09.06.2018, Berlin: Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines sogenannten «Frauenmarschs» rechtspopulistischer Gruppierungen gehen durch das Brandenburger Tor. (Quelle: dpa)
Bild: dpa

Weniger Teilnehmer als erwartet - AfD veranstaltet zweiten "Frauenmarsch"

Zum zweiten "Frauenmarsch" der AfD sind am Samstag laut Polizei 300 Menschen gekommen. Das waren weniger als erwartet, angemeldet hatte die AfD 2.000 Teilnehmer. Die rechtspopulistische Partei demonstrierte damit gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und gegen Gewalt durch Migranten an Frauen. Die Berliner AfD hatte laut eigenen Angaben zuvor Fotos der ermordeten Schülerin Susanna aus Mainz an mehreren Bezirksrathäusern aufgestellt.

Initiatorin der Demo war, wie schon beim ersten Frauenmarsch Anfang des Jahres, die AfD-Aktivistin Leyla Bilge. Das Motto lautete: "Wir sind kein Freiwild..., Nirgendwo!!!"  Die Teilnehmer trugen weiße Kreuze und Deutschlandfahnen. Der Demonstrationszug zog über die Friedrichstraße bis zum Kanzleramt. Die Polizei sicherte die Strecke mit 1.400 Beamten ab.  

Auf dem Mehringplatz versammelten sich am Nachmittag laut Polizei etwa zweihundert Gegendemonstranten. Sie warfen der AfD-Demo "blanken Rassismus" und die "zynische
Instrumentalisierung von Frauenrechten" vor. "Schluss mit dem rechten Terror!" und "Rassismus ist keine Alternative" war auf den Transparenten zu sehen.

Der erste "Frauenmarsch" im Februar war von hunderten Menschen blockiert worden, sieben Polizisten wurden damals verletzt. Die Gegendemonstranten warfen der Demo "blanken Rassismus" vor.

 

Hinweis in eigener Sache

In einer früheren Version berichteten wir in einer Bildunterschrift, dass die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld am "Frauenmarsch" der AfD teilgenommen habe. Sie selbst hatte auf ihrer Internetseite einen Aufruf zur Teilnahme publiziert und stand vor dem Marsch bei den Veranstaltern. Frau Lengsfeld weist allerdings darauf hin, dass sie am Marsch selbst "nicht teilgenommen" habe.

Sendung: Abendschau, 09.06.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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34 Kommentare

  1. 34.

    Es geht nicht darum, ob Deutsche vergewaltigen. Das ist hier schließlich kein Wettbewerb, nach dem Motto: wenn Deutsche vergewaltigen ist es doch in Ordnung wenn Zugereiste dies auch tun. Wenn Sie nicht erkennen können, dass es für Frauen in diesem Land immer gefährlicher wird, tun Sie mir leid. Aber hören Sie bitte auf, diese Tatsache zu leugnen und zu verharmlosen. Es sind bereits mehrere junge Frauen sogar zu Tode gekommen, sind Sie tatsächlich der Meinung, dass man darüber nicht reden sollte?

  2. 32.

    Die AfD ist die für mich einzig wählbare Partei. Alle anderen sind mir zu linkspopulistisch.

  3. 31.

    Der ganze Artikel schon mit dem einleitenden Framing "AfD Demo" ist fragwürdig. Die NOG20 Demo wurde auch nicht als Linken- Demo vororchestriert, obwohl der Anmelder ein Funktionsträger der "Linke" war. Da herrscht der unbedingte Differenzierungsimperativ. Auf Metaebene kann man jeden Satz sezieren, Schwamm drüber. Das ist die gewöhnliche Tendenz des kommunikativen Altags.

  4. 30.

    In der "Berliner Zeitung" vom 11.06. steht, dass die Polizei die Anzahl der Demonstrantinnen und Demonstranten mit 500 an, hier mit 300... Hatten die auf der Strecke etwa noch Zulauf....??
    Man kann diese Demo ablehnen und auch "Nazis raus!" rufen!
    Die Frage ist aber: wie viel Nazi bleibt dann noch für die richtigen Nazis übrig, wie III. Weg, HogeSa, ...????
    Für manche Position gegenüber der Flüchtlingspolitik, die heute ernsthaft öffentlich diskutiert wird, wäre man im Spätsommer 2015 , als große Teile der Öffentlichkeit und der Medien vor lauter Begeisterung die politische Rationalität abhanden gekommen ist, auch als stramm rechts bezeichnet worden...

  5. 29.

    "Ich bin gestern eher zufällig..." Na klar, und mein Name ist Hase, äh Reinike Fuchs. ;-)

    Schade dass sich solche Menschen wie Fr. Dugan vor den rechten Karren spannen lassen oder hat das doch etwas mit ihrer Konfession zu tun?

    Deutlich zu sehen die "Wirmer Flagge" der Rechtsextremen vor dem Wagen wo Fr. Dugan spricht.

    Orit Arfa. "Sie ist Autorin mehrerer Bücher und veröffentlicht Beiträge unter anderem bei der Jerusalem Post, dem Magazin fluter, der Zeitschrift Cicero und der Achse des Guten." ... "1999 ging Arfa nach Israel und wurde durch viral verbreitete Parodien auf Musikvideos von Miley Cyrus bekannt, die sie zu Hymnen für rechtsgerichtete Siedlungsaktivisten umgedichtet hatte." AHHHJAHHH.

    Noch Fragen?

    Entschuldigen sie bitte dass ich mir nicht 4:03:51 geballten Hass und Hetzreden reinziehe, auch nicht "eher zufällig".

    Sie machen sich mit solchen Beiträgen nicht gerade glaubwürdiger.

  6. 28.

    300 Teilnehmer, aha.
    So wie beim letzten mal 20% Frauen, 79,67% Männer und 0,33% Jens Maier?

  7. 27.

    Ich bin gestern eher zufällig in den Livestream der Frauendemo geraten und bei der Rede von Hatune Dugan hängegeblieben, die sich als Nonne um geschändete und vergewaltigte 5-14-jährige Mädchen im Mitteren Osten und hier in Flüchtlingsheimen kümmert. Und sie hat natürlich gegen das Glaubensbekenntnis der Dekontextualisierung verstossen, daß solche Taten nichts mit der kulturellen Konditionierung des männlichen Umfeldes zu tun hätten. Analog argumentierte die jüdische Journalistin und Autorin Orit Arfa, die von ihren Erfahrungen von Frauengewalt im muslimischen Kontext berichtete: "Und jetzt ich bin hier, in Berlin, in Deutschland, und habe Angst weil ich Jüdin bin. Weil ich eine Frau bin. Weil ich Islamkritischer bin.Sprich gegen Islamischen Israelhass und auf die Übergriffe auf Frauen und du bist “Rassist”. Schade, daß man darüber nichts erfährt, sondern 50% des Artikels sich mit der Agitation aus Sicht des Gesinnungsmilieus beschäftigt.

  8. 26.

    Es ist schon merk-würdig, dass ausgerechnet Menschen desjenigen Spektrums für Frauenrechte demonstrieren, welches (in anderen Parteien versammelt) vor ganz wenigen Jahrzehnten noch das so betitelte schwache Geschlecht vor Allerlei abhalten wollten. Weil ja nur Männer damit zurechtkämen.

    Der eigene Lernerfolg seither wird insofern verleugnet, wie anderen diese Lernfähigkeit von vornherein abgesprochen wird. Soll ein Teil der Muslime, der heute noch anders denkt, als Mensch so viel anders sein wie sie selbst, die doch zentimeterweise zu ihrem Glück hingetragen werden mussten?

    Die Veränderung dürfte auch Leyla Bilge nicht entgangen sein, sofern sie die Dinge nicht einfach als vom Himmel gefallen und bloß gegeben ansieht. Im Zweifelsfall helfen da bspw. auch einschlägige Bundestags-Protokolle aus vorherigen Zeiten.

  9. 25.

    Beschweren sie sich bei Hugh Bronson, seines Zeichen AfD Politiker. Der erinnerte an "Errungenschaften der europäischen Demokratien", nur im falschen Kontext.

    Sind sie in der DDR aufgewachsen? Dann sollten sie die erste sein die sich über offene Grenzen freut und über die ""Errungenschaften der europäischen Demokratien". Ohne sie wäre die Grenzöffnung in Ungarn und später der DDR nicht möglich gewesen.

    Was wäre eigentlich gewesen wenn die Bundesbürger sich ggü. den DDR Bürgern so verhalten wie sie jetzt ggü. den Flüchtlingen?

    Keine Bananen, kein West-Kaffee, keine 100 DM Begrüßungsgeld, keine Demokratie in der sie sich erlauben dürfen eine andere Meinung wie ihre Regierung zu haben. Alles schon vergessen?

  10. 24.

    Wer plustert sich denn hier auf? Das sind doch sie mit ihrer rassistischen Hetze.

    Die Bilge ist bestimmt kein Nazi, da kenne ich andere.

    Wieviele Leute gibt es denn mit Migrationshintergrund bei der AfD und müßte das nicht eher für sie ein "Paradoxon" sein?

  11. 22.

    Leyla Bilge müsste für Sie doch ein echtes Paradoxon sein :-D
    Plustern Sie sich deswegen so auf? Wahrscheinlich weiß diese Frau wovon sie spricht, woran ich bei Ihnen immer öfter berechtigte Zweifel hege. Übrigens ist die Dame, an der Sie wiederholt anstoß nehmen, nur eine von vielen Personen mit Migrationshintergrund in den Reihen der AfD ;-)
    Ist Frau Leyla Bilge eigentlich nun ein kurdischer Nazi?

  12. 21.

    Welche "normalen" Frauen haben sie denn auf der Demonstration gesehen? Was sind denn ihres Erachtens "normale" Frauen.

    Ich sehe die sog. "Wirmer Flagge" der Rechtsradikalen, ich sehe die Lengsfeld, organisiert wurde das von der AfD Aktivistin Leyla Bilge.


  13. 20.

    Die Afd steht für Intoleranz, Rassismus, Geschichtsrevisionismus, Antisemitismus uvm. Also alles was gegen die "Errungenschaften der europäischen Demokratien" steht.

    Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten dass sich solche "Parteien" wie die AfD und die "Errungenschaften der europäischen Demokratien" sich völlig ausschließen.

  14. 19.

    In einer Gesellschaft ist Kriminalität nie ganz zu vermeiden und ich will da nichts relativieren. Es gibt aber in Deutschland Kriminalität, die vermeidbar gewesen wäre. Und genau darauf hinzuweisen geht es mir...

  15. 18.

    Dann würde ich das aber als "Marsch für Frauenrechte" oder etwas in der Art deklarieren.
    Ich finde, bei einem "Frauenmarsch" haben Männer nichts verloren. Es wirkt auf mich sonst ein bisschen so, als würden die schwachen Frauen das nicht alleine hinbekommen, für ihre Anliegen einzustehen.

    Die Frage nach den weißen Kreuzen war zum Teil ernst gemeint. Stehen die Kreuze für von Männern ermordete Frauen im Allgemeinen? Oder für von Flüchtlingen ermorderte einheimische Frauen? Oder für etwas ganz anderes? Ich finde dazu leider keine Informationen im Bericht oder anderswo.

  16. 17.

    Ein Frauenmarsch zum Schutz der Rechte für Frauen ist auch ein Marsch für die Menschenrechte. Natürlich sind Frauen und Männer gleichermaßen aufgerufen, die Errungenschaften der europäischen Demokratien ausdrucksvoll zu verteidigen.

  17. 16.

    Wäre Susanna von einem deutschen jungen Mann vergewaltigt und ermordet worden, wäre das vielleicht ein bis zwei Tage in den Zeitungen breit getreten worden, dann wäre aber auch wieder gut gewesen. Da es ein Flüchtling war gibt es Mahnwachen, Schweigeminuten im Bundestag und einen nationalen Aufschrei. Für den armen Jungen, der von seiner eigenen Mutter zur Prostitution angeboten und missbraucht wurde gab es auch keine Mahnwachen und keine Demonstrationen. Aber da hängen evtl. auch noch zu viele deutsche Männer drin, die so etwas insgeheim billigen und gern tun würden.
    Damit wir uns richtig verstehen, ich möchte den Mörder Susannas weder entschuldigen, noch möchte ich, dass er damit davonkommt, der gehört eingesperrt, das ihm die Rippen knacken, aber er ist halt nicht der Einzige, dem das gehört.

  18. 15.

    Wenn die AfD Gewalt jeglicher Art gegenüber Frauen nur auf die "Neuen" fokussiert, so ist das genau so falsch wie die Auffassung, es bräuchte Zuzug zu den Taten der (Ur)Deutschen.
    Und was rassistisches "agieren" anbelangt, egal aus welchem Grund, der zeigt mir nur, dass er in Sachen "Mensch" in Wirklichkeit in der Kategorie "Rasse(n)" beheimatet ist. Nicht wahr (4) ?!

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