Zwei Feuerwehrleute sitzen mit Atemschutz vor einem Löschfahrzeug in Berlin (Quelle: imago/Marius Schwarz)
Video: Abendschau | 18.07.2018 | Rainer Unruh | Bild: imago/Marius Schwarz

Verband fordert mindestens 100 Millionen Euro - Finanzsenator vorerst gegen Soforthilfe für Feuerwehr

Berlins Finanzsenator Michael Kollatz-Ahnen (SPD) hat die Forderung des Landesfeuerwehrverbandes nach einer Soforthilfe von 100 Millionen Euro abgelehnt. Dazu sei ein neuer Haushalt erforderlich, sagte Kollatz-Ahnen am Mittwoch im rbb. Es seien bereits zehn Millionen Euro bewilligt worden, um neue Fahrzeuge für die Berliner Feuerwehr zu bestellen. Sobald ein neuer Haushalt beschlossen wird, gäbe es vermutlich mehr Geld für die Feuerwehr, heißt es weiter.

"Ein Tropfen auf den heißen Stein"

Das Angebot des Senats wertet der Landesfeuerwehrverband allerdings als "Tropfen auf dem heißen Stein". Die Forderung von 100 Millionen Euro sei völlig legitim, sagte der Vorsitzende Sascha Guzy am Mittwoch im rbb. Die Stimmung unter den Feuerwehrleuten sei schlecht.

Nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes brauchen die Berliner Feuerwehren dringend finanzielle Mittel für die Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge. Mindestens 100 Millionen Euro würden dazu benötigt. Um den Mangel zu beheben, müssten auch unkonventionelle Wege gegangen und notfalls auch gebrauchte Fahrzeuge genommen werden, sagte Guzy am Montag im rbb.

Fahrzeug-Situation "dramatisch"

Die Fahrzeug-Situation bei der Berliner Feuerwehr ist nach Guzys Worten dramatisch. Es gebe zu wenig Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge, und die vorhandenen seien überaltert. Es gebe keinerlei Reserven, auch nicht für die Aus- und Fortbildung. Wenn bei der Berufsfeuerwehr Fahrzeuge ausfielen, würden als Ersatz bei den Freiwilligen Feuerwehren Fahrzeuge abgezogen.

Bereits am Montag hatten auch die Feuerwehr-Gewerkschaften den Druck auf den Berliner Senat erhöht. Demnach wurden Zusagen für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei der Feuerwehr nicht umgesetzt.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

26 Kommentare

  1. 26.

    Ich kenne diese Zustände, weil ich in einer Freiwilligen Feuerwwehr bin. Es ist überall kein Geld zu Verfügung, aber für ein BER und eine Flüchtlingskrise sind Millionen da. Stellt euch mal vor, ein Flüchtlingsheim brennt und dann kommt keiner. Da wurde wie immer am falschen Ende gespart. Das ist erbärmlich für eine Haupstadt, dass keine verkünftige Feuerwehr-, Rettungsdienst- und Polizeifahrzeuge zu Verfügung gestellt werden. Ich lebe in einer Gemeinde und wir mussten 10 Jahre kämpfen, dass wir ein Fahrzeug bekommen. Wir haben ein 190.000 Euro Fahrzeug bekommen und dann haben die uns gesagt.
    ,,Ein Fahrzeug über 190.000 Euro reicht für euch aus" Das ist nicht für mich oder andere Feuerwehrkameraden, damit die in Urlaub fahren, sondern damit man dann kommt, wenn Hilfe benötigt wird. Mein Respekt geht an jeden Kameraden, der überhaupt noch für diese Stadt aussteht und sein Leben 365 Tage und rum um die Uhr riskiert. DANKE!

  2. 24.

    Polizistinnen, Freitag, 20.07.2018 10.45 Uhr
    Hoffentlich brennt dem Finanzsenator mal ordentlich der "Arsch". Ich bin Polizistin und uns geht es auch nicht besser.
    Politiker sitzen auf dem Geld und verschleudern es für den BER und sowie neue Unterkünfte für kriminelle Flüchtlinnge.
    "Tolle Politiker, macht weiter so."

  3. 23.

    Die Verantwortlichen haben es nicht nur zugelassen, sondern es regelrecht unterstützt. In Feuerwehrkreisen kursierte zeitweise die Ansicht man wolle das ganze bewusst gegen die Wand fahren damit der Senat endlich Mal was sinnvolles springen lässt.
    Ich persönlich glaube der Fokus liegt schon lange auf dem Gewinnbringenden Sektor Rettungsdienst. Und überall sonst muss gespart werden (auch weiterhin) zur Gewinnmaximierung. Die Feuerwehr ist zum Wirtschaftsunternehmen der Berliner Haushaltskasse geworden und wir sind maximal auf dem besten Weg das letzte Jahr nochmal zu toppen.

  4. 22.

    Da wird sich erst was zum Positiven ändern, wenn der Regierungssitz oder das Abgeordnetenhaus brennt und die Feuerwehr den Eingeschlossenen nicht helfen kann, weil die Technik versagt, oder die Feuerwehrleute nicht zur Verfügung stehen, weil viele wegen Erschöpfung und Überarbeitung krank wurden.

    Das soll KEIN Aufruf sein, diese Hütten anzuzünden!!!

  5. 21.

    Selbst 100mio € für Fahrzeuge werden der Berliner Bevölkerung wenig helfen wenn der Feuerwehrmann sie einfach nicht mehr besetzen kann. Hier muss noch weitaus mehr passieren als eine bloße Erneuerung von Fuhrpark und Ausrüstung.

    Leider ist die Berichterstattung dahingehend mangelhaft bis teilweise nicht vorhanden. Die Stadt fuhr letztes Jahr mit den Rettungsdienst 90mio € ein. Davon blieb nicht ein Cent bei der Feuerwehr geschweige denn vom Feuerwehrmann der seit Jahren auf seine amtsgerechte Bezahlung wartet. Der Frust auf den Wachen ist enorm, doch statt das alles Mal etwas zu entlastet wird immer wieder nochmal nachgetreten. Irgendwann werden die Kollegen einfach zu Hause bleiben weil sie einfach nicht mehr können und am Ende ihrer Kräfte sind.

    Da werden 100mio € nur kurzfristig was daran ändern.

  6. 20.

    Bisschen mehr professionelle Mässigung meine Herren von der Feuerwehr bitte. Kein Senat kann eben mal 100 Millionen neben dem demokratisch beschlossenen Haushalt locker machen. Ich bin sehr dafür das die Feuerwehr im Hinblick auf unser aller Sicherheit personell und technisch top ausgerüstet ist. Ich möchte nicht glauben das die Verantwortlichen der Feuerwehr eine Entwicklung zuliessen...die nun klingt als könne demnächst ein Feuer vielleicht nicht mehr gelöscht werden.
    Also - sind wir auf dem richtigen Weg?

    "Der scheidende Landesbranddirektor, Wilfried Gräfling, sieht die Berliner Feuerwehr nach harten Zeiten auf dem richtigen Weg. Es sei fast schon ein Paradoxon, dass jetzt, wo Finanzmittel und Personal für die Feuerwehr bereitgestellt würden, der Protest so laut geworden sei, so der Landesbranddirektor. Das mache ihn ein bisschen traurig."
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2018/07/Landesbranddirektor-Graefling-Berliner-Feuerwehr-auf-gutem-Weg.html

  7. 19.

    Gibt es noch einen Regierenden Bürgermeister oder nicht?
    Herr Müller, so heißt doch das Phantom, sollte langsam sich der Sache annehmen. Was muss denn erst passieren?

  8. 18.

    Gibt es noch einen Regierenden Bürgermeister oder nicht?
    Herr Müller, so heißt doch das Phantom, sollte langsam sich der Sache annehmen. Was muss denn erst passieren?

  9. 17.

    Gibt es noch einen Regierenden Bürgermeister oder nicht?
    Herr Müller, so heißt doch das Phantom, sollte langsam sich der Sache annehmen. Was muss denn erst passieren?

  10. 16.

    Gibt es noch einen Regierenden Bürgermeister oder nicht?
    Herr Müller, so heißt doch das Phantom, sollte langsam sich der Sache annehmen. Was muss denn erst passieren?

  11. 15.

    Gibt es noch einen Regierenden Bürgermeister oder nicht?
    Herr Müller, so heißt doch das Phantom, sollte langsam sich der Sache annehmen. Was muss denn erst passieren?

  12. 14.

    Gibt es noch einen Regierenden Bürgermeister oder nicht?
    Herr Müller, so heißt doch das Phantom, sollte langsam sich der Sache annehmen. Was muss denn erst passieren?

  13. 13.

    Gibt es noch einen Regierenden Bürgermeister oder nicht?
    Herr Müller, so heißt doch das Phantom, sollte langsam sich der Sache annehmen. Was muss denn erst passieren?

  14. 12.

    Tja liebe Gewerkschaften,
    und nun nicht wundern warum wir alle gegen das Ausmachen der Tonne waren !!!!!
    Ihr habt euch leider schön verarschen lassen und deshalb ist die Stimmung auch euch gegenüber schlecht!
    Es war allen klar, dass vieles nur dumme Versprechen waren.
    Wir forderten ein Handeln, bevor wir die Tonne ausmachen... Euch hat das Wort und eine Unterschrift gereicht.

    Man kann für Berlin nur hoffen das nichts großes an zwei Stellen gleichzeitig passiert.
    Denn dann lieber Senat brennt es richtig, und die Konsequenzen könnt ihr euch dann aufs Hemd schreiben!
    Schlimm genug, dass wir das vorerst ausbaden müssen.

    Ein BF'ler aus Berlin.

  15. 11.

    Finanzsenator Kollatz-Ahnen macht das gleiche wie vor genau 15 Jahren Herr Sarrazin auf dem gleichen Posten! Damals wollte man uns Polizeiazubis auf die Straße setzen, weil man kein Geld mehr hatte, um uns zu übernehmen - schlussendlich wurde daraus eine mehrjährige Anstellung im Angestelltenverhältnis auf Teilzeit. Und die Polizei sah sich auch schon mit völlig veralterten Fahrzeugen konfrontiert...

    Beide haben scheinbar die Angewohnheit Geld wie Dagobert im Speicher zu horten. Nur für was?

    Aber schön, dass Berlin munter aus allen Touristen-Nähten platzt, weiterhin Hotels, Shoppingmeilen und andere Attraktionen ausgebaut werden. Aber klar, wo soll Berlin auch Geld einnehmen...

  16. 10.

    Schon traurig wofür der Senat spontan Geld hat und wofür nicht. Langsam drängt sich doch auf das Herr Sarrazin recht hatte

  17. 9.

    Faktencheck: http://www.lvff-berlin.de/faktencheck/

  18. 8.

    Wenn dann sollten keine Leute hingehen nur der Feuerwehr Chef und nur den oder die Schlüssel abnehmen und gleich wieder gehen .
    Diese Senatoren mit nicht Achtung Strafen .

  19. 7.

    Bei diesem Senat wundert ein gar nichts mehr, der BER wird „überschüttet“ mit Geld, aber die Sicherheit wird kaputt gespart.
    Muss wohl erst ein Angehöriger der Politiker was erleiden das reagiert wird.
    Der Finanzsenator ist auch nur ein Zugereister

Das könnte Sie auch interessieren