Ein Paar unterhält sich mit einem Polizisten vor der Polizeiwache am Berliner Alexanderplatz (Quelle: imago/Joko)
Audio: Inforadio | 14.08.2018 | Holger Hansen | Bild: imago/Joko

Bilanz von Rot-Rot-Grün - Ab Herbst sollen 200 neue Polizisten eingestellt werden

Mehr Polizisten, schnellere Feuerwehren: Alles Versprechen der rot-rot-grünen Koalition. Einiges hat sich schon getan, es gibt jetzt eine Kombi-Wache am Alex. Doch reicht das im Kampf gegen die Kriminalität? Von Holger Hansen

Der Alexanderplatz ist ein beliebter Treffpunkt und Touristenmagnet, aber auch einer von Berlins  kriminalitätsbelasteten Orten. Deshalb will Rot-Rot-Grün die Präsenz der Polizei hier deutlich verstärken. "Am Alexanderplatz wird die Koalition ein Wache einrichten", ist im Koalitionsvertrag zu lesen. Seit Ende 2017 steht nun die Kombi-Wache zwischen Kaufhaus und Weltzeituhr.

"Alex-Wache nur ein Service für die Bürger"

Sie ist rund um die Uhr mit Berliner Polizisten, Bundespolizisten und Mitarbeitern des Ordnungsamts besetzt. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat Wort gehalten, sagt Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Gleichzeitig dämpft er die Erwartungen. "Es ist in erster Linie ein zusätzlicher Bürgerservice, weil die Kollegen in der Alex-Wache zwar als Ansprechpartner da sind, aber das kann die Kriminalität auf dem Alexanderplatz allein nicht bekämpfen", so der GdP-Sprecher.

Außerdem sind fünf mobile Polizei-Wachen an wechselnden Orten in schwierigen Kiezen unterwegs. Auch dafür werden mehr Polizisten gebraucht. "Das Personal für die rund 1.000 unbesetzten Stellen bei der Polizei soll schnellstmöglich eingestellt werden", steht im Koalitionsvertrag. Doch fast 500 sind noch immer nicht besetzt. 

200 neue Polizisten ab Herbst

GdP-Sprecher Jendro kennt die Schwierigkeiten. Wenn eine Stelle besetzt werden soll, beginne die Suche. "Es müssen sich erst einmal Leute bewerben, dann gibt es Auswahlverfahren. In vielen Bereichen, beispielsweise im polizeiärztlichen Dienst oder auch bei IT-Experten, ist es nicht ganz so einfach, Leute zu bekommen", erklärt Benjamin Jendro. "Im Vergleich zur freien Wirtschaft kann die Berliner Polizei nicht so viel bieten – gerade auch auf finanzieller Ebene. Und dann hat man auch nicht so viele Bewerber."

Zumindest 200 frisch ausgebildete Polizisten sollen noch in diesem Herbst kommen, verspricht Innensenator Geisel.

Auch Feuerwehr fehlt Personal

Auch der Berliner Feuerwehr fehlt Personal. Die Zahl der Einsätze ist enorm gestiegen – auf 1.500 pro Tag. Das Ziel der Koalition, im Rettungsdienst eine Eintreff-Zeit von acht Minuten in der ganzen Stadt zu gewährleisten, erscheint ehrgeizig. Gegenwärtig beträgt die durchschnittliche Wartezeit zehn Minuten, im Einzelfall können es sogar bis zu 20 Minuten sein.

Die Belastung des Rettungsdienstes gebe es auch in anderen Städten, erklärt der neue Landesbranddirektor Karsten Homrighausen bei seiner Vorstellung. Doch als Problem sieht er nicht nur das fehlende Personal, sondern auch das Notruf-Verhalten der Bevölkerung: "Wie sieht es aus mit der Selbsthilfe-Fähigkeit der Bevölkerung?", fragt Homrighausen. Wo früher eher in der Familie beispielsweise zu Wadenwickeln oder ähnlichem geraten worden ist, werde jetzt zu häufig der Notruf betätigt. "Es sind sehr viele Facetten, die zu dieser hohen Belastung führen."

Der Senat hat 350 neue Stellen für die Feuerwehr bewilligt, Knapp 100 neue Rettungsfahrzeuge sollen angeschafft werden. Das Geld dafür steht bereit.

Das Fazit diese Versprechens der Koalition: Einige Ziele aus dem Koalitionsvertrag-Vertrag sind umgesetzt, aber nicht alle. Vor allem dem Personalmangel bei Polizei und Feuerwehr muss der rot-rot-grüne Senat weiter entgegenwirken.  

Beitrag von Holger Hansen

Kommentar

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8 Kommentare

  1. 8.

    200 neue Polizisten? Aber wieviele gehen in den Ruhestand? Am Ende geht die Rechnung nicht auf.

  2. 7.

    Was soll das für eine Zeichen für die Bevölkerung sein, wenn auf der einen Seite die Polizei mit 200 neuen Beamten aufgestockt wird, aber der Regierende mit einer schwerst gepanzerten Limousine durch Berlin fährt, die man intern auch "The Beast" nennt? Peinlich, wenn ein bedeutungslosen Mensch sich so in die Vordergrund spielt, statt die Probleme der Stadt in die Hand zu nehmen.
    Der Frosch ins SEINE Angst. Für uns Bürger bleibt eben nur der Trostpreis 200 neue Polizisten. Die werden bestimmt abgestellt, um den Frosch zu beschützen. Keine Eier, kein Mum, kein Charakter, keinen Selbstwert.

  3. 6.

    ... Gegenteiliges ... Begründung: Als Nomen verwendete Adjektive und adjektivische Partizipien werden großgeschrieben. http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Gross-klein/Nominalisierung.html#Anchor-Als-49575

  4. 5.

    Selbstverständlich. Die hatten die Eingestellten immer und werden sie weiterhin haben. Wer gegenteiliges sagt, lügt.

  5. 4.

    Zitat: "Doch reicht das im Kampf gegen die Kriminalität?" - Joke of the Day!

  6. 3.

    Ich lese beim Thema Berliner Feuerwehr immer sollen und nochmals sollen. Wenn ich für jedes sollen der letzen Jahre eine Gehaltserhöhung bekommen hätte, würde ich mehr auf dem Konto haben als Ronaldo.
    Aber Realität ist, wie kommen immer später mit immer weniger Leuten.

  7. 2.

    Hetze und Angstmacherei der untersten Schublade. Und vor allem wird den Vollzugsbeamten die Kompetenz zur Auftragserfüllung abgesprochen. Wer als Staat solche auf"Recht und Ordnung"pochende Bürger hat, braucht keine Feinde.

  8. 1.

    Mit oder ohne profunden Deutschkenntnissen?

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