ARCHIV - Ausblick von der Panoramaplattform des Fernsehturms auf den Alexanderplatz mit dem Hotel Park Inn und diversen Geschäften, aufgenommen am 12.09.2012 in Berlin. (Foto: dpa/Andrea Warnecke)
Bild: dpa/Andrea Warnecke

Zwei neue Hochhäuser am Alexanderplatz - Baukollegium genehmigt weitere Zacken in der Alex-Krone

Der Plan, aus dem Alexanderplatz eine Art "Manhattan an der Spree" zu machen, ist inzwischen ein Vierteljahrhundert alt. Gebaut wurde von den geplanten Alex-Hochhäusern bisher aber keins. Zumindest auf dem Papier sind nun aber zwei weitere dazugekommen.

Das Berliner Baukollegium unterstützt vier neue Hochhäuser in der Innenstadt. Unter anderem sprach sich die Beratungsgremium von Baudirektorin Regula Lüscher für zwei Hochhäuser am Alexanderplatz aus. Zwei Türme könnten dort gebaut werden, wo jetzt noch der Flachbau mit dem Hofbräuhaus und das Haus der Elektroindustrie stehen. Mit 130 Metern wären sie genau so hoch wie das Park-Inn-Hotel.

Ebenfalls vorstellen können sich die Bauexperten ein 70 Meter hohes Hochhaus direkt am S-Bahnhof-Jannowitzbrücke. Ein geeigneter Entwurf soll noch in einem Workshopverfahren gefunden werden. Beim Stream-Tower an der East Side Gallery gibt es bereits einen Termin für den Baubeginn: Er ist für das Frühjahr 2019 geplant. Einziehen will dort der Modehändler Zalando.

Konkrete Pläne für zwei Projekte

Für Hochhäuser am Alexanderplatz gibt es einen Masterplan von Anfang der 90er Jahre. Er war 1993 von dem Berliner Star-Architekten Hans Kollhoff entwickelt worden. Der Plan sah bis zu elf Hochhäuser rund um den Platz vor - mit einer Höhe von bis zu 150 Meter. Entstanden ist bislang jedoch keines. 

Für weitere Projekte gibt es jedoch inzwischen konkrete Pläne: Für den Alexander Capital Tower gibt es seit März eine Baugenehmigung. Er soll neben dem Einkaufszentrum Alexa entstehen.

Der Bau des sogenannten Hines-Hochhauses stockt hingegen. Denn die BVG befürchtete, das Haus des amerikanischen Investors Hines könnte einen darunter gelegenen U-Bahntunnel beschädigen. Der Investor hatte Standort bereits um einige Meter verlegt in Richtung Otto-Braun-Straße Ecke Alexanderstraße. Entworfen wurde das Haus von Star-Architekt Frank Gehry.

Siegerentwurf für weiteres Hochhaus angekündigt

Für ein weiteres Hochhaus soll noch im Herbst feststehen, wie es aussieht: Dann soll nach Angaben der Stadtentwicklungsverwaltung ein Siegerentwurf für das 130 Meter hohe Haus neben dem Hotel Park Inn gewählt werden. Das Hochhaus soll auf einem Grundstück entstehen, auf dem sich derzeit noch ein Biergarten befindet. Gebaut wird es von der Eigentümerin des Hotels Park Inn, der Firma Covivio. 2022 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. 

Covivio darf außerdem ein weiteres Hochhaus neben dem Park Inn bauen: an der Karl-Liebknecht-Straße Ecke Alexanderstraße.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

5 Kommentare

  1. 5.

    Frau "Super"-Stadtbausekräterin Lüscher hatte in einem Bürgerworkshop in 2015/16 der per Senatsbeschluss in 2016 abgesegnet wurde extra festgelegt, dass neun 150m hohe Türme gebaut werden sollen. Es wurde AUSDRÜCKLICH im Senatsbeschluss von 2016 festgeschrieben, dass es eine niedrigere Bauweise als 150m aus äthetischen Grünen NICHT geben soll. WIESO, Frau Lüscher, halten Sie sich nicht an das, was beschlossen wurde? Das ist eine absolut bürgerfeindliche Politik die Sie da betreiben, da Sie den Bürgerwillen ausschließen und ihn ausschließlich der bräsige Ideologie von Frau Lompscher opfern, die noch in der Zeit Ost-Berlins schwelgt. Einer Senatorin, die sich nie von der DDR-Denke lösen konnte. Da wird Rücksicht auf das Park Inn und den Fernsehturm genommen. Wie rückwärstgewandt ist die Denke und Politik? Da wird für MIN. 140 Millionen Steuergeld eine Ruine der Statistik wiederbelebt, anstatt dort einen modernen Tower hinzustellen. Wie grausam ist diese DDR-lastige Politikdenke in Berlin

  2. 4.

    Falls die Investoren abziehen, so finden sich ganz schnell neue Investoren. An Investoren für den Alex gibt es keinen Mangel. Und wir können auch sehr gut ohne Wolkenkratzer leben, insbesondere wenn man im Schatten derselben leben muss.

  3. 3.

    ...Ich hoffe zudem sehr, dass eine moderne außergewöhnliche Architektur entsteht.
    So wie ich die Entwürfe hierzu gesehen habe, sind es einfach nur schlichte eckige Hochhäuser. Also LEIDER nichts außergewöhnliches. Dabei gibt es herausragende sehr gut gestaltete Hochhäuser. Da muß man nicht einmal weit schauen. Siehe Frankfurt/Main City.

  4. 2.

    Es ist ein absolutes Trauerspiel, was aus den Hochhaus-Plänen der 90er Jahre geworden ist.
    Das schleppende Genehmigungsverfahren in Berlin ist völlig inakzeptabel und gleichzeitig beschämend für eine Großstadt! In Berlin ist das leider nicht ungewöhnlich. In gewissen Amtsstuben scheint die neue Zeit noch nicht angekommen zu sein.
    Man kann die Investoren nicht ewig hinhalten. Sollten sich diese zurück ziehen, wäre das ein herber Rückschlag für Berlin.
    Ich hoffe zudem sehr, dass eine moderne außergewöhnliche Architektur entsteht. Einfallslos gebaute Hochhäuser hat Berlin schon zu genüge!

  5. 1.

    Würde auch gar nicht im Hochhaus wohnen wollen...

Das könnte Sie auch interessieren

Das Gelände des Flughafen Willy Brandt Berlin Brandenburg "BER" in Schönefeld bei Sonnenaufgang. (Quelle: dpa/Schlesinger)
picture alliance

Bürgermeisterwahl in Schönefeld - Wer darf den Flughafen eröffnen?

Eine der reichsten Gemeinden Brandenburgs wählt am 1. September einen neuen Bürgermeister – und zugleich ein neues Gesicht für die Eröffnung des BER-Flughafens: Der langjährige Bürgermeister Udo Haase wird die nicht mehr im Amt miterleben. Von Johanna Siegemund