Poller, zum Schutz der Radfahrer, wurden am Kaiser-Wilhelm-Platz in Berlin vorübergehend aufgestellt (Quelle: Twitter/NorbertM)
Audio: Inforadio | 29.05.2018 | Markus Streim | Bild: Twitter/NorbertM

Aktion für sichere Radwege - Unbekannte stellen Poller auf der Kolonnenstraße auf

Das geplante Berliner Mobilitätsgesetz kommt kaum voran. Fahrradaktivisten dauert es offenbar zu lang, bis Radwege endlich sicherer werden: An der Kolonnenstraße in Schöneberg haben Unbekannte daher schonmal selbst Hand angelegt.

Am Radweg auf der Kolonnenstraße in Berlin-Schöneberg haben Unbekannte in der Nacht zu Dienstag Poller aufgestellt. Diese sollen verhindern, dass Autofahrer, die an der Kreuzung zur Hauptstraße rechts abbiegen, auf den rot gekennzeichneten Radweg fahren.

An dieser Kreuzung kam es immer wieder zu Unfällen mit Radfahrern. Im Januar wurde eine Radfahrerin von einem abbiegenden Lkw erfasst und getötet. Nach dem Vorfall wurde die Fahrbahnführung geändert.

Erste Vermutungen, der Bezirk hätte nun auch die Poller aufgestellt, bestätigten sich jedoch nicht. Bezirksstadträtin Christiane Heiss (Bündnis90/Die Grünen) erklärte dem rbb, er gebe Planungen, der Bezirk sei aber noch nicht soweit. Generell wolle man den Radverkehr auf der gesamten Kolonnenstraße sicherer machen und Schutzmaßnahmen einrichten.

Fahrradinitiative für schnelle Einführung des Mobilitätsgesetzes

Stefan Meißner von der Initiative fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg forderte am Dienstag im rbb die schnelle Einführung des Mobilitätsgesetzes, um Radfahrer schnell und effektiv schützen zu können. Die Poller zeigten, dass solche Maßnahmen für Autofahrer und Radler sinnvoll seien. Meißner  kritisierte dabei die SPD: Sie werde ihrem Anspruch eines fortschrittlichen Handelns nicht gerecht, wenn sie das Mobilitätsgesetz behindere.

Mit dem Mobilitätsgesetz will der rot-rot-grüne Senat unter anderem Radwege ausbauen und verbreitern, teils sollen sie baulich vom Autoverkehr getrennt werden. Zudem sollen jährlich 30 unfallträchtige Kreuzungen so umgebaut werden, dass sie sicherer werden.

Die Polizei hat die Poller allerdings inzwischen wieder abgebaut. Zur Begründung hieß, die Polizisten vor Ort hätten sie als zu gefährlich eingestuft. Eine Strafanzeige gegen Unbekannt wurde erstattet.

Hintergrund der Poller-Aktion könnte die am Sonntag in Berlin stattfindende Fahrradsternfahrt sein. Sie gilt als größte Fahrraddemo der Welt. Erwartet werden fast 150.000 Radfahrer.

Poller, zum Schutz der Radfahrer, wurden am Kaiser-Wilhelm-Platz in Berlin vorübergehend aufgestellt (Quelle: Twitter/NorbertM)
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Kommentar

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14 Kommentare

  1. 14.

    Warum stelle ich mir gerade eine große orangefarbene Maus vor? :-DDD

  2. 13.

    ich finde es auch doof, wenn jemand ohne diese Poller auf den Radweg fährt. Die Spuren sind an den Stellen breit genug. Gegen Radfahrer soll man auch nicht fahren. Und die bewegen sich vorher meistens auch noch. Doof finde ich es auch, wenn neben den Radwegen oder Schutzstreifen die Leute außerhalb oder auf den Markierungen parken. Dann sind die leider nutzlos und Radfahrende müssen auf die Auto-Fahrbahn ausweichen. Das finden dann wieder manche Autofahrer doof.
    Und wenn dann noch jemand gegen diese Poller fährt, frage ich mich, ob er oder sie nicht einfach auch nur doof ist...

  3. 12.

    Ich find die Idee an sich gut, aber irgendwie auch doof, wenn einer dagegen fährt. Man muss irgendwie die Kreuzungen an sich umbauen, Von mir aus kann es auch mal Autofreie Tage geben (mit Ausnahmen für Behinderte). Dann merken die (meisten) Leute, wie toll das eigentlich ohne Autos ist.

  4. 11.

    So ein Quatsch!

    Die letzten Radfahrer standen bereits dort und wurden beim Anfahren überfahren.

  5. 10.

    Na, es haette mich ja auch gewundert, wenn nicht vor dem 10. Kommentar wieder einer daher kommt, der sich ganz genau auskennt und sich erlaubt, (Todes-)Opfer pauschal zu Taetern zu machen.

  6. 9.

    Habe selbst da gewohnt und bin oft vorbeigefahren mit Fahrrad. Da ist genug Platz und es ist sicher da zu fahren, so wie es ist. Man muss als Fahrradfahrer nur mal seine Augen auf machen und vorausschauend fahren. Wenn da die Idioten den Berg runterknallen und sehen, dass ein LKW abbiegt und sie trotzdem auf ihr Fahrradfahrerrecht pochen, wie ich es oft erlebt hab, dann kann man nur sagen, dass man Lust hat im als Pflegefall zu Enden oder gar zu sterben.

  7. 8.

    Ich fürchte die Bremser sitzen in den Amtsstuben, hier Tiefbauämter.

    Frei nach J.E. Hoover, der gesagt haben soll: "Mir ist egal, wer unter mir Präsident ist." ;-)

  8. 7.

    Ich habe heute morgen das Fahrrad stehen lassen müssen und bin zu Fuß und dann mit der U-Bahn meiner Wege gegangen. Ein Radweg quert den Fußweg an der verkehrsberuhigten Einfahrt zur Seestraße. Aber kein Rad, sondern ein Auto schießt an mir vorbei. Völlig verblüfft bleibe ich stehen, weitere Autos folgen und FußgängerInnen schimpfen. Den Autofahrern ist es auf der Seestraße durch Bauarbeiten zu voll. Da fahren sie durch den verkehrsberuhigten Bereich, ist doch klar, nicht wahr? Die Seestraße ist noch voller, alles staut. Die FußgängerInnen haben Grün und können die Straße nicht überqueren, weil Laster, Busse, PKWs die Straße einfach dicht machen. Vielen Dank für so viel Rücksichtnahme.

  9. 6.

    @ 4: Was muss man denn gelernt haben, um eine politische Tätigkeit sinnvoll ausfüllen zu können? Jurist, wie geschätzt 2/3 der Politkaste? Oder eine andere Ausbildung, die das Leben aus der Theorie betrachtet?
    Auf welcher konkreten Grundlage lasten Sie, Hr. A., denn Hrn Kirchner an, dass es mit dem Mobilitätsgesetz so schleppend vorangeht? Welche Rolle spielt da z.B. die SPD, die vergangene Woche die abschliessenden Beratungen dazu im Verkehrsausschuss verschoben hat?

  10. 5.

    @ 2: Gute Idee! Es lebe die autogerechte Stadt 3.0! Damit weiterhin jeder, der Lust und Geld hat, alleine 800 kg Plaste, Blech und vier Sitze fahren bzw überall abstellen kann, hauen wir alles weg, was nicht dem Verkehrsfluss dient. Straßen als Lebensraum sind was für Spinner und Hippies.

  11. 4.

    Der Staatssekretär für Verkehr ist gelernter Tischler. Noch Fragen? In Berlin geht alles ...

  12. 3.

    Interessant ist ja auch, dass die rote Farbe nach etwas mehr als 3 Monaten schon wieder so großflächig abgeht.
    Soll die vielleicht nur so lange halten, bis sich die Gemüter beruhigt haben? Ein Schelm, wer böses denkt...

  13. 2.

    Platz ist genug für alle Verkehrsteilnehmer. Man muss nur sehr viel Geld in die Hand nehmen, die Straßen umbauen. Dann muss man weder auf Fahrspuren, Parkstreifen oder einen sicheren Fahrradweg verzichten. Höchstens beseitigt man die unsinnigen Mittelstreifen, die sowieso nicht gepflegt werden oder macht die extrem breiten Gehwege etwas schmaler. Das tut nicht weh. Wichtig ist aber, dass dann die Benutzung der Radwege gesetzlich vorgeschrieben und überwacht wird

  14. 1.

    Tolle Aktion. Als der R2G Senat seine Arbeit aufnahm, freute ich mich bereits darüber, daß es in Berlin Fahrradstraßen und auch Fahrradhighways geben wird. Innovative Lösungen für Fahrradfahrer wie in anderen Metropolen. Auch im Sinne der Autofahrer. Stattdessen gibt es lächerliche Markierungen auf der Strasse, die den Konflikt zwischen Radfahrern und Autofahrern nur noch verschärfen und jede Verkehrssituation unübersichtlich machen. Hauptsache immer schön billig. Wer plant denn solchen Mist. Das in Berlin nicht viel vorangeht, ist ja schon lange bekannt, aber das dieser unfähige Senat nicht mal in der Lage ist vernünftige Fahrradwege zu schaffen, ist einfach nur peinlich.

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