Studentenstreik (Quelle rbb)
Bild: rbb

Audimax besetzt - TU Berlin appelliert an streikende studentische Mitarbeiter

Im Streit um eine bessere Bezahlung für studentische Beschäftigte an den Berliner Hochschulen haben Studenten das Audimax der Technischen Universität besetzt. Hunderte Studierende und Beschäftigte hätten eine "Streikzentrale" im Audimax eröffnet, twitterte der Studierendenausschuss AStA der TU am Mittwochabend. Seit dem 4. Juni streiken die studentischen Hilfskräfte der Berliner Hochschulen, rund 400 Lehrveranstaltungen sind seitdem ausgefallen.

Die TU appellierte an die Streikenden, ihre Aktionen wie die Besetzung des größten Hörsaals der Uni zu überdenken, um den Semesterabschluss der Studenten nicht zu gefährden, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag hieß.

Die TU halte eine Erhöhung des Lohn für gerechtfertigt und zahle deshalb seit Januar den studentischen Beschäftigten 12,50 Euro, damit befinde sich die Universität "deutschlandweit im absoluten Spitzenfeld der Bezahlung von studentischen Beschäftigten". Derzeit bekommen die studentischen Mitarbeiter in Berlin 10,98 Euro in der Stunde.

Studenten fordern 14 Euro Stundenlohn

Zudem verwies die Technische Universität auf das Angebot der Arbeitgeberseite, das seit Ende Mai den Gewerkschaften Verdi und GEW vorliege. Demnach bietet der Kommunale Arbeitgeberverband eine Lohnsteigerung um 18 Prozent inklusive weiterer jährlicher Erhöhungen. Das bedeute in einem ersten Schritt eine Erhöhung auf 12,13 Euro, bis 2023 soll der Lohn auf 13,04 Euro steigen. Auch sollen die Urlaubstage von 25 auf 30 erhöht werden. Zudem soll im Krankheitsfall das Entgelt künftig zehn statt nur sechs Wochen fortgezahlt werden.

Die studentischen Beschäftigten der Berliner Hochschulen haben – mit Ausnahme der TU – seit 17 Jahren keine Lohnerhöhung mehr bekommen. Sie fordern unter anderem eine Erhöhung des Stundenlohns auf 14 Euro und eine dynamische Anpassung an die Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst. Die geforderte Lohnerhöhung entspreche lediglich dem Inflationsausgleich seit 2001, erklärte die Gewerkschaft Verdi.

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1 Kommentar

  1. 1.


    "Demnach bietet der Kommunale Arbeitgeberverband eine Lohnsteigerung um 18 Prozent inklusive weiterer jährlicher Erhöhungen."

    Das ist rechnerisch falsch. Die 18 % Lohnsteigerung beziehen sich bereits auf 2023 mit den jährlichen Erhöhungen bis dahin eingeschlossen. Es ist daher falsch, von weiteren jährlichen Erhöhungen zu sprechen. Aus dem Brief des Präsidenten der TU, aus dem dies entnommen wurde, ist der Sachverhalt auch irreführend dargestellt. Hier hätte man besser einmal nachgerechnet.

    "Hunderte Studierende und Beschäftigte hätten eine "Streikzentrale" im Audimax eröffnet"

    Die Audimax-Besetzung ist eine Aktion links-gerichteter Studenten, die den Streik der studentisch Beschäftigten nur als Aufhänger für einen allgemeinen Protest missbraucht haben. Ich, ebenfalls streikend, distanziere mich von solchen Blockadeaktionen. Tatsächlich beteiligt sich nur eine kleine Minderheit der studentisch Beschäftigten daran.

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