Eine Frau fährt auf einem Lastenrad durch die Stadt (Quelle: dpa/Hase)
Bild: dpa/Hase

Senatsmittel für Privatnutzer - Fördergelder für Lastenräder sind bereits aufgebraucht

Der Ansturm war groß: Wenige Stunden nach dem Start war der Förderetat des Verkehrssenats für Lastenräder bereits erschöpft. Bis zu 1.000 Euro gibt der Senat privaten Nutzern dazu. Wer jetzt leer ausgegangen ist, kann es im nächsten Jahr wieder versuchen.  

Die Lastenrad-Förderung durch den Berliner Senat ist ein voller Erfolg. Bereits wenige Stunden nach dem Start der Antragsannahme am Mittwochmorgen sei das Kontingent für Privatnutzer erschöpft, teilte die Verkehrssenatsverwaltung dem rbb mit. Das sei  anhand der eingegangenen Anträge bereits nach weniger Stunden klar gewesen, sagte Verkehrssenatssprecher Matthias Tang am Mittwochabend rbb|24.

Die Anträge auf eine Förderung durch Gewerbetreibende würden nun noch genauer geprüft, so Tang. Die genauen Zahlen werde die Verwaltung am Donnerstag bekannt geben.

Der Berliner Senat hatte in diesem Jahr erstmals ein Programm aufgelegt, bei dem Privatleute und Gewerbetreibende einen Förderantrag ´für die Anschaffung eines Lastenfahrrads stellen konnten. Interessenten können dabei ein Drittel des Kaufpreises erstattet bekommen, höchstens aber 500 Euro für ein Lastenrad ohne Motor und 1.000 Euro für ein Elektro-Modell. Insgesamt 200.000 Euro stehen für dieses Programm zur Verfügung. Anträge konnten seit Mittwochmorgen acht Uhr eingereicht werden.

Fördersumme für Privatnutzer reicht etwa für rund 135 Lastenräder

Der Senat hatte angekündigt, dass bei der Förderung rund 90.000 Euro für private Antragsteller zur Verfügung gestellt würden, womit etwa 90 Lastenräder und zusätzlich 45 E-Lastenräder bei Beantragung der vollen Fördersumme unterstützt würden. Weitere 40.000 Euro waren laut Senat für Nutzergemeinschaften vorgesehen. Mit den übrigen 70.000 Euro des Programms sollen gewerbliche oder freiberufliche Antragsteller unterstützt werden.

Senat spricht von einem erfolgreichen Programm

Das große Interesse an der Förderung wertete Tang bereits als Beleg für den Erfolg Programms. "Nächstes Jahr liegen dann für die Förderung noch einmal 500.000 Euro im Topf", so Tang. Lastenräder können aufgrund von eingebauten Boxen oder größeren Ladeflächen ein sehr hohes Volumen und schwere Frachten transportieren und dienen so als eine Alternative zu Transportern mit Verbrennungsmotor. Die Förderung ist ein Projekt aus dem Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und Linken und dient als einer der Bausteine zur Reduzierung der Schadstoffbelastung. Parkende Autos oder Lieferwagen beanspruchen zudem sehr Platz und behindern Auto-, Rad und Fußgängerverkehr.

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Antwort auf [BlickDicht ] vom 05.07.2018 um 09:23
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19 Kommentare

  1. 19.

    Sie haben mich schon ganz richtig verstanden wie ich am letzten Absatz lesen kann.

    Hier wurden Fördergelder endlich mal sinnvoll angelegt, wenn auch viel zu wenig. Denn diese Förderung kommt eben nicht nur, eigentlich überhaupt nicht, den Herstellern zu gute.

    Ein Lastenrad statt einem Auto kommt uns allen zu Gute, mehrfach...

  2. 17.

    Okay, ich hatte darauf schon bereits geantwortet. Zu Ihrer Erlösung, machen Sie sich nie dümmer als Sie sind. Ich gab eine Frage vor, die Sie im Grunde gar nicht beantwortet haben wollten. Die Antwort wäre wirklich spannend. Aber wer nicht wissen möchte und vorverurteilt darf so bleiben wie er ist. Traurig aber wahr!

  3. 16.

    Haben Sie den Artikel nicht gelesen, wollen Sie auf irgendetwas bestimmtes hinaus oder einfach mal wieder sticheln? Es geht um die Förderung der Anschaffung von Lastenfahrrädern.

    Die Abwrackprämie hielt ich damals übrigens für einen noch viel größeren Fehler. Dagegen scheint mir die Idee der Förderung von Fahrrädern geradezu romantisch und sympathisch. Trotzdem ists für mich der falsche Weg. Warum, habe ich unten beschrieben.

  4. 15.

    Es ist der richtige Adressat ;-) Da es sich um eine übergeordnete Straßenverbindung (StEP II) handelt, ist der Senat zuständig. Grundsätzlich haben Sie natürlich recht.

  5. 13.

    Hallo "To Fast for you"- to fast to think?
    Wieso nerven Fahrräder?
    Wollen Sie statt dessen noch mehr Autos auf der Straße?
    Super - dann reißen wir am besten noch ein paar Häuser in der Innenstadt ab, damit dann alle ihrer Egozentrik im Auto nachgehen können (man überlege nur alleine, wieviel Platz so ein Auto benötigt, abgesehen vom Lärm, Luftverschmutzung...).

  6. 12.

    Hmh, es ist schon wichtig bei aller berechtigten Frustration über schleppenden Bau von Infrastrukturmaßnahmen im Radverkehr, die Adressaten richtig zu bebennen bzw. die Berliner Gesetzmäßigkeiten zu berücksichtigen.
    In den wenigsten Fällen kann der Berliner Senat Maßnahmen "durchregieren". In den meisten Fällen sind die Bezirksämter für die Umsetzung von Maßnahmen verantwortlich.

  7. 11.

    Wow, was für eine Nachfrage. Das hätte ich nicht gedacht. Wie schön! Toll, dass es dieses Förderprogramm gibt!
    Denn können wir nicht alle froh sein über jede/n die Rad fährt, statt mit dem Auto unterwegs zu sein?

    Wieviel voller wären die Straßen, wenn alle Fahrradfahrer auch aufs Auto umsteigen würden? Die, die gerne Auto fahren, würden dann doch noch viel länger im Stau stehen. Ich kann es nicht verstehen, dass immer diese Fronten zwischen Radlern und Autofahrer aufgemacht werden. Wozu soll das gut sein?
    Danke für ein bisschen mehr Rücksichtsnahme - und positive Sichtweise des Radverkehrs. Dafür, dass Fahrradfahren in dieser Stadt wirklich stressig ist, dafür, dass es tatsächlich häufig brenzlig und gefährlich ist, laut und bei all den laufenden Klimaanlagen gerade jetzt auch oft sehr heiß. Danke, dass Radler und Radlerinnen dafür sorgen, dass Staus nicht noch länger sind, die Städte nicht noch voller und noch wärmerund noch stickiger!

  8. 10.

    Ich fände es auch sinnvoller das Geld in das Radnetz zu investieren und nicht einzelne Personen zu bevorzugen. Diejenigen könnten sich so ein Fahrrad sicher auch so leisten..

    Mit Subventionen einzelne Firmen zu fördern ist sicherlich nicht auf dem Mist von RRG gewachsen. Ich finde es aber bedenklich,dass man sich dem Gebahren der bekannten Regierungsparteien anpasst.

  9. 9.

    Besser wäre es die Lastenräder gar nicht zu fördern, damit haben alle ihre Ruhe, und man braucht keinen Spagat für Egozentriker machen. In Berlin nervt schon jedes Rad.

  10. 8.

    "Nichts halte ich davon, einzelne Industrien zu subventionieren. [...] Die [Subventionen] führen nur zu Ungerechtigkeiten und bremsen Innovationen."
    Werter Havelländer,
    mit oben zitierten bin ich ganz Ihrer Meinung, ich halte es jedoch für falsch, die finanziell geringen Lastenradsubventionen zu kritisieren, während von staatlicher Seite auf viel mehr Gelder zugunsten anderer, deutlich umweltschädigender Industrien verzichtet wird; als Beispiel sei hier der Verzicht auf Steuern auf Treibstoffe für Luftverkehr und Seefahrt (vgl. 25. Subventionsbericht der Bundesregierung, S. 37).
    MfG F.C.

  11. 7.

    Werter Biker vom S um Sü,
    ich kann Ihr Argument bzgl. der Unvergleichbarkeit der Fahrradinfrastruktur von Deutschland mit den von Ihnen genannten Nachbarländern leider nicht nachvollziehen. Sicherlich sind die von Ihnen genannten Parameter zum Teil höchst unterschiedlich, doch erschließt sich mir nicht, wieso ein Vergleich anhand dieser unmöglich erscheinen sollte. Die von Ihnen genannten 'Fahrrad-Länder' scheinen schließlich gewisse Ähnlichkeiten aufzuweisen -- sonst würden Sie diese nicht diesem Sammelbegriff zuordnen -- trotzdem auch zwischen diesen Ländern große Unterschiede bestehen; dies lässt sich schon allein an den Zahlen zur Einwohnerdichte der Hauptstädte erkennen -- Berlin nimmt dabei übrigens einen Platz im Mittelfeld ein:
    Kopenhagen: 7.115 EW/km²
    Berlin: 4.039 EW/km²
    Amsterdam: 3.881 EW/km²
    Bern: 2761 EW/km²
    Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/*Name der Stadt*
    Ich bitte Sie daher, Ihre Aussage zu konkretisieren und zu begründen.
    MfG, F. C.

  12. 6.

    Teil2:
    Diese Kernkompetenz sollte doch dann zumindest der Bau von Radwegen sein. Aber auch da passiert nichts, obwohl der Senat seit fast zwei Jahren im Amt ist. Ich warte in Steglitz immer noch, dass endlich eine weiße Linie auf die Hauptstraße vor meiner Haustür gepinselt wird. Hier passiert aber genauso wenig, wie in den Jahren zuvor. Ich versuche seit einem halben Jahr die Ansprechpartner in der Senatsverwaltung, Frau Steinmeyer und Herr von Alm zu erreichen - ohne Erfolg.

    Dieses neu aufgelegte Programm ist nichts weiter als eine Promotionmaßnahme, um Aktivität zu simulieren und davon abzulenken, dass eigentlich gar nichts passiert. Nur leere Worte von einer angeblichen Verkehrswende. Wenn es ums Umsetzen geht, scheitert RRG selbst an den einfachsten Dingen kläglich.

  13. 5.

    Ich halte sehr viel davon, den Fahrradverkehr zu fördern - durch die Bereitstellung der Infrastruktur. Nichts halte ich davon, einzelne Industrien zu subventionieren. Entweder ist die Nachfrage für ein Lastenrad am Markt vorhanden oder nicht. Wenn nicht, ist das Produkt schlecht oder zu teuer, dann muss der Hersteller nachbessern. Dieses Problem löst man doch nicht mit Subventionen. Die führen nur zu Ungerechtigkeiten und bremsen Innovationen.

    Denn jetzt kommen nur ein paar Glückliche in den Genuss der Förderung, alle anderen schauen in die Röhre. Und die Hersteller reiben sich die Hände, weil sie sich erst einmal zurücklehnen können. Das Geschäft läuft ja... obwohl das Produkt am Markt eigentlich nicht überlebensfähig ist. Und irgendwann kommt dann die billigere und innvativere Konkurrenz aus China. Sinnvolle Wirtschaftsförderung sieht für mich anders aus. Aber die ist ja eh keine Kernkompetenz von Rot-Rot-Grün.

  14. 4.

    Einfach die unsinnige Bundes-E-Auto-Förderung umwidmen und den großen Städten dafür zu Verfügung stellen. Aber bis soetwas in diesem Land vielleicht beschlossen ist, fliegen wir mit E-Scootern durch die Luft....

    @timmermann: Wer zieht denn "immer" Amsterdam und Kopenhagen heran? Kann eigentlich nur ein völlig Ahnungsloser (Politiker?) sein, denn bspw. Berlin mit Kopenhagen was Radwege betrifft zu vergleichen....hahaha....

  15. 3.

    Genauso sieht es aus. Vergleiche mit den sog. Fahrrad-Ländern wie Dänemark, Niederlande, Schweiz etc. mit Deutschland sind ja überhaupt nicht möglich. Da sind ganz andere Einwohnerzahlen, Fläche u. Infrastrukurvoraussetzungen gegeben.
    Förderung von Rädern ist ja gut und schön, aber was nutzen denn die Räder wenn keine vernünftigen Wege zur Verfügung stehen ?
    Man sollte erstmal richtig in das Radwegenetz investieren und dann kann man über die Förderung von Rädern nachdenken.
    Hier wird das sprichwörtliche Pferd mal wieder von hinten aufgezäumt.

  16. 2.

    Dann erleuchte uns o Herr timmermann und gebe dem gewöhnlichen Volke die Erlösung warum......
    So dann eine Erkenntnis des Wahren erkennbar wäre - oh bitte , gib uns die Lösung für unseren unwissenden Geist.

  17. 1.

    Es wird immer wieder Amsterdam und Kopenhagen heran gezogen. Schauen wir auf deren Einwohnerzahlen, ein Vergleich zu Berlin geht gar nicht. Und spreche mit Kopenhagener oder Amsterdamer, dann erfährst du was sie wirklich nervt.

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