Die Straßen rund um den Großen Stern an der Siegessäule sind am 26.6.2018 gelblich gefärbt. Aktivisten der Umweltschutz-Organisation Greenpeace trugen rund um den Großen Stern an der Siegessäule ökologisch abbaubare und -waschbare Farbe auf. Mit dem Farbprotest unter dem Motto "Sonne statt Kohle" protestieren sie gegen die Sitzung der Kohlekommission. (Bild:dpa/Paul Zinken)
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Video: rbb24 | 26.06.2018 |Vanessa Klüber | Bild: dpa/Paul Zinken

CDU: "Unglaubliche Schweinerei" - Greenpeace verteidigt umstrittene Aktion am Großen Stern

Greenpeace hat am Morgen rund um die Berliner Siegessäule 3.500 Liter gelbe Farbe verteilt. Die Klimaschutz-Aktion hat Polizei und BSR auf den Plan gerufen und viele Autofahrer genervt. Dennoch meinen die Umweltschützer: Es war den Aufwand wert.

Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven hat die umstrittene Aktion an der Berliner Siegessäule gegen Kritik verteidigt. "Unserer Meinung nach haben wir ein richtig gutes Bild dazu geschaffen, dass die Kohle-Kommission jetzt startet und auch dafür, dass es eine Möglichkeit gibt, Kohle-Verstromung zu beenden", sagte von Lieven am Dienstag im rbb-Inforadio. "Und das ist den Aufwand auf jeden Fall wert gewesen."

Greenpeace-Aktivisten hatten den Großen Stern am Morgen mit 3.500 Litern gelber Farbe so gefärbt - aus der Luft sollte das Straßennetz wie eine Sonne aussehen, hieß es. Anlass der Aktion war das erste Treffen der Kohlekommission der Bundesregierung am Dienstag.  

Ermittlungen: Verdacht auf gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr

Nach eigenen Angaben verwendeten die Aktivisten für ihre Aktion ökologisch abwaschbare und umweltfreundliche Farbe. Die Polizei nahm vor Ort die Personalien von etwa 15 Greenpeace-Aktivisten auf und ermittelt nun unter anderem wegen des Verdachts auf gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Der verkehrspolitische Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, Oliver Friederici, sprach von einer "unglaublichen Schweinerei". Greenpeace müsse für die Reinigung sowie für alle weiteren Konsequenzen aufkommen und sich bei den Berlinern entschuldigen.
 

Gelbe Straße um die Siegessäule (Foto:rbb|24/Vanessa Klüber)
Bei der Farbe soll es sich um ein selbstgemachtes Gemisch aus Zellulose und dem Mineral Spinell handeln | Bild: rbb|24/Vanessa Klüber

Stundenlanger Einsatz der BSR

An der Siegessäule kam es wegen der Farbe und den Reinigungsarbeiten zu Verkehrsbehinderungen. Bis zum Nachmittag ging es dort nur im Schritttempo voran.  

Mittlerweile sind die Reinigungsarbeiten der BSR abgeschlossen.  Die Stadtreinigung war stundenlang im Einsatz - zunächst mit drei Spülwagen und fünf Kehrmaschinen. Im Laufe des Tages wurde die Zahl der Kehrmaschinen auf acht aufgestockt. Die Mitarbeiter fuhren laut einem Sprecher mehrere Durchgänge, um die Farbe zu entfernen. Die Kosten für die Reinigung müsse der Verursacher tragen, so ein BSR-Sprecher.

Kritik in sozialen Netzwerken

Zahlreiche Twitter-Nutzer hatten die Greenpeace-Aktion kritisiert, u.a. weil durch die gelbe Farbe Fahrbahnmarkierungen verdeckt würden. Ein Sprecher von Greenpeace erklärte dazu auf Nachfrage von rbb|24, die Farbe sei "wie Wasser" und damit nicht anders als Regen. Es soll sich um ein selbst angerührtes Gemisch aus Zellulose und dem Mineral Spinell handeln. Der Greenpeace-Sprecher behauptete, viele Autofahrer "und vor allem Radfahrer" hätten am Großen Stern am Morgen ihre Zustimmung signalisiert.

Ein Reporter des "Tagesspiegel" berichtete auf Twitter von einer Radfahrerin, die auf der gelben Farbe ausgerutscht sei. Sie hat laut Polizei allerdings keine Anzeige erstattet.

Woidke wenig beeindruckt

Der Ministerpräsident von Brandenburg Dietmar Woidke (SPD) erklärte zur Greenpeace-Aktion im Interview mit der rbb-Welle Radioeins: "Greenpeace ist Greenpeace." Die Umweltschützer seien "nicht die obersten Experten für die Entwicklung der Region, auch nicht der Lausitz."

Kommentar

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123 Kommentare

  1. 123.

    Das ist keine "geniale Aktion" sondern eine dumme Aktion, die das Gegenteils ihres Zieles - Spendengenerierung - erreicht. Daß es Greenpeace mehr um Spenden als um die Umwelt geht, weiß man spätestens seit Brent Spar. Und warum jetzt ausgerechnet Unbeteiligte den Schaden hinnehmen sollen, bleibt Ihr Geheimnis. So etwas verstehen wohl nur Ideologen.

  2. 122.

    Die Verkehrsteilnehmer, die hier einen "Schaden" reklamieren, sollten das mal ganz in Ruhe abwägen gegen die wirklichen Schäden, die der Braunkohleabbau verursacht.
    Für mich eine geniale Aktion, die in ihrer Brisanz das ganze Problem prägnant in das Bewußtsein aller Berliner, aller Deutschen und aller Touristen rückt.

  3. 121.

    ......Da ich ich „im“ schönen Wannsee wohne mache ich dort fast alles mit dem Rad. Spricht Bände. Also benutzen Sie nicht täglich den Innenstadtbereich. Sicherlich schon gar nicht bei Wetterwechsel.
    Ich tu nicht nur so, sondern spreche aus eigener Erfahrung, was das Radfahren bei Wind und Wetter anbelangt. Im übrigen habe ich den Beruf Maler und Lackierer mit Gesellenprüfung gemacht und weiß daher sehr wohl um welch eine Farbe es sich hier handelt. Abwaschbare Farbe. Diese wäre auch bei Regen wieder verschwunden. Das die BSR angefordert wurde ist ja auch korrekt, wäre aber nicht nötig gewesen, da diese von der Polizei angefordert wurde. Nun dürfen Sie sich wieder auf ihr Rad schwingen und durch gepflegte Straßen fahren.

  4. 120.

    Da ich im schönen Wannsee wohne mache ich dort fast alles mit dem Rad.
    Tun Sie bitte nicht so, als ob schmierige Farbe auf Asphalt nicht die Gefahr zu stürzen um ein Vielfaches erhöht. Eine vom Regen nasse Fahrbahn ist nichts dagegen.
    Die Ökotypen habe ja nicht umsonst selbst gewarnt.
    Und: nicht Starkregen sondern die BSR hat den Dreck entfernt. Ich bin heute dort langgefahren und es sie haben gute Arbeit geleistet, mit Steuergeldern. Nur zur Info: Seither hat es nicht geregnet.
    Ende der Durchsage !

  5. 119.

    Fahren Sie überhaupt mit dem Zweirad? Wenn ja sollten Sie auch wissen, das man immer auch mal vom Rad stürzen kann. Oftmals reicht da schon ein regennasser Boden oder im Herbst wenn die Blätter herumliegen. Geschlossene Gullydeckel können dann zur Rutschpartie führen. Diese, wie auch immer geartete Aktion ist mit dem nächsten Starkregen auch wieder verschwunden. Ende der Durchsage.

  6. 118.

    Na und ?! Dann war es eben nur eine Radfahrerin. Es ist eine zu viel bei dieser schwachsinnigen Aktion. Und ob diese Anzeige erstattet hat können Sie kaum wissen.
    Aber sie als linkradikaler Demagoge werden dafür auch Ihre eigene Wahrheit haben.

  7. 116.

    Fake News vom feinsten. Es war genau EINE Radfahrerin die gestürzt ist. Und die hat noch nicht einmal eine Anzeige erstattet.

    Aber erzählen sie weiter...ich besorge schon mal das Popcorn.

  8. 113.

    Sie haben gut daran getan, diese Weltverbesserer anzuzeigen. Es kann doch nicht sein, dass wir unter deren Diktat leben muss.

  9. 111.

    >Warum muss man denn seine Meinung mit "Meine Meinung" anmoderieren ?

    Weil es ungeachtet der Postings hier eben meine Meinung ist - Punkt.

    >Ich hoffe doch, dass Sie grundsätzlich keine fremden Meinungen hier transportieren ?

    Weder "grundsätzlich" noch "tatsächlich". Würde sonst hier "meine Meinung" stehen?

    >Gut gedacht ist eben das Gegenteil von gut gemacht....

    Tja ... und wer lesen kann, ist im Vorteil.
    Leg' dich wieder hin.

  10. 110.

    Im Übrigen habe ich heute Greenpeace angezeigt: wegen Sachbeschädigung und zum Schadenersatz.
    Fahrzeugreinigung innen wie außen (Kostenvoranschlag ca. 350 EUR)und Reinigung von Hose (ca. 9,00 EUR) und Schuhe (ca. 12,00 EUR, Verdienstausfall (ca. 120 EUR). Summa sommarum: 500 EUR. Man hat nichts zu verschenken.
    Ich würde dieses Prozedere Jeden empfehlen, der durch die hirnrissige Aktion von Greenpeace geschädigt wurde.
    Vorläufiges Az.: 270620181469A364

  11. 109.

    Immer wieder lustig, wie sich die Deutschen von der staatlich verordneten Klimaideologie veralbern lassen. Die Deutschen glauben alles! Hauptsache politisch korrekt! Hoffentlich werden diese asozialen Greenpeace-Spinner ordentlich zur Kasse gebeten und zur Arbeit verurteilt, anstatt vom Geld anderer Leute zu leben.

  12. 108.

    OMG! Bei jeder (unfreiwilligen) Autowäsche* gelangt mehr Dreck und Gifte in die Kanalisation, mal von dem Dreck nach einem heftigen Regenguss mal ganz abgesehen.

    *Regenfahrt

  13. 107.

    Nun kommen sie mal wieder runter...

    Schadensersatz bei wasserlöslicher Farbe? Das erklärt auch warum die Polizei die Flut der Anzeigen nicht mehr bearbeiten kann oder wie?

    Und wenn GP "linksradikal" ist was sind sie dann?

  14. 106.

    Jeder kann ja seine, wenn auch noch so ideologisierte, Meinung vertreten. Aber dafür den Namen einer respektablen Widerstandsorganisation gegen das Dritte Reich zu missbrauchen...… dafür sollte man sich schämen.

  15. 105.

    https://amp.tagesspiegel.de/wissen/berlin-tiergarten-greenpeace-protestiert-mit-farbstoff-der-nicht-in-die-kanalisation-gehoert/22736434.html

    Der gelbe Farbstoff der Greenpeaceaktivisten gehört nicht in die Kanalisation etc.

  16. 104.

    Volle Zustimmung !
    Ich hoffe der Rechtsstaat hat auch mal den Arsch in der Hose und schickt dem Verein, genannt Greenpeace, eine gepfefferte Rechnung.
    Ich hoffe auch auf viele Anzeigen von den betroffenen Verkehrsteilnehmern, besonders von den gestürzten Radfahrern

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