Symbolbild: Linke Aktivisten demonstrieren im Frühjahr 2018 für Hausbesetzungen in Berlin. (Quelle: imago/Christian Mang)
Bild: imago/Christian Mang

Nach Demo - Besetzte Wohnung in Berlin-Friedrichshain geräumt

Polizeieinsatz in Berlin-Friedrichshain: Rund 20 vermummte Personen haben am Samstagabend eine leerstehende Wohnung besetzt. Vorher gab es vor dem Haus eine unangemeldete Demo. Die Polizei räumte die Wohnung in der Nacht zu Sonntag.

Die Berliner Polizei hat in der Nacht zu Sonntag eine besetzte Wohnung in Friedrichshain geräumt. Wie eine Sprecherin rbb|24 am Morgen sagte, traf sie in der leerstehenden Wohnung im Weidenweg auf rund 20 vermummte Personen. Der Hausverantwortliche habe Strafantrag gestellt und ein Räumungsersuchen erwirkt. Rund 80 Menschen hatten sich zudem vor den Hauseingang gesetzt und blockierten den Eingang. Dem Ersuchen des Hausverantwortlichen sei die Polizei gegen 0:40 Uhr nachgekommen.

Zuerst hatte die "Berliner Morgenpost" über die Besetzung berichtet. Demnach handelt es sich um ein Gebäude im Weidenweg 63. Dort war nicht nur von einer Wohnung die Rede, sondern von einem besetzten Haus. Das dementierte die Polizeisprecherin auf Nachfrage von rbb|24 allerdings.

Der Besetzung der leerstehenden Wohnung war eine Versammlung linker Gruppen vorausgegangen. Rund 1.000 Teilnehmer zogen nach Polizeiangaben vom Wismarplatz zum Bersarinplatz. Entlang der Wegstrecke seien von Hausdächern pryotechnische Gegenstände auf Polizisten geworfen worden, dabei sei ein Polizist verletzt worden, hieß es in einer am frühen Nachmittag versandten Pressemitteilung. Er erlitt ein Knalltrauma.

Sitzblockade vor dem Haus im Weidenweg

Der Demonstrationszug habe gegen 20:15 Uhr den Bersarinplatz erreicht. Dort sei per Lautsprecher dazu aufgerufen worden, sich in das Wohnhaus im Weidenweg zu begeben. Mehrere Hundert Demonstranten seien dem nachgekommen. Rund 80 Menschen nahmen nach Polizeiangaben an einer Sitzblockade vor dem Haus am Weidenweg teil, sie seien von den Beamten beiseite getragen worden.

Bei dem Aufzug und der Räumung wurden nach Angaben der Sprecherin vom Morgen insgesamt gegen 42 Männer und 45 Frauen "freiheitsbeschränkende Maßnahmen" erwirkt. Die Polizei war den Angaben zufolge insgesamt mit 390 Beamten im Einsatz. 

Unangemeldete Kundgebung

Nach Angaben der Polizei war die Kundgebung nicht angemeldet, deshalb habe man entsprechend dagegen vorgehen müssen. Auf Twitter war zu sehen, wie einzelne Demonstranten von Polizisten weggetragen wurden.

Zuvor hatten sich laut der Polizei bis zu 1.700 Menschen an einer friedlich verlaufenen Demo beteiligt, die vom Wismarplatz durch Friedrichshain bis zum Bersarinplatz gezogen war. Sie forderten den Erhalt eines anderen besetzten Hauses. Auf Spruchbändern war zu lesen "Solidarität mit der Liebig 34".

Sendung:  rbb|24, 29.09.2018, 21.45 Uhr

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44 Kommentare

  1. 44.

    "Nach Daten der Gutachterausschüsse, die Kaufverträge auswerten, wurden im Gesamtjahr 2017 rund 16.500 Mietwohnungen zu Einzeleigentum. Zuletzt war etwa jede vierte Wohnung in Berlin eine Eigentumswohnung. Dabei wird mehr als die Hälfte der Eigentumswohnungen von den Besitzern bewohnt (60 Prozent), der Rest wird vermietet."

    https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2018/08/eigentumswohnungen-berlin-umwandlung-mieten-mietwohnungen.html

    "Berlin ist eine Mieterstadt: Rund 86 Prozent des Wohnungsbestandes (ca. 1,63 Millionen Wohnungen) sind
    Mietwohnungen. Der Anteil der selbstgenutzten Eigentumswohnungen, Einfamilien- oder Doppelhäuser liegt
    bei ca. 14 Prozent."

    https://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/wohnungsbau/download/ausstellung_wohnenswerte_stadt.pdf

  2. 42.

    Inwiefern würde sich eine Erhöhung der WEG-Quote auf die Mietpreise auswirken? Für jeden Neu-Eigentümer, der in seiner eigenen Wohnung lebt, musste zuvor ja auch eine Miet-Wohnung zur Verfügung stehen. Die Mietwohnung entfällt durch eine Umwandlung, doch die Nachfrage des Haushaltes entfällt ebenfalls. Sie verringern also gleichmäßig Nachfrage und Angebot.
    Natürlich ist WEG in der Anschaffung erstmal teuer. Anschließend ist in den folgenden rd. 30 Jahren (bei aktuell üblichen Tilgungssätzen) erst einmal die Finanzierung zurückzuzahlen - das wird ähnlich teuer, wie zuvor die Miete sein. Danach ist die Wohnung jedoch erst einmal im festen Eigentum der Bewohnung, sodass im Alter keine Mietbelastung anfällt. Später können die Kinder hier ggf. einziehen und haben sofort eine finanzielle Entspannung - auch wenn natürlich immer mal wieder Instandhaltung und Instandsetzung sowie ggf. Modernisierung finanziert werden muss. Das rechnet sich.
    Natürlich ist das keine Kurzfristlösung.

  3. 41.

    Demokratie kann jedoch gut und schlecht organisiert bzw. umgesetzt werden. Zwar haben wir mit unserem jetzigen System das beste und demokratischste, dass wir je in DE hatten, jedoch ist es bei weitem nicht perfekt. Und nur weil zu einem Zeitpunkt eine Mehrheit der Wahlberechtigten, die ihre Stimme richtig abgegeben haben, für die drei Parteien waren, heißt das eben nicht, dass die Mehrheit hinter RRG steht.
    Was ist denn bezahlbarer Wohnraum? Das was für Sie vielleicht bezahlbar ist, mag einem anderen zu teuer oder nicht genug sein, um seine Kosten zu decken. Das Schlagwort "bezahlbar" bedarf einer konkreten Definition, um es mit der gebotenen Intensität diskutieren zu können. Im Übrigen sind auch die 6,50 €/qm mtl., die zurzeit den (SOLL-)Durchschnitt im aktuellen sozialen Wohnungsbau (WFB 2014 und 2015) markieren, gerade so für jene WBS-Empfänger tragbar, die in den oberen Einkommensgrenzen des WBS' leben. Für viel weniger kann es zurzeit aber nicht kostendeckend angeboten werden.

  4. 39.

    Ihre tolle Theorie hat nur einen Fehler: Der Großteil der vermieteten Wohnungen sind bereits Eigentumswohnungen. Und der Großteil davon in der Hand von Privatvermietern. Somit besteht überhaupt keine Gefahr von Umwandlungsdruck.
    Ansonsten hat halt alles seinen Marktpreis, auch Wohnraum. Und der ist in Berlin im Vergleich zu anderen Metropolen immer noch verdammt billig. Was nicht hinterher kommt, ist die Lohnentwicklung, um marktgerechte Mietpreise zahlen zu können, verschärft durch Preissteigerung, die durch die EZB-Geldpolitik einerseits und die fehlende Erstellung neuen Wohnraums bei massenhaftem Zuzug nach Berlin getrieben wird. In einer wachsenden Stadt müssen die Preise zwangsläufig steigen, wenn das Wachstum beim Gut Wohnen nicht mithält. Dabei ist es völlig egal, ob als Angebot Miet- oder Eigentumswohnungen entstehen. Jeder neue Eigentümer entlastet den Mietmarkt um genau diese eine Nachfrage.

  5. 38.

    Das nennt man Demokratie. Diese Rechnung haben die TXL Fans auch nicht verstanden, davon abgesehen. Ich sehe, über alle Parteigrenzen hinweg, eine Mehrheit für bezahlbaren Wohnraum.

    Mehr Wohneigentum würde als erstes Wohneigentum verteuern und sich nachher immens auf die Mietpreise auswirken, da haben sie eine Milchmädchenrechnung aufgemacht. Der Druck auf Mietwohnungen, diese in Eigentumswohnungen zu verwandeln wäre enorm.

  6. 37.

    Ich wäre ganz vorsichtig damit, zu interpretieren was die Meinung der Mehrheit ist. Nur weil RRG an der Macht ist, heißt das nicht, dass die Mehrheit RRG wollte. Das heißt zudem erst recht nicht, dass die Mehrheit mit aktuellen Äußerungen von Politikern dieser drei Parteien einverstanden sind oder die Arbeit unserer aktuellen (Landes-)Regierung befürworten. Nebenbei bemerkt: Die Parteien SPD, LINKE und Gründe haben zusammen rund 52,4 % der Stimmen bekommen. Bei ca. 66,9 % Wahlbeteiligung haben sie damit maximal 35,05 % der Berliner Wahlberechtigten hinter sich. Und von diesen 35 % wird auch nicht jeder für diese Koalition gewesen sein.

    Mehr Wohneigentum würde die Mietpreise nicht stark beeinflussen, da ja die Eigentümer zuvor selbst Mieter gewesen sind, d.h. ob ich meine Wohnung miete oder mein Eigentum nennen kann: So lange ich darin wohne, kann das kein anderer. Damit fehlt sie so oder so am Markt.

  7. 36.

    Es war gut, dass die Wohnung geräumt wurde. Besatzungen sind illegal und gegen sie sollte vehement vorgegangen werden. Derartige "Aktionen" sind nicht geeignet, gegen steigende Mieten vorzugehen. Auch sind sie kein adäquates Mittel des Protestes. Von den Attacken auf die Polizisten ganz zu schweigen. Hier sollte eine Null-Toleranz-Politik gefahren werden.

    Um steigenden Mietpreisen vorzubeugen gibt es andere Mittel und Wege, die allesamt von Seiten der Politik (mit)organisiert werden müssen: Einrichten eines Kiezmanagements, Einführung eines (funktionierenden) sozialen Wohnungsbaus, Methoden, um die Nachfrage nach Wohnraum in Berlin zu entspannen und natürlich Neubau (bestenfalls durch die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften).

    Anstatt anderer Leute Eigentum zu besetzen und anderer Leute Gesundheit zu gefährden, sollten diese Extremisten sich in sozialen Projekten engagieren o.ä. Solche Aktionen spalten nur unnötig die Berliner und Berlinerinnen und wirken rein kontraproduktiv.

  8. 35.

    Richtig! Aber erinnern mag man sich nicht so gerne, weil dann die Hetze gegen RRG nicht mehr so viel Spaß machen würde. Der Mensch braucht in schweren Zeiten nunmal sein Feindbild. RRG beckleckert sich derzeit nicht mit Ruhm, soviel steht fest. Aber sie zum Sündenbock für alles zu machen, ist Unsinn und nicht richtig.

  9. 34.

    Sehr gut, dass sofort geräumt wurde. Gegen die Linksextremistischen Arbeitsverweigerer, die mit dem Lieblingswort der Presse als ''Aktivisten'' verklärt werden, sollte mit allen Mitteln vorgegangen werden.

  10. 33.

    Nur mal so zur Erinnerung: die letzte CDU geführte Regierung würde u.a . abgewählt weil sie den Berliner Bankenskandal zu verantworten hätte. Die Schulden hat dann die schlimme SPD und die ach so bösen Linken versucht weg zu bekommen. Soweit mal zur Politik für die arbeitende Bevölkerung- da zähle ich mich auch zu. Dennoch habe ich kein Superinvestment angeboten bekommen, wahrscheinlich fehlt mir der Kontakt zu "Hr." Landowski. Aber für die Reichen und Schönen zahle ich bis heute über meine Steuern ab.

  11. 32.

    In Berlin ist RRG dran, weil sie gewählt wurden. In dieser Stadt gibt es eine völlig andere Bevölkerungsstruktur als in den meisten anderen Bundesländern. RRG spiegelt die Probleme und Bedürfnisse dieser Menschen wieder, daher wurden sie gewählt. Weil sie in den Parteiprogrammen der anderen Parteien wenig bis gar nicht berücksichtigt werden. Ja, es läuft grad eher suboptimal. Aber eine CDU/FDP Regierung ist für Berlin trotzdem komplett ungeeignet. Die FDP orientiert sich übrigens tatsächlich an der arbeitenden Bevölkerung. Also eher an den 5-8% der besserverdienenden, arbeitenden Bevölkerung, wie z.b. Juristen, Ärzten, Unternehmern. Alles darunter findet auch nicht richtig Beachtung in deren Parteiprogrammen. Sie scheinen ja einen sehr gut bezahlten Job zu haben, dass Sie sich da so gut aufgehoben fühlen würden. Gratulation!

  12. 31.

    Kennen sie den Unterschied zwischen Märchen für Kinder oder für Erwachsene? Es gibt keinen, diese Märchen sollen einen erwünschten erzieherischen Effekt erzielen. Und es gibt Kinder und Erwachsene, die glauben daran.

    Diese Schauermärchen lesen wir nicht zum ersten Mal. Wie wäre es denn zur Abwechslung mal mit Beweisen für diese Geschichten?

  13. 30.

    Ah, wußte ich es doch. Ein FDP Wähler. Und apropos AfD.

    "Daher wird es Zeit, dass Berlin endlich mal wieder eine vernünftige bürgerlich-konservative Regierung bekommt, die diesen linken Sumpf austrocknet."

    "Ich sage diesen linken Gesinnungsterroristen, diesem Parteienfilz ganz klar: Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und nur für das Volk gemacht – denn wir sind das Volk, liebe Freunde."

    Wie sich die Worte gleichen...

  14. 29.

    "Ist das ein Vergleich mit Äpfeln und Birnen?" Und ein ziemlich dummer noch dazu. Eine Wohnung braucht man um menschenwürdig zu leben, ein Auto, einen Parkplatz und eine Aussicht auf funkelnigelnagelneue Protzkarren nicht.

  15. 28.

    So ist es. Daher wird es Zeit, dass Berlin endlich mal wieder eine vernünftige bürgerlich-konservative Regierung bekommt, die diesen linken Sumpf austrocknet. Damit meine ich übrigens nicht die AfD, sondern zum Beispiel eine Koalition aus CDU und FDP. Wir brauchen endlich wieder eine Politik, die sich an den Befindlichkeiten der Leistungserbringer (also der arbeitenden Bevölkerung) orientiert, und nicht an den Befindlichkeiten der Leistungsempfänger.

  16. 27.

    Gemeinwohl? Die Extemisten wollen lediglich mit Gewalt auf Kosten anderer ihr persönliches Lebensmodell verwirklichen. Dabei werden wie rund um die R94 gerne auxh die Nachbarn twrrorisiert

  17. 26.

    Ich scmeiße mal das Beispiel "Auto" in die Runde.
    Nehmen wir mal an, ein Autobesitzer lässt sein Auto über Monate hinweg unbenutzt auf einem Parkplatz stehen und blockiert diesen unnützt. Zudem fängt der Wagen schon an, langsam zu verrotten. Selbst erlebt. Was mit dem Besitzer war, weiß ich nicht. Ich informierte das Ordnungsamt und die kamen auch vorbei. Nach Recherche stellten sie fest, dass die Steuern bezahlt sind. Somit konnte das Auto dort weiter vor sich hingammeln, während andere dringend einen Parkplatz suchten ...
    Ist das ein Vergleich mit Äpfeln und Birnen?

  18. 25.

    Eine Stadt ist lebenswert, wenn die Menschen, die darin leben, fair, tolerant, rücksichtsvoll und friedlich miteinander umgehen. Der Rest kommt dann ganz von alleine. Der Dreck und Mief ist wirklich unschön, das sind aber nur Oberflächlichkeiten. Die herumlungernden obdachlosen Zeitungsverkäufer sind Symptome unserer krankenden Gesellschaft und sollten nicht so respektlos von Ihnen betitelt werden.

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