Zigarettenkippen auf der Straße in Berlin (Quelle Archivbild: dpa/Wolfram Steinberg)
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Bußgelder für Ordnungswidrigkeit in Berlin - Das Wegwerfen von Zigarettenkippen wird selten geahndet

Zigarettenstummel auf den Boden zu werfen ist in Berlin eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld bestraft wird. Je nach Bezirk kann das recht teuer werden. Allerdings wird es viel zu selten geahndet. Dadurch entgehen den Bezirken hohe Einnahmen.

Der Bezirk Pankow könnte mit Bußgeldern für weggeworfene Zigarettenkippen richtig Kasse machen. Die Betonung liegt auf dem Konjunktiv. Denn - das ergibt die Antwort der Senatsverwaltung auf eine schriftliche Anfrage des Berliner FDP-Abgeordneten Florian Kluckert - in diesem Stadtbezirk können zwar bis zu 100 Euro Bußgeld für diesen Tatbestand erhoben werden – doch das passiert offenbar nur sehr selten.

Das kostet das Wegwerfen von Kippen

Das kostet das Wegwerfen von Kippen in den Berliner Bezirken. (Quelle: imago/chromorange, Karte: rbb|24)
Bild: Quelle: imago/chromorange, Karte: rbb|24

Bezirke verlangen unterschiedlich hohe Bußgelder

Zudem erfasst der Bezirk Pankow nicht, wie viele dieser Ordnungswidrigkeiten angezeigt werden. Dennoch hat der Bezirk allein im vergangenen Jahr 1.300 Euro Bußgeld für dieses Vergehen eingenommen. Die Zahl der täglich weggeworfenen Kippen - das belegt ein kurzer Blick auf den Boden vor dem S- und U-Bahnhof Pankow - dürfte um ein vielfaches höher sein.

Doch auch mit 1.300 Euro ist der größte Berliner Bezirk Spitzenreiter. Allerdings scheinen die Einnahmen für das Jahr 2018 einzubrechen: Bislang wurden erst 380 Euro kassiert. Auf Pankow folgt Lichtenberg (hier wird nur ein Verwarnungsgeld von 20 Euro erhoben) mit Einnahmen von 620 Euro für das Jahr 2017. Viele Berliner Bezirke hingegen können gar keine Angaben zu diesem Vergehen machen.

In anderen Bezirken – so auch Lichtenberg (Einnahmen für 2016: 2.140 Euro) - schwanken die eingenommenen Bußgelder zudem stark. So wurden in Neukölln (Verwarnungsgeld von 35 Euro oder Regelbußgeld von 60 Euro) im Jahr 2015 noch 5.125 Euro eingenommen, 2016 waren es nur noch 4.215 Euro. 2017 stagnierte die Zahl bei 560 Euro. 2018 sind bisher nur 135 Euro zusammengekommen.

Lebensgefahr für Kinder durch Kippenstummel

Neben der Vermüllung der Stadt stellen die weggeworfenen Filter auch "eine Gesundheitsgefährdung dar", heißt es weiter in der Antwort auf die FDP-Anfrage. Da die Filter bis zu 50 Prozent des Teers aus dem Zigarettenrauch aufnehmen, seien sie mit giftigen und krebserzeugenden Substanzen in hoher Konzentration angereichert. "Durch Regen können diese herausgewaschen werden und in die Gewässer der Stadt gelangen."

Zudem nehmen Kinder mitunter gefundene Zigarettenstummel in den Mund. Insbesondere bei Kleinkindern kann schon eine verschluckte Kippe zu Vergiftungssymptomen bis hin zum Tod führen. Florian Kluckert (FDP) sagt dazu: "Von 2015 bis 2017 gingen 2.888 Anrufe beim Berliner Giftnotruf aufgrund verschluckter Zigarettenkippen durch Kinder ein […]". Seine Partei fordert, "viel mehr Aschenbecher als bisher im Berliner Stadtgebiet aufzustellen, damit die Kippen ordnungsgemäß entsorgt und die Kinder besser geschützt werden."

Nach Senatsangaben sind derzeit etwa 23.000 Papierkörbe mit separater Einwurfsöffnung für Zigarettenkippen im Stadtgebiet aufgestellt. In der Regel seien diese im innerstädtischen Bereich "in Sichtweite verfügbar".  

Kommentar

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26 Kommentare

  1. 26.

    Mich würde mal interessieren wie viele,die gegen Dieselautos in der Stadt sind,Rauchen!?

  2. 25.

    Da haben Sie mit Ihren Kommentarpredigen hier aber nun eine schöne Kurve hingelegt:-) Ich bin trotz Raucher immer umsichtig und suche erst mal meine unmittelbare Umgebung ab, ob ich niemanden mit meiner Kippe belästige. An U- und S- Bahneingängen direkt zu Rauchen ist auch nur Gedankenlos und ja egoistisch. Im übrigen vermeide ich es jetzt grundsätzlich mich auch nur in die Nähe von Nichtrauchern aufzuhalten. Viele rümpfen ja schon die Nase, da meine Kleidung nach Zigaretten riecht. Doch die Geruchsbelästigung durch zufiel Duftmacher an Körper und Kleidung muß ich auch in den Öffis ertragen. Sage aber nicht: könnten Sie bitte etwas beiseitetreten, ich habe eine Allergie, ich bekomme Kopfschmerzen davon. Wäre ja noch schöner:-)

  3. 24.

    Na solche Leute gibt es eben auch. Im freien ist es ja meist in Ordnung. Ich gehe, wenn möglich, den Krebsstoffen aus dem Weg. Schwer wird es auf Bahnhöfen wenn der Wind vom Raucher in meine Richtung kommt. Ich bin aber niemand der absichtlich sie nähe zu Rauchern sucht. Das muss wirklich nicht sein :D

  4. 23.

    Ungewaschen ist zwar auch eine Geruchsbelästigung aber meiner Einschätzung nach ist es gesundheitlich nicht schädlich. Es geht hier um Krebserregende Stoffe. Sollte man nicht verharmlosen

  5. 22.

    Nach kleiner Recherche stelle ich fest Kreuzberg ist doch als "Gesunde Stadt" seit 1999 Mitglied im gesundes Städte Netzwerk. Ich lach mich tot, wenn ich die WHO Kriterien lese: "Gemäß dem WHO-Programm ist eine “Gesunde Stadt” eine Stadt (oder eine Gemeinde oder Bezirk), in der ALLE Politikbereiche ihre Entscheidungen auf Gesundheitsverträglichkeit überprüfen und auf mehr Gesundheit ausrichten." Dann bitte sofort damit anfangen!!!
    @rbb Was ist denn da die letzten zwei Jahrzehnte passiert im Ordnungsamt?
    https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/bezirkliche-planung-und-koordinierung/planungs-und-koordinierungsstelle-gesundheit/arbeitsgebiete/artikel.164642.php

  6. 21.

    Mir ist es egal, ob andere Leute rauchen, solange ich davon nicht betroffen bin.
    Und wir bräuchten keine Strafen und kein Ordnungsamt, wenn sich einfach alle an die Regeln halten, ein bisschen Rücksicht nehmen würden und eine moralische Grunderziehung hätten. (Das gilt für auch für alle anderen Lebensbereiche!)
    Dieser Egoismus stinkt zum Himmel. Z.B. Rauchen im Auto, aber die olle Kippe nicht im auto-internen Aschenbecher aufbewahren wollen.

  7. 20.

    Für mich und unser aller Gesundheit wäre schon viel Gewonnen, wenn das Rauchverbot auf den Bahnhöfen umgesetzt wird. Alle anderen Haltestellen können auch zu rauchfreien Haltestellen erklärt werden; bei entsprechender Markierung. Selbst Grünanlagen können zu rauchfreien Orten erklärt werden, wenn es anders nicht geht dem hinterlassenen Müll beizukommen.
    Doch ohne das verhängen von Bußgeldern, wie in Kreuzberg, wird hier wahrscheinlich keine Verhaltensänderung eintreten.

  8. 19.

    Ich rauchte mal im Freien, da baute sich so ein Gesundheitsmännchen vor mir auf und fing an zu schimpfen. Ich ging also gut zehn Meter von ihm weg, denn ich rauche ja für mich selbst und nicht um andere zu belästigen. Läuft der kleine Wadenbeisser mir nach, stellt sich wieder genau vor mich hin, und schimpft weiter.... da war für mich bewiesen, die Besorgnis übers Passivrauchen ist sicher berechtigt in geschlossenen Räumen, vor allem für Arbeiter die den Raum nicht verlassen können; im Freien ist es aber vor allem die Freude am sich-aufspielen und an der Bevormundung anderer.

  9. 18.

    Verhältnisse wie sie in Singapur bestehen, werden wir nicht durchsetzen können. Was kommt dann als nächstes? Darf ich dann nur nur gewaschen und gekämmt in die Öffentlichkeit treten? Man warne mich vor Fanatikern. Besonders vor solchen, die eine ganz enge Sichtweise auf unsere breit gefächerte Gesellschaft haben.

  10. 17.

    Kann ich leider so bestätigen, die Wenigsten lassen ihre Kippen nicht zu Boden fallen. Täglich kann ich beobachten, wie am Hauptbahnhof die im Taxi wartenden Fahrer eine Kippe nach der anderen aus dem Fenster werfen. Was da jeden Tag zusammenkommt!
    Ich bin mir sicher, wenn es Zigaretten nicht gäbe und sie kämen als neues Produkt auf den Markt, das würde nie im Leben genehmigt werden. Krebserregende Gase bei Verwendung und die Reste sind voller Giftstoffe wie Arsen, Nikotin oder Blei, die dann auch noch langfristig in der Umwelt landen.

  11. 16.

    Ja sicher sind es nicht 100%. Ich sehe aber kaum einen Raucher der seine kippen korrekt entsorgt. Die allermeisten die ich sehe schmeißen sie einfach auf den Boden. Viele treten sie nicht mal aus. Gegen Rücksichtsvolle Raucher, die darauf achten niemanden zu stören habe ich nichts.

  12. 15.

    Sie haben vergessen dss Wort "manche" bei Raucher vorab zu setzen, denn es gibt doch tatsächlich auch Raucher die ihre Kippen nicht einfach in die Umwelt zu schnippen, bitte also um Nichtverallgemeinerung, schönen Dank!

  13. 14.

    Korrekt. Stinkt, überall Müll, vergiftet nicht nur Raucher selbst sondern (und das ist viel schlimmer) alle die sich im Umkreis von zig Metern aufhalten. Das interessiert die Raucher aber nicht. Was würde passieren wenn ich ein beliebiges Gift auf der Straße versprühe weil ich es toll finde? Da gibts garantiert nen aufstand. Aber wenn Raucher andere Leute vergiften ist das ganz normal. Und in Zigaretten sind tausende Gifte drin. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ein Skandal der zum Himmel stinkt. Unfassbar Diese Rücksichtslosigkeit und Ignoranz. Passt zu den Menschen in dieser eigentlich schönen Stadt

  14. 13.

    Es geht um die Tatsache, dass viele Menschen unterschätzen, wie sehr sie die Lebensqualität mit ihrem Egoismus einschränken. Wer rauchen will soll rauchen, aber Andere damit nicht belästigen. Und die meisten Bushaltestellen sind mit Kippen übersäht und stinken. Und dass meine Sinne gut funktionieren ist doch eine gute Sache ;-)

  15. 12.

    "Keine Bußgeldverfahren durchgeführt" Die Folgen sind nicht nur auf Spielplätzen und in Grünanlagen sichtbar. Schmeißt die Kippen doch wenigstens auf die Straße, da wird täglich gekehrt. Die Sondergenehmigungen für Aussenausschank können auch überall entzogen werden, wo keine Aschenbecher auf den Tischen stehen und massenhaft Kippen auf dem Gehweg ...
    Nur leider wird Gesundheitsfürsorge in Kreuzberg noch ganz klein geschrieben - besonders wenn es um Prävention geht; nicht mal auf Spielplätzen, vor Kitas und Schulen wird ein Versuch dazu unternommen.

  16. 11.

    Was soll denn diese völlig unterschiedliche Höhe der Bußgelder nach Bezirken? Manchmal kann ich über die unnötige Bürokratie in dieser Stadt einfach nur den Kopf schütteln. Ich hab auch noch nie erlebt, dass jemand wegen des Wegwerfens einer Kippe angemahnt oder zur Kasse gebeten wurde, leider. Berlin ist ein riesengroßer Aschenbecher, esist wirklich eklig, man kann kaum einen Schritt machen, ohne auf Kippen zu treten. Besnders schlimm ist es vor U-Bahn-Eingängen, an Bus-/Tramhaltestellen, vor Bänken und anderen Sitzgelegenheiten. Selbst die Grünanlagen und Ränder sämtlicher(Bade-)Gewässer sind voller Kippen. Das wie selbstverständliche Wegschmeißen, oft nicht einmal mit Ausmachen verbunden, muss aufhören. Aber dasOrdnungsamt ist ja nur ein Witzverein. Die bestrafen in Berlin höchstens mal Parksünder - wenn überhaupt.

  17. 10.

    Sie übertreiben. Sauberkeit in einer solch großen Stadt ist auch mit noch so genügend Kräfte nicht täglich im Griff zu halten. Außerdem geht es hier um die leidlichen Zigarettenkippen und nicht um die Befindlichkeit Ihrer Nase um es höflich auszudrücken.

  18. 9.

    Um Ordnungswidrigkeiten ahnden müssten die Ordnungsämter sich mal auf den Strassen sehen lassen. Ich sehe Sie nur Spaziernfahren.
    Wenn das Ordnungsamt alle Autos abschafft hat das viele Vorteile.
    Die Mitarbeiter können Vergehen erkennen, Sie tun was für die Gesundheit und es gibt wenig Autos die die Strassen verstopfen und "Dreck" erzeugen

  19. 7.

    Entweder sind keine Ascher verfügbar oder sie wurden mit brennbaren Zeugs zugemüllt. Man würde ja gern, aber so ein abfackelnder Kübel ist auch recht unschön.

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