Symbolbild: Junge Polizisten bei ihrer Ernennungsfeier in Berlin. (Quelle: dpa/Jutrczenka)
Bild: dpa/Jutrczenka

Mangel an Bewerbern - Berliner Polizei will Nachwuchs im EU-Ausland suchen

Bereits mehrmals hat die Berliner Polizei Bewerbungsfristen verlängert - erst vor wenigen Tagen auf unbestimmte Zeit. Nun kündigt die Behördenspitze an, junge Polizisten könnten künftig auch aus anderen Ländern der EU kommen.

Angesichts des Mangels an Nachwuchs will die Berliner Polizei Bewerber künftig auch im EU-Ausland suchen. Potenzielle Kandidaten könnten über die Goethe-Institute in den EU-Ländern Deutsch lernen und Sprachtests absolvieren, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik. Angesprochen werden könnten junge Leute, die in ihren eigenen Ländern auf der Straße stehen.

Es sei nicht ganz einfach, ausreichend geeignete Bewerber zu finden, so die Präsidentin. Die Polizei müsse attraktiver werden. "Im Kern geht es um eine bessere Bezahlung." Denkbar sei auch, Bewerbern günstigen Wohnraum bereitzustellen oder den Erwerb des Führerscheins zu finanzieren. Eine weitere Idee sei es, ein Oberstufenzentrum einzurichten, das Jugendliche auf einen Beruf im Bereich der öffentlichen Sicherheit vorbereite. So etwas gibt es in Berlin bereits für die Branchen Bau, Handel und Sozialwesen.

2017 Bewerbungsfrist drei Mal verlängert

Erst Ende Juli hatte die Polizei in Berlin den Zeitraum für Bewerbungen zur Ausbildung auf unbestimmte Zeit verlängert. Eingestellt werden sollen 312 Anwärter im mittleren Dienst sowie 210 im gehobenen Dienst der Schutzpolizei und rund 90 Auszubildende im gehobenen Dienst der Kriminalpolizei. Interessierte können sich weiterhin über das Bewerberportal der Polizei bewerben.

Bereits Ende Januar 2018 hat die Polizei ihr Bewerbungsfenster nach hinten verschoben. Start der Bewerbungsphase war damals der 1. Dezember 2017. Im vergangenen Jahr hat die Polizei die Bewerbungsfrist gleich drei Mal verlängern müssen, um ausreichend geeignete Kandidaten für eine Ausbildung zu bekommen.  

Slowiks Ziel ist es, wieder 19.000 Vollzugsbeamte auf die Straße zu bringen. Derzeit sind es nach ihren Angaben rund 17.000. 

Sendung: Fritz, 04.08.2018, 12.30 Uhr

Kommentar

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29 Kommentare

  1. 29.

    Ist ja zum Mäuse melken, die da oben merken aber auch gar nix. Fachkräfte sind in Hülle u. Fülle doch schon längst da. Schickt eure Mitarbeiter mit Bewerbungsunterlagen in Flüchtlingsunterkünfte. Die zum Teil kampferfahrenen, jungen Männer freuen sich bestimmt auf einen lukrativen Job. Es lebe die Einheitspartei. Vorwärts immer, rückwärts nimmer!!!

  2. 28.

    Zitat:
    "Angesprochen werden könnten junge Leute, die in ihren eigenen Ländern auf der Straße stehen."

    Warum so weit?
    Wenn sich hier in Berlin Rumänen und Bulgaren als EU-Bürger in Deutschland das Kabbeln bekommen, können doch gleich Bewerbungsunterlagen von den Polizeibeamten ausgehändigt werden.
    Da entfallen doch gleich die Kosten der Anreise.

  3. 27.

    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
    Art 33

    (1) Jeder Deutsche hat in jedem Lande die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.
    (2) Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.
    (3) Der Genuß bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte, die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sowie die im öffentlichen Dienste erworbenen Rechte sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis. Niemandem darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnisse oder einer Weltanschauung ein Nachteil erwachsen.
    (4) Die Ausübung hoheitsrechtlicher Befugnisse ist als ständige Aufgabe in der Regel Angehörigen des öffentlichen Dienstes zu übertragen, die in einem öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis stehen.
    (5) Das Recht des öffentlichen Dienstes ist unter Berücksichtigung der hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums zu regeln und fortzuentwickeln.

  4. 26.

    Die Verfassung von Berlin (Artikel 20) besagt: "(1) Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung. Das Land ermöglicht und fördert nach Maßgabe der Gesetze den Zugang eines jeden Menschen zu den öffentlichen Bildungseinrichtungen, insbesondere ist die berufliche Erstausbildung zu fördern." Und was sagt die Realität dazu?

  5. 25.

    Schlimmer geht's immer. Was sagt da eigentlich die Verfassung dazu?

  6. 24.

    ... noch ein grund mehr, AfD zu wählen! ... "sie sind keine deutsche, können die sprache nicht, sie wissen doch überhaupt nicht was demokratie ist ... Und dann sollen Diese bundes-/landes-Hoheitliche Aufgaben Vollziehen ??? ! " ja sagt mal - geht´s noch ? ! "

  7. 23.

    Gute Idee, Menschen aus anderen Kulturen Dienst bei der Polizei anzubieten. Sie vermögen die deutsche Sprache in Schrift und Wort oft besser zu beherrschen als die Hiesigen! Und vielleicht haben Sie Respekt- was man von der deutschen Polizei nicht behaupten kann!

  8. 22.

    Zitat: "...... WER SCHÜTZT EIGENDLICH DIESE UNSERE BESCHÜTZER???" Antwort: Jedenfalls nicht diese PolitikversagerInnen, die mit Sparwahn und Inkompetenz unser Land kaputt chaotisieren. Wie bei der Diesel-Software: Wenns kostet, wird auf Ignoranz umgeschaltet!

  9. 21.

    WER WILL DENN NOCH ZUR POLIZEI??
    - ÜBERSTUNDEN OHNE ENDE
    - MÜSSEN SICH ANSPUCKEN UND ANPÖPELN LASSEN
    - DÜRFEN SICH ALS PUFFERZONE ZWISCHEN ZWEI DURCHGEKNALLTE RANDALEGRUPPEN STELLEN UND WERDEN DAZU NOCH VON DER PRESSE NIEDERGEMACHT, WENN MAL ZURüCKGESCHLAGEN WIRD... EINFACH WEIL DIE NERVEN BLANK LIEGEN ODER KOLLEGEN BLUTEND AM BODEN LIEGEN...
    ...... WER SCHÜTZT EIGENDLICH DIESE UNSERE BESCHÜTZER???
    KEINER! DIE POLITIK LÄSST SIE VOLL IM STICH
    TRAURIG TRAURIG ODER?

  10. 19.

    Auch Potsdamer-, Bülow-, Kurfürsten-, Frobenstraße? Seit der vom Bundesverfassungsgericht mit Urteil von 2010 abgesegneten Volksverdummung durch HartzIV (existentielle Bildung unter 2,- Euro/ mtl.), braucht sich hierzulande niemand mehr über die Auswirkungen zu wundern. Zitat: "Bildung ist wichtig für die Fähigkeit des Menschen, sich für die eigenen Rechte einzusetzen und sich im solidarischen Einsatz für grundlegende Rechte anderer zu engagieren." https://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Bildung

  11. 18.
    Antwort auf [Andreas] vom 05.08.2018 um 15:59

    Ich habe vielleicht keine Ahnung von Hartz IV, treffe aber häufig arbeitsbedingt dessen Empfänger. Das stellt meine durchaus vorhandene Empathie noch häufiger auf eine harte Probe.

  12. 17.

    Warum in die Ferne schweifen, wenn das Ferne liegt so nah? Es gibt doch genügend Hartz-IV-Empfänger. Mann könnte es doch erst einmal mit denen probieren. Die können wenigstens (ansatzweise) Deutsch.

  13. 16.

    Tja, ist den heute schon der 1. April ???? Denn das muss er sein, so einen "Scherz" habe ich seit langem nicht mehr gehört. Lieber Senat, einfach mal den Beruf besser bezahlen und bessere Arbeitsbedingungen schaffen und sich nicht jeden Tag alles "schön" reden. Siehe die medienwirksame und selbst darstellerische "Einführung" der mobilen Wachen durch den Innensenator und seiner neuen Polizeipräsidentin.
    Eine Frage hätte ich dann aber noch: Bleibt dann DEUTSCH als AMTSSPRACHE ? Oder benötige ich bei einer Unfallaufnahme dann zusätzlich einen Dolmetscher ?

  14. 15.

    Neben arbeitslose Andalusier könnte die Berliner Polizeibehörde beispielsweise auch prüfen das EU - Gebiet Sizilien, Süditalien und die Beitrittskandidaten Albanien und Nord-Makedonien in die Suche mit einzubeziehen.
    Sicherlich gibt es dort genügend junge Leute die sich stark für den Polizeidienst interessieren! Dortige rückständige Behörden ihnen leider aber den Eintritt in den öffentlichen Dienst aufgrund ihrer Herkunft aus gewissen Familien versagt haben. Wir haben ja damit kein Problem, wenn der Betreffende selbst aus kriminellen Handlungen herausgehalten wurde!
    Deutschland und mit ihm das Land Berlin als Vorreiter könnte auch in dieser Hinsicht ein weiteres Vorbild für die anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union werden. Ich denke wir könnten unsere Nachbarn da mal wieder etwas überraschen ;-)

  15. 14.

    Super Idee. Auch in den Jugendämtern der Stadt fehlen viele Sozialarbeiter. Übrigens ein in Berlin ebenso schlecht bezahlter Beruf. Da könnte doch auch in Rumänien oder im Libanon nach Menschen "auf der Strasse" gesucht werden. Kenntnisse der deutschen Sprache wären da auch nicht wichtig.

  16. 13.

    lach..da hat wohl jemand bei Herr Spahn geschmult......
    na ob materielle Anreize dazu beitragen, daß wir nicht nur Bewerber , sondern auch die entsprechende Haltung, Einstellung zum Polizeiberuf bekommen bezweifle ich sehr stark...Menschen werden durch eine günstige Wohnung und einem gratis Führerschein nicht verändert....

  17. 12.

    ..genau das trifft den Nagel auf den Kopf!
    Besser kann man es nicht formulieren - Danke dafür.
    Man kann doch auch jeden Tag lesen, daß straffällig gewordene erstmal wieder nach Hause gelassen werden - wo gibts denn sowas...
    Was hatten wir Kinder für einen Respekt vor dem ABV, heute machen sich Kinder über diese Uniformträger eher lustig (falls denn mal einer zu sehen ist). Nein, diese Uniform ist das Tragen nicht mehr wert.

  18. 11.

    Achso, jetzt geht die Berliner Polizei mit ihren schlechten Angeboten/Vorraussetzungen auch im Ausland „werben“? Klar, so wird das sicher viel besser. Da war wohl einer mal wieder zu oft Kreide holen, anstatt aufzupassen.

  19. 10.

    War alles schon mal da. Führerschein, Unterkunft und eine Ausbildungsvergütung, die sich klar von anderen Berufen abhob. Und zu dieser Zeit war dementsprechend attraktiv, in den Polizeidienst einzutreten. Auch gab es die Möglichkeit, seine mittl. Reife parallel zu erwerben. Also, back to the roots, Frau Präsidentin, dann klappt es auch mit dem Nachwuchs. Das Sicherheit nach Kassenlage nicht darstellbar ist, dürften die letzten 20 Jahre klar gezeigt haben.

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