"March for a new Europe" in Berlin am 23.06.2018
Video: rbb|24 | 23.06.2018 | Bild: rbb/Tobias Goltz

Berlin-Mitte - Demo gegen "europafeindlichen Nationalismus"

Zum zweiten Jahrestag des Brexit-Referendums sind in Berlin-Mitte rund tausend Menschen bei der Demonstration "March for a new Europe" auf die Straße gegangen. "Wir fordern ein Europa der Demokratie, Nachhaltigkeit und Solidarität", sagte Organisator Sören Brandes am Samstagmittag. Die Demonstration richte sich gegen "europafeindlichen Nationalismus". Die europäische Einheit sei in Gefahr.

Das Bündnis aus 45 Organisationen, Gewerkschaften und Parteien zog vom Bahnhof Friedrichstraße zunächst zur Britischen Botschaft zu einer Zwischenkundgebung. Auf Transparenten wurden Slogans gezeigt wie "Grünes Europa statt braunes Deutschland", "Weg mit der Nation, rein in die Union" und "Unser Europa - demokratisch, sozial, grenzenlos". Für den Nachmittag war eine Schlusskundgebung am Bebelplatz geplant.

Unter dem Motto "March for a new Europe" liefen europaweit zeitgleich ähnliche Demonstrationen in Städten wie Köln, München, Lissabon und Kopenhagen. "In Berlin verläuft alles friedlich", sagte ein Polizeisprecher am Samstagmittag.

Sendung: Abendschau, 23.06.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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8 Kommentare

  1. 8.

    Ich unterscheide nicht "gute Linke" und "böse Rechte" da das abgrundtiefer Schwachsinn wäre.

    Ich bezog mich auf Europa, also ist ihr Vergleich mit Stalin, Mao usw. mehr als hinkend. In Chile hungerten die Leute nicht wegen Allende, das ist eine böswillige Unterstellung, die hier klarzustellen zu weit führen würde. Fragen sie mal die CIA. Aber daran sieht man schon auf was es ihnen ankommt. Auch das Beispiel mit Orban zeigt es.

    Das Wiedererstarken der Nationalisten in Europa sollten bei uns allen Alarmglocken auslösen. Nationalisten haben zu den beiden größten Katatastrophen der Menschheitgeschichte geführt.

    Ihr Aufrechnen von Toten ist einfach nur ...

  2. 7.

    Die Machtkonzentration, die das EU-Parlament und die EU-Kommission immer mehr erschaffen, ist einer der Gründe, warum die Unzufriedenheit in der EU beständig zunimmt. Bürgerfeindliche Gesetze, wie das von Ihnen genannte, sind Ausdruck davon. Tatsache ist doch, dass die Völker der EU völlig verschiedene Traditionen, Vorstellungen und auch wirtschaftliche Voraussetzungen haben. Dessen wird eine Zentralregierung meiner Meinung nach nie gerecht werden können, sondern birgt die Gefahr, die EU wieder auseinander zu treiben. Der Brexit war ein Warnsignal, das in Brüssel keiner wahr haben will. Im Gegenteil, man versucht, nochmal nachzutreten - zum Schaden aller. Die EU als EWG hat sich bewährt, Schengen war ein Befreiungsschlag für Europa. Eine weitere Machtkonzentration in Brüssel wird das alles wieder zunichte machen. Das Schlimmste wäre, wenn das dann unfriedlich verläuft. Das Scheitern von Jugoslawien damals sollte Warnung genug gewesen sein.

  3. 6.

    "Die Rechten haben noch nie Lösungen hervorgebracht, sie haben immer nur großes Leid verursacht, mit Millionen Toten. Nationalismus hat noch nie etwas Gutes hervorgebracht".

    Die Unterteilung in "guten Linken" und "schlechten Rechten" sollte endlich überwunden werden. Stalins Säuberungen haben annähernd 9 Millionen Menschen das Leben gekostet. Mao Zedong hat sein Volk um 76 Millionen reduziert. Das waren nun sicher keine Rechte.
    Und wer erinnert sich noch der Kult um Allende? Sein Sturz war Unrecht, aber man sollte dennoch nicht aus dem Auge verlieren, dass während seiner Regierungszeit der Escudo eine Inflationsrate von 140% hatte, und die Kinder der Arbeiter verhungerten. Auch Misswirtschaft ist ein Verbrechen.
    Der vielgescholtene Orban kann mit hohem Wirtschaftswachstum punkten, und die Familienpolitik in Ungarn ist beispielhaft. Die ganze Jahre Rot-Grüner Regierung haben für die deutsche Familien kaum einen spürbaren Vorteil gebracht. All das gibt es zu bedenken.

  4. 5.

    Wirtschaftlich ist so ein EU-Austritt ein Rückschritt, das sieht man ja jetzt bei den Briten. Demokratisch fragwürdig ist aber, wenn im nationalen Parlament ein Gesetz nicht durchkommt, und es dann einfach auf EU-Ebene nochmal versucht wird. Wie jetzt gerade die Konservativen und Rechten im EU-Parlament mit dem sogenannten "Leistungsschutzrecht". Doepfner (Springer) und Voss (CDU) machen gerade das Internet kaputt! Also: endlich mal demokratisieren diese Union. 2007 ist da ja schon einiges passiert, mehr Rechte für das EU-Parlament usw., aber das reicht noch nicht. Nicht wenn man sich anschaut wie die CDU damit umgeht.

  5. 4.

    Sitzen ein Bankster, ein Hartz IV Empfänger und ein Flüchtling an einem Tisch.
    Auf dem Tisch liegen 10 Kekse.
    Sofort greift sich der Bankster 9 Kekse und sagt zu dem Hartz IV Empfänger: "Pass auf! Der Flüchtling will dir deinen Keks wegnehmen!"

    Nicht wirklich lustig oder? Kommt der Realität erschreckend nahe?

    Die Rechten haben überall auf der Welt regen Zuspruch weil sie den Menschen vermeintlich einfache Lösungen für komplexe Themen anbieten. In Ungarn und Polen, in den USA. Gerade die USA, das Einwanderungsland schlechthin.

    Die Rechten haben noch nie Lösungen hervorgebracht, sie haben immer nur großes Leid verursacht, mit Millionen Toten. Nationalismus hat noch nie etwas Gutes hervorgebracht.

    Man kann Europa, die EU mit ihren Regulierungswahnsinn verurteilen, noch haben wir auch kein Europa der Menschen, sondern ein Europa der Großkonzerne. Das ist der Geburtsfehler der EU. EWG. Den gilt es zu überwinden.

  6. 3.

    Wenn es "abgehängte" Regionen auf dem Land und Problemviertel in den Städten gibt, so lange es prekäre Arbeitsverhältnisse und Arbeitslosigkeit gibt, solange wird mit der Losung: Alle können herkommen! zumindest bei den Betroffenen kein Wahlkampf zu gewinnen sein. Wahrscheinlicher ist dann das Abwandern zu den Nichtwählern oder zur AfD. Da die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht, werden sich wohl mehr Menschen von Europa abwenden.

    Ich will die Rechten nicht legitimieren, aber es gibt echte soziale Probleme, die man nicht einfach wegwischen kann. Man kann nicht jede Raubtierkapitalismus-Politik mit "Wettbewebsfähigkeit" legitimieren und sich dann wundern, was für unerwünschte oder eben auch erwünschte Nebeneffekte wie Armut und Vereinsamung dabei herauskommen.

    Der Nährboden für die Rechten ist immer das diffuse Gefühl irgendwie benachteiligt zu werden. Und das nicht erst seit gestern. Europaweit Millionen von Zuwanderern, das sind Zahlen, die verunsichern.

  7. 2.

    Man könnte ja fast meinen, der Begriff "Europa" ist von interessierten Gruppen gepachtet worden. Bei Merkel heißt es ja auch, scheiert Merkel, scheitert Europa.

    Jetzt lese ich gerade, der Österreichische Verteidigungsminister fordert zum Schutz der europäischen Außengrenzen künftig auch EU-Soldaten einzusetzen. Gehört Österreich jetzt nicht mehr zu Europa?
    Von die Visigrad-Staaten, die strikt dagegen sind, Migranten bei sich anzusiedeln will ich garnicht reden. In Ungarn hat das Parlament mit überwältigender Mehrheit ein striktes Verbot von migrantischen Massenansiedelungen beschlossen. Gehörend die alle nicht mehr zu "Europa"?

    Merkel ist gerade an Italien krachend damit gescheitert, ein von ihr vorformuliertes Schlussdokument ihrer Vorstellungen den anderen Staaten überzuhelfen. Vielleicht gehört dann Merkel nicht mehr zu Europa.

    17:43

  8. 1.

    Tausend Teilnehmer bei einer Demo von 45 Organisationen könnte ein Zeichen dafür sein,wie relevant das Thema für die Deutschen ist.

    Wenn sich die Demo gegen "europafeindlichen Nationalismus" wendet,könnte man die Demo doch auch als "deutschlandfeindlich" betiteln,oder? Bei anderen Demos wird ja auch gerne mal ein wertendes Prädikat vergeben. Die erwähnten Transparente würden eine solche Wertung jedenfalls legitimieren.

    Wahrscheinlich verwechselt der Organisator Europa mit der EU,denn "europafeindlichen Nationalismus" kann ich nicht erkennen,schließlich treffen sich ja sogar die europäischen rechten Kräfte untereinander. Allerdings ist er mit diesem Fehler nicht alleine,denn EU und Europa wird ja selbst von den Medien ständig durcheinander gebracht.

    Der übliche Verweis auf eine friedliche Demo darf natürlich nicht fehlen. Auch wenn er völlig unnütz ist,wenn man Demos nicht per se diffamieren will.

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