Sommerinterview mit Sebastian Czaja (Quelle: rbb)
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Video: Abendschau | 25.08.2018 | Bild: rbb

Sommerinterview | Sebastian Czaja (FDP) - Czaja setzt in der Tegel-Debatte auf Brandenburg

Mit ihrer Forderung, den Flughafen Tegel offen zu halten, zog die FDP ins Berliner Abgeordnetenhaus ein. Im Abendschau-Sommerinterview fordert Fraktionschef Sebastian Czaja jetzt mehr Druck auf Brandenburg, mehr Geld für die Feuerwehr und Strom im Bus.

Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Berliner Abgeordnetenhaus, Sebastian Czaja, setzt in der Diskussion um eine mögliche Offenhaltung des Flughafens Berlin-Tegel auf Hilfe aus Brandenburg. Die Debatte im Brandenburger Landtagswahlkampf zeige, dass man erkannt habe, dass Tegel im Parallelbetrieb zum BER offenbleiben müsse, sagte Czaja im Sommerinterview der rbb-Abendschau.

"Es zeigt sich also, dass unser eingeschlagener Weg der Richtige ist für den Luftverkehrsstandort, für die Metropolregion Berlin-Brandenburg." Deshalb wolle er "alle Maßnahmen einleiten, die dazu führen, dass der Flughafen Tegel offen bleibt und das heißt: Den Widerruf vom Widerruf anordnen, das heißt, mit den Kollegen in Brandenburg nicht nur darüber sprechen, dass wir Tegel offen halten wollen, sondern deutlich machen, dass Berlin das entschieden hat."

Czaja setzt nicht nur auf einen Tegel-Weiterbetrieb, sondern auch auf einen besseren Lärmschutz für Anwohnerinnen und Anwohner.

Czaja fordert mehr Mittel für die Feuerwehr

Czaja sagte weiter, er würde auch der Berliner Feuerwehr sofort 100 Millionen Euro zusätzlich geben, mehr Polizistinnen und Polizisten auf die Straße schicken und dafür sorgen, dass es in Bussen und Bahnen flächendeckendes Wlan und Handyladebuchsen gäbe.

Auf die Frage einer Zuschauerin, "Warum wird die Feuerwehr so kaputt gespart?", antwortete Sebastian Czaja: "Das ist wirklich nicht hinzunehmen, dass die Feuerwehr kaputtgespart wird. Weil die Berliner Feuerwehr diejenige ist, die uns rettet. Wir hätten bei den letzten Haushaltsberatungen 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen können und es wurde nicht gemacht. Deshalb muss jetzt der Nachtragshaushalt her." Wie wichtig das sei, "das sehen wir gerade vor den Toren Berlins, denn auch da wird die Berliner Feuerwehr sicher angefragt werden."

Mehr Polizisten sollen im Kiez zu sehen sein

Beim Thema innere Sicherheit setzt der FDP-Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnete nicht auf Videoüberwachung, sondern auf mehr Polizei: "In einer Zeit, wo die Berliner Polizei nicht einmal mehr ein iPad hat und nicht einmal ein Bild digital in den Funkstreifenwagen übermitteln kann, da über flächendeckende Videoüberwachung zu reden, da sieht man mal, dass die Prioritäten völlig verschoben sind." Oberste Priorität habe eine bessere Ausstattung. "Denn das führt zu Sicherheit. Kontaktbereichsbeamte in den Kiezen wieder einführen, der Polizist vor Ort, der im Kiez unterwegs ist, das wären aus unserer Sicht die richtigen Maßnahmen."

Wlan in der Bahn, Strom im Bus

Sein Engagement für mehr Wlan in den Öffentlichen Verkehrsmitteln habe ganz persönliche Gründe: "Ich möchte nicht, dass mein Smartphone abstürzt, wenn ich morgens in der U-Bahn sitze, wenn ich irgendwas lese, sondern, dass ich flächendeckendes Netz habe. Ich will auch, dass in den zukünftigen BVG-Bussen Handyladebuchsen mit dabei sind, das ist schon in anderen Städten der Fall, da haben wir noch Spielraum."

Sendung: rbb-Abendschau, 25.08.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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26 Kommentare

  1. 26.

    Ich lade Hr. Czaja und alle TXL Fans gerne ein einen lauschigen Abend hier zu verbringen wenn wie jetzt noch (22:40!!!) die lautesten Flieger im Minutentakt reinkommen.

  2. 25.

    Das stimmt so nicht. In Spandau stimmten alle Bezirke in der Einflugschneise gegen Tegel, nur Kladow und Gatow waren dafür. Pankow war gegen Tegel. In Reinickendorf waren die Pro-Tegelstimmen in der Einflugschneise sehr knapp.

    Die Orte in Brandenburg wie Falkensee, die in der Einflugschneise liegen sind vorsichtshalber nicht gefragt worden.
    Also sieht so aus, als ob der neue Hauptstadtflughafen in Gatow gebaut werden sollte, dort war doch mal ein Flugplatz?

  3. 24.

    Oder man vor Kerosinabgasen und Dreck so vernebelt ist.

    Im Ernst. Die Befürworter von Tegel, die selbst betroffen sind, die meisten Pro TXLler wohnen ja nicht einmal ansatzweise in der Nähe, befürchten höhere Mieten, was ja nicht ganz abwegig ist. Dafür werden Wohnungen gebaut. Das senkt den Mietspiegel.
    Dann noch die Westalgiker, da hilft kein Argument. Die wollen TXL, selbst wenn es 5 Abstürze am Tag geben würde. "Das Tor zur Freiheit" und weiteren Blödsinn.

    Ganze Großsiedlungen im Bereich von TXL haben keine Schallschutzfenster, was meinen Sie was DAS den Steuerzahler kostet? TXL ist nicht erweiterungsfähig, kostet aber zwei Feuerwehren usw. Mal von dem Sicherheitsrisiko abgesehen, was es bedeutet zwei Flughäfen auf engsten Raum zu betreiben, würde das Milliarden kosten.

    Die Pseudoabstimmung war eine Farce und ist NICHT bindend. Mal sehen wie die Betroffenen abstimmen würden gäbe es eine echte Abstimmung.

  4. 23.

    Ne, ne, so einfach ist das nicht. Als wir 2005 nach Tegel-Süd gezogen sind, sollte TXL zum ersten mal 2007 geschlossen werden, seitdem wurde die Schliessung immer wieder verschoben. Und in unserer Siedlung wurde eine kleine neue Siedlung errichtet,mit sauteuren Doppelhäusern und Reihenhäusern, und auf dem grossen Verkaufsschild stand, Häuser in RUHIGER! grüner Umgebung zu kaufen. Darauf haben sich eine Menge Leute eingestellt. Und einfach mal umziehen, wenn man Schulden gemacht hat und dann die Immobilie unter Wert verkaufen? Oder zahlt Herr Czaja mir die Differenz? Wohl kaum...

  5. 22.

    Tegel wird spätestens dann geschlossen werden, wenn der BER 6 Monate in Betrieb ist- und das ist auch gut so.
    Da können Sie so oft schreiben, wie sie wollen, dass Tegel offen bleibt.
    Ändern werden Sie daran nichts!

  6. 21.

    Ich bin zuversichtlich, dass der TXL neben dem irgenwann mal geöffneten BER weiterbetrieben wird. Die Umfragen haben ja ergeben, dass gerade diejenigen in unmittelbarer Nähe des Flughafens sich am wenigstens vom Lärm gestört fühlen. Mag daran liegen, dass die meisten schon seit Langem Schallschutzfenster haben bzw. man die Flugzeuge schon gar nicht mehr wahrnimmt.

  7. 20.

    "Die dort gelebt haben, als er gebaut wurde haben sich arrangiert oder sind weggezogen."

    Dummes Scheinargument. Wie hoch war das Aufkommen von Starts und Landungen VOR dem Mauerfall und jetzt?

    Außerdem stimmt das nicht wenn man sich die Ergebnisse der Scheinabstimmung über TXL anguckt.

  8. 19.

    Ich hasse TXL nicht, warum? Wie sollte ich auch Gebäude, Gelände hassen, was schreiben sie hier für einen Stuss?

    Warum sollte ich wegziehen, ich war zuerst hier (vor TXL!)und erinnere an den Beschluß und das Versprechen, sonst hätten wir hier schon längst Schallschutzmaßnahmen.

    Und sie? Sie gehören zu den irrationalen TXL Fans, die ohne Krach, Dreck und Lärm nicht leben können? Ziehen sie doch nach Frankfurt/Main in die Flugschneisen.

    Wollen wir jetzt auf ihren Niveau weitermachen?

  9. 18.

    Wer kann schon für alle Zeiten etwas ausschließen? Sie können morgen über die Straße gehen und plup...oder Ihnen fällt eine Drohne auf den Kopf - die gibt es inzwischen nicht nur in der Nähe von Flughäfen.
    Komisches Argument. Jeder Flughafen in Stadt-Nähe (und da gibt es einige in anderen Städten Europas und Weltweit)
    birgt das Risiko, dass etwas passiert. Das ist aber für mich keine Grund einen Flughafen zu schließen. Überlegen Sie mal wie lange Tegel jetzt schon in Betrieb ist. Hat Sie das nicht vorher schon gestört? In den Jahrzehnten vor dem Mauerfall habe ich nie jemanden über Tegel schimpfen hören. Die dort gelebt haben, als er gebaut wurde haben sich arrangiert oder sind weggezogen. Dort ist keiner zugezogen, der nicht von ihm wusste und hat sich somit entschieden dort zu wohnen....bis auf jetzt - ein Argument für die Zugezogenen, die dachten Tegel macht dicht. Und ich gebe zu, für diese Menschen ist das natürlich ärgerlich, den Tegel bleibt in Betrieb.

  10. 17.

    Ja, wäre ich, Tegel ist vor meiner Nase! Bin am Flughafen Tegel aufgewachsen, mit ihm groß geworden...
    Sie Armer, was müssen Sie doch TXL hassen, so wie Sie hier schreiben.
    Können Sie nicht woanders hinziehen, wenn Sie solche Ängste haben?

  11. 16.

    Ach, und weil nie was passiert ist, können Sie das für alle Zeiten ausschließen? Recherchieren Sie mal besser über Drohnen in der Nähe von Flughäfen. Nur mal so als Denkhilfe. Tegel wird schließen, weder Sie noch eine von Czajas Blenderaktionen werden das ändern.

  12. 15.

    Das hat man von Schiphol auch behauptet.

    https://de.wikipedia.org/wiki/El-Al-Flug_1862

    Und danke, ich weiß dass (noch) nichts passiert ist, ich wäre unmittelbar betroffen, sie auch?

    Dann können wir ja den nächsten innerstädtischen Flughafen vor ihrer Nase bauen oder vorzugsweise in Kladow, Dahlem oder Frohnau.

  13. 14.

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Nach geltendem Recht muss Tegel spätestens sechs Monate, nachdem der neue Flughafen BER ans Netz geht, schließen.

  14. 12.

    Ja selbstverständlich, irgendwie müssen wir doch die Entsorgung des ganzen Drecks, den provinzielle Fußball und Kegelclubs bei ihren Sauftouren in Berlin hinterlassen, finanzieren.

  15. 11.

    Die Grossstadt Berlin ist nur in der Lage Geld der provinzler zu nehmen.

  16. 9.

    Sie in ihrem Provinznest können doch gar nicht beurteilen welche Gefahr von Tegel ausgeht. Flieger im Minutentakt über extrem dichten Wohngebiet.

    Tegel muß schließen und Tegel wird schließen.

  17. 8.

    Die Forderung der FDP "Weiterführung von Tegel NACH der Fertigstellung / Eröffnung BER". Wenn Ihrer Meinung nach mehr keiner man daran glaubt, dann macht die Forderung der FDP keinen Sinn.

  18. 7.

    An die Fertgstellung des BER glauben nicht mal mehr die größten Optimisten geschweige altbewährte Linke in Berlin und Brandenburg. Der "BER" und seine Fertigstellung bzw. Inbetriebnahme seit 2012 ist eine Schande für Berlin und Brandenburg. Wo sind die geforderten brandenburger Firmen für den Bau des BER nach Forderung von Platzeck? Die Forderung der FDP nach Weiterführung von Tegel ist auf jeden Fall zu unterstützen.

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