Bildungssenatorin Sandra Scheeres, SPD, die Charlottenburg-Wilmersdorfer Bildungsstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD), der Leiter des Gottfried-Keller-Gymnasiums, Uwe Kany. (Quelle: rbb/Thorsten Gabriel)
Audio: Inforadio | 13.08.2018 | Thorsten Gabriel | Bild: rbb/Thorsten Gabriel

Schulsanierung in Berlin - Manchmal muss man auch Mauern einreißen

In einer Woche beginnt in Berlin der Unterricht wieder - das kann man sich in manchen Schulen allerdings kaum vorstellen, so sehr ist dort noch Baustelle. Die Verantwortlichen aber strahlen auch angesichts unverputzter Wände Zuversicht aus. Von Thorsten Gabriel

Im Gottfried-Keller-Gymnasium in der Nähe des Mierendorffplatzes wird ganz offensichtlich gebaut: Baustaub vernebelt den Blick, es ist stickig und laut. Mittendrin, in einem baustellenverdreckten Klassenraum mit offener Decke und herunterhängenden Kabelsträngen steht Schulleiter Uwe Kany zusammen mit Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Vom Zustand des Raums zeigt sich Kany erstaunlich wenig beeindruckt – obwohl in einer Woche wieder die Schule beginnt. Dieses dicke Fell hatte er allerdings nicht immer, gibt Kany zu: "Da wäre mir vor zwei Jahren noch das Herz stehengeblieben."

Aber Kany ist mittlerweile Schulsanierungsexperte, denn in seinem Gymnasium wird seit Jahren Stück für Stück modernisiert. Und der Schulleiter weiß mittlerweile, dass es ratzfatz geht, Kabel in einem Schacht zu verstauen.

In Spandau und Pankow wird am meisten gebaut

Und das Gottfried-Keller-Gymnasium ist nicht die einzige Schule Berlins, in der in diesen Ferien gebaut wurde. "Die Bezirke haben insgesamt 387 Sanierungsmaßnahmen an über 270 Schulen in Planung und in Umsetzung“, erklärt Senatorin Scheeres.

Die meisten Schulbaustellen gibt es in Spandau und Pankow. Aber auch in Reinickendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf wird viel saniert. Und zwar so ziemlich alles, erklärt Scheeres: "Angefangen von Dachsanierungen, Fassaden, dass Fenster repariert oder komplett ausgetauscht werden, Fußböden saniert/komplett ausgetauscht werden, Sanitäranlagen, Verschattung/Jalousien, Sanierung von Turnhallen, Sanierung von Mensen und Fachräumen.“

Unterricht in Containern nur wenn unbedingt nötig

Fertig sind die meisten Bauarbeiten in der letzten Schulferienwoche noch nicht. 30 Baumaßnahmen seien es in ihrem Bezirk, sagt Charlottenburg-Wilmersdorfer Bildungsstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD). Und alles, was für den Unterricht ist, soll bis zum Schulstart fertig werden: "Und auch die Maßnahmen, die wahnsinnig viel Lärm machen und vom Unterricht ablenken - auch die werden fertig."

Auch berlinweit soll es Behelfsunterrichtsräume in Containern nur dann geben, wenn es unbedingt nötig ist.

Außenansicht der Schule. (Quelle: rbb/Thorsten Gabriel)Baucontainer vor dem Gottfried-Keller-Gymnasium

Manchmal muss man auch Mauern einreißen

Für Schulleiter Uwe Kany bedeutet Sanierung aber nicht nur Reparatur von vernachlässigter Infrastruktur. Er hat sich dafür eingesetzt, dass es dabei auch zu pädagogischen Verbesserungen kommt. Denn für seine Schule stellen sich noch ganz andere Fragen, sagt er: "Ein Ganztagsgymnasium braucht natürlich Arbeitsmöglichkeiten in der Schule, weil ja eigentlich keine Hausaufgaben mehr aufgegeben werden sollten." Wie es gelingen könne, in einem klassisch-wilhelminischen Schulgebäude Arbeits- und Aufenthaltsmöglichkeiten für Schüler zu schaffen? Ein Beispiel kann er aus einem gerade fertig gestellten Sanierungsprojekt nennen: "Am einfachsten, indem man vielleicht ein paar Wände aufstemmt und aus drei Klassenräumen dann einen großen Mediotheksraum macht."

Insgesamt investiert das Land Berlin derzeit und in den nächsten Jahren mehr als fünf Milliarden Euro in die Sanierung und den Neubau von Schulen.

Beitrag von Thorsten Gabriel

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