Sommerinterview | Udo Wolf (Die Linke)
Video: Abendschau | 18.08.2018 | Udol Wolf im Gespräch mit Florian Eckhardt | Bild: rbb

Sommerinterview | Udo Wolf (Die Linke) - "Ich brauche diese Sammlungsbewegung nicht"

Udo Wolf, Fraktionschef der Berliner Linken, räumt der neuen linken Sammlungsbewegung #aufstehen im rbb-Sommerinterview keine großen Chancen ein. Beim Thema Wohnungsbau in Berlin stellt er sich demonstrativ hinter Parteikollegin Katrin Lompscher.

Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus, Udo Wolf, lehnt die neue linke Sammlungsbewegung ab, die unter dem Namen #aufstehen unter anderem von der Linken-Fraktionschefin im Bundestag, Sahra Wagenknecht, gegründet wurde.

"Ich brauche diese Sammlungsbewegung nicht", sagte er im Sommerinterview mit der rbb-Abendschau. "Da geht es insbesondere um die Frage der Flüchtlings- und Migrationspolitik, wo Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine einen doch stärkeren Abschottung- und Begrenzungskurs fahren würden. Wir finden das falsch." Berlin und die Bundesrepublik seien reich und müssten sich "als weltoffene Metropole und weltoffenes Land auch darstellen", sagte Wolf.

Klare inhaltliche Auseinandersetzung mit der Bewegung

Unverständnis äußerte der Berliner Fraktionsvorsitzende darüber, dass Wagenknecht sich nicht getraut habe, ihre Positionen bei Bundesparteitagen zur Abstimmung zu stellen. Jetzt würden es Wagenknecht und Lafontaine über eine Sammlungsbewegung probieren, der er keine großen Chancen einräume. Dennoch sei es eine schwierige Situation für die Linke. Wolf fordert deshalb eine klare inhaltliche Auseinandersetzung mit der Bewegung #aufstehen.

Beim Thema Wohnungsbau gemeinsam gewinnen

Beim Thema Wohnungsbau stellte sich Wolf demonstrativ hinter die Stadtentwicklungssenatorin, seine Parteikollegin Katrin Lompscher. "Katrin Lompscher wird diese Legislaturperiode selbstverständlich Stadtentwicklungssenatorin bleiben, weil sie die beste Fachfrau ist, die wir in Berlin bei diesem Thema haben", so Wolf. Zur anhaltenden Kritik an der Senatorin, auch von den beiden Koalitionspartnern, sagte er: "Ich würde mir wünschen, dass auch alle SPD-Akteure innerhalb der Koalition verstehen würden, dass wir gerade beim Thema Wohnungsbau gemeinsam gewinnen oder gemeinsam verlieren."

Neue Pläne von Architekten für eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes erteilte Wolf eine klare Absage. "Im Vorfeld hätte es die Möglichkeit einer wesentlich moderateren Randbebauung gegeben. Nach der Entscheidung zum Volksgesetz ist das Thema erstmal erledigt. Das Volksgesetz gilt."

Das gesamte Interview können Sie unten anschauen.

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    Ach Herr Wolf, Berlin und Geamtdeutschland könnten gerne auf die LINKE verzichten. Alter Wein (SED) in neuen Schläuchen (DIE LINKE) ist auf Dauer ungenießbar. Politisch hat sie schon die DDR in den Bankrott geführt. Das muss die Bundesrepublik nicht auch noch erleben. Die handvoll Realpolitiker bei den Linken, wie S. Wagenknecht, dann noch als realitätsverweigernd darzustellen, erinnert mich an die Sicht Erich Honeckers am Ende der DDR. Man will nicht wahrhaben, was nicht zur linken (Alt-) Ideologie gehört - bis in den Untergang.

  2. 11.

    Also ausgerechnet Sarah rechte Positionen zu unterstellen, hat schon was von Realitätsverweigerung in Verbindung mit unfreiwilliger Komik! Ich habe herzlich gelacht!

  3. 10.

    "Querfrontlerin Wagenknecht","rechte Positionen","rassistisch",wenn ich so einen Blödsinn schon lese.. Aber gut ,wenn man ganz links außen steht,ist ja jede Position rechts. Eine objektive Beurteilung ist das aber nicht.

  4. 9.

    Querfrontlerin Wagenknecht ist dafür wiederholt bekannt, rechte Positionen besetzen zu wollen, ob es um die "Verwirkung des Aufenthaltsrechts" im Zusammenhang mit der Kölner Silvesternacht oder aktuell um die Aufnahme von Geflüchteten geht. Das sind klassistische Positionen, die an rassistische anschlussfähig sind, wenn nicht sogar als letztere intendiert.

    Natürlich gibt es außerordentlich große Probleme, die sich in den bisherigen Kommentaren widerspiegeln, vor allem in Richtung Wirtschaftsordnung und davon abhängigen Beschäftigungsverhältnissen. Was hat man denn dann die letzten Jahre, teils in Landesregierungen, gemacht, wenn das nun plötzlich eine Sammelbewegung dafür brauche? Im Übrigen inkludiert der Begriff 'Bewegung', dass mehrere Gruppen mit durchaus unterschiedlichen Interessen teil derselben sind. Nur, wie soll auf dieser Grundlage Konsens erreicht werden? Wie geht man Kompromisse ein? Populistisch, fragwürdig u. sicher nicht für alle sozial gerecht.

  5. 8.

    Die Bewegung nennt sich "Aufstehen". Das sollte man als Journalist schon mitbekommen haben.

    Herr Wolf braucht diese Bewegung vielleicht nicht,sehr viele Menschen dagegen schon.
    Ich verstehe nicht wirklich,wieso so viele Politiker der Linken der Sache ablehnend gegenüberstehen und offensichtlich auch nicht begreifen,wozu das Ganze gut sein soll. Das wurde hinreichend erklärt. Es kann natürlich sein,dass er seine Informationen nur aus den Medien hat,denn was da größenteils darüber geschrieben wird,ist kaum zu glauben. In meinen Augen aber ein eindeutiges Zeichen den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

  6. 7.

    Frau Wagenknecht ist eine der wenigen Linken Politiker mit Weitblick und Intelligenz. Sie vertritt die Interessen der deutschen Bevölkerung und nicht der Welt. Das der Kleine Wolf sowas nicht versteht ist mir klar und er versteht auch nicht warum er nichts versteht.

    Aber für alle: Eine Politik der offenen Grenzen, schafft dieses Land und die EU ab.

    Das die AFD mittlerweile bei 20% +/- sollte doch ein Weckruf sein. Rechte Parteien in ganz Europa auf dem Vormarsch, aber wir machen weiter wie bisher. Sowas gibt es nur in Deutschland.

  7. 6.

    In Berlin und vielen Teilen Deutschlands müssen immer mehr Menschen 40 - 50 Prozent ihres Einkommens für die Warmmiete ausgeben.
    Nur 37 Prozent der zum neuen Schuljahr eingestellten Lehrkräfte können ein abgeschlossenes Lehramtsstudium vorweisen. Das geht aus Zahlen der bezirklichen Schulpersonalräte hervor, die die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch präsentiert hat. Demnach sind unter den etwa 2700 neu eingestellten Lehrkräfte nur gut 1000 reguläre Lehrer.
    Immer mehr Arbeitnehmer bekommen nur noch befristete Arbeitsverträge.
    Immer mehr Rentner müssen Grundsicherung beantragen.
    Wie selbstverständlich werden immer mehr Milliarden für Kriegswaffen und Kriege investiert.
    Das ist alles unerträglich! So darf es nicht weitergehen!
    Wenn eine Sammlungsbewegung dagegen ankämpft hat sie unsere aktive Unterstützung.

  8. 5.

    Die Steuerzahler in Deutschland und der EU werden durch Steuerhinterziehung und -vermeidung jährlich um hunderte Milliarden Euro gebracht. Luxemburg und nahezu alle EU-Staaten bieten Konzernen günstige Steuerdeals an, um durch Tricks ihre Steuerlast auf häufig unter ein Prozent der Gewinne zu drücken. Deutsche sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer und Steuerzahler zahlen dem gegenüber oft über 40 Prozent Steuern und Sozialabgaben. Wagenknecht, Lafontaine sowie Fabio De Masi und andere Politiker wollen mit dieser Sammlungsbewegung diese asoziale Ungerechtigkeit endlich stoppen. In Griechenland sieht man, dass das Geld- und Zinseszinssystem mehr zu bestimmen hat als gewählte Volksvertreter. Und das ist nur der Testlauf für Europa. Das muss breiten Bevölkerungsschichten mehr bewusst werden. In Deutschland und Europa muss der Raubtierkapitalismus beendet und wieder die SOZIALE Marktwirtschaft eingeführt werden.

  9. 4.

    In Deutschland und vielen Ländern Europas finden, trotz riesiger Billionenvermögen im Besitz eine winzigen Minderheit, immer weniger Arbeitnehmer eine unbefristete Arbeitsstelle mit tarifgebundenen Löhnen. Es finden immer weniger Menschen eine bezahlbare Wohnung. Immer weniger alte Menschen können von ihrer Rente leben. Die sozialen Sicherungssysteme werden zerstört. Große Konzerne werden immer mächtiger und die Steuerhinterziehung bzw. die legale Steuervermeidung und somit die Schädigung des Gemeinwesens wird nicht wirklich unterbunden. Daher ist ein "aufstehen" gegen diese ungerechte unsoziale Politik überfällig und unerlässlich. Dieser irrsinnigen Profitgier und Privatisierung in immer mehr Lebensbereichen muss endlich entgegen getreten werden.

  10. 3.

    „Erstmal". Das Ergebnis des Volksentscheids scheint auch bei den Berliner Linken nicht in Stein gemeißelt. Das lässt hoffen. Meiner Meinung nach brauchen wir die Randbebauung über kurz oder lang.

  11. 2.

    Nach meinen Informationen nennt sich diese neue Sammlungsbewegung AUFSTEHEN und möchte dass endlich für die große Mehrheit in diesem Land Politik gemacht wird. Das sind Arbeitnehmer/innen, Rentner/innen und Mieter/innen. Die immer weiter umgreifende neoliberale Ökonomisierung von Wohnungs-, Gesundheits- und Pflegebereichen ist ein Irrweg und soll umgekehrt werden. Die soziale Marktwirtschaft in Deutschland und die Sozialdemokratie in der SPD sollen wieder hergestellt werden. Und das wäre sehr gut so.

  12. 1.

    In dem reichen Berlin und dieser reichen Bundesrepublik können immer mehr Arbeitnehmer von ihrem Lohn und Gehalt nicht leben.
    In dem reichen Berlin und dieser reichen Bundesrepublik können immer mehr Rentner von ihrer Rente nicht leben.
    Tendenz in den nächsten Jahrzehnten erheblich steigend.
    In dem reichen Berlin und dieser reichen Bundesrepublik gibt es immer mehr arme Kinder.
    In dem reichen Berlin und dieser reichen Bundesrepublik finden immer mehr Mieter keinen bezahlbaren Wohnraum.
    In dieser reichen Republik geht die extrem ungleiche Vermögensverteilung immer weiter. Und daher braucht es eine wahrhaftig soziale demokratische Sammlungsbewegung dringender denn je!

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