Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am 15.06.2018 im Deutschen Bundestag in Berlin (Quelle: imago/Christian Thiel
Audio: radioBerlin 88,8 | 08.10.2018 | Nachrichten | Bild: imago/Christian Thiel

Entlassener Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen - Grütters weist Vorwurf der Intrige gegen Knabe zurück

An der Entlassung des Chefs der Stasiopfer-Gedenkstätte, Hubertus Knabe, gab es viel Kritik: Knabe habe wegen seiner politischen Haltung gegen müssen, so die Mutmaßung. Kulturstaatsministerin Grütters und Kultursenator Lederer widersprechen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) haben den Vorwurf zurückgewiesen, der entlassene Chef der Stasiopfer-Gedenkstätte, Hubertus Knabe, sei einer Intrige zum Opfer gefallen.

"Alle Mutmaßungen, hinter der Kündigung des Direktors stünden parteipolitische oder ideologische Erwägungen, entbehren jeder Grundlage", heißt es in einem Informationspapier von Grütters an die Bundestagsabgeordneten. Ähnlich äußerte sich einem Bericht des "Tagesspiegels" (Montag) zufolge auch Lederer in einem sechsseitigen Schreiben an den Stiftungsbeirat.

Verdacht einer Strafaktion gegen Knabe

Knabe war vorgeworfen worden, die Klagen von Frauen über sexuelle Belästigung durch seinen Stellvertreter nicht ernst genug genommen zu haben. Der Stiftungsrat hatte den Direktor deshalb einstimmig von seinen Aufgaben entbunden. Berlins Kultursenator Klaus Lederer ist der Vorsitzendes des Stiftungsrates, Grütters sitzt als Vertreterin des Bundes in dem Gremium.

Vier Vertreterinnen des Stiftungsbeirats äußerten später allerdings den Verdacht, es handele sich um eine Strafaktion für Knabes "politische Unangepasstheit". Sie forderten in einem offenen Brief, die Entlassung rückgängig zu machen. 

Grütters: Vertrauensverlust war entscheidend

Grütters betont dagegen in ihrer Information an die Abgeordneten, entscheidend sei das verlorengegangene Vertrauen in Knabes Führungskraft gewesen. "Der Stiftungsrat hat einmütig den Eindruck gewonnen, dass Herr Dr. Knabe über Jahre Missstände in seinem Haus geduldet und durch seinen Führungsstil und eigenes Verhalten sogar befördert hat."

Auch bei ostdeutschen CDU-Abgeordneten hatte Knabes Entlassung Unmut ausgelöst. Sie hatten vergangene Woche in einem Brief an Grütters nachdrücklich Aufklärung gefordert. Der Brief sei von der Staatsministerin gründlich beantwortet worden, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Direktorenposten wird öffentlich ausgeschrieben

Nach Informationen von Kultursenator Lederer soll der Direktorenposten der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen nun öffentlich ausgeschrieben werden. Lederer wies zugleich die Forderung aus den Reihen der CDU zurück, er solle sich wegen seiner Zugehörigkeit zur SED-Nachfolgepartei "Die Linke" nicht an dem Auswahlverfahren beteiligen.

Er betonte, über die Neubesetzung entscheide der Stiftungsrat der Gedenkstätte. Durch sein Amt als Kultursenator sei er automatisch Vorsitzender dieses Gremiums, er könne sich also nicht ausklinken. Das Auswahlverfahren solle aber transparent und sauber durchgeführt werden, versicherte Lederer.

Sendung: Abendschau, 08.10.2018, 19:30 Uhr

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39 Kommentare

  1. 39.

    Und ihr hört endlich mal auf die Tatsachen solange zu verdrehen bis sie mit euer Echokammer kompatibel ist.

  2. 38.

    Gibt es da auch Titel von Bücher und Dokumentationen von Herrn Maurice Philip Remy?
    Es gibt hier nämlich Zweifler an der Wahrheit, Realitätsverweigerer und politisch Ewiggestrige, die Sie gerne diffamieren, wenn Informationen deren politischen Tellerrand verlassen.

  3. 37.

    Gibt es da auch Titel von Bücher und Dokumentationen von Herrn Maurice Philip Remy?
    Es gibt hier nämlich Zweifler an der Wahrheit, Realitätsverweigerer und politisch Ewiggestrige, die Sie gerne diffamieren, wenn Informationen deren politischen Tellerrand verlassen.

  4. 36.

    Na wenn der Direktorenposten öffentlich ausgeschrieben wird, dann können sich ja gleiche ehemalige MfS Offiziere drauf bewerben. Leute hört endlich auf, den Bock zum Gärtner zu machen.

  5. 35.

    Vielleicht brauchen sich die Personen gar nicht entlarven, denn sie stehen klar zu ihrer Meinung.
    Und Sie? Sie agieren wie der lange Arm einer hoffendlich bald aussterbende Spezies eines politisch Instrumentalisierten Claqueur und Schrachrohrs, der Angst hat, aus seiner Eckokammer heraus zu blicken und sich dem Leben, der Realität zu stellen. Eine Vielzahl Ihrer Kommentare zeigt das. Na ja, eher alle.
    Verstockt, verängstigt, uneinsichtig, realitätsverweigernd, ferngesteuert.
    Und Bot? Sich wiederholende Textbausteine die einen sich wiederholenden Inhalt abbilden. Was anderes ist thematisch nicht von Ihnen zu erwarten. Nicht invasiv, eher traurig.
    Um den "Nazi-Sprech" zu begreifen: was sind AAS-Unterlagen und das RG-Handbuch?

  6. 34.

    Ja was denn nun?

    Bot oder... Und Nazi-Sprech wie AAS Unterlagen? Damit haben sie sich selbst entlarvt.

  7. 33.

    Was ist das "RG-Handbuch"?
    Das Gleiche wie die AAS-Unterlagen, die für Sie Grundlage fürs diffamieren, lügen, beleidigen, verunglimpfen ist?

  8. 32.

    Massive Kritik des bekannten Journalisten und Filmemachers Maurice Philip Remy, der die politischen Vorgehensweisen der Merkelvertrauten Grütters während seiner intensiven Recherchen zu seinen Filmen, Beiträgen und Buch über den Fall Gürlitt detailliert recherchiert hat.

    Maurice Philip Remy:
    "Die CDU-Frau und der SED-Politiker Hand in Hand.
    Monika Grütters und Klaus Lederer weisen via PR-Abteilung des Kanzleramts alle Vorwürfe der politischen Intrige gegen den Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen zurück, wie immer ohne konkret zu werden. Das verwundert nicht, überzeugt aber auch nicht.
    Wer wie ich das Vorgehen der Monika Grütters im Fall Gurlitt verfolgen konnte, weiß, dass dieser Frau nicht zu trauen ist. Sie steht wie wenige andere für die Verwahrlosung der Politik-Kultur in unserem Lande."

  9. 31.

    12 Beiträge - das muss ein Bot sein.
    Schade, so erstickt jegliche Diskussion.
    Zumal sich ein Großteil nur mit der Beschimpfungen Andersdenkender beschäftigt und der Verbreitung kruder Ansichten.

  10. 30.

    "jeden einzelnen überziehen" ist schon mal gelogen. Lesen sie Mal die Attribute nach, mit denen sie mich hier überziehen. Dann der Vorwurf der fehlenden Argumenten. Was wollen sie damit erreichen?

    Actio/Reactio...

    Gehen sie doch Mal auf die Inhalte meiner Beiträge ein, statt jedesmal wie ein pawlowscher Hund zu reagieren!

    BTT

  11. 29.

    "Der Tagesspiegel hat die Vorgänge, die Jahre zurückreichen, rekonstruiert."

    https://www.tagesspiegel.de/politik/stasiopfer-gedenkstaette-hohenschoenhausen-wie-es-zur-entlassung-von-hubertus-knabe-kam/23158200.html

  12. 28.

    Schaffen Sie es EINMAL, sachlich zu bleiben? Glauben Sie, wenn Sie mit Attributen wie "dumm", "Unsinn", "rechte Propaganda", "faseln" mit dem Sie hier jeden einzelnen überziehen, der einer anderen Meinung ist als Sie, mehr Gewicht in Ihre oftmals dürftige bis gar nicht vorhandene Argumentationskette zu legen?
    Dass mit Sippenhaft in meinem Beitrag keine familiären sondern angabegemäße enge freundschaftliche Beziehungen gemeint waren, dürfte außer Ihnen jeder verstanden haben. Wenn Herr Knabe ja doch einen so miserablen Führungsstil an den Tag gelegt hat, dass dieser unerträglich und für den Arbeitgeber unzumutbar war, dann hätte man ihn längst entlassen können bzw. müssen. Dies ausgerechnet im aktuellen Zusammenhang zu tun, wo er gegenüber dem Untergebenen korrekt und unmittelbar gehandelt hat, wirft schon Fragen auf. Ob es Ihnen passt oder nicht, dies darf sehr wohl hinterfragt werden.

  13. 27.

    Wenn es so einfach ist, Leute für ihren "schlechten Führungsstil" zu entlassen, warum geht dann nicht der halbe Senat von Berlin?
    Da kommt zu dem "schlechten Führungsstil" Inkompetenz und Überforderung hinzu.
    Herr Knabe ist also gut beraten, diesen Rauswurf gerichtlich abklären zu lassen.

  14. 26.

    Mal wieder soviel geballter Unsinn auf einem Haufen. Hr. Knabe ist NICHT wegen sexueller Belästigung oder deren Duldung entlassen worden.

    Hr. Knabe wird vorgeworfen einen schlechten Führungsstil zu haben oder anderes gesagt bei der Führung versagt zu haben. Was sie gerne vergessen ist dass das nicht der erste Vorfall war.

    Jörg Kürschner, Siegmar Faust...und jetzt halt die Vorwürfe mehrerer (!) Frauen. Letzendlich war es der Vertrauensverlust der zur Kündigung geführt hat und nicht was sie hier versuchen zu konstruieren.

    Aber dann setzen sie dem noch die Krone auf indem sie von Sippenhaft faseln. M.W. sind Hr. Knabe und Hr. Frauendorfer nicht miteinander verwandt. Was also sollte diese selten dumme Bemerkung bezwecken?

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-aerger-um-berliner-stasi-gedenkstaette-a-1222428.html

    https://www.berliner-zeitung.de/politik/holocaust-aeusserung-stasi-gedenkstaette-hohenschoenhausen-trennt-sich-von-siegmar-faust-30547454

  15. 25.

    Merkwürdig, 5...in Worten FÜNF Mitglieder der Stiftung haben das anders gesehen.

    Und von fehlenden Argumenten sollten sie als eines der aktivsten Sprachrohre der rechten Propagandamaschinerie hier nun wirklich nicht reden. Sie ersetzen ausnahmslos Argumente mit dem Vorgehen wie aus dem RG Handbuch:

    "Ziel ist es dabei nicht unbedingt, die „verbohrten“ Gegner mit Argumenten zu überzeugen, sondern zu provozieren, zu demütigen und auch – so das Gegenüber sich als resistent für derlei Taktiken erweist – zu beleidigen."

    Es langweilt...

  16. 24.

    Korrekt! SOLLTE er dies getan haben, dann wäre das strafbar gewesen und müsste juristisch geahndet werden. In der Folge wäre das ein Grund für eine fristlose Kündigung. Diese Vorwürfe erhebt aber gar niemand gegen Herrn Knabe! Das wird wohl einen Grund haben, denn auch üble Nachrede oder falsche Verdächtigung sind strafbewährt. Es wird nur nebulös "ein Klima der Angst" angedeutet. An den zuständigen Stellen über Herrn Knabe beschwert hat sich aber auch keiner. Und für strafbare Handlungen seines Untergebenen ist er nur dann verantwortlich, wenn er das unterstützt oder gefördert hätte. Zum Glück sind wir in Deutschland noch nicht wieder so weit, dass die Sippenhaft eingeführt wurde.

  17. 23.

    Sie und ihresgleichen diskutieren doch nicht, daran haben sie nicht das geringste Interesse.

    Zur Information, verunglimpfen, Fake News, alternative Fakten, verdrehen von Tatsachen und das restliche Vorgehen wie aus dem RG Handbuch sind keine Diskussion.

    Aber danke für die Innenansichten ihrer braun/blauen Echokammer.

  18. 22.

    Soll Ihr "PUNKT" eigentlich den nicht dahinterstehenden Argumenten mehr Gewicht verleihen? Kleiner Tipp: Es bewirkt genau das Gegenteil von dem, was Sie wohl damit beabsichtigen. Erinnert eher an trotziges Aufstampfen.

    Warum sollte Herr Knabe denn Vertrauen verloren haben? Wenn ihm Missstände nicht bekannt gegeben werden, egal auf welchem Weg oder ob anonym oder offen, kann er als Führungskraft in der Personalführung gar nicht versagt haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hat er umgehend reagiert und damit seine Pflicht erfüllt. Alles andere sind zunächst mal unbewiesene Behauptungen und damit das Argument des verlorenen Vertrauens nur vorgeschoben. Der Rechtsstaat gilt auch für einen Herrn Knabe.

  19. 21.

    Was aber die Diskussion zutage fördert ist doch, dass die Linken-Lautsprecher Alles und Jeden verunglimpfen, der in irgendeiner Form diese SED-Nachfolger entlarvten.
    Indiz dafür, dass die alten Seilschaften noch funktionieren.
    Gelernt ist eben gelernt.

  20. 20.

    Der Quatsch wird quätscher bis er quietscht. Sie werden ihrem nick nicht im Ansatz gerecht wenn sie frei erfundenen Unsinn schreiben.

    Der Kommentar #1 bezieht sich sehr wohl auf Fr. Grütters und die Berliner cDU, die angeblich alle Blockflöten waren.

    "Warum war mir dann eine solche Aussage von Frau Grütters klar? Besteht doch gerade die Berliner CDU aus den ganzen "Blockflöten", die in der Volkskammer immer treu und verlässlich die Politik der SED unterstützten."

    Dem setzen sie noch eine Krone auf indem sie frei erfunden behaupten "Früher einmal, nach der Wende, war die CDU an der Aufklärung des Stasi-Unrechts interessiert, heute taktieren sie mit der SEDPDSLINKE."

    Und ja, wir haben sie sehr gut verstanden, die Absicht hinter diesen "alternativen Fakten" ist ja klar ersichtlich.

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