Aktivisten der Umweltschutz-Organisation Greenpeace tragen rund um den Großen Stern an der Siegessäule Farbe auf. Mit dem Farbprotest unter dem Motto "Sonne statt Kohle" protestieren sie gegen die Sitzung der Kohlekommission. (Quelle: Paul Zinken/dpa)
Audio: Inforadio | 28.06.2018 | Michael Müller | Bild: dpa/Zinken

Nach Farbaktion am Großen Stern - Greenpeace soll mindestens 15.000 Euro fürs Reinigen zahlen

Nach der Aktion mit gelber Farbe an der Siegessäule in Berlin bekommt Greenpeace jetzt die Rechnung: Die Umweltschutzorganisation soll mindestens 15.000 Euro dafür zahlen, dass die Straße wieder gesäubert wurde. Und Berlins Regierender ist "not amused" über die Aktion.

Für die Reinigungsaktion nach der Greenpeace-Protestaktion mit gelber Farbe an der Siegessäule haben die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) Kosten von voraussichtlich mehr als 15.000 Euro veranschlagt. Vier Spülwagen und acht Kehrmaschinen hätten über Stunden die Farbe von den Fahrbahnen beseitigt, teilte BSR-Sprecher Sebastian Harnisch am Donnerstag mit. Dabei seien rund 135.000 Liter Wasser verbraucht worden. 17 Mitarbeiter seien Einsatz gewesen. "Die Kosten werden wir dem Verursacher in Rechnung stellen."

Mehrere Reinigungsvorgänge waren nötig

Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace hatten am Dienstag auf dem mehrspurigen Kreisverkehr mit fünf Ausfahrten 3.500 Liter gelbe Farbe verteilt. Aus der Luft sollte so das Bild einer Sonne entstehen - als "strahlendes Symbol für die Energiewende". Anlass der Aktion war das erste Treffen der Kohlekommission der Bundesregierung.

Mehrere Reinigungsdurchgänge seien nötig gewesen, um die Farbe von der Straße zu bekommen, so der BSR-Sprecher. Es sei für die BSR eine zusätzliche Herausforderung an dem Tag gewesen. "Unsere Einsatzkräfte haben einen klasse Job gemacht."

Farbe soll entsorgt werden

Das von den Kehrmaschinen aufgesaugte Farb-Wasser-Gemisch wurde in so genannten Entwässerungscontainern gesammelt, es soll nun von einer Spezialfirma entsorgt werden. "Wir können keine Analyse der Farbe vornehmen", so Harnisch. Die Farbe war laut Greenpeace selbst angerührt und ökologisch unbedenklich.

Die BSR sei auf Anordnung der Polizei tätig geworden, betonte Harnisch. Die Polizei ermittelt gegen Greenpeace wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, weil die Aktion nicht angemeldet war. Zudem wird wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung ermittelt.

Berlins Regierungschef kritisiert Greenpeace-Aktion

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müler (SPD) kritisierte die Grenpeace-Aktion. "Es gibt glücklichere Aktionen als diese, die da stattgefunden hat am Großen Stern", sagte Müller am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. "Es ist nicht hinnehmbar, dass mitten in der Stadt so eine Aktion stattfindet und zum Schluss alle Berlinerinnen und Berliner dafür aufkommen müssen", so Müller. Die Behörden würden jetzt prüfen, wie damit juristisch umzugehen sei.  

Die Polizei hatte mitgeteilt, dass diejenigen, deren Kleidung oder Fahrzeuge verschmutzt wurden, Anzeige erstatten könnten. Nach Angaben Müllers gab es Anzeigen - wie er finde, auch nachvollziehbar. Laut Innensenator Andreas Geisel (SPD) gab es auch drei Verkehrsunfälle.

Verkehrssenatorin zeigt Verständnis - das empört die FDP

Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) zeigte mehr Verständnis für die Umweltschützer. Sie sprach im Parlament von einer "spektakulären Aktion". Man müsse schauen, ob die Farbe wirklich umweltfreundlich gewesen sei und ob Menschen gefährdet worden seien. NGOs könnten solche Aktionen durchführen, wenn dadurch die Öffentlichkeit informiert werde und niemand in Gefahr gerate.

Die FDP-Fraktion sprach von einem Freibrief für Anarchie und Sittenverfall. "Ständig wird von diesem Senat jeder Gesetzesbruch in unserer Stadt als notwendiges Übel gefeiert: Applaus für Hausbesetzungen, Verständnis für Öko-Schmierfinken oder Sympathie für Volksbühnen-Randalierer", erklärte Fraktionschef Sebastian Czaja laut einer Mitteilung. Ein funktionierendes Miteinander brauche verlässliche Regeln.

Sendung: Inforadio, 28.06.2018, 15:00 Uhr

Kommentar

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91 Kommentare

  1. 91.

    Wer windet sich denn hier?

    Welche Unfälle gab es denn während der Aktion von GP? Ich bleibe dabei, das passiert dort jeden Tag. Nur wird bei leichten Blechschäden keine Polizei geholt, also tauchen diese Unfälle auch nicht in der Statiskik auf.

    Ihre Diffamierungen laufen ins Leere...

  2. 90.

    Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie oft ich diesen Sketch geschaut habe. Und nein es war keine Idiotische Aktion von GP. Wie ich schon erwähnt hatte, wäre sogar ein dazu passendes Plakat von oben gesehen eine hübsche Werbung obendrein. So sind eben unsere Meinungen völlig unterschiedlich.

  3. 89.

    Ja, "Dinner For One" ist absolut hochkarätig, aber möchten Sie das wirklich täglich? Ich nicht.
    Zum Thema selbst: Mit einer weniger idiotischen Aktion hätte Greenpeace deutlich mehr und vor allem durchweg zustimmende Reaktionen erreichen können. War denen aber offensichtlich zu aufwändig und zu teuer. Mit billiger Farbe die Straße beschmieren war wohl einfacher. Das ist nicht mehr seriös sondern ausschließlich Effekthascherei auf Kosten der Berliner Verkehrsteilnehmer.

  4. 88.

    Was für ein Vergleich. „ Dinner for One“ ist HOCHGLANZLEISTUNG erster Güte. Wenn Sie wenigsten die Olsenbande erwähnt hätten, könnte ich darüber noch lachen. Im übrigen, lieber eine solche Aktion, als gar keine.

  5. 87.

    Es geht doch gar nicht mehr wirklich um die Wahrheit sondern rein um die Verteidigung dieser bescheuerten Aktion. Mit allen Mitteln. Ich finde ja die Versuche, sich dabei aus eigenen Widersprüchen wieder rauszuwinden unglaublich unterhaltsam, Ist aber leider immer wieder dasselbe. Irgendwann so lustig wie jeden Tag "Dinner for One" schauen.

  6. 86.

    Woher haben sie eigentlich ihre Statistik mit den 3 Unfällen pro Tag? Lt. einem Bericht der Berl. Morgenpost vom Feb. 2016 gab es im Jahr 2015 im Bereich großer Stern 275 Unfälle. Das wären dann noch nicht mal einer pro Tag! https://www.morgenpost.de/berlin/article207037203/Wo-Fahrradfahrer-und-Fussgaenger-in-Berlin-gefaehrlich-leben.html
    Wenn sie eine aktuellere Information haben wäre es nett wenn sie diese veröffentlichen würden! Vielen Dank!

  7. 85.

    Was für ein sinnbefreiter und unsachlicher Kommentar. Erst einmal dem Gegenüber Dummheit unterstellen, guter Anfang.

    Am Großen Stern passieren am Tag, speziell zur Rush hour mehr als die drei gemeldeten Unfälle, will sagen ob mit oder ohne GP Aktion knallt es dort mindestens (!) dreimal am Tag.

    Zum Schluß noch das Wort "Umweltstalinisten", womit sie sich für jegliche Diskussion disqualifizieren.

  8. 84.

    War nicht Muttis Erziehung duffte? Hat Sie Ihnen dabei ins Gesicht oder auf die Hose geschaut? Leider hatte ich keine, und so habe ich mir mein Leben selbst zuzuschreiben so wie es ist und das ist auch gut so.
    Umweltstalinisten mimimimimi auch hier nur.

  9. 83.

    " ... ich bin sogar jetzt Mitglied..." Vorher war wohl die Motivation zu gering?
    Ja, wie sagte schon meine Mutter? Das "Jeden Tag steht irgendwo ein Du**er auf".

    *)@IchMeinJaNur - sicher gibt er in der Stadt täglich Blechschäden. Besteht aber ein kausaler Zusammenhang mit der Schmiererei dieser Umwelttruppe, könnte man von einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr sprechen.
    Ich glaube ja, dass sich diese Umweltstalinisten in nächster Zeit ruhig verhalten, um nicht noch mehr Unmut bei ihren Spendern und Finanzieren hervorzurufen.

  10. 82.

    Man kann sich sehr wohl kritisch mit GP auseinandersetzen, das tun sie aber nicht.

    Statt Argumente vorzutragen wird u.a. maßlos übertrieben. So macht man sich unglaubwürdig.

    Da wird von "schmierig-ölig" gefaselt, dann hätten wir mehr Unfälle und sich pirouettendrehende Autos gesehen. Statt Massen von stürzenden Zweiradfahrern muß eine Radfahrerin für den "gefährlichen Eingriff" in den Straßenverkehr herhalten. Die drei Blechschäden, die es gab, die gibt es jeden Tag, mit oder ohne Flüssigkeit.

    Nur eines ist unbestritten, die Aufmerksamkeit die man wollte, die hat man erreicht.

  11. 81.

    Sie unterstellen mir, ich würde mich nicht mit dieser Gruppe Auseinandersetzen. Irrtum, ich bin sogar jetzt Mitglied. Und die Ziele von Greenpeace sind relativ einfach: soviel Menschen wie nur möglich auf die Missachtung von Mensch und Natur aufmerksam zu machen. Dazu gehören auch solche Aktionen. Ich bedaure das es kein Plakat gibt von oben gezeigt auf die Siegessäule, von mir aus retuschiert ohne fließenden Verkehr drumrum.
    Den Rest erspare ich mir, habe schon genug hierzu geschrieben. Darum gehe ich gerne mit dem Post von @ Find ich gut.

  12. 80.

    Vielleicht sollten Sie sich mal mit dieser Gruppierung "Greenpeace" auseinander setzen, was sie für Ziele haben und wie sie diese erreichen wollen.
    Sicherlich ist das nicht nur das "bibbern einer kleinen Gruppe vor Angst", wenn man weiß, mit wem man sich zusammen setzt und gar spendet.
    Letztlich ist es Ihr Geld, mit dem Sie "Millionen von Menschen aufmerksam" machen wollen.
    Darum gehe ich mit dem Post von @Zorni dacor.

  13. 78.

    Mimimi alle hier...... Fast alle, nur das kleine Gallische Völkchen der Greenpeaceunterstützer hat sich dem mimimi nicht unterworfen, klasse, weiter so.
    Greenpeace?
    Finde ich gut.......

    Und jetzt: Mimimi, bitte weiterbashen und die Gallier zum Lachen bringen.

  14. 77.

    Das Kompliment kann ich sogar zurückgeben! Nur folgt dem Lachen meist ein Kopfschütteln...

    Meistens dann wenn ihnen die Argumente ausgegangen sind wie hier oder gänzlich fehlen.

  15. 75.

    "Überraschung, es entsteht zunächst ein Schmierfilm."

    Tja, wenn man es mit lesen probiert hätte... Genau das habe ich nämlich geschrieben. Jeder Zweiradfahrer kennt diesen Schmierfilm bei einsetzenden Regen (!), besonders nach langen Trockenperioden. Das hat nichts mit der Farbe zu tun.

    Deswegen wahrscheinlich die Warnschilder. Soviel zu meiner und ihrer Theorie.

    Und wer sich hier ständig weiter demaskiert steht außer Frage. Derjenige der hier die ganze Zeit gegen NGO im allgemeinen und GP im besonderen hetzt. Jeder "Beitrag" von ihnen ist ideologisch motiviert. Und sind die Ausführungen noch so haarsträubend und die Beweislage dünn.

  16. 74.

    Zugegeben, meine Info hierüber ist schon älter. Somit nehme ich geschriebenes zurück. Alles wieder gut oder fehlt da noch was? Und nein, eine Echokammer benötige ich schon gar nicht. Danke der Fürsorge.

  17. 73.

    Da ich vor meiner Haustür Kopfsteinpflaster habe, wünsche ich mir für jeden Stein eine besondere Farbe. Gehen Sie bei Ihrem nächsten Einkauf im Heimwerkermarkt und schauen sich die unterschiedlichen Wandfarben mal etwas genauer an. Jede Wette, die im Sonderangebot sind die mit den meisten „Streckmittel“ ( Industrieabfall)drin. Ein ganz kl. Rest ist das Bindemittel und Pigment. Deshalb ja auch so spottbillig der 10 Litereimer. Erzählen Sie mir nichts von Wandfarben. Bin gelernter M. u.L. Geselle. Jede sehr gute Wandfarbe die obendrein auch noch wischfest ist, hat ihren Preis. Schon wegen des hohen Pigmentanteils. Soviel dazu. Das Reinigen um die Siegessäule herum war pillepalle von der BSR. Wasser drauf und die meiste Arbeit hatten die Kehrer mit ihren Besen(!). Schon mal was von DRUCKSTRAHLREINIGER gehört? Also völlig problemlos. Sind wohl nicht der Heimwerker,oder?

  18. 72.

    Na aus ihrer Echokammer kann es ja nicht stammen, es waren weder rechtspopulistischer, noch neurechter bis rechtsextremer Unsinn in seinem Beitrag.

    Und seit wann ziehen sie und ihresgleichen die "linksgrünversiffte Lügenpresse" heran wenn es darum geht ihr Geschwafel zu untermauern?

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