Grenzübergang Deutschland Polen bei Ahlbeck auf Usedom. (Bild: imago/John)
Audio: rbb | 08.05.2018 | Jan Wiese | Bild: imago stock&people

Repräsentative Umfrage von Infratest dimap - Knapp die Hälfte der Brandenburger will wieder Grenzkontrollen

Die meisten Brandenburger haben aus dem Beitritt Polens zum Schengen-Raum vor zehn Jahren keine persönlichen Nachteile gezogen. Das belegt eine Umfrage der Infratest dimap im Auftrag des rbb. Dennoch wünschen sich 42 Prozent Kontrollen an der Grenze zurück.

42 Prozent der Brandenburger wünschen sich wieder ständige Kontrollen an der Grenze zu Polen. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des rbb. Doch nur zwölf Prozent der Befragten gaben an, dass sie seit der Grenzöffnung nach dem Beitritt Polens zum Schengen-Raum vor zehn Jahren persönliche Nachteile erfahren hätten. Zwei Drittel der Befragten erklärten, dass sich für sie nicht viel verändert habe.

Ein Drittel sieht persönliche Vorteile durch Grenzöffnung

Das Ergebnis zeigt auch: Die Brandenburger Grenzregion profitiert besonders vom Ende der Kontrollen vor zehn Jahren. Ein Drittel der dortigen Bewohner (33 Prozent) sieht dadurch persönliche Vorteile. Im übrigen Brandenburg sind es lediglich 17 Prozent.

51 Prozent aller Befragten waren gegen die Wiedereinführung permanenter Grenzkontrollen. Bei dieser Frage gibt es zwischen Menschen, die in der Grenzregion leben und denen im anderen Brandenburg keine relevanten Meinungsunterschiede.

Wiedereinführung von Grenzkontrollen nach Bevölkerungsgruppen. (Quelle: infratest dimap/rbb)
| Bild: infratest dimap/rbb

Gründe für Nationalismus in Brandenburg sind vielfältig

 Abweichend von anderen Parteizugehörigkeiten sprechen sich deutlich mehrheitlich AfD-Anhänger für Grenzkontrollen aus.

Wiedereinführung von Grenzkontrollen nach Parteianhängern. (Quelle: infatest dimap/rbb)
| Bild: infatest dimap/rbb

Zudem ist der Anteil der Befürworter von erneuten Grenzkontrollen hoch bei Menschen mit geringer Bildung (48 Prozent).  

Das Ergebnis der Erhebung basiert auf einer repräsentativen Telefon-Umfrage unter 1.000 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Brandenburg. Mit dem Thema befasst sich auch der rbb-Film "Grenzerfahrung - Ein Tag auf beiden Seiten der Oder" von Adrian Bartocha und Jan Wiese. Die beiden Reporter waren an der deutsch-polnischen Grenze unterwegs, auf beiden Seiten der Oder. Ihr Film zeigt: Die Gründe für diese Stimmung sind vielfältig, der Trend zum Nationalismus nimmt zu.

Sendung: Die rbb Reporter - Grenzerfahrung, 08.05.2018, 21 Uhr

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    Liebe Deutsche, ich komme aus Polen und wohne in Deutschland seit 6 Jahren. Ich werstehe nicht, warum so viele Brandenburger wieder die Grenzkontrolle moechte. Viele von Euch kommt nach Polem zum Einkaufen, fuer Zigaretten, fuer Autorepaeratur, etc.

  2. 11.

    Man Man Man...... Schlimm Die Leute Die Sich In Ihren Köpfen Wieder Alte Zustände Wünschen. Ja Ok, Dass Mit Der Kriminalität Ist Nicht Gerade Schön, Deshalb Aber Gleich Wieder: "Back To Old Rules" Nee Nee Nee ... So Nicht! Wenn Wir Dit Anfangen Ist Der Gedanke: Europa Hin Zu Vielleicht Mal "United States Of Europe" Total Für`n A......

  3. 10.

    Und die ständig über die Multikulti Berlin lästernder Brandenburger müssen wie früher eine Ausreiseerlaubnis beantragen.

  4. 9.

    @rbb24 ... Textpassage im Artikel:
    >>Zudem ist der Anteil der Befürworter von erneuten Grenzkontrollen hoch bei Menschen mit geringer Bildung (48 Prozent).<<
    Früher gab es den Spruch: "Der Mensch fängt erst beim Leutnant an".
    Wir sind doch nicht etwa "schon wieder so weit" ?!

  5. 8.

    Bitte unbedingt auch die Berliner Grenzkontrollen wieder einführen! Mit denkmalgerechter Wiederherstellung der Grenzanlagen! Zuerst bitte alle Errichteten Gebäude und Verkehrsverbindungen auf dem ehemaligen Grenzstreifen planieren. Zudem die Alliierten einladen zur Belustigung der Stadtbevölkerung und der Touristen, Veteranen des Kalten Krieges in historischen Uniformen zum Urlaub nach Berlin zu fliegen....
    Viele alte Berliner freuen sich bestimmt schon auf die zurückgewonnene Reisefreiheit ;)

  6. 7.

    Schade,dass nicht für alle Angaben eine Grafik vorhanden ist. Mich hätte außerdem noch der Anteil in der Grenzregion interessiert,die persönliche Nachteile haben.
    Ansonsten geht mit höherer Bildung meist auch ein höheres Einkommen einher. Daher finde ich diesen Punkt nicht so überzeugend.
    Interessant ist,dass es so gut wie keine Unterschiede beim Alter gibt.

    Ich persönlich finde es gut,einfach so mal nach Polen fahren zu können. Das verbindet. Auf dem Rückweg wurde ich aber auch schon mal von der Polizei kontrolliert.

    @Lothar
    von den Gründen steht da doch (leider) gar nichts.

    @Karl-Eduard von Schnitzler
    Was stört dich konkret?

  7. 6.

    Traurig, das 42% der Brandenburger wieder Grenzkontrollen will. Das Klientel entspricht dem Klischee.
    "Abweichend von anderen Parteizugehörigkeiten sprechen sich deutlich mehrheitlich AfD-Anhänger für Grenzkontrollen aus."
    "Zudem ist der Anteil der Befürworter von erneuten Grenzkontrollen hoch bei Menschen mit geringer Bildung (48 Prozent). "

    Natürlich müssen die Grenzen in der EU offen bleiben. Schengen ist die vielleicht größte Errungenschaft der EU. Ohne freien Verkehr keine EU.

  8. 5.

    Ich denke nicht, dass Angst das Motiv ist. Es ist wohl eher die Tatsache, dass viele glauben, real existierende Probleme damit zu lösen, was aber in Wirklichkeit so nicht der Fall ist. In den östlichen Landkreisen Brandenburgs gibt es nun mal eine nicht zu verschweigende Grenzkriminalität. In Deutschland gestohlene Autos sind dank offener Grenzen in Polen erst mal "weg". Dagegen hilft aber das Schließen von Grenzen nur bedingt. Das Problem liegt darin, dass die Befugnisse der Polizei an der polnischen Grenze enden. Da ist die EU einfach inkonsequent umgesetzt. Ein sächsischer Beamter muss ja auch nicht an der Brandenburger Landesgrenze stehen bleiben, wenn Kriminelle dorthin fliehen.
    Insgesamt bringen aber die offenen Binnengrenzen in der EU deutlich mehr Wohlstand, als es Nachteile gibt. Das ist den meisten Menschen nicht klar.

  9. 4.

    Was war denn das nur wieder für eine Umfrage? Vor allen Dingen, was sagt soll sie aussagen?
    " Zudem ist der Anteil der Befürworter von erneuten Grenzkontrollen hoch bei Menschen mit geringer Bildung (48 Prozent). " - Die Intelligenz sind demnach nicht für die Einführung von Grenzkontrollen? Habe die nicht am meisten zu verlieren, weil sie sich mehr leisten können, als ein Mensch mit "geringer Bildung" und Hartz4?
    Sicherlich hätte man gleich die Verbindung zu PEGIDA, Zukunft Heimat, oder sonstigen (rechts)radikalen Vereinigungen herstellten können, selbst das war dem KONTRAST-Team und/oder dem RBB zu billig.
    "Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe." - wahrscheinlich Winston Churchill

  10. 3.

    Vielleicht sollte die EU und ihre Befürworter die EU-Ziele neu definieren.
    Ich meine damit, im wahrsten (Un)Sinn - grenzenlose Freiheit.
    Ist es nicht in Wirklichkeit so, dass die "normal-Menschen" zwar sich wirtschaftliche Vorteile
    in friedlicher Sicherheit wünschen, jedoch nicht die Zunahme von "Fremdbestimmung" ?!
    Auch dieser Artikel zeigt, dass lediglich wirtschaftliche Belange die Diskussion bestimmen.

  11. 2.

    Die Angst treibt seltsame Blüten. Ganz besonders im Osten Deutschlands.

  12. 1.

    "Das Ergebnis der Erhebung basiert auf einer repräsentativen Telefon-Umfrage unter 1.000 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Brandenburg. "
    Stehen im Telefonbuch nur Wahlberechtigte oder hat das Wahlamt die Telefonnummern herausgeben?

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