Teilnehmer der als Satire-Demonstration angekündigten Veranstaltung in Berlin-Grunewald. (Quelle: rbb/Vanessa Klüber)
Video: rbb aktuell | 01.05.2018 | Bild: rbb/Vanessa Klüber

S-Bahnhof wegen Satire-Demo geschlossen - Tausende besuchen den "abgehängten Problemkiez Grunewald"

Zu einer Satire-Demonstration im Grunewald sind deutlich mehr Leute gekommen als ursprünglich angekündigt. Außerdem gab es laut Polizei einige Sachbeschädigungen. Am Rande der Veranstaltung kam es auch zu komischen Szenen.

Bei einem satirischen Protestzug in Grunewald sollte nach Angaben der Veranstalter für mehr Lärm im Villenviertel gesorgt werden. Laut Polizei kam es dabei zu Sachbeschädigungen. Dies werde nicht geduldet, hieß es. Der Aufzug wurde daher von Polizisten flankiert.

Polizeisprecher Winfried Wenzel sagte dem rbb, dass mehrere Autos beschädigt und einige Hauswände angesprüht worden seien. Angaben des Sprechers der Polizeigewerkschaft GdP, Benjamin Jendro, wonach 39 Fahrzeuge beschädigt und Fensterscheiben zerstört worden seien, konnte Wenzel allerdings nicht bestätigen.

Die Berliner Polizeipräsidentin, Barbara Slowik, sagte der rbb-Abendschau: "Es kam zu einfachen Sachbeschädigungen, wie etwa Besprühungen." Außerdem sei es zu einer Festnahme gekommen, bestätigte Slowik.

Teilnehmer der als Satire-Demonstration angekündigten Veranstaltung in Berlin-Grunewald. (Quelle: rbb/Vanessa Klüber)
Demonstranten im Grunewald | Bild: rbb/Vanessa Klüber

Deutlich mehr Demonstranten als ürsprünglich erwartet

Laut Veranstalter folgten 5.000 Menschen dem Aufruf. Laut Polizei waren mehr als 3.000 Teilnehmer vor Ort, deutlich mehr als ursprünglich erwartet. Angemeldet waren 200 Personen. Der S-Bahnhof Grunewald musste zwischenzeitlich wegen Überfüllung geschlossen werden.

Am Rande der Veranstaltung kam es auch zu komischen Szenen. Mitbewohner schenkten zum Beispiel Wein an durstige Demonstranten aus, die von der Tatsache überrascht waren, dass es in dem Villenviertel keinen Spätkauf gibt. Gegen 18 Uhr löste sich der Protest wieder auf.

Sendung: Inforadio, 01.05.2018, 17.20 Uhr

Kommentar

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61 Kommentare

  1. 61.

    Danke Steffen, genau so ist es. Die Komination von harter Arbeit, Eigenintitiative, Risikobereitschaft, Genügsamkeit und keine Erwartungen an den Staat ist oft von Erfolg gekrönt. Leider nicht immer, und es gibt auch Menschen die hart arbeiten und wenig verdienen, aber deren Schicksal kann man nicht jenen anlasten die mehr erreicht haben.
    Was mir Sorgen bereitet ist die hohe Zahl Hilfe-Empfänger im Land. Ein Land in dem die Hälfte der Einkommen für Sozialausgaben verwendet werden müssen, und nur 6,4 % für Bildung und Forschung bereitgestellt werden, wird schon bald nicht mehr konkurrenzfähig sein auf dem Weltmarkt. Die Produktivität wird abnehmen. Die deutsche Wirtschaft dreht auf „heiße Luft“, auf Geld was Draghi hemmungslos druckt, ungedeckte Scheine. („Whatever it takes“, weisst du noch?) Das ganze wird kollabieren, und dann geht das Heulen und Zähneklappern los. Aber keiner kann sagen, er sei nicht vorgewarnt worden.

  2. 60.

    An Mesa:
    Sie ereifern sich voreilig, und leider argumentieren Sie wenig faktenbebunden.
    Das „Märchen“ der harten Arbeit die zum Erfolg führt ist keines, es ist ein Erfolgsrezept. Ich -als Ausländerin in Deutschland- bin umgeben von anderen Ausländern, die das gleiche oder mehr geschafft haben. Darunter sind Perser die 1979 nach Deutschland geflohen sind, mittellos, und nun riesige Immobilienbestände besitzen, Zahnkliniken betreiben, etc. Ich kenne zwei türkische Brüder die mit einem Bauchladen angefangen haben, und auf U-Bahnhöfen selbst gebackene Kekse verkauft haben. Jetzt gehört ihnen eine Großbäckerei. Jede Menge Bauunternehmer sind dabei, die aus der Ukraine, Polen, Georgen und Ungarn kamen. Sie besitzen nun ganze Straßenzüge, riesige Studentenheime, Hotels, etc.
    Deutschland gibt über die Hälfte der Staatseinnahmen für Sozialausgaben aus, 7,5 x soviel wie für Bildung und Forschung. Das wird nicht mehr lange gutgehen.

  3. 57.

    Ich würde es auch gut finden, wenn die Leute wenigstens arbeiten gehen müssten. Also nicht arbeiten, jammern, dass man nicht reich ist, und noch gegen den Staat und die Steuerzahler eingestellt sein, finde ich völlig verquer. Die Steuerzahler müssen Leute unfreiwillig finanzieren, die gegen sie eingestellt sind.
    Wer hier unter dieser Wohlstandsverwahrlosung leidet und gerne Sachbeschädigung usw. begehen möchte, könnte doch sein unzufriedenes Leben sofort verändern, indem er einfach in einen anderen Staat geht, der ihm besser passt.
    Aber man hängt hier mit negativer Einstellung lieber weiter an den Zitzen vom Staat.

  4. 56.

    KommentarE? Einige? Ein Einziger redet hier von Enteignung.. Dafür gibt es zig andere lächerliche Kommentare,auf die sich mein vorheriger Kommentar bezieht.

    Du wirfst jemandem Hass vor,der auf jemanden antwortet,der sich abartigerweise wünscht,dass die prekäre Beschäftigung zunimmt. Meine Güte,das spricht nicht für dich.
    Aber gut,ich hab in meinem ersten Kommentar genug geschrieben,obwohl mich interessieren würde,wozu du gehörst.

    Nur soviel,wenn du deinen letzten Absatz ernst meinst,dann beschäftige dich mal mit der aktuellen Lage,denn stimmen tut das so nicht mehr. Vermögende werden kaum belastet,sogar weniger als Normalverdiener und genau dagegen sind viele.

  5. 55.

    Ihre völlige Werteverirrung zeigt sich deutlich daran, dass Sie eine Person verteidigen, die begrüßt, dass Menschen in absolut unwürdigen Arbeits- und Lebenssituationen existieren UND darüberhinaus gehend einen Kollaps der Sozialsysteme begrüßt. Das ist Hass ist per Definition (googlen Sie doch Mal) Hass. Das Sie dabei mir Hass vorwerfen, passt leider in postfaktische Argumentationsmuster. Ich finde es toll, wenn Leute erfolgreich sind, etwas auf die Beine stellen. Darum ging es aber hier garnicht. Es geht um die uralte, neoliberale Lüge, dass jeder durch Fleiß reich werden kann. Was sagen Sie denn der alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern? Nischt jeleistet? Ihre Angst vor "Ausplünderung" ist geradezu Realsatire - wo auf diesem Planeten werden Reiche bitte ausgeplündert? :D

  6. 54.

    Der Hass, der aus Ihren Kommentarzeilen spritzt, zeigt nur zu deutlich, dass Sie den Post des Kommentators nicht im Geringsten verstanden haben! Es gibt viele Menschen, die durch viel persönliches Engagement im Leben etwas erreicht haben, die etwas gewagt haben, was auch hätte schief gehen und ihr Leben hätte zerstören können. Die haben sich oft mit Arbeitszeiten, die ein normaler Arbeitnehmer als unmenschlich bezeichnen würde, was aufgebaut und geschaffen. Denen ihren Erfolg zu neiden, ist heuchlerisch und niveaulos!
    Ansonsten wiederhole ich auch hier gerne meinen Spruch zur linken Neidkultur: Wenn du das behalten willst, was du dir erarbeitet hast, nennen sie es Gier. Wenn sie das wegnehmen, was du dir erarbeitet hast, dann nennen sie es Gerechtigkeit.
    Um es klar zu stellen: Ich bin absolut dafür, dass Vermögende/Gutverdiener klar mehr zum Sozialstaat beitragen als Wenigverdiener. Wenn dies aber zur Ausplünderung verkommt, ist es weder vertretbar noch gesamtwirtschaftlich sinnig.

  7. 53.

    Das Märchen vom stolzen, fleißigen Arbeiter, der am Ende wohl verdient seinen Reichtum genießt. Sorry, es ist für mich immer wieder erschreckend wie wenig Menschen wie Sie 1. Wissen über die Lebenswelten der Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten haben und 2. Wie wenig - vermutlich damit zusammenhängend - die gleichen Personen, sich dafür interessieren, wie es anderen Menschen geht. Ihr Wunsch nach mehr prekär Beschäftigten nenne ich eine menschenfeindliche Einstellung. Ansonsten googlen Sie mal "Survivorship Bias" - vielleicht hilfts ja noch was...Unfassbar dieser Irrglaube jeder könnte durch Fleiß reich werden.

  8. 52.

    Weber: Sie sprechen mir aus der Seele. Als gerade Abitur gemacht hatte, musste mein Vater -im Ausland- Insolvenz anmelden, als Folge der damaligen Ölkrise und Rezession. Ich erhielt -da Tochter eines „Reichen“, dessen Insolvenz steuerlich noch nicht abgehandelt war, keinerlei Unterstützung vom Staat, oder sonstigen Institutionen. Nur die Schadenfreude begleitete mich überall. Durch Zielstrebigkeit, harte Arbeit (Tagsüber jobben, abends studieren), Genügsamkeit (heute nennt man das euphemisch „Nachhaltigkeit“), und Verzicht auf alles was nicht absolut notwendig war, gehöre ich jetzt zu den „Kapitalisten“. Die weniger Erfolgreichen zeigen ihren Neid offen und unverhohlen, wählen links und schreien nach „Umverteilung“. Mein Trost ist aber, dass die Zahl der „Menschen in prekären Verhältnissen“ (wer um himmelswillen ist auf diese Bezeichnung gekommen?) wächst. Irgendwann wird das Sozialsystem kollabieren, und dann müssen auch jene die jetzt noch Zeit für Witzdemos haben, endlich arbeiten.

  9. 51.

    Ist schon ok, dann bringen eben
    Andere die Kraft auf; arbeitende
    junge Eltern gab es reichlich,
    dort, bei den bösen faulen Demonstanten

  10. 50.

    Es freut mich zu lesen, dass Sie meinen auf Tatsachen beruhenden Kommentar so herrlich amüsiert hat.
    Haben Sie denn schon Kenntnis darüber ob es evtl. im nächsten Jahr wieder eine derartige Satire Demonstration geben könnte? Mit dem schönen Namen etwa GruMo.
    Die Anwohner könnten sich dann (nicht nur vorher seelisch) darauf vorbereiten, all Ihren Bekannten wie in etwa
    LehrerInnen, SozialarbeiterInnen, PflegerInnen und Studentinnen. die sie hier ja freundlicherweise aufgezählt haben, nicht nur ein Glas Wein, sondern ein paar Schnittchen als Wegzehrung zubereiten.
    Schließlich hat die Techno Parade einst ebenso als ganz kleines Event angefangen und steigerte sich zu einer Spaßkultur einer ganzen Generation.

  11. 48.

    Na wenn ich mir hier so die Kommentare durchlese, dann... ja, es scheinen einige hier dem Irrglauben anzuhängen. Ich hab aber keine Angst, dass wir uns dem Kommunismus tatsächlich annähern würden. Dafür ist der Großteil der Bevölkerung vernünftig genug, genau so, wie wir absehbar keine neue Nazidiktatur bekommen werden. Wenn hier aber von Enteignung und den bösen Kapitalisten an sich geschwafelt wird, darf das nicht unkommentiert bleiben.

  12. 47.

    Das wäre hier feinste Satire,wenn ich nicht wüsste,dass die meisten ihre Kommentare ernst meinen. Entweder schreiben hier sehr viele Reiche oder,übertrieben formuliert,die Mittelschicht verteidigt ihre Herren. Danke an alle,die glauben mit harter Arbeit reich werden zu können!

    @Steffen
    Glaubst du ernsthaft,ein Großteil von denen befürwortet den Kommunismus? Wie kommst du darauf?
    Ich find das lächerlich. Wir befinden uns genauso wenig auf dem Weg zum Kommunismus wie zum Dritten Reich. Nur eins von beiden befürchten ja jeweils Rechte und Linke. Die Oberschicht lacht sich ins Fäustchen.

  13. 45.

    Die meisten von diesen Träumern, die an den Kommunismus glauben, machen sich überhaupt kein Bild davon, was dies wirklich bedeuten würde, nämlich bittere Armut und extremste Mangelwirtschaft. Jedes dieser Experimente ist bisher an der Wirklichkeit gescheitert, weil es scheitern musste.
    Ohne angemessene Entlohnung bei Einsatz von Kapital in eine Firma, was immer mit einem Verlustrisiko verbunden ist, investiert niemand mehr, erschafft keiner mehr Werte über das unbedingt Notwendige hinaus. Daraus ergibt sich zwangsläufig eine Rezession mit den genannten Folgen. Die einzige Wirtschaftsform, die das verhindert ist die Marktwirtschaft. Es stellt sich also nur die Frage, wie wir als Gesellschaft es schaffen, diese in sozialen Schranken zu halten, nicht, sie abzuschaffen. Wie Sie aber richtig schreiben, geht es auch den Meckerern hier im Verhältnis zu anderen Teilen der Welt oder unseren Vorfahren immer noch verdammt gut!

  14. 44.

    Ab wann ist Mensch nicht mehr Mensch, sondern Kapitalist? Der Bäcker, der Ihnen in aller Frühe ihre Brötchen backt und drei Verkäuferinnen beschäftigt, um Sie Ihnen zu verkaufen? Kapitalist, oder? Inhaftieren?... Gibt es eine Summe, ab der Sie zu enteignen gedenken, eine Art Freibetrag? Wer, meinen Sie, sollte diesen bestimmen und überwachen?... Was ist mit Ihrem Smartphone? Im Grunde doch nichts anderes als ein dekadenter Auswurf des kapitalistischen Wirtschaftssystems! Sind Sie bereit, es herzugeben?...

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