Wolf in einem Gehege in Brandeburg (Quelle: dpa/Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 21.09.2018 | Dominik Lenz | Bild: dpa/Partick Pleul

CDU scheitert mit Antrag in Landtag - Jagd auf Wölfe in Brandenburg bleibt verboten

Die CDU im Potsdamer Landtag ist am Freitag mit einem Antrag auf ein schärferes Vorgehen gegen Wölfe gescheitert. So sollte die Wolfverordnung novelliert werden, um im Einzelfall auch eine sogenannte Schutzjagd zu ermöglichen. SPD, Linke und Grüne stimmten aber gegen eine solche Novellierung. Auch eine Obergrenze für die Wolfspopulation und wolfsfreie Zonen wurden abgelehnt.

Tötung aggressiver Tiere möglich

Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) sagte, Brandenburg nutzte den gesetzlichen Rahmen bereits aus und sei Vorreiter mit der Wolfsverordnung, die eine Tötung von aggressiven Tieren nach einer Einzelfallprüfung ermöglicht.

Landwirte beklagen immer wieder Angriffe der geschützten Tiere auf ihre Herden. Nach Schätzungen der CDU leben inzwischen 250 bis 300 Wölfe im Land. Das Landesamt für Umweltschutz spricht von aktuell 29 Rudeln.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.09.2018

Kommentar

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16 Kommentare

  1. 16.

    Nein, genau das ist das Problem. Daher breiten sich die Wölfe explosiv in Europa aus und gefährden Haustiere und Menschen. Das wollen Sie in ihrer romantischen Verklärung der Wölfe aber nicht sehen.

  2. 15.

    Wo der Wolf läuft, ist der Wald gesund - sagt ein russisches Sprichwort. Wie wichtig gesunde Wälder für uns alle sind, nun ja, es soll immer noch Erwachsene geben, die diesen Zusammenhang nicht kennen. Es ist nur schwierig für die wenigen Wölfe in Deutschland mit den immensen Schäden fertig zu werden, die durch Misswirtschaft, Anfütterung usw. in den Wäldern entstanden ist - ich rede, wie meine Vorgänger von viel zu viel Wild. Die Verbissschäden an nachwachsenden Bäumen ist riesig. Ebenso wichtig wie die Dezimierung des Wildes ist deren Auslese. Jedes Lebewesen ist bestrebt, Energie zu sparen und so bejagt es nicht den Größten, Schnellsten und Stärksten sondern ... genau, weil man die eher bekommt. Dieser Umstand trägt dazu bei, dass sich die beste Auswahl unter den Tieren vermehrt und eben nicht Jeder. Daran hat die Natur kein Interesse, weil die Arten auf diese Weise sich selbst schwächen.

    CDU schafft sich mit solchen Anträgen selber ab.

  3. 14.

    Verena! Warum immer diese Vorurteile? Warum können Sie sich nicht umfassend informieren und dan sachlich diskutieren?
    Ps. Ich wohne nicht in der Stadt. Ich halte Pferde und habe seit 2007 Wölfe in der Nachbarschaft, die seit diesem Jahr jedes Jahr Junge aufziehen. Zwei Rudel sind schon nachgewiesen, ob es noch ein drittes Rudel gibt ist noch nicht ganz sicher. Ich habe keine Angst im Wald Pilze zu suchen oder auszureiten. Weil ich mich umfassend informiert habe und nicht nur einseitig. Einen Wolf habe ich in all diesen Jahren icht gesehen.

  4. 12.

    aber nicht an einem Ort. Wenn Sie sich objektiv mit dem Thema Wolf auseinandergesetzt hätten, wüssten Sie, dass jedes Wolfs- Territorium von einem Elternpaar besetzt ist. Der Nachwuchs wird liebevoll aufgezogen. Wenn aber die Jungen vom Vorjahr geschlechtsreif werden, müssen sie das Rudel verlassen. Hotel Mamma gibt es bei den Wölfen nicht. Diese Jungwölfe ziehen dann los um ein eigenes Revier zu finden. Dabei kommen viele durch den Straßenverkehr um. Ziehen sie durch ein von andern Wölfen besetztes Revier, kann es vorkommen, dass die Revieri-Ihaben diese fremden Jungwölfe töten. Dadurch findet schon eine Dezimierung statt. Den Wölfen, die diese Wanderung überleben steht ganz Europa bis nach Russland hin offen. Genau aus diesem Grund ist eine Obergrenze für Wölfe sinnlos, weil nicht immer die selbe Anzahl in einem Gebiet vorhanden ist.

  5. 11.

    @Stephan Schulz
    Leider auch in Ihrem Beitrag eingangs ein unqualifiziertes Werturteil. Wie Sie richtig schreiben, ist der Wolf von Natur aus neugierig. Die Scheu vor Menschen ist daher nicht angeboren sondern erlernt. Derzeit überwiegt noch die Scheu, aber wenn der Wolf erst erkannt hat, dass Menschen für ihn harmlos sind, wird er auch schnell merken, dass sie eine leichte Beute sind. Wölfe sind extrem anpassungsfähig und sicher genauso lernfähig wie Füchse.
    Unter "natürlichem Gleichgewicht" ist ein dynamischer Zustand zu verstehen, bei dem langfristig der Zuwachs die Verluste ausgleicht. Die setzt allerdings voraus, dass die Beutetiere eine Möglichkeit haben, sich dem Zugriff des Prädators effektiv zu entziehen. In der ausgeräumten Kulturlandschaft ist dies nicht der Fall. Bereits jetzt gibt es 29 Wolfsrudel allein in Brandenburg, Tendenz stark steigend. Bei unregulierter Vermehrung wird es in absehbarer Zeit zu einem explosiven Anstieg der Wolfspopulation kommen.

  6. 10.

    @Verwaltungsfreund
    Die einzige Tatsache, die ich aus Ihrem Kommentar entnehmen kann ist, dass Sie keine Ahnung von Wölfen haben. Die Scheu von Wölfen hat gar nichts mit der Bejagung zu tun. Da werden sie keinen Wissenschaftler finden, der das auch nur ansatzweise bestätigen wird. Ein Wolf ist auch kein Fluchttier, sondern ein Raubtier, dass grundsätzlich neugierig sein muss. Es ist also das normalste der Welt, dass ein Wolf auch mal in der Nähe von Dörfern unterwegs ist.
    Dass Wölfe irgendwann ähnlich wie Füchse in unseren Vorgärten hausen, ist ein besonders schlechter Vergleich. Wölfe brauchen ausgedehnte Gebiete mit Rückzugsorten und werden diese nicht bei Oma Emma im Garten finden.
    Und was für Sie "natürliches Gleichgewicht" bedeutet, bleibt Ihr Geheimnis. Wir haben mehrere Millionen Rehe in unseren Wäldern und Jahr für Jahr absolute Rekordbestände. Von Wildschweinen, Rotwild, Damwild, usw. mal ganz zu schweigen. Dem gegenüber stehen ca. 700 Wölfe. Sie merken es selbst oder???

  7. 9.

    Es ist schon bemerkenswert, dass kritische Stimmen als "Wolfsfeinde" verunglimpft und begründete Bedenken auf demagogischer Weise als "rechtspopulistisch" abgewertet werden
    Tatsache ist, dass der Wolf ein potentiell auch für Menschen gefährlicher Beutegreifer ist. Die derzeit noch beobachtbare Scheu hat ihre Ursache in der jahrhundertelangen Bejagung. Entfällt der Jagddruck, wird der Wolf auch seine Scheu wieder verlieren. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich ja bereits bei Füchsen in Großstädten beobachten.
    Es ist auch nicht zu erwarten, dass sich in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft ein natürliches Gleichgewicht zwischen den sich rasant vermehrenden Wölfen(allein in Brandenburg sind es bereits 29 Rudel) und ihren Beutetieren einstellt. Insbesondere das Rehwild wird hier zu leiden haben, wohingegen die sich ebenfalls übermäßig vermehrenden Wildschweine wegen ihrer Wehrhaftigkeit vom Wolf weitgehend gemieden werden.

  8. 8.

    Ich wollte eigentlich die CDU nächstes Jahr wählen. Aber mit so einem Antrag, der zum Glück abgelehnt wurde, ist diese Brandenburger CDU nicht mehr wählbar.

  9. 7.

    Danke, sehr sachlicher Beitrag. Wildschweine die sich bis in Gärten und Wohngebiete trauen sind das größere Problem.
    Darum kümmert sich die "Angst für Deutschland" aber auch nicht.

  10. 6.

    Die überhöhten Schalenwaldbestände sind auf mangelnde Bejagung insbesondere des Schwarzwildes zurückzuführen. Hier bringt der Wolf keine Entlastung, da er diese wehrhafte Art nach Möglichkeit meidet. Wie alle Prädatoren versucht er, auf möglichst einfache Weise Beute zu machen, und besonders bequem sind nun einmal Nutztiere auf der Weide. Bei ungebremster Vermehrung wird der lernfähige Wolf aufgrund mangelnder Bejagung auch rasch seine Furcht vor Menschen verlieren, und diese als potentielle Beute ansehen. Noch wäre es möglich, hier steuernd einzugreifen.

  11. 5.

    Ach wie wunderbar ist Ihr Kommentar. Wo kommen wir hin, wenn auf Veränderungen, die das Leben mit sich bringt, nur noch mit Wut, Hass und Hysterie reagiert wird und als einzige Lösung Mauern bauen oder das Töten erscheint!
    Danke allen, die sich nicht anstecken lassen.

  12. 4.

    Der Wolf hat ein absolutes Lebensrecht und wir haben uns daran zu gewöhnen, genauso wie die Nutztierhalter und anstatt nur rum zu jammern und nach dem Abschuss zu schreien, sollten sie sich verantwortungsvoll um den Schutz der Tiere kümmern. Und mal ganz ehrlich, für wie blöd halten uns diese Schafzüchter eigentlich: Schafe und Co. landen direkt beim Schlachter oder werden wochenlang unter grausigen Qualen in Schiffen in ihre Bestimmungsländer transportiert, um dort einen brutalen Tod zu erleiden. Selbst bei Osterlämmern wird kein Tränchen verdrückt, aber wenn es der Wolf war, dann ist es so schlimm, das nicht einmal eine Ausgleichszahlung über den Schmerz und die Trauer über das Ableben eines Tieres hinweg trösten? Welch eine verlogene und beschämende Verhaltensweise. Es macht sprachlos, dass sich bei den Wolfshassern die Rhetorik gegen den Wolf seit dem Mittelalter nicht wirklich verändert hat.

  13. 3.

    In rechtspopulistisch geprägten Zeiten setzen viele auf Angst-Narrative. Das gilt analog auch beim Thema Wolf. Es ist interessant, wie sehr gegen den Wolf gehetzt wird, wenn man das mit Pegida und Co vergleicht, wo ebenso gehetzt wird - gegen Unbekannte, die auf pauschale Stereotype reduziert werden.

    Der Wolf ist und bleibt ein zu schützendes Tier. Wer mit zu großen Schäden an Natur argumentieren will, darf bitte die mehreren 10.000 Abschüsse von Schalenwild etc. allein Brandenburg zur Kenntnis nehmen und die durch besonders hohe Bestände von sämtlichen Wildarten hervorgerufene Schäden. Und warum? Weil es zu wenige Predatoren gibt. Lustig. Wir brauchen also den Wolf, um eine ausgwogenere Natur zu haben. Wer sich als Nutztierhalter*in um eigene Tiere sorgt, muss dennoch berücksichtigen, dass diese weniger als 1% der Nahrung des Wolfs ausmachen. Bildung - statt mitellalterliche Schauergeschichten - könnte helfen.

  14. 2.

    Eine sehr bedauerliche Entscheidung. Der Antrag sah die längst überfällige Überführung des Wolfs in das Jagdrecht und eine behutsame Regulierung der Wolfsbestände durch im Einzelfall zu genehmigenden Schutzjagden unter strikter Beachtung des EU-Artenschutzrechts und der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes vor. Leider hält die Landtagsmehrheit am Totalschutz der Wölfe trotz ihrer rasanten Vermehrung und der damit verbundenen Probleme fest. Ein Umdenken wird wohl erst dann einsetzen, wenn es zu massiven Angriffen auf Menschen kommt. Noch wäre eine solche Entwicklung leicht vermeidbar...

  15. 1.

    Kann einem ja auch egal sein, wenn man in seiner umzäunten Villa sitzt oder in der netten Altbauwohnung in Prenzelberg. Auf dem Land sieht das anders aus mit der romantischen unrealistischen Wolfsliebe . Nicht umsonst bejagen Länder, in denen Wölfe nie ausgerottet wurden selbige auch. Keine Obergrenze zu wollen ist derart weltfremd und absurd bei einem Raubtier mit der Vermehrungsrate eines Wolfes, welches hier keine natürlichen Feinde hat.

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