Collage: links - Claudia Sünder (Bild: dpa/Christophe Gateau), rechts - Hans-Joachim Sünder (Bild: dpa/Uli Deck)
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Audio: Sebastian Schöbel, Inforadio, 14.09.2018 | Bild: dpa/Christophe Gateau/Uli Deck

Vorwürfe gegen Senatssprecherin Sünder - Konstruktion eines Skandals

Ein Berliner Autor wirft Berlins Senatssprecherin Claudia Sünder vor, in ihrem Lebenslauf gelogen zu haben. Vor allem soll sie mögliche Stasikontakte verheimlicht haben. Nun stellt sich heraus: Die fragwürdige DDR-Vergangenheit hat der Ankläger selbst. Von Sebastian Schöbel

Es war das Klatsch-und Tratsch-Thema auf den Fluren der Berliner Politik in diesem Sommer: Claudia Sünder, Pressesprecherin des Senats, soll in ihrem Lebenslauf gelogen haben. Mit Führungspositionen, die angeblich keine waren, Qualifikationen, die sie mutmaßlich gar nicht hat. Vor allem aber soll die in der DDR-geborene Sünder möglicherweise eine Stasi-Vergangenheit verheimlicht haben.

Das behauptet jedenfalls Hans-Joachim - genannt "Hanjo" - Lehmann: Roman-Autor, in China ausgebildeter Mediziner, stolzer Alt-68er. "Und seltsamerweise scheint es so, dass ich einer der wenigen Rebellen dieser Zeit geblieben bin."

Eine Anklage, die jeder zugeschickt bekommt - außer die Beklagte

Seine bisher bekannteste "Rebellion" richtete sich gegen die Grundsteuer. Die muss nun neu berechnet werden, deutschlandweit, das hat Lehmann zusammen mit anderen Klägern per Verfassungsklage erzwungen.

Nun hat Lehmann in einem Dossier Claudia Sünders Vita und auch ihr Privatleben auseinandergenommen. Das Papier hat er verschickt. Zwar nicht an Claudia Sünder selbst, dafür an so ziemlich jeden, mit dem sie beruflich zu tun hat: Alle Berliner Abgeordneten, alle Senatoren und den Regierenden Bürgermeister Michael Müller. Auch etliche Journalisten bekommen im Frühsommer das Dossier. Viele berichten über Lehmanns Vorwürfe - die Geschichte der "Sünderin" Claudia Sünder macht die Runde.

Viele berichten. Der rbb nicht.

Der rbb berichtet hingegen lange Zeit gar nicht über das Lehmann-Dossier. Sondern fragt bei den Beteiligten nach - und bekommt eine ganz andere Geschichte zu hören. Sie handelt von Eitelkeit und Zorn, von der Unaufhaltsamkeit einer Verleumdung und vom Generalverdacht, dem ehemalige DDR-Bürger auch heute, fast drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung, noch ausgesetzt sein können.

Hans Joachim Lehmann im Interview mit rbb|24 (Bild: rbb/Vanessa Klüber)
Hanjo Lehmann in seinem China-Club | Bild: rbb/Vanessa Klüber

Der Mann aus dem China-Club

Hanjo Lehmann empfängt Gäste gerne in seinem China-Club in Friedenau. Das Ladenlokal bietet eine gemütliche Mischung aus chinesischem Kellercafé und chaotischem Hobbyraum: Tische und Stühle aus dunklem Holz stehen dicht an dicht, Poster, Lampen und Wimpel aus Fernost hängen an den Wänden und unter der Decke, überall liegen Gesellschaftsspiele herum. In der Ecke steht ein Keyboard, darüber das Schild: "Songwriter-Werkstatt".

Über Claudia Sünder sagt der 72-Jährige: "Wir haben noch nie miteinander zu tun gehabt und noch nie miteinander gesprochen. Und ich weiß auch nicht, ob wir es tun werden."

Auch ihre Arbeit verfolge er nicht, sagt Lehmann. Sünders Lebenslauf sucht und findet er wegen einer ganz anderen Sache.

2011 wurde der Autor von den Betreibern des Hauptstadtportals "berlin.de" abgemahnt. Lehmann hatte von der Internetseite einen Kartenausschnitt kopiert und auf seine Homepage gestellt - eine Urheberrechtsverletzung. Zweimal wird Lehmann deswegen abgemahnt, zuerst 2011, dann noch einmal 2017. Er zahlt schließlich, doch er sieht sich als Opfer der Abmahn-Industrie und sucht die für berlin.de Verantwortlichen.

Laut Impressum der Seite ist das die Senatskanzlei. Und deren Sprecherin wird im Jahr 2017: Claudia Sünder.

Lehmann liest ihren offiziellen Lebenslauf auf berlin.de. "Und da sprang mir direkt die erste Zeile nach dem Geburtsdatum ins Auge: 1988, Redakteurin Pressedienst Berlin. So fing alles an."

"Die Ostfrau versteht den Westen nicht"

Es ist Sünders erste berufliche Station in der DDR, ein Verlag fest verankert im sozialistischen System - wie fast alles in der Deutschen Demokratischen Republik.

Nach gut zwei Monaten Recherche hält Lehmann Sünders gesamten Lebenslauf für eine Lüge: Redakteurin sei sie nie gewesen, das Studium nach der Wende sei fragwürdig verlaufen, Leitungspositionen habe sie erfunden oder übertrieben dargestellt und ihre Zusatzqualifikationen seien unzureichend. "Und ich glaube wirklich, wenn ich schreibe: Die Ostfrau versteht den Westen nicht. Das sage ich nicht, um sie zu diffamieren, sondern fast aus Mitleid mit ihr."

Im Dossier findet man dieses Mitleid allerdings nicht. Lehmann liest vor: "Aufschneiderin, Landei, tölpelfhafte FDJ-Pflanze aus Boltenhagen, Fachfrau für getürkte Lebensläufe, Flunkerbaronin, das größte Plappermaul zwischen Konstanz und Boltenhagen, Flunkerqueen".

Seine Recherchen präsentiert Lehmann auf eine sehr eigene Art und Weise. "Seit Norman Mailer spricht man von 'Faction', also der Kombination von Facts und Fiction", sagt er. "Es fing einfach an, mir Spaß zu machen - in einem Bereich, von dem ich jetzt sehe, dass es fehlerhaft war. Weil ich dieses Dossier nicht als Reporter geschrieben habe, sondern als Schriftsteller."

Lehmann spekuliert darin auch über Sünders erste Ehe, die Beziehung zu ihrem damaligen Mann und den gemeinsamen Kindern. Und er verdächtigt sie, Stasi-Verbindungen gehabt zu haben, erklärt ihre Eltern zu SED-Mitgliedern und wirft Claudia Sünder vor, sich nie zu ihrer Rolle als Mitläuferin im DDR-Regime bekannt zu haben. Und das obwohl sie aus Boltenhagen stammt, sagt Lehmann, einer "Hochburg der SED". "Da sagt der gesunde Menschenverstand, dass es schwer vorstellbar ist, das sie nicht gefragt wurde, ob sie bereit ist, Berichte zu schreiben."  

Großteil der Behauptungen als unzulässig gewertet

Die meisten seiner Aussagen werden Lehmann später vom Berliner Landgericht als unzulässig untersagt. Der Rest sei Auslegungssache und damit von der Meinungsfreiheit gedeckt, so die Richter. Das wiederum reicht Claudia Sünder nicht, sie legt Einspruch ein.
Der Fall liegt bei der nächsten Instanz.

Lehmanns Gedanken kreisen inzwischen längst um seine anderen, größeren Themen: Grundsteuer, Sterbehilfe, fernöstliche Medizin. "Ich würde jetzt auch viel lieber darüber sprechen als über so eine Lappalie wie Frau Sünder. Aber so hat es sich nun ergeben und diesen Kampf müssen wir nun durchstehen."

Von der Kaffeetasse grinst Gerhard Schröder

Die "Lappalie" wartet an einem späten Freitagnachmittag an ihrer Wohnungstür. Claudia Sünder hat lange mit sich gerungen, bevor sie einem Treffen zugesagt hat. Sie holt zwei mit Karikaturen verzierte Kaffeetassen aus dem Schrank: Eine zeigt den breit grinsenden Gerhard Schröder. Sünder ist SPD-Mitglied. Sie schmunzelt. Die Schröder-Tasse sei für Tage, an denen man vor lauter Kraft kaum laufen könne. Sie reicht die Tasse weiter und nimmt sich selbst eine mit der Karikatur von Frank-Walter Steinmeier.

"Wann habe ich Anlass gegeben, diese Positionen meines Lebens so darzustellen", fragt sie und sinkt in einen Stuhl auf ihrer kleinen Dachterrasse. "Ich habe keine Antwort gefunden."

Hanjo Lehman sei sie nie begegnet, sagt Sünder, nicht bewusst jedenfalls. Als die ersten Presseberichte auftauchten, habe sie ihre Familie informieren müssen. Auch, um zu erklären, warum sie von einem Herrn Lehmann aus Berlin angerufen wurden, mit Fragen zu Claudia Sünder. Das passiere auch heute noch.

"Das war eigentlich das Schwerste, es meinen Kindern zu sagen. Die werden natürlich auch von Mitschülern ins Gespräch gezogen, es wird ja darüber gesprochen. Und wenn dann Fragen von den Kindern kommen wie 'Mama, hört das auch wieder auf?', und ich es nicht beantworten kann... sondern nur sagen kann 'Mensch, glaubt nicht alles, was in der Zeitung steht'." Ihre Kinder versuchen sie dann zwar aufzubauen, erzählt die 48-Jährige. "Aber die Situation insgesamt ist schon sehr belastend."

Die Normalität einer sozialisitischen Kindheit

Dass ihr Leben nach dem Mauerfall nicht geradlinig war, dafür müsse sie sich nicht schämen, sagt Sünder. Es habe eben Brüche gegen: Sie war 19 Jahre alt, als die Wende kam. Das Studium an der Freien Universität unterbricht sie wegen zwei Todesfällen in der Familie. Für den Job ihres Mannes zieht die "Muschelschubserin", wie sie sich nennt, von der Ostsee nach Baden-Württemberg. Es folgen ein Fernstudium und Zusatzausbildung neben dem Job. Zwischendrin bekommt sie zwei Kinder. "Ich habe versucht, aus jeder Situationen das Beste zu machen. Diese nicht vorhandene Geradlinigkeit liegt daran, dass ich auf Rahmenbedingungen reagiert habe."

Die vielleicht schwerwiegendste Kritik von Lehmann betrifft jedoch nicht ihr Leben nach der Wende. Sondern das davor: Er wirft ihr SED-Privilegien, Stasi-Kontakte und Mitläufertum vor. Sünder schüttelt den Kopf. "Ich war ein ganz normales Kind des Sozialismus. Meine Eltern waren weder in der SED, noch besonders politisch aktiv." Sie sei "nicht so mutig" gewesen, in der Opposition und im Konflikt mit dem System zu sein. "Ich habe sicher manche Sachen hinterfragt und nachgelesen. Aber natürlich war ich in der FDJ, wie viele andere auch."

Sünder galt in jungen Jahren als "politisch unzuverlässig"

Das Journalistik-Studium in Leipzig habe man ihr jedenfalls verweigert, erinnert sie sich. Sie sei "politisch unzuverlässig" gewesen. "Sehr enge Freunde meiner Familie waren wegen versuchter Republikflucht festgenommen worden. Meine Großeltern hatten noch viel Familie im Westen. Das führte in der Schulzeit dazu, dass hin und wieder die Post nicht ankam." Ihre Familie habe also offenbar im Fokus der Behörden gestanden. "Und das in Summe hat dann dazu geführt, dass man sagte: So ganz linientreu ist sie nicht."

Lange nach dem Mauerfall, um das Jahr 2004, habe sie bei der Stasiunterlagenbehörde angefragt, was zu ihr vorliegt, erzählt Sünder. "Ich habe eine Mitteilung bekommen, auf der eine Nummer steht. Aber es wurden sonst keine Eintragungen vorgenommen." Sie zeigt eine Kopie. "Da stehen nur zwei Hieroglyphen, die übersetzt bedeuten, man hätte Kontakt aufgenommen oder es hätte Kontakt gegeben. Mehr war da nicht." Wer der "Kontakt" war, wisse sie nicht, bis heute. "Es hat bewusst - dass mir gegenüber jemand gesagt hätte, er arbeitet für das Ministerium für Staatssicherheit - keinen Kontakt gegeben."

Claudia Sünder, Senatssprecherin, bei einer Senatssitzung im Januar 2017 (Bild: dpa/Paul Zinken)
Senatssprecherin Claudia Sünder | Bild: dpa/Paul Zinken

"Lehmann erklärte sich zu einer Zusammenarbeit mit dem MfS bereit"

Hanjo Lehmann sagt, er wisse es besser. Weil er die ehemalige DDR-Bürgerin Claudia Sünder durchschaut habe. "Die öffentliche Lüge war die zweite sprachliche und gedankliche Haut der DDR. Nur das erklärt aus meiner Sicht ihre Haltung, dass sie das so verinnerlicht hat. Dass man öffentlich etwas sagen kann und dafür ungestraft bleibt."

Woher er das wisse? Weil Lehmann die DDR kennengelernt hat: Geboren wurde er in Ostberlin, zog vor dem Mauerbau mit seiner Familie in den Westen, kam dann aber als Referent der Evangelischen Kirche in den 70er Jahren zurück. Lehmann traf Oppositionelle, vor allem aus dem Kreis um Ulrike Poppe - Bürgerrechtlerin und nach der Wende Brandenburgs erste Beauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur. Sie bestätigt auf Nachfrage des rbb, Lehmann aus dieser Zeit zu kennen.

Er verliebte sich damals in eine DDR-Bürgerin, die beiden wollten heiraten und Lehmann plante, in die DDR überzusiedeln. "Und ich hatte damals auch meine ersten Stasikontakte."

"Natürlich wurde ich auch aufgefordert zur Kooperation." Man habe ihm gesagt, er müsse seine Loyalität beweisen, um Bürger der DDR zu werden. "Und es steht in meiner Akte: 'Herr Lehmann erklärte sich zu einer Zusammenarbeit mit dem MfS bereit, unter der Voraussetzung, dass nichts, was er tun würde, anderen Schaden zufügen könnte.' Und dann habe ich zum Beispiel für meinen Stasi-Betreuer vom damaligen Zentralpostamt ein Telefonbuch von Westberlin mitgebracht."

"Da fehlen mir die Worte"

Ob er damit jemandem geschadet hat, ist schwer festzustellen. DDR-Bürger wurde Lehmann aber nicht, seine Übersiedlung wurde abgelehnt.

Dass er seine Stasi-Erfahrungen nun auf Sünder projiziert, räumt Lehmann ein. Dennoch fordert er, dass sie sich offenbart: Es habe in der DDR eben nur zwei Arten von Menschen gegeben. Die, die sich auflehnten. Und eben die anderen. "Ihr würde ich es auch nicht im Geringsten übel nehmen", sagt er. "Ich finde es nur nicht richtig, dass das gesamte Thema der Beteiligung überall, nicht nur in den Lebensläufen, sondern auch im Denken und Sprechen ausgeklammert wird."

Dass es eine andere Realität geben könnte, eine in der Claudia Sünder keine finstere DDR-Vergangenheit hat, scheint für Lehmann unvorstellbar zu sein. Daran ändern auch ihre eidesstattlichen Versicherungen vor Gericht nichts. Und so wiederholt er seine Forderungen mit der Beharrlichkeit eines wütenden Internetkommentators - eines "Trolls", wie man heutzutage sagt.  

"Ich glaube, ich könnte mich mit Herrn Lehmanns Motivation eher auseinandersetzen, wenn ich das Dahinter verstehen würde", entgegnet Sünder. "Aber jemand, der offen zugibt, mit der Stasi kooperiert zu haben, dann noch für sich in Anspruch nimmt, der Einzige zu sein der weiß, wie die DDR funktioniert hat… das ist schon hart, da fehlen mir die Worte. Was nicht häufig vorkommt."

Erst urteilt die Öffentlichkeit, dann der Richter

Lehmanns Papier über Sünder wird in der Berliner Politik und den Medien zunächst ignoriert. Es ist das Magazin "stern", das zuerst darüber berichtet, nachdem die Staatsanwaltschaft im Zuge ihrer Ermittlungen eine Hausdurchsuchung bei Lehmann vornimmt. Weitere Zeitungen und Nachrichtenplattformen steigen in die Geschichte ein, berichten über Lehmanns Vorwürfe und Beleidigungen. Die Märkische Oderzeitung schreibt vom "Sünder-Register", Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer nennt den Fall beispielhaft für Berlins Status als "Venezuela Deutschlands".

Claudia Sünder merkt schnell: Je mehr sie sich wehrt, desto mehr wird auch über Lehmanns Vorwürfe und Beleidigungen geschrieben. Sie zieht sich zurück und schweigt. "Das ist das schlimmste Gefühl überhaupt: Es wird mit mir gemacht und ich habe keine Möglichkeit, dem Einhalt zu gebieten oder sonst etwas zu tun."

Lehmanns Behauptungen - auch die, die vor Gericht bereits untersagt wurden - sind in der Welt, einfangen kann Sünder davon nichts mehr. Was in letzter Instanz vor Gericht entschieden wird, ist durch die vielen Medienberichte längst unerheblich geworden. "Der Schaden ist schon angerichtet", sagt sie. Wo auch immer mich das Leben noch hintreibt: Das man das Internet abschaltet, ist relativ unwahrscheinlich."  

Möglicherweise, meint sie schließlich, sei diese Episode am Ende aber auch für irgend etwas gut. So, wie die vielen anderen Brüche und Neuanfänge in Claudia Sünders ostdeutscher Biografie.

"Vielleicht ist das auch die Entgegnung auf Herrn Dr. Lehmann: Ich glaube, ich habe die Menschen im Osten und Westen besser verstanden als er."

Sendung: Inforadio, 16.09.2018, 7:24 Uhr, 12:24 Uhr, 16:24 Uhr und 22:24 Uhr

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 10.

    Wer austeilt und oft unter die Gürtellinie tritt, kann auch mal einstecken Frau Sünder!

  2. 9.

    Ich möchte mich auch für den recht sachlichen Beitrag von Sebastian Schöbel bedanken.

    Gehört es Mut dazu oder ist es eine einfache Gedankenleistung, jenseits der beiden erklärten Pole zu denken, die die DDR a) nur als lupenreinen Staat sieht, in dem nur Mauer, Stasi und Stacheldroht existierte oder b) aber als kuschelige kleine Republik, wo es so ganz nebenbei auch noch eine SED gab?

    Wo Menschen miteinander agieren - und das wird niemand bestreiten können - ist immer stets zweierlei da. Der Gegensatz rührt von der Behauptung her, es sei AUSSCHLIESSLICH so gewesen.

  3. 8.

    Lehmann ist damit nur ein Mitglied mehr im Dunstkreis ignoranter Dummschwätzer. Sein Elaborat wirkt wie der dreiste Versuch eines offensichtlich im Glashaus sitzenden Egomanen, die eigene Bedeutungslosigkeit zu kompensieren. Wie allerdings diese massive, aber plumpe Rufschädigung vom Spiegel-Kommentatoren Fleischhauer das Label "maßvolle Meinungsäußerung" erhalten kann, erschließt sich beim besten Willen nicht.
    Im Übrigen soll es im deutschen Polit-Establishment noch andere ehemalige FDJ-Mitglieder geben...

  4. 7.

    Herr Lehmann ist erbährmlich und gefählich. Solchen Typen haben wir es unter anderem zu verdanken das dieses Land fast 30 Jahre nach der Wende nicht zur Ruhe kommt. Traurig.

  5. 5.

    Herr Lehmann hätte vielleicht einfach behaupten sollen, er wäre von Frau Sünder irgendwie belästigt worden - "übergriffig" und so. Bei solchen Vorwürfen wird ja der Beschuldigte heute gern augenblicklich verurteilt und von Haus und Hof gejagt - nicht selten, ohne vorher gehört worden zu sein. Und wenn er das Pech hat, zum Beispiel für eine große öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt zu arbeiten, kann es ihm sogar passieren, daß man ihm nicht mal mitteilt, wessen er eigentlich genau beschuldigt wird, geschweige denn von wem.

    Also, Herr Lehmann: So läuft das heute (Kafka läßt grüßen). Was Sie da gemacht haben, ist dagegen wirklich amateurhaft und plump, auch wenn es der alten Grundregel des Rufmords folgte: Einfach etwas behaupten und schön verbreiten - irgendwas wird dann schon hängen bleiben.

    Und PR-Fachfrau Sünder hat noch nie vom Streisand-Effekt gehört?

  6. 4.

    Erfreulich- mal ein intelligenter Artikel auf dieser Plattform, abseits von Wetter & Polit-Mainstream.

  7. 3.

    @1: Ein "nachweislich aktueller Stasi-Anwalt" - soso. Dass es die Stasi mal gab, hab ich ja sogar als ein Wessi mitgekriegt, der im Gegensatz zu Hanjo Lehmann nicht ruebermachen wollte. Dass es aber die Stasi noch immer gibt - das behauptet nicht einmal der laechelnde Verluemder mit dem China-Club. Herr oder Frau Lesche, was fuer Nachweise haben Sie denn fuer Ihre Vorwuerfe gegen die Staatsanwaltschaft Postdam? Hoffentlich nicht nur solche wie Dr. Lehmann, dem es ausreicht, einfach mal dort gewesen zu sein? Ich bin gespannt und offen. - Nur fuer den Fall, dass Sie keine plausiblen Nachweise haben sollten: dann wenden Sie sich am besten an die MOZ, den Spiegel oder zahlreiche Agenturen. Irgendwer dort wird das bestimmt gern ungeprueft weiterverbreiten.
    - Danke jedenfalls an Sebastian Schoebel fuer diesen offenbar angemessen recherchierten, unaufgeregten Artikel.

  8. 2.

    "Es habe in der DDR eben nur zwei Arten von Menschen gegeben", da brauche ich nicht mehr weiterzulesen. An solchen pauschalen Aussagen erkennt man doch sofort, dass es jemand nicht um Gerechtigkeit oder historische Wahrheit geht, sondern darum, alle 16 Millionen DDR-Bürger über einen Kamm zu scheren. Ich gut, die böse. Mit solchen Pauschalurteilen soll dann Aufmerksamkeit erzeugt oder sonst wie Kasse gemacht werden. Nein danke!

  9. 1.

    Stasi Kontakte, sind noch die geringsten Vorwürfe, zu den Stasiverbrechern der ehen. DDR. Ich bin bei meiner letzten Amtsgerichtsverhandlung in Potzdam von einem nachweislichen aktuellen Stasi Staatsanwalt als Ankläger begleitet worden. Bei der Staatsanwaltschaft Potsdam sind noch nachweislich ca. 30 Staatsanwälte tätig oder wirksam, die bei der Stasi auch wirkten. Wie ist so etwas in einem Rechtsstaat möglich?

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