Ein Flugzeug der NGO Sea-Watch (Quelle: sea-watch.org)
Bild: sea-watch.org

Flüchtlingshilfe auf dem Mittelmeer - Malta setzt nach Schiff nun auch Flugzeug von Sea-Watch fest

Nach der Blockade mehrerer Schiffe hat Malta nun auch ein Kleinflugzeug der Berliner NGO Sea-Watch festgesetzt. Die Maschine soll an der Rettung Tausender Menschen beteiligt gewesen sein.

Die maltesische Regierung hat ein Flugzeug der Berliner Nicht-Regierungs-Organisation Sea Watch festgesetzt, das zur Seenotrettung im Mittelmeer eingesetzt wurde. Die "Moonbird" dürfe nicht mehr von Malta aus zu Erkundungsflügen starten, teilte die Sea-Watch mit. Ein Sprecher der Regierung in Valletta bestätigte das der ARD.

Das Flugzeug "Moonbird" werde gemeinsam mit der Schweizer Humanitären Piloteninitiative (HPI) betrieben und von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt, so Sea-Watch. Die Maschine sei im vergangenen Jahr an der Rettung von 20.000 Menschen beteiligt gewesen.

Seenotretter vermuten politisches Kalkül

"Mehr als 1000 Menschen wären fast sicher gestorben, hätte die 'Moonbird'-Crew die sinkenden Boote nicht in letzter Sekunde gefunden", betonte die Organisation. Das Flugzeug habe über ein Jahr lang fast täglich von Malta aus Einsätze geflogen - "stets in bester Zusammenarbeit mit den maltesischen Behörden und der italienischen Küstenwache."

Das einmotorige Flugzeug vom Typ Cirrus SR22 erfülle alle gesetzlichen Voraussetzungen. "Den politisch Verantwortlichen sollte klar sein, was dieses Flugverbot bedeutet: Die Menschen auf den Booten werden nicht gerettet, sondern ertrinken ungesehen", sagte der Pilot und HPI-Gründer Fabio Zgraggen. Seitdem die zivilen Rettungskräfte nicht mehr helfen dürften, erlebe man einen massiven Anstieg der Opferzahlen.

Moonbird"-Einsatzleiter Ruben Neugebauer sprach von politischem Kalkül. Die europäische Öffentlichkeit solle nicht erfahren, "wie barbarisch die Abschottungspolitik an den Außengrenzen" durchgesetzt werde.

Malta hat bereits dem Rettungsschiff "Sea Watch 3" der Berliner NGO das Auslaufen untersagt.   

Derweil sterben im Mittelmeer immer mehr Flüchtlinge. Laut Internationaler Organisation für Migration (IOM) kamen seit 19. Juni 483 Migranten auf der zentralen Route Richtung Italien ums Leben. Es müssten wieder mehr Rettungsschiffe unterwegs sein, um noch mehr Tote zu verhindern, twitterte IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo.

Sendung: Radioeins, 04.07.2018, 12:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

32 Kommentare

  1. 32.

    Ihr Optimismus, es habe sich (irgendwann nache Merkels Grenzöffnung) alles so positiv verändert, teile ich nicht. Im Gegenteil, die Betrügereien bei der BAMF sind doch etrst kürzlich ans Tageslicht getreten. BILD spricht vom "Unfaßbaren Asylbetrug von Bremen".
    Dass die Merkel-Groko kein Interesse an Aufklärung hat und einen Untersuchungsausschuss verhindert, gehört mit zu diesem Thema.
    Sogar die Grünen als "Opposition" wollen keinen Untersuchungsausschuss. Vielleicht ruft ja Merkel noch mal bei den Grünen an, scheiont das Motiv zu sein.

  2. 31.

    Eigentlich geht es hier doch um die Beschlagnehmung eines Flugzeuges und der Schiffe von gewissen NGOs und nicht um die friedliche Revolution in der ehemaligen DDR.
    Es ist infam, was man hier zu lesen bekommt. DDR-Bürger mit den Asylanten und Wirtschaftsflüchtlingen aus Afrika und Asien gleichzusetzen ist absurd. Geradezu niveaulos.
    Die selbe Sprache, die selbe Kultur, die selbe Geschichte, teilweise den gleichen Glauben, gut ausgebildet, und, und, und.
    Die, die hier Gleichnisse propagieren und somit 18 (!) Millionen Deutschen das Recht auf Einigkeit beider deutschen Staaten absprechen, sind für mich schlimmere geistige Brandstifter als die von der AfD.

  3. 30.

    Eben. Zur Hoch-Zeit, wenige Wochen nach Beginn der Flüchtlingskrise. Dass diese Situation eine andere war (und in ihr viele viele Fehler gemacht wurden, was niemand bestreitet) als die heutige, weil die Zahl der Ankünfte viel niedriger ist, ist unstrittig. Was seitdem geändert wurde können Sie z.B. in diesem Beitrag lesen:

    https://www.tagesschau.de/inland/bamf-anhoerung-101~_origin-20aaa18f-4db5-4ca8-9c5e-bb25ad53c231.html

    Ob das und wieviel das was bringt, ist eine andere Frage und müssen Sie beurteilen, wir tun's nicht. Aber den Herbst 2015 mit heute gleichzusetzen ist nicht sachlich.

  4. 29.

    Suugeriert habe ich nichts. Mag sein, dass sich was geändert hat. Wenn Sie genau wissen, wann wer wo diese Praxis verändert hat, nur her mit der Information. Ich jedenfalls habe als Ottonormalleser nichts dergleichen gelesen.

    Tatsache ist, daß massenhaft "Syrer" durch Ankreuzeln im Formular ohne Sachprüfung hereingelassen wurden., wie zur Hochzeit der Merkel-Toröffnungsanweisung selbst die taz unmißverständlich berichtet.

  5. 28.

    Ist doch gut wenn Schlepperei welcher Art auch immer nicht mehr unterstützt wird.

  6. 27.

    Der verlinkte Artikel ist von 2015, Sie suggerieren, dass sich an dieser Prüfungspraxis nichts geändert hat. Das ist nicht der Fall.

  7. 26.

    Es wird so kommen, wie die AfD es seit Jahren fordert.

    Das Asyl in der bisherigen Form, insbesondere zusammen mit dem schwierigen Konstrukt Schengenraum, ist in der bisherigen Form nicht haltbar.

    Dem Österreichischen Bundeskanzler Kurz fällt in seiner Zeit als EU-Ratspräsident die schwierige Aufgabe zu, die Träumer insbesondere in Deutschland langsam auf die Realität einzustimmen.

    https://www.tagesschau.de/kommentar/kurz-seehofer-asylpolitik-kommentar-101.html

  8. 25.

    BERLIN taz | Der Gesamtpersonalrat des Flüchtlingsbundesamtes (BAMF) hat wegen der aktuellen Praxis der Bearbeitung der Asylanträge von Syrern erhebliche Bedenken. Diese Verfahren stünden „mit einem rechtsstaatlichen Verfahren nicht im Einklang“ heißt es in einem offenen Brief an den Leiter des BAMF, Frank-Jürgen Weise.

    Das Bundesamt verzichte auf eine „Identitätsprüfung“, rügte der Personalrat. „Syrer ist, wer sich schriftlich im Rahmen einer Selbstauskunft als Syrer bezeichnet (im Fragebogen an der richtigen Stelle ein Kästchen ankreuzt) und der Dolmetscher (in der Regel weder vereidigt noch aus Syrien kommend) dies bestätigt“, heißt es im Brief, der der taz vorliegt.

    http://www.taz.de/!5251168/

  9. 24.

    Das müssen sie schon die einschlägigen Kommentatoren hier fragen, nicht mich.

    Wer aktuell oder in der Vergangenheit wiederholt mit unverhohlener Werbung/Propaganda für/von diese/r "Partei" auftritt, dem werfe ich eine entsprechend geprägte Filterblase vor, ja.

  10. 23.

    Egal, um was für ein Thema es sich handel, an der AfD führt kein Weg vorbei. Lustig, dass das immer von dem Gleiche kommt. Nun frage ich mich, in was für eine Filterblase der stecken geblieben ist.

  11. 21.

    Niemand behauptet, dass anhand irgendeiner bestimmten Nationalität grundsätzlich ein Asylgrund vorliegen würde. So wird auch nicht geprüft.

  12. 20.

    Auch mit den angeblichen "Flüchtlingen" aus Eritrea sieht der Sachverhalt nicht so aus, dass wegen "Eritrea" grundsätzlich ein Asylgrund vorliegt.
    Zum einen sind viele "Eritreaer" keine solchen, sondern Äthiopier, sprachlich und kulturell den Eritreaern nahestehend.

    Wenn das BAMF dem kein Wort arabisch sprechenden Bundeswehroffizier Franco A. den Syrer zuspricht, wird es hier überfordert sein.
    „Wenn das alles Eritreer wären, wäre bei uns zu Hause doch kein Mensch mehr“, sagte der eritreische Botschafter in Südafrika der FAZ.

    Zum anderen bezeichnen vier europäische Botschafter die hierzulande zwecks Asylgewährung verbreiteten Geschichten als wenig glaubhaft.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/zweifel-am-bericht-zur-menschenrechtslage-in-eritrea-14606109.html

  13. 19.

    Was Bürgerkrieg bzw. Krieg angeht, gilt das nur für sehr wenige Staaten, völlig richtig. Aber es gibt auch persönliche Gründe, aus denen jemand in seiner Heimat verfolgt wird, z.B Sexualität, politisches Engagement. Deswegen wird ja auch jeder Fall einzeln geprüft. Sonst könnte man ja pauschal sagen: Wenn Sie aus Land X kommen, KÖNNEN Sie automatisch keine Gründe für Asyl haben. Und das ist im Asylrecht eben nicht so geregelt.

  14. 18.

    So detailliert sind Kenntnisse auch nicht erforderlich. Die bisherigen Anlandungen reichen als Erkenntnissquelle völlig aus. Es sind zu 95 % keine Personen, die eine persönliche und unmittelbare <<politische Verfolgung>> erleiden. Mithin erfüllen sie nicht die Bedingungen der Asylgewährung, wie es das Grundgesetz vorschreibt.
    Deswegen versucht die SPD, das Asyl missbräuchlich einzusetzen. "Menschen in Not", wie Müller sagt, was das auch im Einzelfall heißen mag, haben nichts mit der Asylgewährung zu tun.

  15. 16.

    Meines Wissens fällt nur Eritrea von den afrikanischen Ländern darunter, wo die Leute, die von dort flüchten, alle den Flüchtlingsstatus haben. Alle anderen Afrikaner fallen unter (Wirtschafts-)Migranten, die wegen besserer Lebensbedingungen sich auf den Weg nach Europa machen. Manche afrikanischen Staaten sind sogar als Urlaubsländer bekannt, da denke ich im speziellen an den Maghreb. Wenn dies Bürgerkriegsländer wären, müßte unser Auswärtiges Amt zuerst mal eine Reisewarnung aussprechen.

  16. 15.

    Was für ein Unfug wieder. Ähnlicher Quatsch wurde schon in den Kommentaren zu diesem Artikel hier hinterlassen, ich verweise einfach mal darauf: https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/07/afd-klage-justizsenator-entscheidung-verfassungsgerichtshof.html

    Ist das die späte Rache der altlinken Westdeutschen, die eh immer gegen die Wiederveinigung waren? Vermutlich sind die immer noch gnaddelig, weil die Grünen bei der ersten gesamtdeutschen Wahl prompt wieder aus dem Bundestag geflogen sind :-)

  17. 14.

    Ja, großes Kino war das:
    Dauerhafte Asyl für Wirtschaftsmigranten der DDR in die Bundesrepublik durch sofortige Einbürgerung nach erfolgreichen Flucht über Botschaften und Grenzübertritte in Drittstaaten, wie z. B. Österreich und Ungarn, auch Tschechien und Migration von ca. 16 Millionen DDR - Bürgern durch die sogenannte Wiedervereinigung, sprich die politische Annektion Ostdeutschlands durch Westdeutschland.
    Also liebe "Ossis*: nicht meckern, sondern mal an die eigene Nase fassen, okay?
    Aber heute AfD wählen..... In USA wäre ein erheblicher Teil der ostdeutschen Bevölkerung typische Trumpwähler.

  18. 13.

    Erklären wir den afrikanischen Kontinent jetzt zum 17. Bundesland, oder wie ist der Kommentar zu verstehen?

Das könnte Sie auch interessieren