Der Demokratiebahnhof in Anklam will junge Menschen ermutigen, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. (Quelle: imago/Norbert Fellechner)
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Nachbarschaftspreis in Berlin verliehen - Initiativen aus Duisburg, Anklam und Saarbrücken geehrt

Der Deutsche Nachbarschaftspreis ist am Mittwochabend in Berlin an drei Initiativen aus Duisburg, Anklam und Saarbrücken verliehen worden. Der erste Platz mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro ging an das Duisburger Projekt "Tausche Bildung für Wohnen", bei dem sogenannte Bildungspaten für kostenfreies Wohnen im Viertel benachteiligten Kindern neue Chancen eröffneten, wie die "nebenan.de"-Stiftung mitteilte, die den Preis vergibt.

Den zweiten, mit 7.000 Euro dotierten, Platz im Bundeswettbewerb erhielt den Angaben zufolge der "Demokratiebahnhof" in Anklam (Mecklenburg-Vorpommern). Das Zentrum in dem Ort, der in der Vergangenheit bundesweit durch eine starke Dominanz rechtsextremer Strukturen aufmerksam machte, ermutigt junge Menschen, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. Für ihr Picknick mit Anwohnern erhielten die "Nauwieser Nachbarn" aus Saarbrücken den dritten Platz und ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Sie stärkten mit der Initiative die lokale Gemeinschaft, hieß es zur Begründung. Die drei Bundessieger wurden aus den 16 Landessiegern ausgewählt. 

Kunstmarkthalle und Abenteuerspielplatz gewinnen Landespreise

Landessieger in Berlin ist die Initiative für eine Kulturmarkthalle im Mühlenkiez geworden. Im Nordosten des Bezirks Prenzlauer Berg soll ein Begegnungsort entstehen für Bewohner eines Plattenbauviertels und die zahlreichen Geflüchteten, die dort in mehreren Unterkünften leben. 

Brandenburger Landessieger ist der Bauspielplatz "Wilde Blüte" in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin), ein pädagogisch betreuter Abenteuerspielplatz in der Südstadt. Er soll Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 14 Jahren einen geschützten Spiel- und Lernort bieten.

Seehofer gab Schirmherrschaft ab

Der Preis wurde zum zweiten Mal vergeben. Geehrt werden Projekte, die sich vor Ort für mehr Integration und Inklusion, für die Bewältigung des demografischen Wandels und gegen Abwanderung aus dem ländlichen Raum einsetzen. Er ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert.

Der Nachbarschaftspreis hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, weil zwei Initiativen wegen der Äußerungen von Bundesinnenminister Horst Seehofer, zu diesem Zeitpunkt Schirmherr der Auszeichnung, ihre Nominierungen abgelehnt hatten. Der Berliner Verein "Moabit hilft" und der Kölner "wielebenwir e.V." hatten etwa auf Seehofers Aussage zur Abschiebung von 69 Afghanen verwiesen, die der CSU-Politiker in einen Zusammenhang stellte mit seinem zeitgleichen 69. Geburtstag. Daraufhin warf Seehofer "nebenan.de"-Geschäftsführer Michael Vollmann vor, ihm Toleranz, Mitmenschlichkeit und Offenheit abzusprechen und gab die Schirmherrschaft ab.

Sendung: Abendschau, 05.09.2018, 19.30 Uhr

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