Screenshot aus einem Video von Twitter einer Festnahme am Kottbusser Tor am 28.09.2018 (Quelle: Screenshot twitter.com/matthimon)
Bild: twitter.com/matthimon

Nach umstrittenem Einsatz am Kottbusser Tor - Linksextreme veröffentlichen Fotos von Polizisten im Netz

Der eskalierte Polizeieinsatz vom Kottbusser Tor hat Konsequenzen: Bereits vor den dienstrechtlichen Ermittlungen hat die linksextreme Szene Fotos von angeblich beteiligten Polizisten veröffentlicht - Innenpolitiker sind entsetzt.

Nach dem umstrittenen Polizeieinsatz am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg machen Linksextremisten gegen die Polizisten mobil. Im Internet wurden die Fotos von vier angeblich an dem Einsatz beteiligten Beamten veröffentlicht. Es sei wichtig, die Beteiligten aus der Anonymität zu holen, heißt es. Die Polizisten werden als "rassistische Schläger" bezeichnet.

Innenpolitiker kritisieren Veröffentlichung von Fotos

Der SPD-Innenpolitiker Tom Schreiber sprach angesichts der Veröffentlichung der Polizistenfotos im Internet von "autonomer Paralleljustiz", der der Rechtsstaat mit aller Härte begegnen müsse. Auf Twitter forderte er Solidarität mit den Amtsträgern.

Burkard Dregger, CDU-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, forderte angesichts der Veröffentlichung der Fotos ein hartes Vorgehen gegen die Urheber. Der Aufruf der Linksextremen sei "unverschämt", sagte Dregger, die entsprechenden Seiten müssten gelöscht werden: "Wir müssen uns vor unsere Polizei stellen."

Internet-Video zeigte Gewalt beim Polizeieinsatz

Die Fotos stammen offenbar aus einem Video, das in der vergangenen Woche im Netz veröffentlicht wurde. Darauf ist zu sehen, wie Polizisten am U-Bahnhof Kottbusser Tor einen Mann auf dem Boden fixieren und ihn schlagen. Der Clip zeigt auch, wie ein weiterer Polizist herbeieilt und mehrfach auf den Mann eintritt. Umstehende werfen Flaschen und andere Gegenstände auf die Polizisten.

In einer Polizeipressemitteilung hieß es zunächst, der Mann - ein mutmaßlicher Fahrraddieb – habe sich während seiner Festnahme heftig gewehrt. Kurz darauf seien die Beamten aus einer Gruppe heraus mit Steinen, Blumentöpfen, Aschenbechern und Glasflaschen beworfen worden. Später räumte die Polizei ein, die Beamten hätten gewaltsam eingreifen müssen und bestätigte auch die Tritte gegen den am Boden Liegenden.

Die Polizei leitete gegen mehrere Beamten Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt ein. Außerdem wird gegen mehrere Personen, die die Polizisten angegriffen haben sollen, wegen Landfriedensbruchs ermittelt.

Sendung: Abendschau, 29.09.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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27 Kommentare

  1. 27.

    Es ging mir von Anfang an, darum diese "Meldung" als das zu kritisieren, was sie ist. Ein Bericht über eine dumme, strafbare Aktion, die bei Weitem nicht die Aufmerksamkeit verdient, die sie gerade bekommt.
    Eine Aktion - und hier kommt nunmal der Kontext unserer Gegenwart ins Spiel - in Zeiten rechtsextremer Terrorzellen und Straßenmobs im Verhältnis geradezu banal ist. 4 Fotos von prügelnden Polizisten aus einem allseits bekannten Video und ein Kommentar dazu....und alle so "Hilfe! Die Linksextremisten werden den Rechtsstaat zerstören".

    PS: Klar gibt es auch PolizistInnen die verdammt viel für unsere Gesellschaft leisten. Um die ging es hier aber sowieso nicht ;-)

  2. 26.

    Wie kommen Sie jetzt auf das Thema Terror? Ich bin ja bei Ihnen, dass Rechtsradikale eine extreme Gefahr für unser Land darstellen. Darum geht es hier aber nicht. Es geht hier um Rechtsstaatlichkeit und konkret um Straftaten zum Nachteil von Polizisten, die zumeist unschuldig sein dürften und die, die es nicht sind, von Staats wegen verfolgt werden. Diese Straftat der Veröffentlichung von Fotos aus fragwürdigen Gründen wird nicht weniger schlimm, weil es noch andere, deutlich schlimmere Straftaten in diesem Land gibt. Auch Polizisten sind Menschen und haben Familien, die froh sind, wenn Mann und Vater abends wieder heil nach Hause kommt. Diese Männer und Frauen halten tagtäglich für uns alle ihren Kopf hin!

  3. 25.

    Falsch, ich habe so ein Verhalten nirgens gut geheißen, ja, das geht in die Richtung von Mobmentalität. Nur, gibt es halt keinen Mob, der darauf jetzt reagieren würde..
    Mir ging es darum in diesen Zeiten zu differenzieren, von wem dieser Rechtsstaat angegriffen wird. Ich kann dieses ewige Relativieren nicht mehr lesen. Der Terror geht in die Deutschland ganz klar und undzweideutig, in erster Linie, von Rechts aus, da kann man noch soviele Geschichten über Linksextreme erzählen. NSU, Freital, Chemnitz, dazwischen zig Angriffe und brennende Flüchtlingsheime...zigtausende Volksverhetzungen im Internet, die dank der neuen Aufgaben von Facebook und co. nun nicht, einem Rechtsstaat gebührend, verfolgt werden sondern nur gelöscht. Da empfinde ich die fiese Story über die 4 kopierten Bilder von prügelnden Polizisten einfach nicht als das große Thema, als das es hier dargestellt wird.

  4. 24.

    P.S.: Da Sie so auf dem YouTube-Video herumreiten: Auch dessen Veröffentlichung stellt ohne Unkenntlichmachung der Beteiligten bereits eine Straftat dar. Trotzdem tue ich mich schwer, das zu verurteilen. Aus diesem Video dann aber einzelne, möglicherweise Unschuldige zu extrahieren und sie damit der Jagd des Mobs preiszugeben, dafür fehlt mir jegliches Verständnis! Diejenigen, die hier Anderen nur zu gern unterstellen, mit Fackeln und Mistgabeln lynchen zu wollen, heißen ein solches Verhalten hier noch ganz offen für gut. Was für eine Doppelmoral!

  5. 23.

    ...Den Frontallangriff auf den Rechtsstaat habe diese prügelnden Polizisten begangen, nicht ein paar Kiddies die 4 Fotos aus einem allseits bekannten Video nehmen und drunter schreiben "rassistische Schläger". Das haben bereits viele unter die Youtube-Videos geschrieben. Straftat bleibt Straftat - ja. Aber in Zeiten rechtsextremen Terrors, solche Aktionen, so auzubauschen, ist und bleibt billig und durchschaubar.

  6. 22.

    Es ist natürlich vor dem Hintergrund dieser Meldung in keiner Weise irrelevant ob Fotos neu veröffentlicht werden oder bereits öffentlich sind.
    Man kann niemand mit Fotos aus einer "Anonymität" holen, die er bereits verloren hat, weil er in youtube tausendfach geteilt wird. Das es strafrechtlich immernoch zu ahnden ist, ist etwas anderes. Diese unscharfen, verpixelten Bilder sind kein bisschen besser als das, was im Youtube-Video zu sehen ist.
    Ihr Vergleich mit der Veröffentlichung und Verbreitung des Chemnitzer Haftbefehl, bei dem durch die Adressenveröffentlichung direkt Menschen gefährdet wurden, und der von Saatsbediensteten verbreitet wurde, ist ansich ne Frechheit, aber halt ihre bekannte ideologische Relativiererei.
    Dann erklären Sie mir doch bitte mal wofür diese Bilder veröffentlicht wurden? Glaube Sie wirklich eine linke Terrozelle, so wie die ständig aufpoppenen rechtsextremen Terrorzellen triit nun in Aktion? Echt jetzt?

  7. 21.

    Sie lenken doch schon wieder ab! Es geht doch hier gar nicht um eine durchaus berechtigte Empörung! Über den Polizeieinsatz wird jetzt die Staatsanwaltschaft ermitteln, so wie das in einem Rechtsstaat üblich ist. Das rechtfertigt aber noch lange keine weiteren Straftaten mit mehr oder weniger verstecktem Aufruf zur Gewalt an Polizisten, egal ob beteiligt oder nicht. Das ist nämlich der Unterschied zwischen unserem heutigen Rechtsstaat und der Weimarer Republik.

  8. 20.

    Bei solchen Berichten frage ich mich immer,wo der Aufschrei bleibt,wenn Polizeibeamte mit Steinen und Flaschen beworfen werden....wie zum Beispiel in der Rigaer Straße. Pflastersteine vom Dach geworfen....das ist Mordversuch.
    Wo bleibt hier der Aufschrei? Oder ist die Polizei Freiwild ?

  9. 19.

    Wenn er sich der Festnahme nicht widersetzt hätte, hätte es auch keine Gewalt gebraucht. Überhaupt ist hartes Durchgreifen erforderlich um wieder Herr der Lage zu werden. Der Angriff auf Polizisten zeigt, das es an jeglichem Respekt fehlt.

  10. 18.

    Die Aufklärungsquote ist ja bei Fahrraddiebstahl sehr gering. Da hat sich der Polizeibeamte wahrscheinlich gedacht, diese Gelegenheit gibt es nicht ein zweites Mal.

  11. 17.

    Ja, die Weimarer Republik lässt grüßen wenn Polizisten auf einen wehrlosen Straftäter einprügeln.

    Ich verstehe die Entrüstung sehr wohl, mir fehlt nur jedes Verständnis für diejenigen die sich bei dem besagten "Hausbesuch" eines Politikern einer rechtsextremen "Partei" nicht mindestens genau so aufgeregt haben.

    Deswegen sollten die Herren Schreiber und Dregger den Ball etwas flacher halten...

  12. 16.

    Is ja verrückt. Wieso sollen wir Solidarität mit prügelnde Polizisten üben, Amtsmissbrauch unterstützen ? Rechtfertigt ein Fahrraddieb solche Szenen ? Die Zeiten, in denen wir die Klappe zu halten haben, liegt doch nun wirklich schon Meilen hinter uns. Der alte Geist bei Tom Schreiber SPD und Burkhard Dregger CDU aber scheinbar nicht. Oder ?

  13. 15.

    Korrektur:
    "genau so wie die zu Recht veröffentliche Adressveröffentlichung" muss natürlich heißen "zu Recht genau so wie die Adressveröffentlichung". Sonst ergibt der Satz auch keinen Sinn.

  14. 14.

    Wenn Polizisten am Boden liegende Bürger grundlos angreifen, muss man sich nicht wundern wenn das Unmut hervorruft. Die betreffenden Polizisten sollten von sich aus den Polizeidienst verlassen damit sie sich und uns lange Verfahren, bei denen sich Polizei, Justiz und der Rechtsstaat eh nur blamieren wird, ersparen.

  15. 13.

    Dass Sie es nicht schaffen, einen Unterschied zwischen links und linksextrem zu erkennen, geschweige denn zu machen, lässt tiefer blicken, als Sie ahnen. Sie sind denen, die Sie vorgeblich bekämpfen, so ähnlich, dass einem Angst und Bange um dieses Land werden kann. Die Weimarer Republik lässt grüßen.

  16. 12.

    Sehr guter Kommentar! Ein Intelligenzproblem vllt. dadurch auch, dass Ignoranz gepaart mit gefährlichem Halbwissen und gespickt mit Vorurteilen nichts Gutes ergeben kann. Extreme Gewalt, aus welcher Richtung auch immer, ist nicht richtig. Aber "links sein" und LINKE immer mit Rechtsextremismus gleichzusetzen ist wirklich unerträglich. @TiMa: Ihre These, dass es wegen der Linken Nachwuchsprobleme bei Polizei&Co. gibt, wäre urkomisch, wenns nicht so unglaublich daneben wäre. Das kann nicht Ihr Ernst sein!?

  17. 11.

    Es ist völlig irrelevant, ob es diese Bilder vorher schon gab! Zumal sie im Video auf YouTube in der Regel nicht großformatig erkennbar sind sondern dafür extrahiert und vergrößert werden müssen. Insofern stellt dies eine Straftat dar, genau so wie die zu Recht veröffentliche Adressveröffentlichung des "Satirikers" durch die AfD und genau so wie die höchstwahrscheinliche Strafbarkeit der Weiterverbreitung des Chemnitzer Haftbefehls. Ich will keinerlei Straftaten dulden, dabei ist es völlig egal, ob von rechts oder von links außen! Wofür diese Bilder hier veröffentlicht wurden, blenden Sie außerdem mal geflissentlich aus. Die Portraits dienen ganz sicher nicht als Bilder zum Anhimmeln durch paarungswillige Zeitgenossinnen, die gern einen gut aussehenden Polizisten abbekommen wollen. Nein, hier handelt es sich um einen Frontalangriff auf Vertreter des Rechtsstaates und damit auf den Rechtsstaat selbst.

  18. 10.

    Was bitte ist das für eine Meldung? Diese Fotos, die dort ins Netz gestellt wurde sind einfach Bilder die aus dem Youtube-Video, was bereits von Tausenden geschaut wurden, genommen wurde.Jeder, der diese Video gesehen hat, hat auch die Gesichter dieser "Polizisten" gesehen. Es wurden keine "neuen" Fotos, keine Namen o.Ä. veröffentlicht. Damit hier ein Bedrohungsszenario durch Linksextreme aufzubauen zu wollen ist einfach nur billig. Das das entsprechende Klientel hier, gerne über das Stöckchen springt, ist jetzt natürlich keine Überraschung...

  19. 9.

    An die ersten Kommentatoren:
    Der letzte bewiesene linke Terror ging von der RAF aus, was recht lang her ist, im Gegensatz zu NSU und "Revolution Chemnitz". Was von Ihnen pauschal als "links" bezeichnet wird, sind in der Regel unabhängige Leute, die nach Toleranz, Transparenz, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung streben. Erwiesenermaßen werden die meisten brennenden Autos nicht von "Linken" angezündet und auch beim G20 waren die meisten Krawalltouristen alles andere als "Linke". Auch ist es Quatsch, dass "Linke" sich alles erlauben dürfen.
    Diese pauschale Verunglimpfung von Mitmenschen, nur weil sie das aktuelle System ungerecht finden, kann ich einfach nicht verstehen.
    Ich denke, wer den Unterschied zwischen linksextrem und rechtsextrem nicht versteht und das gleichsetzt, der hat eindeutig ein Intelligenzproblem.

  20. 8.

    Du Polizei, die dazu da,
    das wilde Volk zu zügeln,
    ich möchte dich – nur einmal, ja! –
    so recht von Herzen prü-
    fen und dich fragen,
    wer über dich könnt’ klagen.
    (Adolf Glaßbrenner, 1847)

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