Hausbesetzung Großbeerenstraße (Quelle: rbb/Matthias Bartsch)
Video: Abendschau | 08.09.2018 | Bild: rbb/Matthias Bartsch

Großbeerenstraße 17a in Kreuzberg - Aktivisten dürfen eine Wohnung bis Freitag besetzt halten

Aktivisten haben Wohnungen in einem leerstehenden Haus in Berlin-Kreuzberg besetzt. Geräumt wird vorerst nicht - der Eigentümer hat eine Duldung bis kommenden Freitag ausgesprochen. Dann sollen Verhandlungen zur zukünftigen Nutzung beginnen.

Aktivisten haben am Samstag Wohnungen in einem Haus in Berlin-Kreuzberg besetzt - und dürfen vorerst bleiben. Am Abend hat ein Vertreter der Eigentumsgesellschaft nach rbb-Informationen extra einen Vertrag mit den Protestierenden aufgesetzt.

In der nächsten Woche soll es Gespräche geben, was mit den seit Jahren leerstehenden Wohnungen nun passiert. Die Besetzer kritisierten, die Wohnungen stünden "seit Jahren leer". Sie fordern, dass das Haus "wieder mit Leben gefüllt wird".

Kundgebung verlief friedlich - trotzdem leitete Polizei Strafverfahren ein

Am Samstagnachmittag hatten Aktivisten der "Hausprojektgruppe Großbeerenstraße" via Twitter mitgeteilt, dass sie Wohnungen in Kreuzberg nahe dem Halleschen Ufer besetzt hätten. Der Sprecher der Gruppe, Max Polder, sagte rbb|24, Aktivisten würden sich in zwei bisher leerstehenden Wohnungen der Großbeerenstraße 17a aufhalten - wie viele genau wollte Polder nicht sagen. Vier Mieter sind offiziell in dem Haus gemeldet.

An einer Kundgebung vor dem Haus nahmen nach Angaben der Polizei rund 100 Menschen teil. Die Polizei sperrte die Großbeerenstraße zwischen Tempelhofer Ufer und Obentrautstraße. Es gab keine Zwischenfälle, der Protest verlief friedlich. Gegen 20 Uhr beendete die Polizei ihren Einsatz, teilte ein Sprecher am Sonntag mit. Da die Versammlung nicht angemeldet war, sei ein Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet worden.

Nächste Woche Verhandlungen in großer Runde

In Gesprächen zwischen dem Eigentümer und den Besetzern am späteren Samstagabend wurde schließlich vereinbart, dass die Besetzer vorerst bleiben dürfen. Das sagte die Grünen-Abgeordnete Katrin Schmidberger rbb|24, die nach eigenen Angaben bei den Verhandlungen dabei war und mit dem Besitzer schon früher in Verhandlungen stand.

Voraussichtlich ab Montag werde es dann Gespräche zwischen Besetzern, Eigentümern, Anwälten und dem Baustadtrat des Bezirks geben, um das weitere Vorgehen zu beraten. Schmidberger zeigte sich gegenüber rbb|24 optimistisch, dass offene Fragen zur Zukunft des Hauses in der nächsten Woche geklärt werden könnten.

Nach Angaben der Grünen-Politikerin hat der derzeitige Eigentümer das Haus vor rund vier Jahren erworben; schon zu diesem Zeitpunkt sei das Haus verfallen gewesen. Laut Schmidberger plant der Eigentümer in dem Haus eine Beratungsstelle und Wohnungen für wohnungslose Frauen, aber auch reguläre Wohnungen. Erste Umbaupläne seien vor zwei Jahren geplatzt.

"Haus soll jetzt wieder mit Leben gefüllt werden"

Eigentümer ist nach Angaben der Aktivisten die Aachener Siedungs- und Wohnungsgesellschaft. Laut Polder hatten die Aktivisten in der Vergangenheit Kontakt zum Eigentümer aufgenommen und sich um Mietverträge bemüht. "Das war erfolglos." Auch die Bezirkspolitik habe sich bereits mit dem leerstehenden Haus befasst, so Polder. Daher hätten die Aktivisten jetzt die Wohnungen besetzt.

Sendung: Abendschau, 08.09.2018, 19.30 Uhr

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40 Kommentare

  1. 40.

    "Ich habe aber auch eine Wohnung, die ich an einen ALGII-Empänger vermietet habe, der macht kleinere Hausaufgaben, ein 450EUR-Jober. So Schneeschieben, die Post annehmen, die Hausreinigung, kleinere Erledigungen. Da schlägt eben mein soziales Herz. "

    ...

    Ohne Kommentar.

  2. 39.

    Alles schick... Neid würde voraussetzen dass ich mit ihnen tauschen möchte.

    Ich kann ihnen eines mit Bestimmtheit sagen. Ich möchte garantiert NICHT mit ihnen tauschen!

    Ihre Einstellung möchte ich nicht haben. Und mit dem lesen und verstehen sollten sie auch noch mal üben.

  3. 38.

    Das werde ich Ihnen sagen: 17EUR/qm kalt. Alles im gesetzlichen Rahmen und vom Staat vorgegeben. 11% Modernisierungsumlage ist da schon dabei. Dazu kommen noch die Betriebskosten.
    Ich habe aber auch eine Wohnung, die ich an einen ALGII-Empänger vermietet habe, der macht kleinere Hausaufgaben, ein 450EUR-Jober. So Schneeschieben, die Post annehmen, die Hausreinigung, kleinere Erledigungen. Da schlägt eben mein soziales Herz.

  4. 36.

    Ich bin ganz Ihrer Meinung.
    Nun, es herrsch Wohnungsnot in Berlin, aber muss ich jede leerstehende Wohnung unter Preis vermieten? Letztlich fehlen Wohnungen im Sozialen Segment und nicht bei "Luxuswohnungen". Gerade im Sozialen Wohnungsbau hat doch der Senat Fehler gemacht. Marzahn, Hellersdorf - wurde da nicht die bestehenden Wohnungen abgebaut, die heute fehlen? Wurden nicht Wohnungen aus öffentlicher Hand an sogenannten Heuschrecken verkauft? Stagniert nicht der gesamte Wohnungsbau in Berlin. Werden Bauherren nicht mit Vorgaben, Gesetze u.a. drangsaliert? Natürlich kostet ein Neubau mehr als von 10, 20 Jahren - und das liegt auch an den steigenden Kosten für Material und Manpower. Das dann die gestiegenen Baukosten auf die Miete umgeschlagen wird, ist doch klar, oder?
    Und dass die Katholische Kirch jetzt sich so sozial zeigt, ist doch nur dem geschuldet, dass durch die Übergriffe gewisser Kreise kirchlicher Würdenträger auf Kinder und Jugendliche das Image beschädigt ist..

  5. 35.

    Auch hier wiede, wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Denn ich habe "Meinungsfreiheit anderer beschneiden will" geschrieben. ANDERER!
    Das sie mich als "Scham. .." titulieren, rechne ich mal Ihrem Neid zu, denn daraus resultiert Ihr Verhalten.
    Ja, ich finanziere mit den Mieten nicht nur mein schönes sorgenfreies Leben, bezahle aber Grundstückssteuer, Grunderwerbssteuer und andere Nebensächlichkeiten. Und ja, ich kann es mir leisten zu warten, bis ein potenter Mieter kommt. Darum kann ich, wie Sie zu jeder Zeit hier meine Meinung schreiben, wie Sie es auch auf Ihrer Arbeit machen können.
    Sie können mich "Schmar..." oder auch "Spekulant" nennen und warum? Weil mein Geld für mich arbeitet, ich auf meiner Trasse sitze, einen Espresso trinke, dabei auf den Fernsehturm schauen und denken: was für ein schönes Leben.

  6. 34.

    Vielen Dank, dass Sie mich schon als Freund von @IchMeinJaNur hinstellen.Fühl mich geehrt. Als ehem. Maler/Lackierer weiß ich nicht um die aktuelle Auftragslage im Gewerbe, doch auch da findet schon längst die Ausbeutung durch Subunternehmen statt. Auch Sie werden heute keinen Meisterbetrieb mehr rufen, wenn der Hausflur renoviert werden muß. Den Rest erspare ich mir, da mein“ Freund“ es wiedereinmal voll auf den Punkt bringt.

  7. 33.


    Ihr "Lieber" können sie sich sparen. Aber schön dass sie so ehrlich sind und sich als Spekulant outen der die momentane prekäre Wohnungsmarktsituation schamlos ausnutzt.

    Wo habe ich denn ihre Meinungsfreiheit beschnitten? Ich nehme mir allerdings auch die Meinungsfreiheit heraus um ihnen mitzuteilen das sie in meinen Augen ein Schmar... übler Spekulant sind. Ich muß nämlich für mein Geld arbeiten, sie offenbar nicht. Und sie haben, wie sie ja unumwunden zugeben, offensichtlich zuviel Geld wenn sie sich es leisten können ein Mietobjekt leer stehen zu lassen.

    "Sollten aber Linksterroristen sich anschicken, eine meiner Wohnungen zu besetzen, werde ich Mittel und Wege finden, sie nachhaltig entfernen zu lassen. Eigentum verpflichtet."

    Offenbar sind sie noch ein wenig mehr als ein Schmar... übler Spekulant, wenn sie eine solche Ausdrucksweise wählen.

  8. 32.

    Lieber @IchMeinJaNur, sicher, nicht jeder hat so eine Affinität zum Grundgesetz wie Sie, der gerne mal die Meinungsfreiheit anderer beschneiden will. Aber, ich will Ihnen mal sagen, was ich von Ihrem absurden Gepinsel halte: Ich selbst besitze im Prenzlauer Berg zwei Häuser, in denen ich nicht alle Wohnungen vermietet habe, weil ich mir Zeit damit lassen will und kann, bis ein mir genehmer Mieter vorbei kommt und auch meine aufgerufene Miete bezahlt. Auch Ihnen wird bekannt sein, dass sich alles verteuert hat. Reparaturen, Material, Handwerker (Ihr Freund, der Maler & Lackierer, wird das Ihnen bestimmt bestätigen)und das schlage ich auf die Miete um. Während Sie die Hausverwaltung anrufen und den Schaden melden. Ich bin kein Sozialromantiker, ich will auch verdienen und mir damit mein Leben finanzieren. Sollten aber Linksterroristen sich anschicken, eine meiner Wohnungen zu besetzen, werde ich Mittel und Wege finden, sie nachhaltig entfernen zu lassen. Eigentum verpflichtet.

  9. 31.

    "Ich finde, jeder kann mit seinem Eigentum machen, was er will."

    DAS erklärt ihre Einstellung zu unserem GG und zu Recht und Gesetz.

    "Sicherlich ist ein Leerstand moralisch bedenklich - aber wenn interessiert das und es ist auch nicht strafbar."

    In Zeiten überteuerter Mieten und Spekulanten die die Wohnungsnot ausnutzen eigentlich fast jeden, zumindest jeden der eine Wohnung sucht und das sind ja schon nicht wenige.

  10. 30.

    "Ich finde, jeder kann mit seinem Eigentum machen, was er will."

    DAS erklärt ihre, nennen wir es mal recht einseitige Einstellung zu unserem GG und zu Recht und Gesetz.

    "Sicherlich ist ein Leerstand moralisch bedenklich - aber wenn interessiert das und es ist auch nicht strafbar."

    In Zeiten überteuerter Mieten und Spekulanten die die Wohnungsnot ausnutzen eigentlich fast jeden, zumindest jeden der eine Wohnung sucht und das sind ja schon nicht wenige.

  11. 29.

    Ich finde, jeder kann mit seinem Eigentum machen, was er will.
    Wenn er seine Wohnung leer stehen lassen will, um einen richtigen Preis dafür zu erzielen (Angebot und Nachfrage) ist legitim und nachvollziehbar.
    Manchmal dauert es eben Wochen, Monate, vielleicht auch Jahre.
    Das ist nun kein Grund, dass sich Kriminelle das Recht heraus nehmen, das Recht in ihre Hände zu nehmen. Das ist Anachie.
    Warum hier einige meinen, dass verstößt gegen den Grundsatz "Eigentum verpflichte", erschließt sich mir nicht. Es steht in keinem Gesetz der Welt, dass ich in meinem Haus leerstehende Wohnungen vermieten MUSS.
    Sicherlich ist ein Leerstand moralisch bedenklich - aber wenn interessiert das und es ist auch nicht strafbar.

  12. 28.

    doof nur dass das Grundgesetz sagt "Eigentum verpflichtet" und hier jemand seiner Pflicht nicht nach kam (Wohnungen stehen seit Jahren leer trotz Wohnungsmangel in Berlin). Seid den Aktivisten Dankbar!

  13. 27.

    Ich kürze mal meine Antwort ab.

    Bei ihnen reicht es ja nicht einmal für einen Agitator. Ihre Räuberpistolen aka Fake News oder alternative Fakten werden nicht wahrer auch wenn sie sie noch so oft wiederholen. Und sind so leicht zu widerlegen.

    Wo ist denn ihr "marodierend durch die Straße ziehen und Häuser, Industriegebäude oder Wälder besetzen, zerstören, beschmieren, anzünden" Mob?

    Ihr Vorgehen wie aus dem Handbuch des RG können sie sich sparen. Wenn sie keine Argumente haben einfach mal die Finger bei sich lassen.

  14. 26.

    Dann haben Michael und Helmut nicht verstanden worum es geht?
    Dieser "Mob" ist in Verhandlungen mit dem Eigentümer, in dessen Haus ja noch einige Wohnungen vermietet sind, die restlichen aber leerstehen. Somit kann es sich nicht um einen Mob handeln - also nochmal den Duden vorher konsultieren - oder falls dass zu schwer erschiene das Internet mit den einschlägigen Suchmaschinen.

    Ich nehme aber an, das Sie eher dem Klientel entsprechen, welchem Martina ihre Kritik Zuteil werden ließ? Dann könnte ich Ihre Ansicht vielleicht nachvollziehen, wohldem aber nicht verstehen, denn für Leerstand und verrotten lassen kann es kein Verständnis geben. Dies ist Lebensraum, der Menschen vorenthalten wird, die es dringend brauchen.
    Vllt nicht ganz Ihre Einkommensklasse, aber immerhin . eine Klasse.....MENSCHEN......

  15. 25.

    So ein Blödsinn mit der Wohnungsbesetzung, bei Immoscout findet man übrigens ~4.000 weitere leere Wohnungen.

  16. 24.

    Illegal ist die Besetzung und man vergreift sich an Privateigentum. Nichts anderes hat @Helmut Heisig geschrieben und damit die eventuellen Fall beschrieben, dass bei Ihrem andauernden Verständnis für diese Kriminellen, und nichts anderes sind sie, dass genau diese "Leute" vor Ihrer Wohnung stehen und diese besetzen oder eben von denen Ihr Fahrrad geklaut wird.
    Aber, anscheinend ist dieser Zusammenhang zu klein, bei Ihnen muss es schon global sein. Das ist doch lächerlich.
    Hier besetzt irgendein Mob ein Haus, hängen selbst gemalte Pamphlete aus den Fenstern und denken, sie ändern die Welt?
    @IchMeinJaNur: wie schon jemand schrieb, dass das Gelesene zu verstehen, nicht so jedem gegeben ist.
    Gut, für einen Agitator scheint das zu reichen. Und als nichts anderes stufe ich Ihr Geschrei ein. Selbst die Gedanken Anderen müssen dafür herhalten, die Sie gerne in Ermangelung eigener, kopieren.

  17. 22.

    Mir ist es vollkommen egal warum das Haus leer steht. Ich muss da auch nichts vermuten. Es steht einfach schon zu lange leer während Wohnungen dringend gebraucht werden. Ich gehöre zu denen die an "die Politiker" nicht nur Forderungen stellen, sondern ihnen auch im Weiteren ein Mandat dafür geben wollen wie die Frage von Grund, Boden und Wohnung mit Blick auf die (Grund)Bedürfnisse der Mehrheitsbevölkerung und nicht mit Blick auf die Interessen eines (internationalen)Investmentmarktes beantwortet wird. In der Tat sind kleine Immobilienunternehmer, kleine private Wohnungsvermieter eher weniger - oder an anderer Stelle ein Problem. (Zum Beispiel weil diese Dilettanten oft keine Nebenkostenabrechnung können, oder einem unverschuldet zahlungsunfähigen die Miete gar nicht stunden können)Zu diskutieren ist wie wir überhaupt noch demokratische Entscheidungs- und Gestaltungsmacht haben können. Schauen Sie sich London, Paris, Tokio...an. Sicher nicht das Ergebnis "linker Politik"

  18. 21.

    Ach je Herr Heisig - wo hat der"Mob" vor einer bewohnten Wohnung gestanden, sie beansprucht oder sogar geräumt? Wo?
    Räumen tun andere.
    Was hat Fahrraddiebstahl zu tun mit was Sie "Linke" oder "links nennen? Hm? Nichts. Ausser: Klassische antilinke Propaganda eines rechten Mainstreams der tatsächlich die Politik in diesem Land, in Europa, auf der Welt bestimmt. Oder wo war jetzt gleich die linke Regierung in den letzten Jahrzehnten? Niemand hält das Besetzen von Wohnungen für eine Lösung. Die andere Seite hält aber ihren verfassungsfeindlichen Begriff von Eigentum - der der Sozialbindung in der Lebenswirklichkeit der Menschen faktisch entgegensteht für eine Lösung. Mit dem vorliegenden faktischen, tatsächlichen Ergebnis. Leuten wie Ihnen gelingt es sicher auch Hartz4, Bankencrash und ungerechte Weltwirtschaftsordnung einer ominösen "Linken" anzudichten. Dann wählen Sie doch die Parteien, die den Sozialstaat abschaffen wollen. Behaupten Sie nur nicht wie diese Parteien das Gegenteil

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