Harald Altekrüger /CDU (Quelle: Bella Wuoo)
Video: rbb aktuell | 06.05.2018 | Andreas König | Bild: Bella Wuoo

Landratswahl | Spree-Neiße - Altekrüger schlägt Kubitzki in Spree-Neiße aus dem Feld

In Spree-Neiße mussten sich die Wähler am Sonntag zwischen Kreischef Harald Altekrüger (CDU) und Steffen Kubitzki von der AfD entscheiden. Dabei setzte sich der amtierende Landrat deutlich durch - und holte dabei auch genug Stimmen, um das Quorum zu erfüllen.

Bei der Wahl zum Landrat von Spree-Neiße trat der amtierende Kreischef Harald Altekrüger von der CDU am Sonntag gegen Steffen Kubitzki von der AfD an.

Nach Auszählung aller 200 Stimmbezirke hat Altekrüger laut vorläufigem Endergebnis 60,82 Prozent der Stimmen geholt. Sein Herausforderer kommt dagegen auf nur 39,18 Prozent.

Da Altekrüger auf 23.670 Stimmen kommt, ist auch das Quorum (15 Prozent aller Wahlberechtigten) erfüllt. Es liegt in Spree-Neiße bei rund 15.100 Stimmen.

Deutliche Ergebnisse schon im ersten Wahlgang

Im ersten Wahlgang am 22. April waren auf Altekrüger rund 40,0 Prozent der Stimmen (17.039) entfallen. Für Kubitzki stimmten 28,9 Prozent der Wahlberechtigten (12.315). 2010 war Altekrüger durch den Kreistag zum Landrat bestimmt worden. Seine direkte Wahl war gescheitert, weil das nötige Quorum von 15 Prozent der Wahlbeteiligten nicht erreicht worden war. Matthias Loehr (Die Linke) erhielt Ende April rund 16,5 Prozent der Stimmen (7.028). Der bisherige Vize-Landrat und Sozialdezernent Hermann Kostrewa (SPD) konnte nur 14,7 Prozent der Wähler überzeugen (6.248) und landete auf dem vierten Platz.

Vor welchen Herausforderungen steht der neue Landrat?

Wie kein anderer ist der Landkreis Spree-Neiße im Südosten Brandenburgs vom Strukturwandel betroffen. In der einstigen Textil- und Energieregion ist nur die Braunkohle als bestimmender Wirtschaftszweig geblieben: mit den Tagebauen in Welzow und Jänschwalde und den Kraftwerken in Jänschwalde und Schwarze Pumpe. Geht man davon aus, dass die Braunkohle 15.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze sichert, entfällt ein Großteil davon auf den Spree-Neiße Kreis.

Kurz erklärt

Stichwahl

Die Stichwahl wird notwendig, wenn ein Kandidat das notwendige Quorum nicht erreicht: 50 Prozent der abgegebenen Stimmen und außerdem mindestens 15 Prozent der Stimmen ALLER Wahlberechtigten eines Landkreises muss ein Bewerber erreichen, wenn er per Direktwahl zum Landrat - oder auch Bürgermeister - gewählt werden soll.  

Ansonsten folgt eine Stichwahl. Hier treten dann die beiden Kandidaten mit den höchsten Stimmenanteilen erneut gegeneinander an, es gilt dasselbe Reglement.

Scheitert auch die Stichwahl (was schon mehrfach vorgekommen ist), bestimmt der Kreistag eine Kandidatin oder einen Kandidaten. 

Doch wie kann man den Kreis fit für die Zukunft machen? Den Wegfall der Arbeitsplätze ausgleichen? Vor diesen Hauptherausforderungen stehen alter wie künftiger Landrat. Ein weiteres Problem ist die Grenzlage und die damit verbundene Kriminalität. Gerade in den Städten Forst und  Guben musste in den vergangenen Jahren die Polizeipräsenz unter anderem wegen der Beschaffungskriminalität verstärkt werden. Diese Städte haben auch in besonderem Maße mit Abwanderung und Überalterung zu kämpfen. Nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung wird Guben im Jahr 2030 neben Bad Füssing die Stadt mit den ältesten Einwohnern in Deutschland sein. Auch der öffentliche Personennahverkehr – wie kommen die Menschen von den Dörfern in die Stadt und zurück – sowie der Standort für eine dringend benötigte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe sind Thema.

alle Kandidaten auf einen blick

Weitere Landratswahlen in Brandenburg

Barnim

weitere landratswahlen in Brandenburg

Barnim

Uckermark

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen.

Das könnte Sie auch interessieren