Polizisten mit Waffen und Warnwesten bei einem Einsatz in Berlin (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 10.08.2018 | Interview mit Barbara Slowik | Bild: dpa/Paul Zinken

Tausende Beamte gehen in Ruhestand - Slowik verteidigt Idee für Polizei-Nachwuchs aus dem Ausland

Die Berliner Polizei sucht händeringend Nachwuchs. Die Arbeit in der Großstadt ist jedoch anstrengend, die Bezahlung mau. Für ihren Vorschlag, EU-weit Stellen auszuschreiben, erntete Polizeipräsidentin Slowik kürzlich Kritik. An ihrer Haltung ändert das jedoch nichts.

Die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik hat ihren Vorschlag verteidigt, auch im EU-Ausland um Personal zu werben. Das sei eine Maßnahme unter vielen, um ausreichend Nachwuchs zu gewinnen, sagte Slowik am Freitag in der rbb-Abendschau. In den kommenden zehn Jahren würden etwa 10.000 Polizisten in den Ruhestand gehen. Diese Stellen müssten neu besetzt werden, so Slowik. Zudem würden zusätzliche Polizisten benötigt, weil die Stadt wachse.

Bei der Bezahlung ist Berlin "auf dem Weg ins Mittelfeld"

Slowik betonte, es sei schon einiges getan worden, um den Polizeidienst attraktiver zu machen, um Kandidaten aus Deutschland anzusprechen. Ausstattung und Bezahlung seien verbessert worden. "Wir haben so zugelegt, dass wir uns auf dem Weg ins Mittelfeld bewegen bei der Bezahlung", so Slowik. Sie wiederholte auch ihren Vorschlag, möglicherweise Führerscheine zu bezahlen oder Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Bei der Suche nach Personal seien aber noch weitere Maßnahmen nötig, betonte Slowik. "Eine dieser ganzen Maßnahmen kann auch sein, sich an geeignete junge Leute in EU-Staaten zu wenden."

Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus hatte den Vorstoß für Polizei-Nachwuchs aus dem EU-Ausland massiv kritisiert. CDU-Fraktionschef Burkard Dregger kommentierte: "Ich will keine Söldner für Sicherheit und Ordnung in unserer Stadt, auf deren Loyalität wir uns nicht hundertprozentig verlassen können."

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik im Studio der rbb-Abendschau am 10.08.2018 (Quelle: rbb/Abendschau)
Bild: rbb/Abendschau

Nach 100 Tagen im Amt zog die Polizeipräsidentin, Nachfolgerin von Klaus Kandt, grundsätzlich eine positive Bilanz für ihre Arbeit: Die Berliner Polizei sei deutlich präsenter im öffentlichen Raum, unter anderem durch die neuen mobilen Wachen. Die Kriminalitätszahlen seien deutlich gesunken.

Kommentar

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14 Kommentare

  1. 14.

    Diese Entwicklung basierte auf dem Irrglauben, das wenn zb.in Essen so und soviel Beamte auf 10000 Einwohner ausreichend sind, dieser Schlüssel auch auf Berlin anwendbar sei. Nur sind wir nicht Lüdenscheidt- Nord, hier wird eine andere Musik gespielt. Auch, daß die Polizeien beider Stadthälften, und ihre untergeordneten Anhänge zu. Freiwillig. Polizeidienst aufgrund der politischen Lage vor 89 eine hohe Mannschaftsstärke und paramilitarisch ausgerüstet waren, zb. MG, Sturmgewehre, ließ im Lager des linken Spektrum die Forderung aufkommen, stark abzurüsten, auch aufgrund der Erfahrungen und Feindbilder im Rahmen der Hausbesetzerkrawalle. Öffentlichkeitswirksame Einheiten, wie Orchester, Reiter, oder Motorrad- Show Staffel ausgelöst oder abgegeben. Das öffentliche Bild und damit die Akzeptanz wurde demontiert. Diese Vorgehensweise hat sich nun bitter gerächt. Das der Senat nun endlich aufgewacht ist kommt fast zu spät.

  2. 13.

    Das in den nächsten Jahren 10000 Polizisten in den Ruhestand gehen war bereit bei deren Einstellung in den Polizeidienst bekannt. Wenn ich aber drei Jahre lang keinen Nachwuchs einstelle brauche ich mich nicht wundern wenn jetzt ein riesiges Loch klafft. Hier haben Politik und Polizeiführung mal richtige „Arbeit“ geleistet und jammern jetzt rum.

  3. 12.

    Es ist schon schwierig wenn der Arzt Inder Notaufname nur Buisenes Deutsch spricht, da kommt es zu Fehleinschätzungen!
    Wenn aber der Polizist auch die gleiche Sprachqualität aufweist gibt es mit Gewissheit........
    Liebe politische Eliten fangt an zu verstehen was hilft, Nachhaltigkeit!
    Fachkräfte kann man nicht ausbilden sie bilden sich heraus aus einer Vielzahl von fachlich Gebildeten und durch regelmäßiges Tun im Thema stehenden Mitmenschen.

  4. 11.

    Es ist schon schwierig wenn der Arzt Inder Notaufname nur Buisenes Deutsch spricht, da kommt es zu Fehleinschätzungen!
    Wenn aber der Polizist auch die gleiche Sprachqualität aufweist gibt es mit Gewissheit........
    Liebe politische Eliten fangt an zu verstehen was hilft, Nachhaltigkeit!
    Fachkräfte kann man nicht ausbilden sie bilden sich heraus aus einer Vielzahl von fachlich Gebildeten und durch regelmäßiges Tun im Thema stehenden Mitmenschen.

  5. 10.

    Es werden genug Leute angeworben, so oder so, nur andere. In die Berliner Polizei und übrigens auch andere staatliche Institutionen drängten in früheren Zeiten junge Menschen überwiegend aus der bürgerlich konservativen Mitte der Gesellschaft. Ich kenne ganze Polizistendynastien, der Opa, der Vater sie waren alle schon bei Polizei, Zoll oder Militär. Heute raten diese Eltern ihren Kinder dort auf keinen Fall anzufangen. Es gab da einen totalen Ansehensverlust des Berufes, vor allem in Berlin.
    Mittlerweile rekrutiert sich (auch aufgrund eines allgemeinen Bildungsverlustes, aber nicht nur) ein gewisser Teil pauschal aus der oberen Unterschicht. Teilweise mit fatalen Folgen in Punkto Allgemeinbildung und Interessen.

  6. 9.

    Da sie die"guten Österreicher"in ihrem Text erwähnen, der größte Verbrecher der deutschen Geschichte war Österreicher, und die wiener Gestapo hatte einen üblen Ruf. Die vorgefertigte Meinung einiger, aufgrund von Herkunft einen Hang zur Kriminalität und Rechtsbruch zu prognostizieren wird spätestens durch diese Herren ad absurdum gestellt.

  7. 8.

    Sie haben vollkommen recht, die Einstellung zu Recht und Gesetz ist das Maß der Dinge, die einen Menschen bewegen, diesen Berufsweg einzuschlagen. Und das einige Personen, die weder vor Ort waren, noch einen polizeilichen Hintergrund haben, solche Forderungen aufstellen, ist ihr gutes Recht,aber es sind eben nur Forderungen. Die Rechtslage, nach der die Beamten handeln können oder müssen, ist eine andere. Und nur diese ist von Interesse. Ich kann deshalb ihren Versuch, irgendwelche Träumereien von einzelnen Personen als Fakten darzustellen, nicht nachvollziehen.

  8. 7.

    Also zugespitzt gesagt: Ach die Berliner Polizei ist so unfähig und unzuverlässig, einfach weil die Schulen in Berlin so schlecht sind (und das soziale Umfeld allgemein), da kann man auch mal aus anderen EU-Staaten versuchen anzuwerben (in denen noch nicht der Anstand und die öffentliche Ordnung zusammengebrochen sind).

  9. 6.

    Eine Frage bleibt offen: Was passiert wenn nicht genug Personal gewonnen werden kann?

  10. 5.

    Wie wunderbar doch wieder gelogen wurde!
    Jeder Polizist, der sich diese Sendung angesehen hat, dem wurde doch mit Vorsatz in die Fresse geboxt! Anders kann man das wirklich nicht sagen.
    Wo sind sie denn, die von der Pol.-Präsidentin angesprochenen Verbesserungen?
    Wo sind denn die "neuen" Schutzwesten? Die Berliner Polizei bekommt lediglich neue Hüllen, die Westen, der ballistische Schutz, der Teilweise schon weit über 10 Jahre alt ist, der wird weiter getragen und auch nicht zur einer Überprüfung heran gezogen.
    Nicht die neue Hülle schützt das Leben eines Polizisten, sondern sein Innenleben!
    Die Bezahlung bewegt sich Richtung Mittelfeld im deutschen Durchschnitt?
    Echt? Wann? Wie SIND immer noch ganz hinten, wir belegen den letzten Platz. Und dennoch sind die Berliner Kollegen in ihrer Motivation ganz weit vorne.
    Hier alles zu notieren wäre Abendfüllend. Ich sage nur: glaubt nicht alles, was euch die Politik und die polizeiliche Führung vorgaukelt. Alle werden für dumm verkauft.

  11. 4.

    Polizist werden zu wollen ist doch keine Frage des Geldes. Wer sich für diesen Beruf entscheidet möchte anderen Menschen helfen und Kriminelle ihren gerechten Strafen zuführen. Und hier liegt meiner Meinung nach das Hauptproblem, da Polizisten mit dieser Einstellung allein auf weiter Front stehen. Wenn Politiker fordern das Polizisten in Moscheen ihre Schuhe ausziehen, länger diskutieren sollen, wenn jemand mit einem Messer auf sie zukommt oder aber um nicht als Rassist zu gelten nicht mehr die Menschen kontrollieren dürfen die dieser Klientel optisch ähnlich sehen. Ich habe noch keinen der üblich besorgten Grünen gehört, wenn Polizisten zusammen geschlagen oder mit dem Messer verletzt wurden.
    Wie kann es denn sein, das Intensivstraftäter immer wieder aus der Polizeiwache rausspazieren können ohne das ihre Straftaten Konsequenzen haben? Wieso geht man nicht massiv gegen die Personen vor, die Polizisten und Richter bedrohen?

  12. 3.

    Das Anwerben von jungen Menschen aus anderen EU-Staaten, um sie zu Polizeibeamten auszubilden ist eine von vielen Maßnahmen der Polizei zur Nachwuchsgewinnung. Und ich finde sie gut! Jeder soll im öffentlichen Dienst gleiche Chancen und Möglichkeiten haben sich beruflich zu entwickeln. Unsere Stadt ist bunt und vielfältig, wie auch unsere Polizei. Herr Dregger dagegen unterstellt Menschen aus anderen EU-Staaten, sie seien illoyale Söldner. Meint er damit eher den „faulen“ Südländer oder den „klauenden“ Osteuropäer? Die „guten“ Skandinavier, Österreicher oder Niederländer kann er sicher nicht meinen. Über die liest man ja nichts Schlimmes in den Zeitungen. Dreggers Menschenbild ist verachtend und voller Vorurteile. Die AfD-Fraktion kann solche Leute immer gebrauchen.

  13. 2.

    Ich kann mich noch gut an den Zwergenaufstand erinnern ,der gemacht wurde, als die Frage aufkam, ob auch Frauen zum Polizeivollzugsdienst zugelassen werden sollen. Von der Problematik getrennter sanitärer Anlagen, bis zum Untergang des Abendlandes. Es ist nicht untergegangen. Also, einfach mal ausprobieren, und schauen was geht.

  14. 1.

    Ach ja, und wer will Söldner im Deutschen Bundestag? Wie die Regierungspolitiker zur Bildung Deutschlands stehen, ist doch z. B. am Existenzminimum und an Leistungen für behinderte Menschen überaus deutlich erkennbar. Bildungspaket für 10,- Euro sagt doch schon alles! Der Polizeidienst auf der Straße ist zum Verheizerjob mutiert, weil die Ursachen nicht beseitigt wurden. Ich bezweifle, dass die Berliner Bevölkerung weder unfähig noch zu ungebildet ist, die Polizei des Bundeslandes Berlin aus eigenen Kräften dienstfähig zu halten. Berlin braucht mehr Justizvollzugsanstalten: für betrügerische Politiker und notorische Rechtsbrecher!

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