Protestbanner aus den Fenster eines Hauses (Großbeerenstraße in Kreuzberg) am 10. September 2018. (Quelle: imago/Emmanuele Contini)
Bild: imago/Emmanuele Contini

Verhandlung über Nutzung - Besetzer dürfen länger in der Großbeerenstraße bleiben

Die Besetzer von Wohnungen in der Großbeerenstraße 17a dürfen dort länger bleiben, als zunächst vereinbart. Bis zum 14. Oktober können sie nun mit der Eigentümerin über die Nutzung des Hauses verhandeln - und die Vorstellungen liegen nicht weit auseinander.  

Die Hausbesetzer in der Großbeerenstraße 17a in Berlin-Kreuzberg dürfen länger bleiben als bislang vereinbart. "Der Zwischennutzungsvertrag wird verlängert bis zum 14. Oktober 2018", sagte die Grünen-Abgeordnete Katrin Schmidberger am Dienstag rbb|24. Damit bestätigte sie einen Bericht des "Neuen Deutschland" (Mittwoch).

Am Wochenende hatten die Hauseigentümer und Besetzer zunächst eine Frist bis 14. September ausgehandelt. Diese wurde beim zweiten Treffen am Montag, an dem auch Schmidberger teilnahm, bis zum 14. Oktober verlängert. In dieser Zeit sollen Verhandlungen zwischen der sogenannten Hausprojektgruppe Großbeerenstraße, wie sich die Besetzer nennen, und der Eigentümerin "Aachener Siedlungs-und Wohnungsgesellschaft mbh" zur Raumnutzung stattfinden. Den Aktivisten ist bereits zugesichert worden, eine leerstehende Wohnung im ersten Stock bis Fristablauf nutzen zu dürfen.

Fünf Personen haben laut Benjamin Marx von der Eigentümergesellschaft Schlüssel bekommen. "Es heißt aber nicht, dass die, die als erste da waren, auch als erste den Zuschlag für die weitere Nutzung bekommen", betonte Marx gegenüber der Deutschen Presseagentur. Er plane in dem Haus eigentlich ein Wohnprojekt für wohnungs- und obdachlose Frauen. "Das ist ein Thema, das absolut übersehen wird", sagte Marx. Mit den Besetzern wolle er nun "ergebnisoffen" diskutieren. "Vielleicht kann etwas ganz Neues und Zukunftsweisendes entstehen."

Vorstellungen nicht weit entfernt voneinander

Die Aktivisten setzen sich dafür ein, dass in dem Haus ein nachbarschaftliches soziales Projekt, ein sogenannter "Kiezraum" entsteht. Außerdem solle dort Raum für neue Wohnformen verwirklicht werden, etwa generationsübergreifendes Zusammenleben. Dass nun die Frist verlängert wurde, zeige "sehr deutlich, dass der Eigentümer kooperativ und gesprächsbereit ist", die Verhandlungen seien "auf einem guten Weg", sagte Schmidberger rbb|24. Die Vorstellungen von Eigentümer und Aktivisten seien gar nicht so weit voneinander entfernt.

Hausbesetzungsgruppe lädt zur Kiezversammlung ein

Via Twitter luden die Aktivisten inzwischen zu einer Informations- und Kiezversammlung am Dienstagabend. Dann könne besprochen werden, was mit dem Haus geschehen soll.  

Am Samstagnachmittag hatten Aktivisten der "Hausprojektgruppe Großbeerenstraße" via Twitter mitgeteilt, dass sie Wohnungen in Kreuzberg nahe dem Halleschen Ufer besetzt hätten. Der Sprecher der Gruppe, Max Polder, sagte rbb|24, Aktivisten würden sich in zwei bisher leerstehenden Wohnungen der Großbeerenstraße 17a aufhalten - wie viele genau wollte Polder nicht sagen. Vier Mieter sind offiziell in dem Haus gemeldet. Laut Polder hatten die Aktivisten zuvor erfolglos Kontakt zum Eigentümer, der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft, aufgenommen und sich um Mietverträge bemüht.

Sendung: Inforadio, 11.09.2018, 17 Uhr

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    Sie meinen also diese Leute hätten die Wohnung besetzt um kein Geld ausgeben zu müssen?

    Das und ihr völlig abwegiger Vergleich beweist nur wie wenig sie von den Motiven eine solche Besetzung durchzuführen verstanden haben.

  2. 11.

    Ich kann nicht verstehen, warum es überhaupt Hausbesetzungen geduldet werden. Andere Leute gehen doch auch arbeiten, um ihre Miete bezahlen zu können. Wieso kann man einfach wildfremdes Eigentum nutzen? Ist der nächste Schritt dann das Besetzen von Autos? Sie stehen ja auch die meiste Zeit am Tag ungenutzt rum? Was ist, wenn ich vor einem Geschäft einen leeren Kinderwagen sehe? Kann ich den dann auch, da ja ungenutzt, mitnehmen und mein Kind hinein legen? Kein Wunder, dass Berlin nicht aus den negativ Schlagzeilen heraus kommt.

  3. 10.

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  4. 9.

    Sie werfen mir vor was sie dann umgehend selbst tun? Wo akzeptiere ich keine anderen Meinungen? Ich kann aber sehr wohl bemängeln dass dieser "Lesche", der hier nicht gerade durch themenbezogene Kommentare glänzt, ganz offensichtlich nicht verstanden hat worum es den Besetzern ging. Die Bemerkung zu dem Weltbild resultiert auf unzähligen Beiträgen hier die "Lesche" hier höchstselbst (zumindest vermute ich das) von sich gegeben hat.

    Und gerade sie, ausgerechnet sie sollten hier nicht von "Chefideologe" faseln wenn sie hier fast jeden Tag wutschäumend und absolut unsachlich über RRG oder alles was sie für "links" halten in einer Art und Weise die man mit Fug und Recht als Hetze bezeichnen kann herziehen.

  5. 8.

    Das liegt wohl auch daran das der Eigentümer nicht irgendwer ist, sonder die kath. Kirche (d.h. Das Erzbistum Köln). Hier steht beim Wohnen nicht die Rendite vorne, sondern Faires Miteinander.

  6. 7.

    Unser Oberhetzer gegen RRG will mal wieder nicht akzeptieren, dass es auch andere Meinungen gibt. Dafür beleidigt er sofort andere Kommentatoren. Das ist typisch für Leute die eine Meinungsdiktatur aufbauen wollen.

  7. 6.

    Unser Chefideologe will mal wieder nicht akzeptieren, dass es auch andere Meinungen gibt. Dafür beleidigt er sofort andere Kommentatoren. Das ist typisch für Leute die eine Meinungsdiktatur aufbauen wollen.

  8. 4.

    Man merkt das sie von der ganzen Sachen nicht den geringsten Schimmer haben, am wenigstens davon warum die Aktivisten die Hausbesetzung vorgenommen haben.

    Das geht wahrscheinlich nicht mit ihrem egoistischen spießbürgerlichen Weltbild konform.

  9. 3.

    Man muss in dieser Stadt nur kriminell genug sein, dann bekommt man Alles!

  10. 2.

    Waren lässt man diese anständigen HausbesKetzer nicht gleich für immer dort wohnen? Damit das dann für immer funktioniert sollte der Senat von Berlin auch die Kosten für Miete und Nebenkosten übernehmen.

  11. 1.

    Gute Nachricht für Berlin ! Hoffe dass das auch was wird !

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