Demonstration gegen steigende Mieten unter dem Motto Wiedersetzen - Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn am 14.04.2018 (Quelle: Imago/Jeske)
Video: Abendschau | 18.05.2018 | Florian Eckardt | Bild: Imago/Jeske

BerlinTrend Mai 2018 - Berliner sehen Wohnungsmangel als größtes Problem

Berlin wächst und wächst, allein im vergangenen Jahr um rund 40.000 Einwohner. Die Berliner sind sich darüber einig, dass das größte Problem der daraus entstehende Wohnungsmangel ist. Das ergibt der BerlinTrend der rbb-Abendschau und der Berliner Morgenpost.

Der Wohnungsmangel und die steigenden Mieten sind für die meisten Berliner das größte Problem des Bevölkerungswachstums der Stadt. Das geht aus dem BerlinTrend von infratest dimap hervor, den die rbb-Abendschau und die "Berliner Morgenpost" in Auftrag gegeben haben.

Zwei Drittel der Befragten nannten die Wohnungs- und Mietsituation als größtes Problem, das aus dem Zuzug entsteht. Deutlich dahinter folgen Verkehrsprobleme wie volle Straßen oder Bahnen (17 Prozent). Fehlende Schulen (8 Prozent) oder Kitas (9 Prozent) sowie Kriminalität (8 Prozent) sind nicht mal für jeden Zehnten ein Thema. Nachteile durch Einwanderer sowie schlechte Integration nennen fünf Prozent. Ausländerfeindlichkeit, der Verlust von Traditionen oder schlechtes soziales Miteinander werden als Nachteile des Bevölkerungswachstums praktisch gar nicht genannt.

Zuzug von Nicht-Europäern wird am negativsten bewertet

Insgesamt sind sich die Berliner eher uneins, ob der Zuzug mehr Vor- oder Nachteile bringt: Im BerlinTrend haben 37 Prozent der Befragten angegeben, das Wachstum bringe eher Nachteile. 18 Prozent betonen die Vorteile und 43 Prozent meinen, Vor- und Nachteile halten sich die Waage.

Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Akzeptanz von Neu-Berlinern. Den Zuzug von Menschen aus anderen deutschen Bundesländern bewerten die Befragten überwiegend positiv (45 Prozent) oder neutral (44 Prozent). Nicht einmal jeder Zehnte sieht das negativ. Ähnlich sehen die Ergebnisse bei EU-Ausländern aus. Auch deren Zuzug wird überwiegend positiv (43 Prozent) oder neutral (40 Prozent) bewertet. Hier äußern sich 16 Prozent eher negativ.

Bei Neu-Berlinern aus anderen europäischen Ländern und von außerhalb Europas fällt die Akzeptanz geringer aus. Den Zuzug aus anderen europäischen Ländern bewerten 31 Prozent positiv, 42 Prozent sehen das weder positiv noch negativ und 23 Prozent äußern sich eher negativ. Bei Zuzüglern von außerhalb Europas überwiegen die negativen Bewertungen (29 Prozent). 25 Prozent sehen diese Neu-Berliner eher positiv und 42 Prozent äußern sich neutral.

Befragt wurden 1.000 Wahlberechtigte in Berlin im Zeitraum vom 9. bis zum 12. Mai 2018.

Wachsende Stadt: Vier von fünf Berlinern sind unzufrieden

Die überwältigende Mehrheit von 81 Prozent der Befragten ist wenig oder gar nicht zufrieden mit den Anstrengungen von Berliner Politik und Verwaltung, die zentralen Herausforderungen der Berliner Landespolitik zu lösen: die mit einer wachsenden Bevölkerung verbundenen Aufgaben und Probleme.

Nur 16 Prozent der Befragten zeigen sich zufrieden mit den Bemühungen, die wochenlangen Wartezeiten in den Bürgerämtern oder die enormen Engpässe bei Wohnraum und Kitaplätze zu beheben.

 

Wie Berliner das Bevölkerungswachstum beurteilen

Sendung: Abendschau, 18.05.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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19 Kommentare

  1. 19.

    Der alte Baubestand aus der DDR war häufig so marode dass sich eine Sanierung nicht lohnte und viele Wohnbauten wurden abgerissen. Der Neubau brachte kleinere Wohnflächen und proportional höhere Mieten mit sich. Was die Bevölkerungsdichte angeht: Berlin/Brandenburg hat große Wasserflächen und Sumpfland was als Baufläche entfällt. Die Statistik mag zwar stimmen, aber es kommt auf die Verteilung an.

  2. 18.

    Bezüglich der S-Bahn nach Nauen sind Sie in mehrfacher Hinsicht Irrtümern aufgesessen:
    Die DB als grösste in Deutschland tätige Bahn würde die gerne gerne ausbauen und dafür auch schon Konzepte vorgestellt: http://mobil.s-bahn-berlin.de/unternehmen/firmenprofil/pdf/Express-S-Bahn_Berlin-Nauen_170425.pdf

    Die Bundesländer bestellen den SPNV. Die diversen Bahnen sind nur Dienstleister für die Aufgabenträger.

    Ein Blick auf unser föderales System könnte Licht ins Dunkel bringen. Brandenburg setze jahrelang auf RE für die Fläche und wollte keine zusätzlichen S-Bahnen bestellen. Erst jetzt setzt dort langsam ein Umdenken ein. Das liegt aber auch daran, dass in Berlin die Fernbahngleise insbesondere auf der Stadtbahn überlastet sind. Im Bahnhof Spandau rächt sich heute, dass man bei seiner Planung noch vom Transrapid träumte und heute nicht in mehr Bahnsteige investieren möchte. Stattdessen sollen Parkplätze die dafür freigehalten Fläche blockieren.

  3. 17.

    Können Sie sich auch noch erinnern, warum die Wohnungen immer billiger vermietet werden mussten und die städtsuchen Wohnungsgesellschaften Unterstützung vom Land benötigten? Dabei hatte Berlin unter Diepgen gigantische Schulden angehäuft.

    Erinnern Sie sich noch an die Begründung, warum Wowereit keine Haushaltsnotlage erklären konnte?

  4. 16.

    Das Problem mit den Mieten ist doch Haus gemacht. Wenn immer mehr Menschen immer größeren Wohnraum für sich beanspruchen, müssen Mieten einfach steigen. Wer kann sich denn heute noch vorstellen, dass vor gar nicht allzu langer Zeit in Berlin auf 65 - 86 qm vier oder mehr Menschen zusammen wohnten? Heute bekommt ja schon der Hund sein eigenes Zimmer. Dumm nur, wenn es dann oft nicht nur bei einem Hund bleibt....

  5. 15.

    Bei Wikipedia steht:Mit einer Bevölkerungsdichte von 83,8 Einwohnern je Quadratkilometer ist Brandenburg nach Mecklenburg-Vorpommern das am wenigsten besiedelte deutsche Bundesland. Etwa eine Million Einwohner leben in der Agglomeration Berlin.[21] Die weiter außerhalb liegenden Gebiete haben eine deutlich geringere Bevölkerungsdichte von teilweise unter 25 Einwohnern pro Quadratkilometer.
    Und dort werden es immer weniger, mangels Infrastruktur. Weil es früher mehr waren, müssen Wohnungen und Häuser noch vorhanden sein, die Fläche ist also eh schon versiegelt-oder lebten alle Dorfeinwohner in einem Bauernhof?
    Auch Interessant bei Wikipedia: Im Jahr 2015 betrug der Anteil der ausländischen Bevölkerung 3,6 %.[24] Insgesamt hatten rund 6 % der Bürger im Jahr 2016 einen Migrationshintergrund, deutschlandweit beträgt die Zahl rund 20 %. Außer abgebauter Infrastruktur fehlt in vielen Landstrichen scheinbar auch die Toleranz zum Aufschwung.

  6. 14.

    Zu Beitrag 7 & 8
    Ein Blick auf unser föderales System könnte Licht ins Dunkel bringen.
    Die meisten gesetzlichen Bestimmungen bezüglich des Wohnungs-Bau und Miet- Rechts werden auf Bundesebene verabschiedet. Das was auf landesebne möglich ist, wird zum Schutz der Mieter auch umgesetzt (siehe Vorkaufsrecht der Bezirke) aber leider ist dieser Handlungsspielraum sehr eng gefasst. Und ohne die Linke im Senat dürfte bezüglich Mieter Schutz noch weniger gehen. Und was die Bundes- SPD zur Verbesserung beiträgt, nämlich null, dürfte auch auf die berliner SPD durchschlagen. So könnte sich der Trend erklären.

  7. 13.

    Das Umland gehört nicht Berlin und sollte auch Brandenburg bleiben. Eine Stadt ist doch im Prinzip wie ein großes Haus. So lange jeder sein eigenes Zimmer hat und auch sonst ein wenig privaten Rückzugsraum ist alles in Ordnung. Wenn das Haus aber immer voller wird - und so sieht es doch perspektivisch aus - ist absehbar bald Schluss mit lustig. Schon jetzt ist ein deutlicher Trend ersichtlich, dass Berliner - wenn sie es sich denn leisten können - lieber nach Brandenburg ziehen und so mancher Ort im "Speckgürtel" bekommt bereits Probleme mit der Infrastruktur, die dafür oft nicht ausgelegt ist. Über kurz oder lang leidet die Lebensqualität, denn überall wird es immer voller. Ich sehe da persönlich absolut keinen Vorteil, und zwar für keinen, abgesehen denen natürlich, die damit gute Geschäfte machen. Was bleibt ist der Blick auf die Lemminge, die erst auch immer mehr werden, am Ende aber - im Gegensatz zu uns - auch konsequent handeln.

  8. 12.

    Und dann haben wir gut situierte Vorstädte, versiffte und hochkriminelle Bezirke und im Zentrum Horden von Touristen, Einkaufszentren, korrupte Lobbyisten und Anwälte. Schöne neue Welt.

  9. 11.

    Das ist die große Chance, Leute und Firmen nach Brandenburg zu holen. Die Fokussierung auf Berlin wird nicht länger gutgehen können. Berlin wird mehr und mehr eine weniger lebenswerte Stadt werden, zumindest was die Normalbürger betrifft.
    Das Land Brandenburg muss hier Ideen entwickeln um im Umland Berlins noch attraktiver zu werden. Vom Berliner Senat kann man keine Lösungen erwarten.

  10. 9.

    Der leerstand in Falkensee beträgt zur Zeit ca 0,4 Prozent. Was vorhanden ist an mietbarem Wohnraum hat das gleiche Mietpreisnivau wie in Berlin, da zum größten Teil freifinanziert. Auch hier ist es nicht das Problem Wohnraum zu mieten, sondern zu welchem Preis. Der soziale/genossenschaftliche Wohnungsbau wurde über Jahre verschlafen.In diversen Wahlkämpfen wurde, wenn das Thema auf den Tisch kam, zb. Von der CDU immer wieder geäußert, das sei für sie kein Thema. Auch hier wird die bundespolitische Linie im kleinen weiter gefahren. Solange der BUND dem Problem nicht mit absoluter Dringlichkeit begegnet, und in Form eines Dringlichkeitsprogamms den sozialen Wohnungsbau massiv in den Ballungsgebieten fördert, wird sich nichts ändern.Das gleiche Problem ist beim ÖPNV zu sehen. Die S-Bahn Richtung Nauen könnte wieder den Betrieb aufnehmen, aber die Bahn hat Angst, ihre Regio Züge wären nicht mehr ausgelastet, die aber völlig überfüllt sind. So benutzen viele weiter das Auto, trotz Staus.

  11. 8.

    Hatte nicht neulich erst eine Umfrage ergeben, daß Berliner die Linken so toll finden? Wie passt das denn bitte zusammen ?

  12. 7.

    Wenn so viele Berliner mit der Politik unzufrieden sind, warum ist dann die Partei von Frau Lompscher auf Platz 1 der Wählergunst?

    Das Umland freut such einen Loch in den Bauch, weil die Allianz von Leuten wie Lompscher und Florian Schmidt immer mehr Einkommensteuerzahler nach Brandenburg verdrängt.

  13. 6.

    Wie stellen Sie sich das denn vor? Soll das gesamte Land mit Häusern und Strassen zubetoniert werden?

    (Nicht nur) nach Berlin ziehen mehr und mehr Ausländer und Zuwanderer. Soll die Kosequenz nun sein, dass wir ganz Branbenburg zubauen, um auch ja alle Sozialfälle im Grossraum Berlin unterzubringen? Das muss man wirklich so "überspitzt" fragen.

    Soll das im Ruhrgebiet auch so gemacht werden? Wieviel knappen Boden sollten wir noch versiegeln? Wir brauchen den Boden für die Landwirtschaft. Unsere Böden sind bereits überdüngt, das Grundwasser durch Dünger und Pflanzenschutzmittel gefährdet. Eben weil immer mehr Menschen von unserer Landwirtschaft ernährt werden.

    Ressourcen und vor allem der Boden sind knappe und wertvolle Güter, die wir bewahren müssen. Die Natur hat Grenzen. Auch in Deutschland. Auf Importe kann man sich nicht verlassen, wie bereits die Nahrungsmittelpreiskrise 2007–2008 gezeigt hat. Googlen Sie mal. Der Klimawandel wird Nahrungsmittelkrisen häufiger machen.

  14. 5.

    Was sind denn die 5 größten Vorteile des Bevölkerungswachstums?

  15. 4.

    Der öffentliche Nahverkehr ins Umland sollte ausgebaut werden. Wenns schnell gehen muss, dann eben mit Bussen, die Sache mit den Fernbussen wie FlixBus ging ja auch ganz schnell. Im Umland sollte dann gebaut und eine Infrastruktur geschaffen werden, um diese Verdichtung in Berlin zu vermeiden und um die ländlichen Gebiete wieder anzuschließen. Platz ist doch genug da in Brandenburg...Warum wird das nicht gemacht? Wahrscheinlich stecken irgendwelche wirtschaftlichen Interessen von wenigen dahinter...

  16. 3.

    Private Investoren, Fonds und Heuschrecken haben nunmal den einst relativ günstigen Wohnraum in Berlin aufgekauft und dann massiv die Mieten erhöht. Das hat mit 21. Jahrhundert weniger zu tun, eher mit 19. Jahrhundert. Der Staat und die Stadt haben sich aus der Verantwortung geschlagen und den öffentlichen Wohnraum verscherbelt. Leidtragende sind zunächst die einfachen Leute, die von Zahlungskräftigen verdrängt werden. Krasse Mieterhöhungen werden aber immer mehr Schichten erfassen, auch die, die vielleicht jetzt noch denken sie seien finanziell abgesichert.

    Denn die privaten Vermieter werden immer alles tun um auch noch den letzten Groschen aus den Leuten rauszupressen. Da können die Leute noch so viel verdienen, der private Vermieter wird immer mitziehen mit den Mieterhöhungen.

    Und wenn der Staat dann noch gleichzeitig eine grosszügige Einwanderungspolitik verfolgt, dann ist das Chaos perfekt. Wohnraum wird dann nicht nur teurer, er wird auch noch verknappt.

  17. 2.

    Ob der Zuzug mehr Vor- oder Nachteile bringt, ist die völlig falsche Fragestellung. Relevant ist die Frage, FÜR WEN etwas Vor- oder Nachteile hat. Für Immobilien- und sonstige Konzerne bringt es sogar Vorteile, wenn die Zugezogenen 40.000 Menschen komplett aus Sozialhilfeempfängern bestehen. Hierbei handelt es sich nämlich um zusätzliche Konsumenten. Genau deshalb steht das neoliberale Großkapital der Zuwanderung beliebiger Personen so auffallend positiv gegenüber - siehe "The Business Case for Migration" des Weltwirtschaftsforums Davos 2013.

  18. 1.

    Es gibt doch gar keinen Wohnungsmangel, im Internet findet man ohne Ende Mietwohnungen im Exposé bekannter Seiten. JEDOCH gibt einen Wohnungsmangel für Sozialfälle, wo das Amt die Miete zuschießt oder gar ganz übernimmt.
    Können die Medien dies mal langsam richtig stellen? Gesucht wird bezahlbarer Wohnraum, ich würde gar keinen "WBS" für bezahlbaren kommunalen Wohnraum bekommen. Also für welche Klientel gilt der Wohnungsmangel?
    Natürlich gibt es im 21.Jahrhundet teurere Mieten, genauso wie das Brötchen nicht mehr 5-10 Pfenning sondern um 20-35 Cent kostet. Es ist alles teurer geworden, Und wer alleine lebt hat's um so schwerer.
    ABER es gibt Wohnungen, nur weniger Sozialwohnungen. Eine Frage des Geldbeutels. Mich wundert es nur dass Familien so extrem wenig verdienen :o/

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