde sich immerhin zum Bau von vier Wohneinheiten eignen und die Erschließung wäre gesichert. Mit etwas gutem Willen könnte man das Grundstück dem 34er Bereich zuschlagen und Bauen wäre möglich. Aber die Behörde verweigert sich, und da hätte man auch vor Gericht schlechte Karten. So wird die Schaffung von Wohnraum verhindert. Vielleicht könnte der rbb darüber mal eine Serie machen.

  13. 2.

    Kling für mich nach Privileg für Wohnungsbauunternehmen. Ist eigentlich Frau Kern Lobbyisten?

  14. 1.

    Nicht verwunderlich, wenn man eine Frau als zuständige Senatorin einsetzt, deren Partei Hausbesetzungen legitim findet.

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