Symbolbild: Ein Säugling liegt in einem Brutkasten. (Quelle: imago/Westend)
Bild: Audio: Inforadio, 4.5.2018, Thomas Rautenberg

5,6 von 1.000 Babys überleben nicht - Warum in Neukölln so viele Säuglinge sterben

In keinem anderen Berliner Bezirk sterben so viele neugeborene Babys wie in Neukölln. Von 1.000 Lebendgeborenen überleben 5,6 nicht. Das sind doppelt so viele wie in anderen Bezirken. Liegt es daran, dass es zu wenige Kinderärzte gibt oder am Verhalten der Familien? Von Thomas Rautenberg

In der Kinder- und Jugendarztpraxis von Dr. Reinhard Bartetzky am Kottbusser Damm 64 in Neukölln herrscht - wie jeden Tag - Hochbetrieb. Im Warteraum und auf dem Flur sind die meisten Stühle besetzt, Kinder klettern auf den Spielgeräten oder rutschen auf dem Boden herum. Der Arzt hat schon einen langen Tag hinter sich: erst die Notfallsprechstunde und nun die Vorsorgeuntersuchungen.

Klein Fiete, fünf Wochen alt, protestiert. Er schreit und lässt sich nicht mal von seiner Mutter beruhigen. Den Arzt stört das nicht, er will einen Ultraschall von Fietes Hüfte machen und zieht die Untersuchung durch. Dr. Bartetzky blickt auf den Bildschirm. Alles ist in Ordnung.

Kinderarzt sieht Hauptursache in Armut

Der 49-Jährige ist nicht nur Kinder- und Jugendarzt in Neukölln, er ist auch der Landesvorsitzende seines Berufsverbandes. An den Ärzten liege es gewiss nicht, dass die Säuglingssterblichkeit in seinem Bezirk so hoch ist, sagt Dr. Bartetzky. "Erstmal habe ich mich maßlos geärgert. Denn 'hier zeigen sich erste Auswirkungen des Ärztemangels' [Anm. d. Red: Das hatte der Neuköllner Gesundheitsstadtrat Falko Liecke kürzlich zu dem Thema gesagt] heißt ja, dass wir die Prioritäten falsch setzen und dass es wir es nicht mehr schaffen, Kinder am Sterben zu hindern. Das habe ich von Anfang an zurück gewiesen".

Denn der Hauptgrund dafür, dass Babys sterben, liegt seiner Ansicht nach woanders: Immer mehr Familien in Neukölln müssten mit ganz wenig Geld auskommen, lebten in Armut, ohne Perspektive, seien häufig schlecht integriert. Viele Mütter würden das Angebot von Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft nicht kennen und wenn doch, gingen sie trotzdem nicht hin. Mit manchmal fatalen Folgen für das Kind. Auch nach der Geburt verzichteten viele Familien auf die Betreuung ihrer Kinder durch den Arzt. Manche Krankheiten würden so erst spät, vielleicht zu spät, festgestellt.

Der Gesundheitsstadtrat sieht weitere Probleme

Armut, schlechte Bildung und eine ungesunde Lebensweise während der Schwangerschaft sind auch für Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke die entscheidenden sozialen Risiken für die vergleichsweise hohe Säuglingssterblichkeit in seinem Bezirk. Er spricht ein weiteres Problem ganz offen an: "Es sind Tatsachen, die vielleicht schwer zu verdauen sind, aber kulturell durchaus nichts Ungewöhnliches sind in Neukölln: Wenn Familienmitglieder untereinander heiraten und Kinder in die Welt setzen, dann werden auch genetische Defekte mit vererbt auf Grund der Verwandtschaftsverhältnisse. Aber man muss solche Probleme auch benennen können. Da geht es um Aufklärung."

Liecke hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg, auch wenn kürzlich eine Anfrage der AfD im Bundestag zur Verbindung von Migration, Inzest und Behinderung für entsetzte Reaktionen vor allem bei Sozialverbänden gesorgt hatte.

5,6 von 1.000 Lebendgeborenen sterben

In den Jahren 2011 bis 2013 - aktuellere Zahlen gibt es nicht - sind in Neukölln 5,6 von 1.000 lebendgeborenen Babys gestorben.  Das sind im Durchschnitt doppelt so viele wie in den anderen Berliner Bezirken. Mehr als die Hälfte überlebt die ersten sieben Tage nach der Geburt nicht. Liegt es also am Verhalten vieler Mütter und Familien, das vergleichsweise viele Babys sterben? Oder ist es doch der Fachärztemangel, den auch Neuköllns CDU-Gesundheitsstadtrat Falko Liecke als Ursache genannt hat. Für ihn liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. "Das ist erstmal eine Ansage -  vielleicht ist es auch etwas zu kurz dargestellt. Aber am Ende des Tages ist der Fakt einfach da", sagt er.

Der Fakt, dass Neukölln bei Frauenärzten, die Geburtsvorsorge machen, im Jahr 2016 gerade mal einen Versorgungsgrad von knapp 60 Prozent hatte - und damit berlinweit Schlusslicht ist. Auch bei den Kinder- und Jugendärzten steht der Bezirk ganz am Ende der Tabelle. An diesen Zahlen gebe es nichts zu deuteln, bestätigt Kinderarzt Reinhard Bartetzky. "Der Ärztequotient ist miserabel. Das hat Auswirkungen und ja, das muss verbessert werden. Aber, nein, deshalb sterben keine Kinder. Das kann man so nicht sagen. Woran Kinder sterben, das wissen wir aus wissenschaftlichen Studien, sind in erster Linie das Alter der Mutter, die soziale Lage, Rauchen und Übergewicht. Das Stillen hat einen ganz großen Einfluss auf die Säuglingssterblichkeit und natürlich auch, ob Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden".

Dilek Kolat will Baby-Lotsen und mehr Hebammen

Die schwierige Situation bei der Betreuung von Schwangeren oder Müttern mit Neugeborenen in Neukölln bestreitet auch die Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) nicht. Auf Druck des Senats hat die Kassenärztliche Vereinigung gerade die Niederlassung für zehn zusätzliche Kinder- und Jugendärzte in der Stadt genehmigt. Drei dieser Praxen sollen nach Neukölln, damit sich dort die ambulante Versorgung entspannt. Weitere Arztsitze für Neukölln kann die Senatorin nicht aus dem Ärmel schütteln. Wohl aber will Kolat eine ursprünglich Neuköllner Idee aufgreifen und an allen Geburtskliniken sogenannte Baby-Lotsen einsetzen, die die Mütter vor und nach der Geburt begleiten und helfen, "wenn sie merken, dass es eine Überforderungssituation gibt oder eine schwierige soziale Lage".

Zusätzlich, sagt Kolat, seien Hebammen ganz wichtig. Daher würden 130 Hebammen zusätzlich ausgebildet. "Das wird dazu führen, dass auch mehr Mütter in den Genuss von Hebammen kommen werden."

Ein medizinisches Familienzentrum wäre einzigartig

CDU-Gesundheitsstadtrat Falko Liecke sieht Neukölln als Schmelztiegel der Republik. Aber auch als einen Bezirk, der nicht nur Probleme benennt, sondern Ideen hat, wie man sie lösen kann. Sein Vorschlag: Ein medizinisches Familienzentrums einzurichten, wie es bundesweit einzigartig wäre. "Wir haben eine Arztpraxis, dort sind ein Kinderarzt und vielleicht auch ein Kinderpsychiater angestellt. Da gibt es dann aber auch Leistungen aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst oder vom Jugendamt, wie die Erziehungs- und Familienberatungsstelle. Oder ein Vertreter vom Kinder –und Jugendgesundheitsdienst ist mit dabei."

Liecke wird nicht locker lassen. Denn er ist überzeugt, mehr Frauen und Kinderärzte sowie mehr soziale Betreuung und Aufklärung werden am Ende auch in Neukölln zu einer geringeren Säuglingssterblichkeit führen.

Beitrag von Thomas Rautenberg

Kommentar

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18 Kommentare

  1. 18.

    Ich mein ja nur:
    In Deutschland, hier Berlin, gibt es die angesehene Beratungsstelle für Genetik an der Charité, wo die renommierte Jürgen Kunze tätig ist. Dessen Forschungsergebnisse sind eindeutig, und bestätigen das, was seit Generationen bekannt ist.
    Weiter hat Deutschland die beide Professoren Rolf Becker und Ralf Dieter Wegner zu bieten, die weltweit Gehör finden, und nicht müde werden vor den Gefahren der Inzucht zu warnen.
    Die Universität von Birmingham hat eine Abteilung die sich mit den psychosozialen Folgen der Inzucht befasst, und veröffentlicht regelmäßig die neueste Ergebnisse.
    Sehr aktuell ist die „Bradford-Study“, die bei 35% von Nachkommen aus Verwandtenehen genetische Defekte feststellt.
    Und, also erwachsener Mensch, können Sie selber nachforschen: unter „Inbreeding“ finden sie hunderte Studien, Veröffentlichungen und Doktorarbeiten zum Thema. Aber die Arbeit mache ich nicht für Sie.

  2. 16.

    Zeigen sie uns doch mal den wissenschaftlichen Beweis dafür dass Verwandtenehen (welches Grades?)"ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, Totgeburten oder Behinderungen mit sich bringen."

    Und bitte keine Quellen wie Islamnixgut, Tichy und andere Seiten auf denen rechtspopulistischer Unsinn verbreitet wird.

  3. 15.

    Ich möchte Herr Liecke danken für den Mut und die Offenheit, mit der er das in Deutschland herrschende Tabu bricht, und die politisch nicht korrekte, aber naturwissenschaftlich richtige Aussage tätigt, dass Verwandtenehen ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, Totgeburten oder Behinderungen mit sich bringen.

  4. 14.

    Wer ein bisschen Ahnenforschung betreibt, wird auch für Deutschland leicht feststellen können, dass Verwandtenehen nicht unnormal waren. Ich selbst habe da mehrere Fälle in meinem Stammbaum - spart Zeit beim Recherchieren.

    Früher sind die Generationen hunderte Jahre im gleichen Dorf bzw. im Umkreis von 20 km geblieben. War die Kindersterblichkeit höher? Natürlich. Woran sind die Kinder gestorben? An Krämpfen, am Zahnen, an Husten, an Scharlachfieber, an Schwäche, an Masern, an Röteln, an Pocken und anderen Infektionskrankheiten. Viele Kinder sind also gestorben bevor sie überhaupt die schwerwiegenden genetischen Defekte ihrer Elterngeneration ausbaden konnten. Also auch wenn Verwandtenehen das Risiko für Erbkrankheiten oder Behinderungen oder sonstwas erhöhen - heißt das noch lange nicht, dass das die Sterblichkeit im Säuglingsalter zwangsläufig erhöht. MMn 2 Paar Schuhe.

    Es sind auch nicht alle Bluter im europäischen Hochadel als Kinder verstorben!

  5. 13.

    Sie beschreiben hier ein Problem, das mit dem Artikel wenig zu tun hat. Ich behaupte nicht, dass es dieses Problem nicht gibt, aber wenn Sie die Kinder betreuen, sind diese nicht tot und würden daher nicht in die Statistik der Säuglings- oder Kindersterblichkeit einfließen.

    Es ist ja schön und gut, solche Fälle, wie Sie sie beschreiben, zu benennen - da sollte man wohl verstärkt aufklären. Doch im Allgemeinen eine Religionsgemeinschaft oder eine Migrantengruppe in Abrede zu stellen, halte ich für falsch bzw. nicht belegbar.

    Wer in der Behindertenpflege arbeitet, wird vielleicht auch feststellen, dass es immer weniger Menschen mit Trisomie 21 gibt. Warum? Weil die Vorsorgeuntersuchungen besser geworden sind und es in der Folge zu vermehrten Schwangerschaftsabbrüchen kommt.

  6. 12.

    Der Kinderarzt in dem Artikel gibt folgende Gründe für die Kindersterblichkeit an: "Woran Kinder sterben, das wissen wir aus wissenschaftlichen Studien, sind in erster Linie das Alter der Mutter, die soziale Lage, Rauchen und Übergewicht. Das Stillen hat einen ganz großen Einfluss auf die Säuglingssterblichkeit und natürlich auch, ob Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden"

    Ich wette, dass viele dieser Faktoren auch auf Pakistan zutreffen - soziale Lage, Armut, Hygiene, Bildung. Das auf den muslimischen Hintergrund abzuwälzen, ist nicht stichhaltig.

    Wie sieht es denn in anderen Ländern aus? Zum Beispiel Ruanda (38,5/1000 [Kindersterblichkeit bis 5Jahre)- wenig Moslems, aber ähnliche sozioökonomische Nachteile. Oder in Saudi Arabien (12,9/1000)? Natürlich sind finde auch ich Verwandtenehen problematisch, aber ob das tatsächlich solch einen Einfluss auf die Kindersterblichkeit hat, wage ich zu bezweifeln.

  7. 11.

    Ich bin gegen die AFD und rechte Hetze aber ich muss sagen das da leider was dran ist. Ich arbeite in der Behindertenbetreuung und habe schon mehrere türkischstämmige Menschen mit Behinderung betreut, deren Eltern Verwandte sind. Aktuell betreue ich gleich 2 deren Eltern miteinander verwandt sind. Es kommt auch nicht selten vor das den Müttern die Schuld daran gegeben wird, weil sie hätten angeblich was falsches getan und die Behinderung des Kindes ist die Strafe Allahs dafür. Besonders schlimm wird es dann noch, wenn die Eltern sich (deswegen) trennen und die Familie den Kontakt zur Mutter abbricht. Die Mutter hat dann keine Familie mehr aber ein behindertes Kind für dessen Behinderung sie sich verantwortlich fühlt. Das muss man tatsächlich so bennen können, stumpfe rassistische Parolen helfen da aber niemand. Aufklärung und Hilfsangebote sind von Nöten.

  8. 10.

    So wie die AFD Verwandtenehen rübergebracht haben, war rassistisch und menschenverachtend, da gebe ich Ihnen recht.

    Trotzdem muß das Kind beim Namen genannt werden, daß es absolut NICHT gut ist, wenn Verwandte untereinander heiraten und dann Kinder bekommen und dies ist gerade in muslimischen Ländern gang und gäbe. Die Kinder haben darunter zu leiden. Und es kann sehr wohl belegt werden, daß dies für die Kinder aus Verwandtenehen vielfach schlecht ist, besonders wenn gewisse Krankheiten in der Familie schon vorhanden sind bei der vorigen Generation. Vielfach sind dies ja auch arrangierte Ehen in muslimischen Ländern.

    Haben Sie das nicht in der Schule mitbekommen. Ich selbst bin bereits fast 76 Jahre alt und ging auf ein Gymnasium eines kath. Klosters und wir lernten dies im Biologieunterricht.

  9. 9.

    @ rbb-24-nutzer
    >Genau in d. AfD-Schiene abzubiegen u. "kulturelle Gründe" anzuführen oder dass häufiger unter Verwandten zweiten Grades geheiratet o.ä. wird, ohne d. belegen zu können, ist eben grds. rassistisch u. menschenverachtend. <

    .
    >Die Cousine als Ehefrau - behinderte Kinder aus Verwandtenehen<
    https://www.rbb-online.de/kontraste/ueber_den_tag_hinaus/migration_integration/die_cousine_als_ehefrau.html
    >Wenn Cousins Cousinen heiraten<
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/wenn-cousins-cousinen-heiraten/416332.html
    >Behinderungen von Inzestkindern: Alles bleibt in der Familie<
    http://www.taz.de/!5111122/
    >Wenn der Cousin mit der Cousine schläft<
    https://www.welt.de/vermischtes/article732888/Wenn-der-Cousin-mit-der-Cousine-schlaeft.html
    >Cousin und Cousine als Eltern<
    https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-07/inzest-migranten-ehe
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-66696026.html
    ...

    Kann nicht belegt werden?

  10. 8.

    Es ist in Deutschland nach dem Gesetz erlaubt, daß Cousin und Cousine heiraten können, aber in der deutschen Bevölkerung ist es richtig geächtet. Ich kenne ein deutsches Ehepaar (Verwandtenehe), die deshalb bewußt auf Kinder aus diesem Grund verzichtet haben.
    Und in islamischen Staaten und diesem Kulturkreis wird es eben nicht geächtet, so wie bei uns.

  11. 7.

    Stadtrat Falko Lieke hat das Kind beim Namen genannt: Gerade in muslimischen Familien ist es üblich, daß Cousin und Cousine heiraten und da werden genetische Defekte viel stärker vererbt als wenn Nichtverwandte Kinder haben. Das haben wir übrigens auch schon in der Schule gelernt.
    Meine Tochter (Kinderärztin) sagte mir auch, daß es besonders in Pakistan ganz schlimm mit Behinderungen aufgrund von Verwandtenehen sein soll, aber auch in anderen arabischen Ländern.
    Ich verstehe nur nicht, daß diese Probleme nicht benannt werden dürfen.

  12. 5.

    Da kennen Sie das Grundgesetz aber schlecht. Die Heirat von Cousin und Cousine ist nicht verboten. Oder spielen Sie eher auf die Selbstbestimmung an? Biologisch gesehen, können Kinder aus Verwandtenehen schon ein höheres Risiko für Erbkrankheiten tragen, aber dass das direkt mit einer erhöhten Sterblichkeit der Babys zu tun hat, müssen Sie erst einmal darlegen. Auch geistig oder körperlich behinderte Kinder sind nicht zwangsläufig dem Tode geweiht.
    Ihre Argumentationsweise Kindersterblichkeit - Verwandtenehe - Ausländer halte ich für nicht schlüssig.

    Ich sehe da auch eher gesundheitsbeeinträchtigendes Verhalten (wie Kommentar 2) oder mangelnde Vorsorge als Grund.

  13. 4.

    Kulturelle "Rücksichtnahmen"
    Politische Korrektheiten
    treffen auf massiven sozialen Betrug.
    .
    Da wo viele Kinder geboren werden ist es auch nicht "so schlimm", wenn ab dem zweiten und dritten eins nicht überlebt. Schauen wir in die Vergangenheit, da war es in den deutschen Familien ebenso.
    Der tägliche Kampf ums überleben, lies keine "grosse" Trauer zu.

  14. 3.

    Dass eine quantitativ vergleichsweise höhere Säuglingssterblichkeit auftritt, hängt durchaus mit personellen Sachlagen zusammen, sogar in einem winzigen Absatz erwähnt: Hebammen und ihr Beruf werden seit Jahren systematisch verdrängt u. auch die damit niedrigschwellige, persönliche, freiwillige Begleitung u. auch Gesundheitsbildung für Schwangere u. ihre Familien.

    Genau in die AfD-Schiene abzubiegen und "kulturelle Gründe" anzuführen oder dass häufiger unter Verwandten zweiten Grades geheiratet o.ä. wird, ohne das belegen zu können, ist eben grds. rassistisch und menschenverachtend. Wie viele Studien - u. mal wieder nur quantitative, im neoliberalen Zeitalter v. Vergleichskultur das unhinterfragte MIttel der Wahl - gibt es denn allgemein über Verwandtschaftsgrad der Eltern u. höherer Säuglingssterblichkeit? Eben...

    Gesundheit und Bildung sind Ressorts, die v.a. in Neukölln unterversorgt sind. Schlechtere soziale Infrastruktur ist Teil von pol. initiierter sozialer Segregation.

  15. 2.

    Wenn schwangere rauchen und Alkohol trinken, lässt sich das Problem ohne Zwang nicht lösen. Ich beobachte täglich rauchende Schwangere und rauchende Mütter mit Säuglingen.

  16. 1.

    Guter Vorschlag von Liecke, mal sollte es mit positiven neuen Konzepten versuchen. Ein neues Zentrum wird aber nie im Leben von Berlin finanziert werden. Wird auch nicht bei der Aufklärung der Leute helfen, sondern es wird eben der Cous geheiratet, wenn die Familie das bestimmt. Das widerspricht dem Grundgesetz, aber ist so.
    Großes Problem ist auch, dass es keine Pflicht für Sprachkurse gibt und hier viele Frauen leben, die kein Deutsch lernen, z. T. extra aus der Türkei nachgeholt usw.
    Das Gerede von Integration, wenn der Staat keine Sprachkurse auferlegt, bringt da nichts.

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