Archivbild: Eine Polizeistreife kontrolliert am 23.05.2017 in Berlin am Kottbusser Tor einen mutmaßlichen Drogendealer. (Bild: dpa/Paul Zinken)
Audio: Antenne Brandenburg | 12.06.2018 | Bild: dpa/Paul Zinken

Nur noch acht statt zehn - Berliner Polizei verkürzt Liste der gefährlichen Orte

Zum zweiten Mal hat die Berliner Polizei eine Liste der kriminalitätsbelasteten Orte der Stadt veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahr sind es zwei Orte weniger, dort hat die Kriminalität abgenommen. Allerdings schlagen die Täter häufig woanders zu.

Die Berliner Polizei hat erneut eine Liste von Orten mit besonders viel Kriminalität (kbO) veröffentlicht. Die Liste der sogenannten kriminalitätsbelasteten Orte (kbO) in der Stadt hat sich demnach im Vergleich zum Vorjahr verkleinert. Inzwischen gebe es nur noch acht statt wie bisher zehn derartig definierte Orte, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

Leopoldplatz und Kleiner Tiergarten sind raus

Der Leopoldplatz in Wedding und der Kleine Tiergarten seien von der Liste gestrichen worden, weil die Zahl der dort verübten Straftaten zurückgegangen sei.

Weiter auf der Liste stehen: Alexanderplatz, Schöneberg-Nord (zum Beispiel Nollendorfplatz), Görlitzer Park, Warschauer Brücke, Kottbusser Tor, ein Teil der Hermannstraße, Hermannplatz und ein Teil der Rigaer Straße.

An diesen kriminalitätsbelasteten Orten hat die Polizei mehr Befugnisse. Sie darf etwa ohne konkreten Verdacht einer Straftat Ausweispapiere überprüfen und Personen durchsuchen. Die Durchsuchung von Wohnungen und Gebäuden allerdings ist verdachtsunabhängig nicht möglich. Gleichzeitig ist die Polizei zu verstärkten Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung verpflichtet.

Früher wurden die Orte nicht genannt

Zum ersten Mal hatte die Berliner Polizei diese Liste 2017 veröffentlicht. Zuvor waren die Orte vor allem aus einsatztaktischen Gründen nicht offengelegt. Ihre Zahl lag aber zeitweise bei 20.

Geisel sagte, die Polizei beobachte die Kriminalitätsstatistik genau. Gebe es irgendwo mehr Kriminalität, könnten auch neue Orte auf die Liste kommen. Bekannt ist, dass die zahlreiche Polizeieinsätze etwa am Kottbusser Tor und im Görlitzer Park die Drogenhändler und Taschendiebe zum Teil nur verdrängen. So werden inzwischen mehr Drogen in den Seitenstraßen des Parks verkauft. Auch der S-Bahnhof Yorckstraße in Kreuzberg fiel letztes Jahr durch Drogenhandel verstärkt auf. Offenbar trifft sich dort ein Teil der vom Kottbusser Tor vertriebenen Szene. "Dass die Kriminalität verschwindet, ist sehr unwahrscheinlich", gab auch Geisel zu.

Beim Alexanderplatz sei man durch die dortige neue Polizeiwache, die Polizei-Ermittlungsgruppe "Alex" und die verbesserte Zusammenarbeit von Polizei und Staatsanwälten auf einem guten Weg, sagte Geisel. Es gebe vermehrt Anzeigen und einem Rückgang von Gewalttaten in dem Bereich in Mitte.

Der leitende Oberstaatsanwalt Jörg Raupach sagte, die Strafverfolger seien durch viele Neuorganisationen und die Kooperation mit der Polizei inzwischen "wesentliche Schritte weiter". Gerade konkrete Absprachen mit der Polizei bei der Verfolgung von Wiederholungstätern und Banden ermöglichten bessere Beweissicherungen.

Die angekündigten fünf mobilen Polizeiwachen sollen Ende Juni vorgestellt werden, sagte Geisel. "Die sind dann auf der Straße." Diese Wachen sind kleinere Busse oder Vans, die mit mehreren Polizisten besetzt sind und zeitweise an Orten mit viel Kriminalität aufgestellt werden. Die Polizei will so präsenter sein, als Ansprechpartner für Bürger und zur Abschreckung von Kriminellen. Eigentlich sollten diese Polizeibusse schon im vergangenen Jahr verfügbar sein.

Sendung: Abendschau, 11.06.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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18 Kommentare

  1. 17.

    Es sind nicht nur die Osteuropäer und wir können nicht das Deckmäntelchen des Schweigens und Hinnehmens über alle Flüchtlinge ausbreiten. Es ist Fakt, das ein großer Anteil der Flüchtlinge (ob Osteuropäer, Afrikaner, Araber, etc.) gar nicht hier sein dürften. Es sind hauptsächlich Männer zwischen 18 - 30, die aus Kulturen kommen, die mit unserem nicht vereinbar ist. Es sind Männer, die nicht integriert werden wollen oder können. Es sind Männer, die ein menschen- und besonders frauenverachtendes Verhalten tagtäglich demonstrieren und dafür kaum oder gar nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Die, die wirklich nach Deutschland gekommen sind, um ein neues Leben aufzubauen und ihre Kinder schützen wollen, gehen hierbei leider unter. Sie gehören zur Minderheit und werden mit anderen in einem Topf geschmissen - das ist traurig! Es muß was geschehen, sonst wird die Stimmung in Deutschland vollends kippen und dann wird es richtig häßlich - und davor habe ich richtig Angst!

  2. 16.

    Bedauerlicherweise sind mir diese Zustände längst bekannt und ich stimme Ihnen in allen Punkten zu. Dieses Erscheinungsbild nimmt sehr gravierende Formen an. Zügelloses Verhalten und die damit verbundene Agressivität machen es schwer solchen Menschengruppen entgegenzutreten. Schon deshalb kann und muß hier unsere Polizei sehr rigoros vorgehen. Anders geht das nicht. Notfalls mit Anzeigen. Besonders schlimm finde ich, das es mehr und mehr Osteuropäer sind die sich hier breitmachen und sich ungezwungen dem Gruppenbesäufnis hingeben. Diese Leute sind unberechenbar. Habe neulich erst wieder solch pöbelnden Personenkreis in der S-Bahn erlebt. Aber wie so oft, werden Flüchtlinge gleichgesetzt mit solch Personengruppen.

  3. 15.

    Auch wenn ich die Polizei gerufen hätte, würde es innerhalb von 1-2 Tagen genauso weitergehen. Die Personalien werden (soweit es geht, da große Sprachschwierigkeiten herrschen) aufgenommen, die Personen werden aufgefordert zu gehen, aber sobald die Polizei wieder ins Auto steigt, sind sie wieder da oder versammeln sich 100m weiter. Hier in Deutschland herrscht eine zerstörerische Mischung aus überlastete Polizei und ein lächerliches-nicht ernst zu nehmendes Rechtssystem. Die Exekutive leidet unter der Judikative/Legislative und dies wird von bestimmten Menschen immer wieder ausgenutzt. Sie wissen ganz genau, dass nichts passieren wird und haben somit den Freischein, weiterzumachen und Menschen zu belästigen. Lothar, gehen Sie bitte am Samstag nach Friedrichshain - schauen Sie sich den Eingang S-Bahn Warschauer Brücke an, gehen Sie die Warschauer Str. und Revaler Str. entlang und schauen Sie sich den Eingang vom Rewe/DM an und.dann erzählen Sie mir bitte, wie Sie es empfinden!

  4. 14.

    Hallo Birgit. Ich habe nicht von Anzeigen geschrieben, sondern von „Beschwerden“ über Belästigung. Im übrigen gibt die Polizei nicht so ohne weiteres die Daten bei einer Anzeige heraus. Selbst wenn die Gegenpartei dies fordert. Da muß schon ein Anwalt her um sämtliche Unterlagen der Anzeige einzufordern. Und mal im Ernst, glauben Sie wirklich das einer von diesen Osteuropäischen mittellosen Leuten sich einen Anwalt leisten können? Zudem noch ein Tipp zur Güte: besonders als Frau können Sie die „Opferhilfe“ in Anspruch nehmen. Diese stehen Ihnen mit Rat und Tat gerne zur Seite( sogar mit Anwalt). Habe selbst schon einer Bekannten geholfen wegen ihres Exfreundes. Hier hat die Opferhilfe gute Dienste geleistet. Viele Mitmenschen scheuen aber den Weg zu ihrem Recht aus falsch verstandener Angst. MFG

  5. 13.

    Da bin ich mir nicht sicher ob man lieber manchmal die Polizei besser nicht ruft. Denn bei jeder Anzeige bekommt der Angezeigte Name und Adresse mitgeteilt dessen der anzeigt.... ist vlt. für manch einem Bürger, aus Angst ein Grund, das zu unterlassen, mir im übrigen auch.

  6. 12.

    Ihnen ist aber schon bewußt, das hier im Forum viel geschrieben werden kann ohne dessen Inhalt auch gleich überprüfen zu können, oder? Wenn ich, wie von @ Friedrichshainer hier beschrieben, belästigt werde und ich am Weitergehen behindert werde, dann melde ich das der Polizei. Dafür sind die Ordnungskräfte da. Mit Geld für den Wegezoll(?) ist dem schon mal gar nicht beizukommen. Ist ja noch schöner. Je mehr Mitbürger sich beschweren über solch Ansammlungen, umso mehr MUSS die Polizei reagieren.

  7. 11.

    "Dass die Kriminalität verschwindet, ist sehr unwahrscheinlich"
    Dem würde ich entgegnen: "Die Kriminalität verschwindet, wenn die Kriminellen verschwinden". Ob dies durch Abschiebung oder Inhaftierung erreicht wird, könnte situativ entschieden werden. Es bleibt auch nicht an kompletten Gruppen (Migranten, Osteuropäer) hängen, wenn die Nicht-Gesetztestreuen aussortiert werden.
    "Gleichzeitig ist die Polizei zu verstärkten Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung verpflichtet": sollte das nicht immer und überall der Fall sein? Den Beamten müssen dafür allerdings auch die Möglichkeiten geschaffen werden, beispielsweise bezüglich Ausrüstung und Anzahl der Kollegen.

  8. 10.

    Waaas..?... das ist unglaublich. Aber klar, was würde man sonst tun um sich selbst zu schützen. Ist das nicht eine Katastrophe, dass man bestimmte Orte gar nicht oder nur bedingt alleine begehen kann und möchte?
    Selbst wenn man 35 Jahre hier lebt oder länger, der Verfall der Stadt und Kriminalität, sie entwickelt sich in eine verkehrte Richtung. Multi-Kulti, wenn einige in ihren eigenen Heimatländern es nicht schaffen friedlich miteinander zu leben, wie sollen sie es hier schaffen?

  9. 9.

    Leider muss ich Ost-Berliner beipflichten - seit der "Welle" in 2015 gibt es in Friedrichshain eine erschreckende Entwicklung. Zum einen stehen (gefühlte) 24h, mehrere Gruppen (2-5 Personen) von Schwarzafrikanern an der Warschauer Brücke als auch entlang der Revaler Straße, um Drogen zu verkaufen. Zudem gibt es entlang der Warschauer Straße (vor Geldautomaten, am Rewe, auf dem Mittelstreifen) immer mehr Gruppierungen von Osteuropäern, die (leider) ständig betrunken sind, rumpöbeln, Flaschen schmeißen und Passanten anspucken. Ich lebe hier seit 2013 und kann aus erster Hand berichten, wie diese negative Entwicklung immer weiter voranschreitet. Als ich jetzt am Samstag im Rewe einkaufen war(Revaler/Warschauer Str.), musste ich an eine Gruppe von Herren vorbeilaufen. Es waren Osteuropäer (zumindest war das rauszuhören), betrunken und sehr aggressiv - einer (sehr muskulös und furchteinflößend) wollte mich nicht vorbeilassen, bis ich ihm Geld gegeben habe. Das ist wirklich nicht angenehm!

  10. 8.

    Ich bin mir vollkommen bewusst, das Flüchtlinge von denen hier immer wieder geschrieben wird auch das Recht haben, sich im Freien und mal außerhalb ihres Wohnbereichs aufzuhalten. Was mich an vielen Kommentatoren stört ist die Unterstellung, diese wären auffällig und gar kriminell. Das es vereinzelt zu Straftaten kommt, so wie am Alexanderplatz ist natürlich auf keinen Fall hinnehmbar. Und wie Sie es treffend darlegen glaube ich auch, das unter diesen Leuten viele Osteuropäer sind. Aber Sie haben recht, man muß es wohl selber gesehen haben um sich ein klares Urteil zu erlauben. MFG

  11. 7.

    Nicht nur "Flüchtlinge"...glaube Osteuropäer mischen da auch ganz gut mit. Gehen Sie mal 22:00 Uhr an die besagten Orte, verweilen dort 2 Stunden und schreiben Sie dann Ihren Erfahrungsbericht hier. Bin echt gespannt und schonmal vielen Dank!

  12. 6.

    Und wieder einmal sind es gleich die Flüchtlinge, die für ein solch inhaltsleeren Kommentar herhalten müssen. Mehr gib’s dazu nicht zu sagen.

  13. 5.

    Die Massnahmen von Senat und Polizei reichen doch hinten und vorne nicht. Gute Ansätze sind da, aber mit dem BIsschen Personal an Polizei und Staatsanwälten, wenn immer nur "Bewährung" gegeben wird oder gar kein Haftbefehl erlassen wird, dann sind die Täter am nächsten Tag doch gleich wieder dabei. Wo ist da der Sinn.

  14. 4.

    So schlimm wie es seit fasst drei Jahren ist, war es noch nie, es hat schon immer Grobzeug gegen, aber so schlimm wie heute war es noch nie, "Salü" Jahrgang 1966.

  15. 3.

    Das ist doch wohl ein Witz, geht mal gegen 22 Uhr zu den Plätzen, geschweige denn nachmittags kleiner Tiergarten, da wird man unverhohlen gefragt ob man Drogen kaufen möchte.

  16. 2.

    Es ist noch gar nicht so lange her,da hat Herr
    Müller behauptet solche Orte gibt es nicht.
    Ja,ha

  17. 1.

    Wenn, wie geplant, die ehemalige Beuth-Hochschule zwischen U Leopoldplatz und U Amrumer Straße auch noch mit Flüchtlingen besetzt wird, wird der "Leo" leider wieder ganz schnell in der Liste auftauchen, weil die vielen sich langweilenden jungen Männer dann bestimmt alle am Leopoldplatz abhängen werden... Die gleiche Entwicklung wie am Alexanderplatz droht.

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