Symbolbild: Menschen nehmen an einer Großdemonstration teil. (Quelle: imago/Ralph Peters)
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Video: rbb24 | 10.10.2018 | Bild: imago/Ralph Peters

Für offene Gesellschaft - Zehntausende bei #Unteilbar-Demo in Berlin erwartet

Alba Berlin, Jan Böhmermann und Die Ärzte stehen dahinter: Promis, Vereine und Organisationen rufen für Samstag in Berlin dazu auf, für eine solidarische Gesellschaft auf die Straße gehen. Die Polizei erwartet zehntausende Demonstranten.

Für eine offene und freie Gesellschaft wollen am kommenden Samstag zahlreiche Menschen auf die Straße gehen. Zu der Großdemonstration in Berlin unter dem Motto "#unteilbar - Solidarität statt Ausgrenzung" haben mehr als 4.500 Organisationen und Einzelpersonen aufgerufen, darunter viele Prominente.

Demonstriert werden soll für Solidarität und Menschenrechte, und gegen Rassismus, Ausgrenzung und den Rechtsruck in der Gesellschaft. Erwartet werden bis zu 40.000 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet, wie die Sprecherin des bundesweiten Bündnisses "#unteilbar", Anna Spangenberg, am Mittwoch in Berlin ankündigte.

Prominente Unterstützer

Zu den Unterzeichnern gehören auch der Schauspieler Benno Fürmann, der Satiriker Jan Böhmermann, die Schriftstellerin Eva Menasse, die Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan, der Paritätische Wohlfahrtsverband, Amnesty International, Pro Asyl sowie Bands wie "Die Ärzte" oder "Die Sterne". Auch Alba Berlin unterstützt den Aufruf zur Demo.

Ferda Ataman und Ryanair-Streikende bei Kundgebung

In dem Aufruf zur Demo heißt es, es finde derzeit eine dramatische politische Verschiebung statt: "Rassismus und Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig." Humanität und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat würden offen angegriffen. "Es ist ein Angriff, der uns allen gilt", warnen die Unterzeichner. Und: "Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden. Wir halten dagegen, wenn Grund- und Freiheitsrechte weiter eingeschränkt werden sollen."

Nach einer Auftaktkundgebung auf dem Alexanderplatz über den Potsdamer Platz und das Brandenburger Tor führt der Zug zur Siegessäule. Als Redner werden unter anderem der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, Amnesty-Generalsekretär Markus Beeko, die Publizistin Ferda Ataman, Streikende von Ryanair, die Berliner evangelische Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein und Lala Süsskind vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus angekündigt. Musik gibt es unter anderem von Konstantin Wecker und Herbert Grönemeyer.

Die Auftaktkundgebung findet um 12 Uhr am Alexanderplatz statt, die Route verläuft dann ab circa 13 Uhr entlang der Otto-Braun-Straße, Grunerstraße, Gertraudenstraße, Leipziger Straße, Potsdamer Straße und Ebertstraße zum Brandenburger Tor. Über die Straße des 17. Juni geht es dann zur Abschlusskundgebung (ca. 15:45 Uhr) an der Siegessäule.

Nach München und Hamburg ist die Demo in Berlin die dritte Großdemonstration unter dem Motto "Herbst der Solidarität". Am 3. Oktober waren in München unter dem Motto "Jetzt gilt´s" nach Veranstalterangaben 40.000 Menschen unterwegs, in Hamburg waren es laut Veranstalter rund 30.000 Menschen, die am 29. September gegen Rassismus auf die Straße gingen.

Sendung: Abendschau, 10.10.2018, 19:30 Uhr

Sendehinweis

Sondersendung: "Wie tolerant sind wir?"

Zum Anlass der Demonstration "für eine offene und freie Gesellschaft" beschäftigt sich die rbb-Abendschau am 13.10. um 19:30 Uhr in Reportagen und Gesprächen mit Studiogästen mit den Themen Rassismus, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. Zudem wird live von der Demonstration berichtet.

Kommentar

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34 Kommentare

  1. 34.

    Rechtsstaatlichkeit: Ebenso ist es wichtig zu kommunizieren, dass Hilfe für alle Menschen, die aus Gesellschaften kommen, die nach unseren Vorstellungen arm und brutal sind, nicht das leitende Prinzip der Asylentscheidungen hier sind. Das lässt sich weder aus unseren Gesetzen herleiten, noch gibt es dazu ein politisches Mandat.

  2. 33.

    Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass die gefolterte und vergewaltigte Frau gar nicht zu ihren Peinigern nach Libyen aufgebrochen wäre, wenn Sie und Gleichgesinnte hier in D nicht ständig winken würden ? Nehmen wir mal an, sie kommt aus Ghana. Dann hat sie einen Staat, eine gewählte Regierung und Familie dort. Wenn es dort Probleme gibt, ist es Sache des dortigen Volkes, diese zu ändern. Dabei ist es falsch, wenn gerade die unzufriedenen jungen Männer in Scharen diese Länder verlassen. Wer soll dort etwas ändern ? Die Alten, Kinder ? Für uns ist es wichtig, faire Handelsbedingungen zu ermöglichen, gern zugunsten Afrikas und endlich mit der "Entwicklungshilfe" für korrupte Regierungen im Gießkannenprinzip aufzuhören.

  3. 32.

    lach^^ da muss ich ihnen mal recht geben...wenn es auch selten vorkommt.
    es gibt da so eine redensart "einige haben den kopf nur zum haareschneiden".^^
    selber denken?hmm...
    wie gesagt, sie haben recht!
    aus "wallstreet", die bürgerlichen,sie lieben tiere aber hassen die menschen.

  4. 31.

    Die Mitte der Gesellschaft genießt das Wochenende mit Freunden oder der Familie, oder muss leider wie so oft Arbeiten damit sie hier posten bzw. agitieren können und hat gar keine politischen Motivationen. Man lebt nur einmal.
    Der größte Lump im ganzen lang ist und bleibt der Denunziant, egal welcher Gesinnung.

  5. 30.

    Wie viele Sklaven brauchen Sie noch, die für Sie in Europa Obst und Gemüse ernten? Hauptsachen Ihnen geht es gut, und sie können sich mit der Scheinmoral besser fühlen ;-).

  6. 29.

    Nein, es gehen auch Schwulenhasser, Antisemiten, die Bruderschaften, die vom VS beobachtet werden, Organisationen der Grauen Wölfe, Judenhasser wie Pax Christi u.v.a mehr mit, mit denen man sich nicht gemein machen will.
    Das ist aber dann für Sie die "Mitte der Gesellschaft"?

  7. 28.

    Wollen Sie damit sagen, dass nur linke Hetzer zur Demo gehen? Erfassen Sie, was Sie schreiben? Auch wenn es manchem nicht in den Kram passt. Heute demonstrieren Bürger aus der Mitte der Gesellschaft. Ich mache mich jetzt auf den Weg.

  8. 26.

    Diese ganzen Plattitüden zu Angela Merkel nerven. Ich demonstriere heute, weil ich nicht bereit bin, mir wegen der Agressionen und Ängste von Menschen eine rechtsgerichtete Partei, wie die AFD, in die Regierung holen zu lassen. Nur weil bestimmte Gruppen diverse politische Themen undifferenziert miteinander vermischen, soll ich mich von rechts regieren oder besser ausbeuten lassen? Und nein, ich bin nicht für Familiennachzug und eine unkontrollierte Einwanderungspolitik. Ich bin für Rechtstaatlichkeit, Menschenrechte und ein klares Einwanderungsgesetz. Darüberhinaus bin ich dafür, dass Großkonzerne und Regierungen umsteuern und Menschen nicht soweit ausbeuten, dass sie aus Elend und Armut und Krieg fliehen wollen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird mir die AFD nicht helfen. Diese Partei scharrt Menschen um sich, die intellektuell nur einfache Antworten verkraften. Menschen, die gar nicht merken, wie sich diese Partei an ihnen noch stärker bereichern wird, als das irgendeine Partei nach dem Nationalsozialismus je getan hat. Ich arbeite zu hart dafür, mein Geld solchen Menschen in den Rachen zu werfen. Hören Sie auf, mit Hass Meinung machen zu wollen. Ihre Antworten sind mir zu banal!

  9. 25.

    "Wer armen Menschen in anderen Ländern wirklich helfen will, setzt sich für ein anderes Wirtschafts- und Geldsystem ein!!! "
    Immer wieder süß, Vorschlag: Sie fahren mal nach Lesbos oder gleich Lybien und erzählen dort einer gefolterten und vergewaltigten Frau, dass SIe leider nicht nach Europa darf, aber dass sie Ihnen sehr leid tut und sie sich in Deutschland auch schon ein bisschen für ein gerechteres Wirtschaftssystem einsetzen....Zu emotional? zu sehr Einzelfall, zu menschlich? So sorry aber DAS ist die Realität von zigttausenden Schutzsuchenden.

    Rassistische Anschläge, massenhafte Volksverhetzung usw. sind also auch Teil der "Benebelung des Wahlvolkes"? Das ist jetzt leider so stark Filterblasensprech, dass man mit rationalen Argumenten nicht wirklich darauf antworten kann.
    Gleiches gilt für die " Merkeldemo." ....der absolute Großteil der Demo-Organisationen steht nun wirklich ganz woanders als Frau Merkel ;-)

  10. 24.

    Alle die auf dieser #Unteilbar-Demo mitmarschieren, haben noch nicht kapiert, dass wir eine gespaltene Gesellschaft geworden sind. Wenn rechte und linke Hetzer sich gnadenlos gegenüber stehen, ohne zu reden, dann ist es aus mit Solidarität und Gemeinsamkeiten.

  11. 23.

    Wer noch bei #unteilbar mit marschiert:
    https://jungle.world/artikel/2018/40/keine-ausgrenzung-von-fundamentalisten

  12. 22.

    Wenigstens über Sarah Wagenknecht sind wir einer Meinung. Auch ich schätze sie sehr. Den Rest haben Sie schon ausführlich beschrieben.

  13. 21.

    danke Karin Müller, sehe ich auch so ...
    Wer armen Menschen in anderen Ländern wirklich helfen will, setzt sich für ein anderes Wirtschafts- und Geldsystem ein!!!

    Es geht in diesem Land nicht um links und rechts, sondern um arm und reich - oben oder unten. Links und recht sind zur Benebelung des Wahlvolkes da, um die eigentlichen Probleme nicht an zu gehen. Siehe die deutsche Geschichte. Demo erinnert an Festaufmärsche der Etablierten in allen Staaten, hier eine Merkeldemo.


  14. 20.

    "Die Deutschen in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet."

    Ob Ihnen das passt oder nicht.

  15. 19.

    Ich teile viele Standpunkte von Sahra Wagenknecht auch nicht, aber ich halte sie für eine der brilliantesten Politikerinnen unserer Zeit! Sie ist nicht nur extrem intelligent sondern auch höchst glaubwürdig. Also genau das, was fast allen anderen Politikern völlig fehlt. Sahra nehme ich zumindest ab, dass Sie für echte Linke Politik eintritt. Aber selbst sie wird ja von den Moralischen in die Nähe der AfD gerückt, weil sie bei genau diesem einen Thema, an dem man Gut von Böse zu trennen glaubt, eine andere, realistische Meinung vertritt. Spätestens da wird die Unsinnigkeit überdeutlich.

  16. 17.

    Danke @ Steffen!!

    Die Linke hat es leider immer noch nicht verstanden was passiert, wenn man offene Grenzen für alle will!

    Sahra Wagenknecht dagegen schon. Ich teile auch nicht alles mit Sahra.

    Die Linke und auch das Aktionsbündnis sorgen für noch mehr Unmut und den Aufstieg der AFD in D!! Für das Erstarken des Faschismus!! Bewusst gewollt von einigen.

    Es gibt weder Arbeit noch bezahlten Wohnraum für ALLE !!

    Wer armen Menschen in anderen Ländern wirklich helfen will, setzt sich für ein anderes Wirtschafts und Geldsystem ein!!!



  17. 16.

    Das passiert, wenn man weltoffen nicht von grenzenlos unterscheiden kann, wenn man Symbolpolitik mit Solidarität verwechselt. Niemand hat etwas gegen eine weltoffene deutsche Gesellschaft, die haben wir seit Jahrzehnten, die steigert unser aller Wohlstand. Aber nur eine ganz kleine Minderheit will offene Grenzen, wo jeder kommen kann, der will, egal ob mit oder ohne Papiere, ob mit oder ohne Ausbildung, ob mit oder ohne Aussicht, für seinen Lebensunterhalt jemals selbst aufkommen zu können. Wenn man das nicht akzeptiert, ist man schon rechtsextrem oder "AfD", wodurch jede echte Diskussion im Keim erstickt werden soll. Vernünftige, diesem Land dienende Lösungen stehen da nicht im Fokus, es geht nur noch darum, das eigene Gewissen zu beruhigen, gern auf Kosten Anderer.

  18. 15.

    Hallo Herr Zedler,

    wie Sie oben schon im Beitrag lesen können, haben sich für die Demo Hunderte kleinerer und großer Initiativen zusammengeschlossen und entsprechend Spenden mobilisiert. Gemeinnützige Vereine müssen in Deutschland generell nicht öffentlich über ihre Großspender informieren, das gilt für den DFB genauso, wie für den Tierschutzbund. Kritik an dieser Intransparenz gibt es seit längerem, jüngst beispielsweise in diesem Fall:

    https://www.tagesschau.de/inland/afd-verein-103.html

    Die Kosten für die Durchführung einer Demo trägt übrigens in jedem Fall der Staat, egal wie groß sie ist - damit jeder Bürger dieses Recht wahrnehmen kann, egal, wie viel Geld er hat.

    Freundliche Grüße und ein angenehmes Wochenende

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