14.06.2018, Berlin: Mathias Döpfner (l-r), Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks, Thomas Bellut, Intendant des ZDF (Quelle: dpa/Hirschberger)
Audio: Inforadio | 14.06.2018 | Detlef Löschmann | Bild: dpa/Hirschberger

Änderung des Rundfunkstaatsvertrags - Neue Online-Regeln für Öffentlich-Rechtliche

Die Online-Angebote von ARD, ZDF und Deutschlandradio sollen künftig ihren Schwerpunkt in Bewegtbild und Ton haben - darauf haben sich die Ministerpräsidenten der Länder verständigt. Gelockert wird die Verweildauer von Sendungen in den Mediatheken.   

Die Ministerpräsidenten werden die Regeln für die Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland ändern. Das teilte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), als Vorsitzende der Rundfunk-Kommission der Länder in Berlin mit.  

Gemeinsame Schlichtungsstelle für Streitfragen

Demnach sollen die öffentlich-rechtlichen Onlineangebote künftig ihren Schwerpunkt in Bewegtbild und Ton haben, um sich von den Angeboten der Presseverlage zu unterscheiden. Außerdem ist vorgesehen, dass ARD und ZDF ihre Sendungen künftig länger als sieben Tage in ihren Mediatheken anbieten dürfen. Für Streitfragen wird eine gemeinsame Schlichtungsstelle eingerichtet. Nun soll der Rundfunkstaatsvertrag entsprechend geändert werden.

Hintergrund ist ein seit sieben Jahren bestehender Streit zwischen den deutschen Zeitungsverlegern und den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger sieht in den bisherigen Angeboten von ARD, ZDF und Deutschlandradio eine kostenlose, weil gebührenfinanzierte Konkurrenz zu den eigenen Angeboten im Internet.

Wilhelm: Beide Seiten müssen attraktiv präsent sein

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sagte zu der Einigung, beide Seiten müssten in den Telemedien attraktiv präsent sein - das werde durch das neue Gesetz garantiert. Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Zeitungsverleger, Mathias Döpfner, erklärte, die Vereinbarung habe das Potential, das duale System in Deutschland zu stabilisieren.

Sendung: Inforadio, 14.06.2018, 17.00 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Leider hat der rbb meine Anfragen zur Verwendung RUNDFUNKGELDERN für Schadstoffmessungen in der Berliner Luft nie beantwortet. Gab es dazu auch eine Entscheidung?

  2. 3.

    GEZ Medien einfach um den Faktor 10 reduzieren. Das reicht für die informatorische Grundversorgung völlig aus. Dann brauchen sich die Politiker auch keine Sorgen darüber machen, dass der GEZ Schwerpunkt in "Bewegtheit und Ton" zu liegen hat und die Sendungen länger als 7 Tage gespeichert werden sollen.

  3. 2.

    Mehr Ton und Video? Und was ist mit den Hörbehinderten und Gehörlosen? Ich höre sehr schlecht und Nachrichten, z.B. in der Nachrichten-App als Video oder als Tonsendung, wären dann für mich unmöglich zu verstehen. An Hörbehinderte wird, wie so oft, nicht gedacht.

    Das Angebot an Untertitelung müsste außerdem deutlich ausgeweitet werden. Gerade auch in den Mediatheken.

  4. 1.

    Dann werden die Online Angebote für mich uninteressant.

    Enteignet die Presse Verlage. Für freie Information ohne Kapitalisten.

    Informationen sind ein Menschenrecht, keine Ware.

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