In der Nacht zum 15.04.2017 war ein Brandanschlag auf eine Asylunterkunft in Kremmen verübt worden. (Quelle: rbb Fernsehen/Brandenburg aktuell)
Bild: rbb Fernsehen/Brandenburg aktuell

Bundesgerichtshof zuständig - Revision gegen Brandanschlag-Urteil zu Kremmen eingelegt

Mit dem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Kremmen (Oberhavel) wird sich möglicherweise bald der Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigen müssen. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Verteidiger einer der Angeklagten haben Revision eingelegt. Man wolle das schriftliche Urteil insbesondere hinsichtlich des Tötungsvorsatzes des Hauptangeklagten überprüfen, sagte der leitende Staatsanwalt, Wilfried Lehmann.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte das Landgericht Neuruppin einen 29-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten wegen versuchter schwerer Brandstiftung verurteilt. Ein 35 Jahre alter Mitangeklagter wurde zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Gericht: fremdenfeindliche Motive

Zum Prozessauftakt Ende März hatte der 29-Jährige gestanden, in der Nacht zu Ostersamstag 2017 zwei Brandsätze auf ein Haus der umzäunten Flüchtlingsunterkunft in Kremmen geschleudert zu haben. Er wollte den Bewohnern der Unterkunft "einen Schrecken" einjagen, sagte er damals vor Gericht. Verletzt wurde niemand.

Das Gericht habe beim Strafmaß zulasten des Angeklagten berücksichtigt, dass die Tat aus fremdenfeindlichen Motiven verübt worden sei, "die auf niedrigster Stufe stehen", sagte eine Gerichtssprecherin nach der Urteilsverkündung.

Ein Monat Zeit für Revisionsbegründung

Die Anklage hatte in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und drei Monaten wegen versuchten Mordes und versuchter besonders schwerer Brandstiftung gefordert. Für den 35-jährigen Mitangeklagten plädierte Staatsanwalt Torsten Lowitsch auf vier Jahre und drei Monate Haft. Verteidiger Christoph Balke hatte für seinen Mandanten Freispruch gefordert und legte nun Revision ein.

Wann sich der BGH mit dem Fall beschäftigen wird, ist offen. Nachdem das Urteil den Parteien zugestellt worden ist, haben sie einen Monat Zeit, die Revision zu begründen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.07.2018, 14:30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Objektiv erfolgte "nur" Sachbeschädigung. Der "Rest" ist subjektive Sicht.

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