Abholzung von Fichten mit einem Forst-Bagger. (Quelle: dpa/Henning)
Bild: dpa/Henning

Programm für Wohnungsbau - Berliner Bäume und Wälder können Wohnungen weichen

Die Pläne von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke), für den beschleunigten Wohnungsbau auch Straßenbäume und sogar Wald schneller zu opfern, sorgte Ende August für große Empörung. Nun sind die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen worden.

Wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am Dienstag mitteilte, beschloss der Senat bereits am 4. September das entsprechende "Handlungsprogramm zur Beschleunigung des Wohnungsbaus".

Teil des Maßnahmenpakets ist die Vereinfachung von Baugenehmigungsverfahren.

Straßenbäume dürfen nun beschnitten oder gefällt werden

Demnach dürfen Straßenbäume künftig beschnitten oder gefällt werden. So soll z.B. beim Ausbau eines Dachgeschosses der zweite Rettungsweg über eine Feuerwehr-Drehleiter ermöglicht werden. Ansonsten hätte die Gefahr bestanden, dass die Hubfahrzeuge der Feuerwehr wegen bestehender Straßenbäume im Notfall nicht schnellstmöglich zum Einsatzort gelangen könnten.

Die Befürchtung, dass die Straßenbäume Berlins nun reihenweise gefällt oder beschnitten werden dürfen, sei dennoch unbegründet, hieß es in der Mitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Das Gebot einer vorausschauenden Planung des Rettungswegekonzepts ergebe sich auch ohne die Hinweise aus den geltenden Regelungen der Bauordnung Berlin: "Insofern sind Bauherren bzw. deren beauftragte Planer angehalten, im Vorfeld und im Einzelfall zu klären, ob die Voraussetzungen für die schnellstmögliche Rettung über die Technik der Feuerwehr mit den geltenden naturschutz- und straßenrechtlichen Bestimmungen vereinbar sind."

Durch das Handlungsprogramm sollen zudem auch Waldflächen leichter in Bauland umgewandelt werden können. Für die dann bebauten Berliner Flächen soll es möglich sein, Ausgleichsflächen in Brandenburg zu benennen.

30.000 neue Wohnungen bis 2021

Senatorin Lompscher war vom Senat aufgefordert worden, einen Aktionsplan vorzulegen, um kurzfristig mehr Wohnungen schaffen zu können. Denn die Koalition droht ihr Ziel zu verfehlen, 30.000 neue städtische Wohnungen bis 2021 zu bauen. Sicher ist momentan lediglich die Fertigstellung von 25.000 Wohnungen.

Kommentar

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19 Kommentare

  1. 19.

    Mir stehen die Haare zu Berge, noch mehr Versiegelung der Stadt und noch weniger Grün,jeder Baum und Strauch spendet Sauerstoff und macht das Klima verträglicher. Warum sitzen nur Hirnis am Drücker

  2. 18.

    So ein Blödsinn. Wie wär's denn mit einem Volksentscheid dagegen?

  3. 17.

    Herr, der Sommer war ...-nicht heiß genug!
    Nein, wir wollen uns nicht ändern, wollen nichts lernen.
    Wir wollen nur gewählt werden und danach nur noch mit den Lobbyisten weiter reden.

    ... muss man unbedingt wieder wählen diese GRÜNEN

  4. 16.

    Statt großflächig Wälder für den Wohnungsbau abzuholen, sollte sich Berlin auf ihre landeseigenen Ländereien zurückgreifen, wie z.B. das Pachtland Blankenburger Feld. Oder eben andere Kleingartensiedlungen auf Berliner Pachtland.

  5. 15.

    Das ist die ultimative Katastrophe für die Berliner Stadtlandschaft. Empörend ist, dass der Beschluss von einem Senat mit Grünen-Beteiligung gefasst wurde. Damit haben die Grünen ihr ureigentlichstes Anliegen verraten und sind überflüssig geworden. Mehr Einwohner brauchen MEHR Erholungsflächen - IN BERLIN, nicht jwd.

  6. 14.

    Wann wird die Bausenatorin und auch Frau Lüscher als Stadtbaudirektorin ENDLICH in den Ruhestand versetzt?
    Die beiden sind wirklich allenfalls für eine Dorfplanung zu gebrauchen, aber nicht für die Stadtplanung einer Metropole. Zu klein die Leute, zu groß der Job. Sozialisten scheitern immer, wenn man sie mit realen Dingen fordert.

  7. 13.

    Wie wäre es denn mit dem Tiergarten? Zentral gelegen, Infrastruktur schon vorhanden. Die Berliner haben RRG gewählt....also bitte nicht meckern.

  8. 12.

    Anstatt die Stadt zu verdichten und in die Höhe zu bauen, dehnt Lompscher die Stadt noch weiter aus. Alles auf Kosten der Natur. Welch ein Irrsinn. Da sind sogar die Amerikaner und Chinesen die besseren Stadtplaner.

  9. 10.

    Die Unfähigkeit von Frau Lompscher ist durch nichts mehr zu überbieten!

  10. 9.

    Für Windkraftanlagen in Wäldern werden hektarweise Bäume gefällt. Da regt sich von den "Grünen" Zauberern ja auch keiner auf...

  11. 8.

    Weltweite Vernichtung der Natur (Pflanzen, Tiere, Umwelt) und Abbau der Bodenschätze (z.B. Sandmafia: Sandraub als Rohstoff für die Betonherstllung) bei steigender Weltbevölkerung. Ade ihr schönen Heimatländer. Welcome Tristesse!

  12. 7.

    Wie diese jetzt schon unangenehm überfüllte und verkommene Stadt den weiteren Zuzug noch bewältigen will (Sicherheit, Sauberkeit, Personenbeförderung durch ÖPNV, ist mir schleierhaft.
    Irgendwann wird die Stimmung wirklich übelst kippen. Lebenswert ist Berlin nicht mehr, hoffentlich merken das die vielen Trendsetter noch rechtzeitig und suchen sich eine andere Spielwiese.

  13. 5.

    Ja, genauso wird das aussehen...die Politik geht mal wieder völlig an der Meinung der Bürger vorbei.Andernorts gibt es für solche wichtigen Entscheidungen Bürgerbefragungen...

  14. 4.

    Das darf doch nicht wahr sein. Welche Wälder sollen den zuerst dran glauben ? Tegler Forst, Grunewald oder etwas aus dem Zentrum ? Was weiß man schon ? Wir müssen auf die Straße- Es gibt mehr als genug Bauflächen, die von Spekulanten blockiert werden. Besser Infrastruktur schaffen und Berlin vergrößern. Im Umland kann man noch jede Menge bauen.

  15. 3.

    Super Lobbyarbeit von den Wohnungsbaugesellschaften.
    Ich empfehle den Grunewald zu roden besonders an der Havelchaussee und dafür als Ausgleichsfläche das ehemalige Tagebaugebiet oder besser die Munitionsverseuchten ehemaligen Truppenübungsplätze zu bennen. Dann haben wir auf anhieb mehr als 300.000 Wohnungen das dürfte doch reichen.

    Einfach nur traurig wie mit der einzigen uns zur Verfügung stehenden Umwelt umgegangen wird.

  16. 2.

    Ha, wer's glaubt. Ausgleichsflächen benennen. Das heißt zu deutsch: Papierkram verursachen, neue Bäume werden nicht angepflanzt.
    Interessant ist auch dieser Zusammenhang: In der Stadt, wo die frische Luft gebraucht wird, werden die Bäume herausgerissen, um dann auf dem Land (vielleicht)einen kleinen Baum zu pflanzen.
    Herr, lass Hirn regnen.
    Der Senat hat bestimmt keinen einfachen Job und allen Leuten kann man es nicht recht machen, aber das hier ist doch wieder mal etwas für eine Satiresendung. Bananenrepublik lässt grüßen

  17. 1.

    Ganz großes Kino, in Berlin werden Bäume gefällt und in Brandenburg Neue gepflanzt die Idioten haben wohl diesen Dürresommer nicht mitbekommen!

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