Demonstration in Berlin. Aktion Standesamt: Für einen selbstbestimmten Geschlechtseintrag. (Quelle: rbb/Jörg Albinsky)
Bild: rbb/Jörg Albinsky

"Aktion Standesamt" in Berlin - Demonstranten fordern selbstbestimmten Geschlechtseintrag

Rund 200 Menschen haben am Samstag vor dem Bundeskanzleramt in Berlin für einen selbstbestimmten Geschlechtseintrag demonstriert. Sie forderten, dass neben den Geschlechtern "Mann" und "Frau" weitere Einordnungen möglich werden, wie etwa "nicht-binär" oder "divers". Andere Demonstranten sind für eine grundsätzliche Abschaffung jeglicher geschlechtlicher Einordnung seitens des Staates.

Verfassungsrichter zwingen Politik zum Handeln

Die Demonstration war zugleich der Abschluss der bundesweit durchgeführten "Aktion Standesamt 2018", bei der ein frei wählbarer Geschlechtseintrag gefordert wurde – beziehungsweise die Richtigstellung ihres Geschlechtseintrags. Dabei brachten Menschen in ganz Deutschland Anträge für ihr selbst gewähltes Geschlecht auf die Standesämter ihrer jeweiligen Stadt – aus Protest für ein besseres neues Personenstandsgesetz.

Damit eine dritte Geschlechtskategorie möglich wird, muss nämlich das Personenstandsgesetz geändert werden. Tatsächlich ist derzeit auch eine Neufassung in Arbeit, die im Bundestag in den Ausschüssen beraten wird.

Hintergrund der Gesetzesänderung ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Oktober 2017. Damals forderte das höchste deutsche Gericht, dass der Staat eine dritte Geschlechtskategorie schaffen muss. In den kommenden Monaten muss dieses Urteil umgesetzt werden.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

15 Kommentare

  1. 15.

    ...mit "Hallo Mensch" zum Beispiel ;-) Oder man fragt einfach. Hauptsache offen, fair und vorurteilsfrei sein. Mehr braucht's nicht!

  2. 14.

    Die Welt ist von Grund auf zweigeschlechtlich, das ist biologisch bedingt. Ebenso biologisch bedingt ist unbestritten auch, dass es gelegentlich Uneindeutigkeiten bei dieser Zuordnung gibt. Zum Glück sind wir heute so weit, diese Menschen nicht mehr aus dem gesellschaftlichen Leben auszustoßen oder gar Schlimmeres, wie in der Nazizeit. Von daher finde ich es gut, dass bei Uneindeutigkeiten in der Geburtsurkunde keine zwangsweise Zuordnung mehr statt finden muss und gleich gar keine überstürzten, später nicht wieder gut zu machenden Operationen durchgeführt werden, nur, um Körper und Geburtsurkunde "in Einklang" zu bringen. Trotzdem wird sich der Großteil der Betroffenen später dem einen oder dem anderen Geschlecht mehr oder weniger zugehörig fühlen. Wie viele der Betroffenen wollen sich denn als "Neutrum" quasi stigmatisieren und damit alle Welt sofort wissen lassen, dass die Natur sich in ihrem Fall nicht eindeutig entschieden hat? Wie spricht man diese Menschen dann an?

  3. 12.

    Einigkeit zwischen Lesben und Schwulen besteht „leider“ immer noch nicht vollständig. Siehe die Debatte um das Mahnmal Lesbischer Frauen im ehem. KZ Ravensbrück i.Brandenburg. Dank der neuen Gesetzgebung muß sich ein Transvestit nicht mehr Prostitutieren oder in Varietés auftreten um sein Lebensunterhalt zu verdienen. Auch unterscheide ich zw. Freizeittransen u.Transvestiten die den Übergang zur Frau beschreiten wollen durch eine OP. Letztgenannte wollen ja auch nicht mehr so bezeichnet werden. Transgender haben es deshalb besonders schwer und nicht einfacher, im Gegenteil. Deshalb finde ich es umso wichtiger hier ein Zeichen zu setzen. Bestimmt haben Sie recht damit, dass nicht alle in unserer Community z.B. darüber einer Meinung sind mit der Gender u. dieser neuerlich leidlichen „Dritten Geschlecht“ Debatte. Das erkenne ich schon daran, wie wenig Rückmeldung es zu diesem Thema auf“ queer.de „ gibt.

  4. 10.

    Transen shaben dazu unterschiedliche Meinungen. Was die Leute in der Demo vertreten ist offensichtlich ein Auswuchs der "Gender-Theorie", denn nur damit ist die freie Wählbarkeit des eigenen Geschlechts begründbar. Diese Theorie ist aber unwissenschaftlich und ideologisch. Ich bin wie gesagt der Meinung dass wir als Gesellschaft anerkennen sollten, dass es verschiedene Gruppen geschlechtlich uneindeutiger Menschen gibt, dass diese es im Leben manchmal nicht leicht haben, und ihnen Solidarität anbieten. Aber wir sollten das nicht in den Bahnen tun, die uns die "Gender-Theorie" bzw. der Feminismus vorschreiben wollen, denn diese Ideologie hat nicht die Deutungshoheit über solche Themen. Erst recht sollten wir biologische Fakten nicht ignorieren. Es gibt mit Sicherheit Schwule, Lesben und Transsexuelle, die mir darin zustimmen.

  5. 9.

    Nochmal ich habe nichts gegen Schwulle und Lesben.
    Aber warum gab es Adam und Eva zu Anfang und darauf ist das ganze Leben aufgebaut.
    Um zu den eigentliche Thema nochmal, es gibt heute die Möglichkeit das andere Geschlecht anzunehmen. Es gibt aber nichts dazwischen.

  6. 8.

    Verzeihen Sie meine burschikose Antwort, möchte Ihnen keineswegs zu nahe treten, doch irritiert mich an Ihren Beiträgen die Ablehnug zum dritten Geschlecht. Eigentlich möchte ich Sie nur dazu aufmuntern ruhig einmal an die dafür richtigen Adressaten eine Meinung abzugeben. Nicht mehr und nicht weniger. MFG

  7. 7.

    die gleichgeschlechtliche ehe ist absolut in ordnung. man hätte es gleich von anfang an so regeln sollen und nicht stück für stück. dies von der zeugung von nachwuchs abhängig zu machen, wie oft angeführt, ist absurd. ich bin der meinung, dass schwule und lesbische paare das normalste der welt sind und habe eigentlich kein verständnis, dass sie sich immer noch diskriminiert fühlen. im linksgrünen spektrum gibt es geradezu eine Sakralisierung von echten bzw. vermeintlichen diskriminierungsopfern. alle, die keine diskriminierungserfahrungen vorweisen können, werden geradezu angehalten, abbitte zu leisten. in der regel sind das weiße, in wertschöpfende arbeit steckende, deutsche heteromänner. also, überdenken sie ihre haltung und bitte: ändern Sie sie !

  8. 6.

    Es gab und gibt nur Mann und Frau. Auch nur in dieser Kombination kann Nachwuchs entstehen. Deshalb ist die Aussage das wir nicht jeden Quatsch mitmachen müssen richtig.
    Von mir aus kann jeder soll leben wie er will, aber Forderungen, wie z.b. Gleichgeschlechtliche Ehe oder ein drittes Geschlecht erteile ich ein Absage!

  9. 4.

    Ich schrieb schon einmal auf Ihren Kommentar hierzu folgendes: seien Sie doch mal so ehrlich und veröffentlichen Ihren Beitrag zum Thema auf „queer.de“. Denn dort werden Sie auch die richtigen Antworten hierzu erhalten und nicht bloß im rbb24 Forum. Dort wird man Ihnen nahelegen wie falsch Sie mit Ihrer Aussage liegen.
    Gilt ebenso für @ anorak2 .

  10. 3.

    Ich finde es richtig, dass der Staat Menschen mit uneindeutiger Geschlechtszuordnung - sei es körperlich oder seelisch - unterstützt und das auch gesetzlich anerkennt. Aber eine freie Wahl des "rechtlichen Geschlechts" ist nicht die Antwort. Das Geschlecht ist ein biologischer Fakt, den man sich genausowenig aussucht wie seine Schuhgröße. Da der Zweck des Melderegisters rein deskriptiv ist, um z.B. bei Grenzkontrollen, Vermisstenmeldungen oder der Entscheidung ob die Person wehrpflichtig ist angewendet zu werden, müssen da objektiv bestimmbare biologische Fakten abgebildet werden. Eine dritte Variante macht da durchaus Sinn, aber nicht frei wählbar sondern z.B. von Medizinern festgestellt.

  11. 2.

    nein, es ist in ordnung, wenn menschen, die keinem geschlecht zugeordnet werden können, früher keine eintragung und nun ein d eingetragen bekommen. die frühere praxis, ärzte bzw. eltern zeitnah zur geburt entscheiden zu lassen, war falsch. ein drittes geschlecht, wie ursprünglich propagiert, ist es jedoch nicht. da gibt es halt die biologie. nun aber soll die möglichkeit geschaffen werden, sich sein geschlecht nach wunsch eintragen zu lassen. wieviele varianten soll es geben ? mit offener liste ? was ist mit änderungen ? das leben ändert sich immer mal. und wie wird jeder angesprochen ? praktisch umsetzbar wäre, aus meiner sicht, und wie bereits oben benannt, nur die abschaffung der geschlechterzugehörigkeit in urkunden und dokumenten. das möchte ich nicht ! und da sind wir jetzt bei der mathematik.

  12. 1.

    Ich bin wirklich nicht davon überzeugt, dass es gut ist, wenn der Staat allen möglichen neumodischen Trends nachgibt. Seit Jahrtausenden werden die Menschen in männlich und weiblich eingeteilt. Dass es vielleicht eine äußerst geringe Zahl von Menschen gibt, die man nicht eindeutig der einen oder anderen Gruppe zuordnen kann, sollte nun nicht dazu führen, da jetzt noch ein drittes Geschlecht einzuführen. Und schon gleich gar nicht sollte es darauf ankommen, wie sich jemand „fühlt“. Ich finde es jedenfalls lächerlich, wenn in Stellenanzeigen „m/w/d“ steht, was ich tatsächlich schon gesehen habe.

Das könnte Sie auch interessieren