Berliner Polizisten und Polizistinnen
Bild: imago stock&people

Innenverwaltung prüft Mindestgröße bei Bewerbern - Künftig geht’s bei der Berliner Polizei wohl etwas kleiner

Vor wenigen Wochen hatte eine Berlinerin für Schlagzeilen gesorgt, weil sie in Berlin als Polizeibewerberin durchgefallen war. Sie war zu klein. In Brandenburg aber wurde sie angenommen. Nun stellt das Berliner Innenressort die Mindestgrößen auf den Prüfstand.

Angesichts massiven Personalmangels werden bei der Berliner Polizei jetzt möglicherweise die Einstellungskriterien weiter gelockert. Die Innenverwaltung überprüft gerade die bisherige Mindestgrößenregelung: "Wir sehen eine Notwendigkeit, die Einstellungsvoraussetzungen anzupassen", sagte am Donnerstag Innensenatssprecher Martin Pallgen und bestätigte damit einen Bericht der "Berliner Morgenpost".

Pallgen erinnerte daran, dass zuletzt auch das Tätowierungsverbot für Polizeibewerber gelockert worden war. Er betonte allerdings, dass es für solche Änderungen innerhalb der Berliner Polizeiführung den Willen und die Bereitschaft geben müsse.

1,65 für Männer und 1,60 für Frauen - so ist bisher die Ansage

Bisher müssen Bewerberinnen für die Berliner Polizei mindestens 1,60 und Bewerber mindestens 1,65 Meter groß sein. Die Polizeigewerkschaft GdP zeigt sich für eine  Änderung dieser Kriterien offen: "Wir würden eine Veränderung begrüßen, weil wir es uns beim aktuellen Bedarf nicht leisten können, talentierte Menschen nur aufgrund der Körperlänge abzulehnen", sagte der Landesvorsitzende Norbert Cioma. Die körperliche Eignung von Polizistinnen und Polizisten definiere sich nicht allein über Alter und Körpergröße.  

Anfang April war die Bewerbung einer 1,54 Meter großen Frau für den Polizeidienst in der Hauptstadt abgelehnt worden. Sie fand dann aber einen Ausbildungsplatz in Brandenburg, wo andere Voraussetzungen gelten. In den vergangenen fünf Jahren wurden bei der Berliner Polizei mehr als 400 Bewerberinnen und Bewerber abgelehnt, weil sie nicht den Mindestgrößen entsprachen, zitiert die "Berliner Morgenpost" aus einer Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber.

Wenn Polizisten fehlen, werden die Normen geändert

Klar scheint allerdings auch, die Motivation für die Änderung und Debatten dieser umstrittenen "Mindestkörpergrößen" weder in Brandenburg noch in Berlin aufgrund der großen Sorge um eine Gleichbehandlung erfolgen. Auch in Brandenburg war die Mindestgröße für Polizeibewerber erst im vergangenen Jahr gekippt worden. Hintergrund für die Entscheidung war auch dort der Personalmangel bei der Polizei.

 

Sendung: RadioBerlin88,8, 17.05.2018, 17 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

6 Kommentare

  1. 5.

    Hallo Lothar, es geht um den Dienst auf der Strasse (Polizeivollzugsdienst)! In der Polizeiverwaltung (andere Laufbahn) gibt es schon immer keine Grössenvorgaben! Das der ein oder andere "platte" Vollzugsbeamter später im Innendienst verwendet wird weil er den Anforderungen körperlich nicht mehr gerecht wird ist ein anderes Thema. Junge Menschen sollten allerdings ein Mindeststandard für den VOLLZUG schon mal mitbringen, da es sonst im Büro eng wird. M.f.G.

  2. 4.

    Das sehe ich genauso wie Sie. Doch gebe ich zu bedenken das es bei der Polizei nicht bloß die Einsatzkräfte auf den Straßen gibt. Auch der Innendienst bietet vielfältige Möglichkeiten an. Deshalb sollte die Körpergröße nicht ein Problem darstellen.

  3. 3.

    Für mich persönlich ist ein kleiner Polizist weniger ein Problem, ich habe mir einen gewissen "Respekt" bewahrt. Allerdings werden jg. Menschen heute grösser als noch vor Jahren, warum man da ausgerechnet die Kleinen einstellen will bleibt mir bei dem immer weiter schwindenden Respekt, dem wachsenden Egoismus und der Gewaltbereitschaft schleierhaft. Gut, es werden sicher verfassungsgemäß. Diskriminierungsverbote ins Feld geführt. Aber tut man den Kleinen wirklich einen Gefallen sie auf die Strasse zu schicken und was ist mit seinen Kollegen, die auch gesund nach Hause zu ihren Familien kommen wollen. Sicherlich wird jetzt wieder der 1,55 m "Bruce Lee" Verschnitt angeführt, ich denke aber trotzdem der Wahnsinn hat in diesem Land System, aber einige Dinge kann man ruhig wie in den guten alten Zeiten belassen oder wie im Ausland.

  4. 2.

    Noch weniger Hirn sollte es aber nicht sein!

  5. 1.

    Alles unter 1.50 cm kann doch gut "undercover" arbeiten? Scherz beiseite, was spielt es für eine Rolle wie groß er/sie sein muss? Sie muss fit sein und Angreifer abwehren können. Wir haben soviel schusselig Vorschriften, eine ist endlich gekippt. Viel Spaß und Zufriedenheit im Job!

Das könnte Sie auch interessieren

Kölner Polizei und Staatsanwaltschaft äußern sich zu den Fankrawallen (Quelle: dpa/Berg)
dpa

Nach Angriff auf Fanbus - Union Berlin kritisiert Kölner Polizei

Union Berlin hat nach den Ausschreitungen im Anschluss an das Auswärtsspiel beim 1. FC Köln die Polizei kritisiert. Diese hatte nach einem Angriff gewaltbereiter Kölner auf einen Union-Fanbus auch die Berliner Anhänger stundenlang festgehalten und gefilzt.