Gedenkstätte Hohenschönhausen © imago/Joko
Audio: Inforadio, 24.09.2018, Torsten Mandalka | Bild: imago/Joko

Vorwürfe der sexuellen Belästigung - Vizedirektor der Gedenkstätte Hohenschönhausen beurlaubt

Die Affäre um mögliche sexuelle Belästigung in der Gedenkstätte Hohenschönhausen hat erste Konsequenzen nach sich gezogen. Der Vizedirektor Frauendorfer ist mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden.

Der wegen Vorwürfe sexueller Belästigung in der Kritik stehende stellvertretende Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Helmuth Frauendorfer, ist mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden.

Das habe der Direktor der Gedenkstätte, Hubertus Knabe, entschieden, hieß es in einer Presseerklärung der Gedenkstätte vom Montag. Grund dafür seien die vergangene Woche bekannt gewordenen Vorwürfe ehemaliger Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte und die Erklärung von Frauendorfers Anwalt. Diese seien "zum Teil wirklich berechtigt", hieß es darin.

Sieben Frauen erheben Vorwürfe

In der vergangenen Woche hatten sieben Frauen dem Vizedirektor vorgeworfen, sie sexuell belästigt zu haben. Unter anderem soll Ihnen spätabends oder nachts SMS mit entsprechendem Inhalt geschickt haben.

Knabe betonte, Beschwerden über seinen Stellvertreter nach bestem Wissen und Gewissen nachgegangen zu sein. Er habe Frauendorfer bereits im Frühjahr 2016 untersagt, "derartige Kommunikationsformen" weiterzuführen.

Ungeachtet dessen hatten die Frauen auch von einem "strukturellen Sexismus" im Betriebsklima gesprochen, und damit auch Knabe einbezogen. Der Stellvertreter und sein Direktor sollen so insgesamt ein Klima erzeugt haben, das einem "Frauenbild der 50er Jahre" entsprochen habe, hieß es.

Sendung: Inforadio, 24.09.2018, 13.00 Uhr

Kommentar

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11 Kommentare

  1. 11.

    So dann auch geschehen! Zitat: "Gedenkstätten-Chef Knabe muss gehen" https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/09/gedenkstaette-hohenschoenhausen-sexismus-vorwuerfe.html Nun müssten mMn noch die erlittenen Diskriminierungben bzw. Verletzungen der betroffenene Frauen aufgearbeitet werden.

  2. 10.

    Die Ausführungen im folgenden Link von SPIEGEL online http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/stasi-gedenkstaette-berlin-hohenschoenhausen-vizedirektor-beurlaubt-a-1229787.html und von https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/09/berlin-gedenkstaette-hohenschoenhausen-belaestigungs-vorwuerfe-.html lassen mMn Herrn Knabe als äußerst unglaubwürdig erscheinen. Wenn das beste Wissen und Gewissen des Herrn Knabe durch die übergeordnete Aufsichtsbehörde ersetzt werden muss, um die massiven Vorwürfe aufzuarbeiten, darf man wohl von offensichtlicher Inkompentenz sprechen. ... und Tschüss!

  3. 9.

    Äääh... der hat die ganze Zeit noch gearbeitet????!

  4. 7.

    Und diesen Berliner Sexsumpf finanzieren wir mit unseren Steuern? Wie das?

  5. 6.

    Kein Wunder, dass die Ostdeutschen so stinkig sind, wenn ihnen von Wessis und sogenannten Bürgerrechtler vorgesetzt wird, wie es angeblich in ihrer Heimat zuging und die beiden Chefs "lassen die Puppen tanzen". Ungeheuerlich, was da in Berlin abgeht. Hoffentlich bleibt der RBB dran und klärt diese Machenschaften auf.

  6. 5.

    Und solche Typen, die bei ihren Mitarbeiteinnen gegenüber einfach nicht ihr Handeln unter Kontrolle haben, solche Typen vermitteln anderen Bürgern ein Ausblick auf die ehemalige DDR? Die haben sich selbst nicht im Griff und wollen erzählen, wie es in der DDR war? Stehen vor Schulklassen, erzählen Schauermärchen und gleich danach werden 'versaute SMS' an die Frauen verschickt. Was für moralische Wende-Hälse! Pfui Schande!

  7. 4.

    Solche Leute wollen Geschichte vermitteln?
    Eine Schande
    Antwort auf den 1. Kommentar
    Sprecht doch mal mit normalen DDR Bürgern und nicht immer nur mit den stasibeauftragtendienst

    Mein 1. Kommentar fehlt übrigens!!!

  8. 3.

    Herr Knabe muss so handeln, er ist ja mit seinem Posten symbiotisch verschmolzen, das hat er in Interviews immer wieder bewiesen, wie wenig distanziert er mit seiner Rolle als Leiter der Gedenkstätte umzugehen in der Lage ist. Da die betroffenen Frauen ein "Klima der Angst" und "strukturellen Sexismus" beklagen, was sie daran hinderte sich adäquat und stante pede zu wehren, kann Herr Knabe unmöglich unschuldig sein an diesem, das Ansehen der Gedenkstätte schädigenden, Eklat. Wer geht dem nach? Es braucht eine Kontrolle der unumstrittenen Führungsgestalt Knabe. Noch besser: einen Untersuchungsausschuss, der klar Schiff macht und zur Abwechslung mal Knabe das Fürchten lehrt oder wenigstens ein selbstkritisches Reflexionsvermögen motiviert. Davon ist bis jetzt nicht viel von zu bemerken.

  9. 2.

    Typisch DDR-Bashing kommt bei den Kommentaren durch, aber eine kritische Auseinandersetzung mit den Antikommunistischen Frauenhofer und Knabe nicht.

  10. 1.

    Wie muss dann erst der Zustand dort während der DDR-Zeit gewesen sein?

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