Circus Voyage in Berlin (Quelle: imago/STTP)
Bild: imago stock&people/STTP

Streit um artgerechte Wildtierhaltung - Berlin will "Circus Voyage" vom Olympiagelände aussperren

Seit 24 Jahren tritt der Circus Voyage in der Vorweihnachtszeit auf dem Berliner Olympiagelände auf. Das will Innensenator Geisel jetzt nicht mehr zulassen. Die Tierschützer jubeln - doch die Zirkusleute denken nicht daran, sich geschlagen zu geben.  

Der Circus Voyage, der seit 24 Jahren in der Vorweihnachtszeit auf dem Berliner Olympiagelände campiert, soll in diesem Jahr nicht mehr dort auftreten dürfen. Der Pachtvertrag sei nicht mehr fortgesetzt worden, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) im Abgeordnetenhaus unter Hinweis auf den Tierschutz.

"Haltung von Wildtieren in Zirkussen kritisch"

"Der Senat bemüht sich um verstärkten Tierschutz und deshalb sehen wir die Haltung von Wildtieren in Zirkussen kritisch", sagte Geisel in einer Fragestunde. Er verwies auf die Koalitionsvereinbarung, nach der die Vergabe öffentlicher Flächen an Zirkusse nur stattfindet, wenn die artgerechte Tierhaltung sichergestellt wird. Kontrollen der Veterinärämter hätten jedoch "Diskrepanzen" beim Tierschutz ergeben. Deswegen wolle er "ein deutliches Zeichen setzen."

Der Tierschutzverein für Berlin begrüßte Geisels Entscheidung. Artgerechte Tierhaltung sei in einem Wanderzirkus nicht möglich. "Es ist nur konsequent, dass der Senat jetzt ein Zeichen setzt und diesem Zirkus ein Ende setzt", hieß es in einer Pressemitteilung.

Zirkus: Gastspiel findet statt

Für den Circus Voyage ist das Gastspiel vor dem Olympiastadion dagegen keineswegs vom Tisch. Man befinde sich nach wie vor in Gesprächen mit der Senatskanzlei, sagte Zirkus-Pressesprecher Sascha Grodotzki rbb|24 am Freitag. Notfalls behalte man sich rechtliche Schritte vor. Das Gastspiel in Berlin werde aber auf jeden Fall stattfinden, notfalls auf einer Ausweichfläche. Es seien schon mehr als 3.000 Tickets verkauft worden. "Nach dem Tierschutzgesetz ist die Haltung bei uns artgerecht", betonte Grodotzki. 

Enttäuscht zeigte sich der Sprecher, dass die Innenverwaltung nicht das Gespräch mit dem Zirkus gesucht habe - nach 24 Jahren. Stattdessen habe man acht Wochen vor der Premiere in Berlin vollendete Tatsachen schaffen wollen.  

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Antwort auf [TierfreundeBerlin] vom 20.10.2018 um 01:17
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27 Kommentare

  1. 27.

    "Die Frage eines Verbots wildlebender Tiere in Zirkussen kann nur vom Bundesgesetzgeber geregelt werden. " Na, da haben Sie aber Glück gehabt, so wie Sie hier frohlocken ;)

    Ob das so wie Sie hier behaupten auch stimmt, wird sicher noch weiter von Gerichten beurteilt werden.

    Für mich ergibt das eine klare Wahlpräferenz für Parteien, die endlich das Wort Tierschutz auch tatsächlich in Gesetzesform bringen, nicht nur im Bereich Zirkus.

    In Berlin scheinen ja da zumindest einige den Zug der Zeit erreichen zu wollen...

    Tiere im Zirkus und auf dem Teller? Nein Danke!

  2. 25.

    Es ist rechtswidrig

    Die Gerichtsentscheidung
    Die Frage eines Verbots wildlebender Tiere in Zirkussen kann nur vom Bundesgesetzgeber geregelt werden.
    Der Bund hat im Rahmen des Tierschutzgesetzes lediglich bestimmt, dass das gewerbliche Zurschaustellen von Tieren in Zirkussen einer behördlichen Erlaubnis bedarf (§ 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8d TierschG).
    Weil das Zirkusunternehmen über diese Erlaubnis verfügt, greift der Beschluss des Rates der Stadt in unzulässiger Weise in die Berufsfreiheit des Zirkus ein und stellt eine nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung von Zirkussen mit Wildtieren gegenüber Zirkussen ohne Wildtiere dar.
    Mit dem kommunalen Wildtierverbot soll somit in unzulässiger Weise verboten werden, entschied das VG, was bundesrechtlich erlaubt ist.
    Ergebnis
    Das VG erklärte den Ratsbeschluss für rechtswidrig und verpflichtete die Stadt, über den Antrag des Zirkus auf Bereitstellen einer Fläche neu zu entscheiden.

  3. 24.

    Ich habe mir mal erlaubt die links herauszusuchen.

    https://www.erna-graff-stiftung.de/wie-geht-es-den-tieren-beim-circus-voyage/

    Und nochmal Peta:

    https://www.peta.de/zirkus-voyage-alois-spindler

  4. 22.

    "Darf man Tiere töten?
    Bevor Sie antworten, ich meine alle Tiere?"

    Nein, grundsätzlich halte ich das für keine gute Idee. Es gibt - wie bei allem - Ausnahmen. Zum Beispiel Notwehr, oder wenn man sonst verhungert. Evtl. noch um dem Tier unnötige Leiden zu ersparen, bei schwerer Krankheit/Verletzung des Tieres, aber hier wird es auch schon sehr schwierig mit der Abgrenzung.

    Klares Nein wenn es um die massenhafte Tiertötung für sogenannte Lebensmittel geht, die dann wie man weiß dann auch noch zu ca 30% in D im Müll landen. Ebenso als Futter für so genannte Haustiere.

    Tiere fürs Amüsement, Kleidung oder des Geschmackes wegen zu missbrauchen (nicht nur sexuell), zu zerstören und zu quälen ist nach meiner Auffassung eher das Gegenteil von Kultur.

    Weder im Zirkus, noch auf unseren Tellern sind Tiere wirklich gut aufgehoben.

    Wie wäre es einfach nur mit Respekt vor dem Leben und der Freiheit von Tieren?

  5. 21.

    In einem stimme ich Ihnen zu: der Zirkus war unter schon immer sehr der Volksbelustigung zugetan. Zuerst wurden sogenannte Abnorme Menschen in Käfigen vorgeführt. Ganz schlimm trieben es die Weißen Amerikaner mit den Sklaven u.den ihren Ureinwohnern. Jetzt müssen eben die exotischen Tiere hierfür herhalten. Wieso eigentlich? Der Zirkus ist mehr als bloß eine Tierveranstaltung. Herausragende, wunderbare Akrobatik durch Menschen wird dargeboten und ich muß immer wieder schmunzeln, wenn ich an die großartigen Clowns denke. Lachen ist die beste Medizin.
    Es ist einfach nur erbärmlich und Tierquälerei Punkt.

  6. 20.

    Ich meinte halt den Zirkus gibt halt schon ewig..wie Volksfeste...Schützenvereine und andere alte Sachen....Wer das sehen will..soll er doch.....jedem das seine

  7. 19.

    Und was bei manchen Menschen als "Tradition" angesehen wird ist immer gut?

    Ich glaube, hier wird sich mit der Argumentation, die keine ist, etwas verrannt.

    Zudem gehört ein Zirkus ganz sicher nicht zu unserer Kultur und der Vergleich mit Trachten auf einem Volksfest ist schon recht belustigend.

  8. 17.

    Ein Zirkus gehört für Sie zur Kultur. Hmmmm :-)

    Naja, ein Volk, das seine Badeutensilien in einer Kulturtasche aufbewahrt, ist wohl was ganz Besonderes.

  9. 16.

    Zirkus nicht mehr zeitgemäß? In Trachten das Oktoberfest zu eröffnen....Mittelalterfeste....das ist halt unsere Kultur...da gehört der Zirkus auch dazu..

  10. 15.

    Die Erna-Graff-Stiftung hat einen sehr ausführlichen Bericht ins Internet gestellt, wie es in diesem Zirkus tatsächlich zugeht. Nicht artgerecht ist eine negierende Bezeichnung für die Tierquälerei, die dort stattfindet. Einfach mal googeln.

    Die Idee des Zirkus ist doch gar nicht mehr zeitgemäß. Die gehören allesamt eliminiert. In früheren Zeiten konnten die meisten Leute nicht reisen, keine Tiere im TV sehen usw.

    Also weg mit allen Zirkussen unter gleichzeitigem Ausbau der Reservate.

  11. 13.

    Die Bezugspersonen der Tiere im Zirkus versorgen ihre Tiere liebevoll und beschäftigen sie tiergerecht. Das ist echte Tierschutzarbeit. In den sozialen Medien, werden Tausende von naiven Tierfreunden mit Bildmateria, teilweise sogar manipulierten Filmchen, versorgt, dass angeblich Tierqual, zeigen soll.

  12. 12.

    Pferde müssen auch nicht zu Tunieren um die ganze Welt geflogen werden oder bei Hindernissrennen bei Verletzung auf dem Tunierplatz noch eingeschläfert werden...Ist auch zu Belustigung der daran Interessierten...jedem das seine....

  13. 11.

    So ein Quatsch! Und so leicht zu widerlegen das es schon peinlich ist auf das wirre Gefasel überhaupt zu antworten.

    Elefanten z.B. als Arbeitselefanten gehalten leiden nicht wie ihre Artgenossen in Zirkussen unter den Platzverhältnissen.
    Elefanten in Zirkussen leiden fast alle unter zahlreichen Verhaltensstörungen, wovon das hythmische Hin- und Herbewegen (Weben*) vielleicht die bekannteste ist. *https://de.wikipedia.org/wiki/Weben_(Elefant)

    Ein Aus für Blindenhunde entspringt nur ihrer überbordenden Phantasie, bzw. hat es andere Gründe warum sie uns das weismachen wollen.

  14. 10.

    Dass neben den Zirkussen, den Zoos auch Heimtierhalter inzwischen in die Kritik geraten, kann ebenfalls nicht verwundern. Nirgends wird so viel Schindluder getrieben, als mit der "Tierliebe" von Heimtierhaltern, die ihrerseits ohne jeden Skrupel Massen an unter unwürdigen Bedingungen gehaltenen und zerstörten Tieren verfüttern. Das ist keine Tier"liebe", sondern Tiervernichtung und Lebenszerstörung! Dass man darüber nachdenkt, solcherlei Treiben zu beenden ist doch wohl verständlich, oder?
    Auch im Zirkus sind die Tiere lediglich kostengünstige Lieferanten von Profitmöglichkeiten für die Veranstalter. Heimtiere wegen der Profite für die Futter- und Zubehörlieferanten. Dementsprechend verhalten sich diese ja auch - sie wehren sich gegen jede auch noch so kleine Einschränkung zum Wohl der Tiere.
    Veganes Hunde- und Katzenfutter ist aber pöse pöse... Dabei wäre das ja schon mal ein erster Schritt raus aus der tatsächlichen Tierquälerei und Tierzerstörung.

    Keine Tiere mehr im Zirkus!

  15. 9.

    "Die sog. "Wildtiere" im Zirkus sind gar keine Wildtiere."

    Ach soooo, na dann kann man ja mit denen eh machen was man will, egal ob es ihnen gut tut oder nicht oder wie?

    Ich warte sehnsüchtig auf Roboter, die auch keine "echten" Wildtiere sein müssen und ihre Kunststücke klag- und leidenslos vorführen.

  16. 8.

    Die sog. "Wildtiere" im Zirkus sind gar keine Wildtiere. Es handelt sich um seit Generationen bei Menschen lebende und in menschenhand gezüchtete Tiere. Elefanten sind in ihrem (asiatischen) Lebensraum schon seit über 2000 Jahren Haustiere - wie bei uns Kühe, Pferde, Schweine und Hühner.
    Es gibt sie halt auch in der Wildnis - ebenso wie z.B. Pferdfe in Dülmen oder den USA. Es gibt auch noch Wildrinder!
    Das Ganze ist doch reine Volksverdummung in "ökologischer" Manier.
    Aus der gleichen Ecke komen ja auch schon Bestrebungen, die Haustierhaltung zu verbieten... - ein Aus für Blinden- und Jagdhunde..

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