Kita-Kinder - Giffey will verpflichtende Sprachförderung bei Defiziten

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) macht sich dafür stark, verpflichtende Bildungsangebote für Kinder mit Defiziten einzuführen. "Als Bezirksbürgermeisterin von Neukölln habe ich häufig erlebt, dass Kinder zu Hause nicht genug gefördert werden und zum Beispiel nicht richtig Deutsch lernen", sagte die Ministerin in einem Interview mit dem Magazin "Focus", das am Samstag erscheint. "Für diese Kinder wäre ein verbindliches Angebot wichtig."

Giffey: Eltern können nicht alle öffentlichen Angebote ersetzen

Als Beispiel nannte Giffey verpflichtende Sprachkurse. Es dürfe nicht mehr passieren, dass bei der Schuleingangsuntersuchung festgestellt werde, dass eine Verständigung mit Kindern nicht möglich sei. Zugleich betonte sie, dass Kinder in Kitas Erfahrungen machen könnten, die bei einer Betreuung zu Hause oft nicht möglich wären: "Den Morgenkreis, die Geburtstagsfeier, das Spielen mit den anderen, all das können Eltern nicht ersetzen. Auch wenn sie sich noch so sehr bemühen."

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4 Kommentare

  1. 4.

    Ich denke, die Aussage von Frau Giffey ist ein guter Ansatz, aber dafür müssen auch Voraussetzungen geschaffen werden. Gute Bildung kostet nun einmal. Esh kann nicht das Problem der Föderung auf die Kita und Schulen abgeschoben werden ohne die Grundvoraussetzungen zu schaffen. Gute Förderung von Kindern bedeutet...Eltern müssen genügend Zeit für Kinder haben um bereits zu hause mit der Förderung zu beginnen. Solange viele darauf angewiesen sind mehrere Jobs zu haben um überhaupt über die Runden zu kommen, fällt Förderung zu hause aus. Es fehlen wie schon geschrieben ausreichend Kitaplätze, gut ausgebildete Erzieher/innen und Lehrer/innen. Sprachkurse sind gut, aber auch das kostet zusätzlich. In den Familien muss von Anfang an vernünftig deutsch gesprochen werden und die Schüler in der Grundschule müssen ebenfalls von Anfang an richtiges Deutsch lernen, sonst wird es bei den Sprachdefiziten bleiben.

  2. 3.

    Ich denke, Frau Giffey weiß nicht wirklich um die Situation in unseren Kitas Bescheid. Was man ihr bei Kitabesuchen präsentiert ist sicher oft mehr als aufpoliert. Aus meiner Sicht müssen Kinder schon wirklich außergewöhnlich defizitär ausgestattet sein, um hier eine Art der Förderung zu verspüren. Es handelt sich doch eher um Aufbewahrung. Darüberhinaus sollten verpflichtender Sprachkurse für Migrantenkinder besser in Sprachschulen durchgeführt werden. Das verläuft dort professioneller und hätte den Effekt, das in Kitas tatsächlich noch Platz für der Morgenkreis, Geburtstagsfeiern etc. bleiben würde. Ich bin beispielsweise kein SPD Wähler, weil die Bildung in SPD regierten Ländern regelmäßig unterdurchnittlich abschneidet. Mit Gleichmacherei werden hier unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielt.

  3. 2.

    Ohne die Voraussetzungen nützen die besten Vorsätze nichts!

  4. 1.

    Soweit machen Frau Giffeys Aussagen unbedingt Sinn. Ihre Forderungen sind aber derzeit nicht einfach so umsetzbar. Es müssen erst Kitaplätze geschaffen werden. Es muss der Beruf der Erzieherin/des Erziehers wieder attraktiver werden, damit es Nachwuchs gibt. Es müssen zunächst alle Stellen besetzt werden, die z.t. monatelang (manche auch noch länger) ausgeschrieben sind. Das funktioniert nicht, weil es kaum oder gar keine Bewerber gibt. Die Probleme werden dann, wie im Bericht beschrieben, mitgenommen in den Schuleingangstest und auch noch lange in die gesamte Schulzeit hinein. Es haben übrigens auch viele deutsche Kinder Entwicklungsdefizite vielfältiger Art. Dazu kommen noch Inklusion uvm. Das Ganze lastet dann jahrelang auf den Schulen und Lehrern und auch auf Mitschülern. Es herrscht zudem an immer mehr Schulen Lehrermangel. Durch die jüngsten Geschehnisse (Meldeportal) werden, was nachvollziehbar wäre, wahrscheinlich noch mehr junge Lehrer als bisher schon, abwandern. So positiv und nachvollziehbar Frau Giffeys Erkenntnisse und Forderungen sind, es braucht aber dringend mehr, als das, was sie fordert. Berlin braucht eine neue Bildungspolitik, es muss dringend umgedacht und reformiert werden. Die Bildungsmisere beginnt leider oft schon in den Elternhäusern und müsste politisch oberste Priorität haben.

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