Graffitis in der Rigaer Strasse
Bild: picture alliance/Winfried Rothermel

Mehr Gewalttaten von Links- als von Rechtsextremisten - Zahl der Straftaten von Extremisten in Berlin sinkt

Die Zahl der registrierten Straftaten von Rechts- und Linksextremisten ist in Berlin im ersten Halbjahr 2018 zurückgegangen. Das gilt sowohl für Gewalttaten wie Angriffe auf Menschen als auch für Sachbeschädigungen und Propagandadelikte. Das teilte die Senatsinnenverwaltung mit Verweis auf eine aktuelle Statistik der Polizei am Donnerstag mit. Etwas mehr Straftaten gab es im Zusammenhang mit Konflikten im Ausland, besonders wegen des Krieges in Syrien und der politischen Auseinandersetzungen in der Türkei.

Die Gesamtzahl der erfassten Gewalttaten sank von 302 im ersten Halbjahr 2017 auf jetzt 204. Im ganzen Jahr 2017 hatte es 482 Taten gegeben, 2016 sogar 748. Der Rückgang hält also schon länger an. 

Im ganzen Jahr 2017 hatte es 482 Taten gegeben, 2016 sogar 748. Der Rückgang hält also schon länger an. Bei der Gesamtzahl aller politisch motivierten Straftaten wurde ein Rückgang von 2.501 auf 1.646 registriert.

94 linke, 40 rechte Gewalttaten

94 Gewalttaten verübten Linksextremisten, 40 gingen laut Polizei auf das Konto von Rechten. Abgenommen haben in den vergangenen Jahren die Gewaltausbrüche bei linksextremistischen Demonstrationen, etwa am 1. Mai in Kreuzberg. Das machte sich schon länger in der Statistik bemerkbar. Bei den Rechtsextremisten hatte es eine deutliche Zunahme der Gewalt seit der Ankunft der vielen Flüchtlinge 2015 gegeben, danach wurde es wieder weniger.

Bei der Gesamtzahl aller politisch motivierten Straftaten wurde ein Rückgang von 2.501 auf 1.646 registriert.

Innensenator Geisel warnt vor Panikmache

Innensenator Andreas Geisel (SPD) betonte: "Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass das politische Geraune, alles werde immer schlimmer, so nicht stimmt." Eine generelle Bedrohung existiere nicht und man dürfe nicht den Fehler mache, diese herbeizureden. "Das spielt nur denen in die Hände, die unsere freiheitliche Gesellschaft in Frage stellen."

Gleichzeitig wolle er nichts schönreden und die Menschen, die sich unsicher fühlen, ernst nehmen, versicherte Geisel. "Ich weiß auch, dass jeder Fall einer zu viel ist und für die individuell Betroffenen eine extrem hohe Belastung darstellt."

Taten gegen Flüchtlinge gehen zurück

Von den 94 Gewalttaten der Linksextremisten galten die meistens der Polizei (65). Viele Taten wurden bei Demonstrationen verübt. Die Gesamtzahl aller Delikte betrug 455 (erstes Halbjahr 2017: 707). Sowohl die Gewalttaten als auch die Propagandadelikte und Sachbeschädigungen geschahen vor allem in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Neukölln und Lichtenberg.

Bei den Rechtsextremisten waren von den insgesamt 40 Gewalttaten 37 fremdenfeindliche Angriffe oder Übergriffe. Zudem gab es 367 Propagandadelikte und weitere 260 Taten. Insgesamt sind es 667 Taten. Im ersten Halbjahr 2017 waren es 1.104. Meistens war das Motiv Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, häufig auch Antisemitismus. Deutlich zurück gingen Taten, die sich speziell gegen Flüchtlinge und das Thema Asyl richteten. Betroffen waren alle Bezirke, ein Schwerpunkt lag in Mitte.

Im Zusammenhang mit religiöser Ideologie, meist dem Islamismus, sank die Zahl der registrierten Delikte von 228 auf 59 Fälle - was einem Minus von 74 Prozent entspricht. Gewalttaten gab es hier lediglich zwei.

Sendung: Inforadio, 11.10.2018, 16.00 Uhr

Kommentarfunktion am 12.10.2018, 09:24 Uhr geschlossen

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11 Kommentare

  1. 11.

    Manchen Menschen muß man alles mehrmals sagen, selbst dann kapieren sie nix.
    Schon mal überlegt was die Polizei und der Verfassungschutz so als Linksextrem ansieht? Das der Vs auf dem rechten Auge blind ist, weiß man nicht erst seit dem NSU.

  2. 10.

    Sie haben absolut Recht. Leider werden die Linksextremisten in den Medien immer noch verharmlosend ''Linksautonome'' oder'' Links-Aktivisten'' (Aktivisten,dem inflationären Lieblingswort der Presse) genannt.
    Über unseren allseits geliebten linken Lautsprecher braucht man sich nicht zu wundern. Es zerplatzt ein rosa-roter Traum. Die Wahrheit ist für solche Leute einfach zu bitter.

  3. 9.

    Ich muß sie leider enttäuschen. Das liegt eher an meinen exotischen Browser wenn ich mobil unterwegs bin.

  4. 8.

    Ach nee, wer hätte das gedacht. Der linke Lautsprecher ist so durcheinander, dass der seine bedeutungsschwangere Frage vier (!!) Mal wiederholt.
    Warum stellt der sie?
    Weil sein Weltbild, seine Filterblase gerade geplatzt ist? nichts mehr zum schön reden?

    Letztlich ist es schlimm, dass es solche Auswüchse wie Linkes- und Rechtsradikalismus gibt. Das ist einer Demokratie unwürdig.

    Und @thommy, eins ist doch wohl klar: wären die linksradikalen Übergriffe nicht so rasant angestiegen und hätten die Qualität erreicht, dass man sie nicht mehr verleugnen kann, wäre auch in den Medien das Problem kleingekocht worden. Jetzt hat die Situationen Formen angenommen, die nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden konnte.

  5. 7.

    Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant, egal welcher Gesinnung.

  6. 6.

    Der Unterschied zwischen "Linken" und Linksextremisten ist ihnen bekannt?

  7. 5.

    Der Unterschied zwischen "Linken" und Linksextremisten ist ihnen bekannt?

  8. 4.

    Der Unterschied zwischen "Linken" und Linksextremisten ist ihnen bekannt?

  9. 3.

    Der Unterschied zwischen "Linken" und Linksextremisten ist ihnen bekannt?

  10. 2.

    Offenbar werden auch immer weniger Propaganda-Delikte bemerkt oder angezeigt. So befindet sich seit ca. drei Wochen ein gesprühtes Hakenkreuz an einer Mauer des Kreuzberg-Museums Geländes. Schon sehr merkwürdig, auch wenn das ein Installation sein sollte.

  11. 1.

    "94 davon verübten Linksextremisten, 40 gingen laut Polizei auf das Konto von Rechten."
    .... und dabei wird bei den Linken immer von "Aktivisten" gesprochen.

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