Daniel Kurth/SPD (Quelle: Oliver Lang/SPD Brandenburg)
Video: rbb aktuell | 06.05.2018 | Andreas König | Bild: Oliver Lang/SPD Brandenburg

Landratswahl | Barnim - Daniel Kurth scheitert am Quorum

Bei der Stichwahl im Barnim wollte Daniel Kurth (SPD) Nachfolger von Bodo Ihrke werden, doch die Wahlbeteiligung war zu schwach. Zwar schlägt Kurth seinen Konkurrenten Othmar Nickel von der CDU deutlich - doch das Quorum ist verfehlt.

Im Landkreis Barnim hat der SPD-Kandidat Daniel Kurth die Stichwahl um das Landratsamt zwar deutlich gewonnen, aber das erforderliche Quorum ebenso deutlich verfehlt.

Nach Auszählung aller 207 Wahlbezirke kommt Kurth laut vorläufigem Endergebnis auf 61,2 Prozent der Stimmen. Othmar Nickel von der CDU erreicht dagegen nur 38,8 Prozent.

Allerdings sammelt Kurth bei einer sehr geringen Wahlbeteiligung von unter 19 Prozent nur 17.470 Stimmen ein, während das Quorum (15 Prozent aller Wahlberechtigten) im Barnim bei rund 23.300 Stimmen liegt. Damit ist die Wahl des neuen Landrats auch im zweiten Anlauf gescheitert. Der Nachfolger von Bodo Ihrke muss nun über den Kreistag ermittelt werden.

SPD-Politiker Ihrke trat nicht mehr an

Ihrke, ebenfalls SPD, war seit 1993 Landrat des Landkreises Barnim - und zuvor schon in gleicher Position im Kreis Eberswalde. Damit hat Ihrke die gesamte Nachwendezeit geprägt. Eine solche Kontinuität hatte bislang kein anderes Landratsamt in Brandenburg erlebt.

Mit 35,1 Prozent der Stimmen (14.444) hatte Kurth schon im ersten Wahlgang vorne gelegen. Doch für einen Sieg hatte es nicht gereicht. Nickel hatte sich am 22. April mit 25,3 Prozent (10.424 Stimmen) den zweiten Platz gesichert. Beide waren als Favoriten in die Wahl gegangen.

Sven Weller (BVB/Freie Wähler) war im ersten Wahlgang auf 18,1 Prozent der Stimmen (7.447) gekommen. Nah beieinander lagen Dr. Michael Luthardt (Bündnis 90/Die Grünen) mit 11,6 Prozent (4.794)  sowie Mark Matthies (Bürgerfraktion Barnim/Freie Wählergemeinschaften (FWG) mit 9,9 Prozent (4.078 Stimmen).

Die Wahlbeteiligung war mit 26,8 Prozent sehr gering.  

Kurz erklärt

Stichwahl

Die Stichwahl wird notwendig, wenn ein Kandidat das notwendige Quorum nicht erreicht: 50 Prozent der abgegebenen Stimmen und außerdem mindestens 15 Prozent der Stimmen ALLER Wahlberechtigten eines Landkreises muss ein Bewerber erreichen, wenn er per Direktwahl zum Landrat - oder auch Bürgermeister - gewählt werden soll.  

Ansonsten folgt eine Stichwahl. Hier treten dann die beiden Kandidaten mit den höchsten Stimmenanteilen erneut gegeneinander an, es gilt dasselbe Reglement.

Scheitert auch die Stichwahl (was schon mehrfach vorgekommen ist), bestimmt der Kreistag eine Kandidatin oder einen Kandidaten. 

Was sind die Herausforderungen für den nächsten Landrat?

Der Landkreis Barnim platzt aus allen Nähten: Durch den Zuzug und Wohnungsdruck in Berlin konnten in den vergangenen Jahren Kommunen wie Bernau und Ahrensfelde ihre Bevölkerungszahlen deutlich steigern. Vor allem im berlinnahen Niederbarnim gehören Wohnungsbau und die Schaffung von Bauland für Ein- und Mehrfamilienhäusern zu den großen Herausforderungen der nächsten Jahre.

Doch das Wachstum ist auch mit Schwierigkeiten verbunden: die Lenkung der wachsenden Verkehrs- und Pendlerströme, die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und die Schaffung von Kitaplätzen. Im ländlicheren Oberbarnim beschäftigt die Einwohner vor allem die Sicherung der Daseinsvorsorge. Schließungen von Sparkassenfilialen, Ärztemangel und fehlende Busverbindungen in den Randzeiten sorgen immer wieder für Frust. Schwerpunkt der Amtszeit des neuen Landrates dürfte damit das Zusammenwachsen des Berliner Umlandes mit dem berlinferneren Oberbarnim sein.
 

Die kandidaten

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