Rückhaltung von gelöstem Eisen: Wasserbehandlungsanlage bei Vetschau (Quelle: imago/Rainer Weisflog)
Bild: imago/Rainer Weisflog

Kampf gegen Tagebau-Folgen - Brandenburg arbeitet an Grenzwerten für braune Spree

Das Land Brandenburg arbeitet an verbindlichen Werten für die Wasserqualität der Spree. Das teilte das Umweltministerium in Potsdam der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage mit. Erste Entwürfe zu Erlassen für Eisen- und Sulfatkonzentrationen lägen vor und würden nun mit dem Wirtschaftsministerium abgestimmt, hieß es. Die zuständigen Wasserbehörden sollen damit in die Lage versetzt werden, bestimmte Werte bei der Wasserqualität zu erreichen.

Hauptproblem in der Spree ist zuviel oxidiertes Eisen, der sogenannte Eisenocker, der aufgrund chemischer Reaktionen das Wasser bräunlich  färbt ("Verockerung") - aber auch erhöhte Sulfat-Salzwerte sind ein Problem. Ein Grund für die Wasserbelastung sind ehemalige Tagebaue.

Sachsen sieht keine Notwendigkeit

Im Gegensatz zu Brandenburg plant Sachsen keine sogenannten Zielwerte. Vielmehr seien die zuständigen sächsischen Berg- und Wasserbehörden "in einem engen fachlichen Kontakt", teilte das Umweltministerium in Dresden mit. Die in Sachsen ergriffenen Konzepte zeigten bereits Wirkung und trügen dazu bei, die Belastungen weiter zu verringern und damit auch die Situation in Brandenburg zu verbessern.

Grundlage der Brandenburger Erlasse ist ein Beschluss des Landtags aus dem Jahr 2015. Die Grünen hatten im März Verzögerungen angemahnt und aufs Tempo gedrückt. Im vergangenen Jahr hatte das Wirtschaftsministerium mitgeteilt, dass die strategische Gesamtplanung für dien Kampf gegen die braune Spree erst 2019 vorliegen wird.

Der staatliche Bergbausanierer, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), arbeitet seit Jahren an der Verbesserung der Wasserqualität und vermeldet dabei immer wieder Erfolge. Trotzdem gibt es nach wie vor Probleme.

Eisen und Sulfat vermischen sich mit Grundwasser

In stillgelegten Braunkohle-Gruben mischen sich das dort freigelegte Sulfat und Eisen mit dem zurückkehrenden Grundwasser, und das Ganze gelangt in Gewässer. Auch der aktive Tagebau spielt eine Rolle. In der Lausitz gab es zu DDR-Zeiten zahlreiche Braunkohle-Gruben, die nach der Wende stillgelegt und viele davon anschließend zu Seen geflutet wurden. In der Lausitz in Sachsen und Brandenburg gibt es noch vier aktive Tagebaue, in denen Braunkohle gefördert wird.

In Berlin gibt es schon länger die Sorge um die Qualität des Trinkwassers wegen der Sulfat-Werte in der Spree. Das Flusswasser wird zum Teil auch für die Trinkwasser-Aufbereitung genutzt. Das Land Berlin sieht Brandenburg in der Pflicht und erwartet Maßnahmen. Der Sulfat-Erlass hat auch zum Ziel, die Sicherung der Trinkwasserversorgung zu gewährleisten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.10.2018, 10.00 Uhr

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