Imagekampagne des Landes Brandenburg "Es kann so einfach sein" (Quelle: Staatskanzlei Brandenburg/de Koekkoek)
Video: Brandenburg aktuell | 28.05.2018 | Michael Schon | Bild: Staatskanzlei Brandenburg/de Koekkoe

Plakatierung zunächst im Süden - Brandenburg startet Imagekampagne mit sechs Motiven

"Brandenburg. Es kann so einfach sein" - mit diesem Slogan will das Land künftig für sich werben. Ab Dienstag sollen insgesamt 500 Plakatflächen gefüllt werden - nicht nur in Brandenburg. Besonders gut angekommen ist die Kampagne allerdings bisher nicht.  

Mit sechs Plakatmotiven startet Brandenburg diese Woche seine neue Landesmarketingkampagne. "Brandenburg. Es kann so einfach sein" - unter diesem Motto solle das Land als naturnahe, liebenswerte Region zum Leben bekannter gemacht und Sehnsucht nach dem Land zwischen Elbe und Oder geweckt werden, hieß es am Montag bei der Präsentation. Mit den Motiven werde auf den Punkt gebracht, was Brandenburg ausmache, sagte Staatssekretär Thomas Kralinski, Chef der Staatskanzlei.

Zielpublikum seien Brandenburger und Zugezogene. Mehr Menschen solle Lust gemacht werden, in Brandenburg eine Heimat zu finden. Auch sollen Einheimische stolz auf ihr Land sein. Ein Plakat zeigt beispielsweise einen märkischen See und hat die Aufschrift "Schön, wenn man da zu Hause ist, wo andere nur am Wochenende hinkönnen".   

Plakate auch in Berlin

Insgesamt 500 Flächen sind geplant. Zunächst sollen ab Dienstag Plakate im Süden des Landes geklebt werden, bis Freitag soll die Aktion dann im Norden angekommen sein. Besonders konzentriere man sich auf Orte wie den Speckgürtel oder das Umfeld touristischer Attraktionen, so etwa am Tropical Islands oder im Spreewald, heißt es in einer Mitteilung der Staatskanzlei Brandenburg. Auch Orte mit hohem Zuzug sollen im Fokus stehen.

In der kommenden Woche sollen auch in Berlin Plakate geklebt werden. Die Hauptstadt solle eine zentrale Rolle in der Kampagne spielen, hieß es aus der Staatskanzlei. "Die Hälfte der Hauptstädter könne sich theoretisch vorstellen, hierher zu ziehen", so Staatssekretär Kralinski. "Wir wollen den Gedanken stärken, dass man auch etwas weiter draußen leben kann." Deshalb werde ein Fünftel der Plakatierungskosten für den Kampagnenstart in Berlin ausgegeben - und an zentralen Orten und an Ausfallstraßen geworben.

Eine große Rolle spielt Berlin auch in einem Teaser-Film für die neue Image-Kampagne. Er wurde im März veröffentlicht und setzt explizit auf den Gegensatz zwischen der Bundeshauptstadt und Brandenburg: Dem hektischen Treiben in einem grauen Berlin wird Brandenburg als entspannte und idyllische Alternative gegenübergestellt. 

Nach dem Kleben der Plakate setze man vor allem auf "Guerilla-Aktionen", sagte Kralinski jetzt. Damit wolle man im Internet, den sozialen Medien und an einzelnen Orten in Deutschland präsent sein. Mitte Juni soll die Homepage der Kampagne freigeschaltet werden.

Auch die Begrüßungsschilder des Landes an den Autobahnen würden überarbeitet. Bislang stand dort: "Neue Perspektiven entdecken".   

Umfrage: Berlin macht Brandenburg attraktiv

Die Brandenburger Image-Kampagne "Es kann so einfach sein" wurde Mitte Februar erstmals öffentlich. Entwickelt wurde sie von der Werbeagentur Scholz & Friends. Am 1. Mai sollte die Kampagne offiziell starten. In den kommenden drei Jahren sind laut Regierung 3,5 Millionen Euro dafür eingeplant, Brandenburg mit der Kampagne ein neues Image zu verleihen.

Beziehungsweise - überhaupt eines: Im Sommer vergangenen Jahres hatte eine Umfrage ergeben, dass Brandenburg "in der bundesweiten Wahrnehmung wenig präsent" ist und ein "geringes Profil" besitzt. Die Nähe zur Hauptstadt Berlin war demnach der wichtigste Punkt, der ein Leben in Brandenburg attraktiv macht.

Kritisches Echo

Die Plakatmotive und der Slogan hätten "in einem repräsentativen Online-Testing in Brandenburg und ganz Deutschland durchweg ein positives Echo ausgelöst", heißt es zum Start des Plakateklebens aus der Staatskanzlei.

Imagekampagne des Landes Brandenburg "Es kann so einfach sein" (Quelle: Staatskanzlei Brandenburg/de Koekkoek)
| Bild: Staatskanzlei Brandenburg/de Koekkoek

Mitte Februar waren die ersten Reaktionen aus der Bevölkerung in einer Umfrage der rbb-Welle Antenne Brandenburg allerdings überwiegend ablehnend. "Nichtssagend", sagte ein Bürger damals. "Wer Brandenburg nicht kennt, kann sich gar nichts darunter vorstellen", kritisierte eine Frau aus Hohen Neuendorf.

Auch aus der oppositionellen CDU-Landtagsfraktion wurde der Slogan im März als "nichtssagend" kritisiert. Aus den restlichen vier Landtagsfraktion kam damals ebenfalls ein mehrheitlich kritisches Echo.

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Ich bin ein wenig unzufrieden mit der Hertha-Kampagne rund um den Slogan "We try. We fail. We win."
    Könnte man nicht die beiden Slogans gegeneinander austauschen?
    Fällt wahrscheinlich keinem auf und bringt mit etwas Glück auch noch zwei Auslandstouristen nach Brandenburg.

  2. 3.

    Die beste Imagewerbung ist die "Mund zu Mund Propaganda", wenn erfolgreich Politik gemacht wird - dann wollen viele hin - nicht aber wegen der Plakate. Also wertschätzt die Fleißigen, die Lernenden und die still Gebenden. Mit Sicherheit wird der Spruch "es kann so einfach sein" zynisch für Lacher sorgen - denn bis jetzt wurde noch jedes Großprojekt "versenkt". Und eine Werbeagentur hat diesen Spruch "entwickelt" - was für eine Formulierung, ähnlich wie jede kleine intuitive Idee neuerdings ein Konzept ist...

  3. 2.

    Es passt zu Brandenburg eben sehr einfach. Übrigens " RBB bloß nicht langweilen " ist weit aus lachhafter.

  4. 1.

    Also ich finde den Ansatz der Gegenüberstellung des hektischen Berlins mit dem ruhigen Brandenburg gut. Vergleichende Werbung ist doch am effektivsten. An Berlin ist nicht alles das Gelbe vom Ei und ich glaube auch Brandenburg hat etwas zu bieten. Brandenburg ist auf jeden Fall zumindest eine Reise wert.

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