Kippa mit jüdischen und deutschen Fahnen (Quelle: dpa/Frank Rumpenhorst)
Bild: dpa/Frank Rumpenhorst

Gründung von "Juden in der AfD" - "Diese Alternative ist nicht koscher!"

Wie viele jüdische Mitglieder die AfD hat, ist nicht bekannt. Aber ein gutes Dutzend will am Sonntag in Wiesbaden eine parteiinterne Vereinigung gründen: Juden in der AfD. Jüdische Organisationen in Berlin suchen nach Erklärungen. Von Carmen Gräf

Die AfD ist die Partei, deren Abgeordnete NS-Verbrechen verharmlosen, Gaskammern anzweifeln und das Holocaust-Mahnmal als ein "Denkmal der Schande" bezeichnen. Warum treten Juden in diese Partei ein? Der AfD-Mann und Jude Emanuel Krauskopf sagte vor gut zwei Wochen bei der einer Debatte zum Thema "Migration und jüdische Gemeinschaft" in Berlin: "Die Problematik für uns Juden liegt darin, dass die Anzahl der Judenhasser steigt – und sie steigt mit jeder Woche, mit der mehr Moslems zu uns kommen."

Für Benjamin Steinitz von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS), die antisemitische Entwicklungen in Berlin beobachtet, ist klar: Die AfD nutzt die Ängste der Juden, um gegen Muslime zu hetzen. "Sie versuchen, die berechtigten Sorgen vor einem Antisemitismus von eingewanderten Menschen aus Ländern, in denen Antisemitismus Staatsdoktrin ist, zu instrumentalisieren."

Die Geschichte hat sie Vorsicht gelehrt

Walter Rothschild, der schon lange in Berlin lebt und derzeit Rabbiner in Warschau ist, sieht das genauso. "Die meisten Juden kommen aus Familien mit Migrationshintergrund und fühlen sich verpflichtet, Asylsuchenden zu helfen", sagt er. Aber die Geschichte habe sie auch gelehrt, vorsichtig zu sein. "Sie wollen nicht, dass ihre Hilfsbereitschaft ausgenutzt wird oder sich gegen sie wendet." Da witterten die Rechtspopulisten ihre Chance, glaubt Rothschild. "Sie bieten einfache Antworten an, indem sie den Antisemitismus den Muslimen in die Schuhe schieben." Dabei gebe es Antisemitismus unter Deutschen genauso wie unter Zuwanderern.

Die Fakten sind bisher nicht eindeutig. Laut Polizeistatistik des Bundeskriminalamtes wurden über 94 Prozent aller antisemitischen Straftaten im letzten Jahr von rechtsradikalen Tätern begangen. Demgegenüber steht jedoch die Studie "Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland". Dort geben 81 Prozent der Opfer antisemitischer Gewaltdelikte an, dass die mutmaßlichen Täter einer "muslimischen Gruppe" angehört hätten. Beide Statistiken haben jedoch ihre Schwächen – deshalb fordern Experten schon lang eine bessere Erfassung.

Verbote von Schächtung und Beschneidung träfen auch Juden

Selbst wenn mehr Gewalt von Muslimen ausgehe als bisher angenommen, sei die AfD die falsche Partei für Juden, sagt Dalia Grinfeld. Sie ist die Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) und hat den Hashtags #AfNee mit begründet. "Diese Alternative ist nicht koscher", sagt sie. Die Jüdischen Gemeinden und Verbände haben sich bereits ähnlich geäußert.

Die AfD wolle offenbar Juden und Muslime gegeneinander ausspielen, meint Benjamin Steinitz von RIAS. Juden, die diese Partei wählten, sollten bedenken: Die AfD habe sich sowohl im Bundestagswahlprogramm als auch im Landtagswahlprogramm der AfD in Bayern explizit gegen die religiöse Schächtung und gegen die Beschneidung ausgesprochen und dafür tier- und kinderrechtlichen Motive vorgeschoben. "Eine Einschränkung zum Beispiel auf den Handel mit koscherem Fleisch, würde jüdisches Leben in Deutschland unmittelbar in Frage stellen", betont Steinitz.

Judische Studierendenunion hat Protest angekündigt

Das hätten die meisten Juden, die hier leben, offenbar verstanden, glaubt Grinfeld. "Sie hätten sonst mehr als 15 Mitglieder, die antanzen werden zu ihrer Gründung." Natürlich gebe es auch unter den Juden AfD-Sympathisanten, aber die große Masse sei ganz offensichtlich gegen die AfD. Das will die Jüdische Studierendenunion am Sonntag mit ihrer Demonstration in Offenbach deutlich machen – und zählt auf die Solidarität aller Juden, die hier leben. "Alle stimmen mit, alle sharen unsere Postings, von daher, glaube ich, dass die AfD einfach falsch liegt", so Grinfeld. Juden und AfD – das gehe nicht auf.

Kommentarfunktion am 08.10.2018, 11:13 Uhr geschlossen

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Beitrag von Carmen Gräf

33 Kommentare

  1. 33.

    Warscheinlich ist Ihnen beim Lesen entgangen, dass der User, auf den Sie sich beziehen, von „Masseneinwanderung junger Männer aus dem islamischen Kulturkreis“ sprach und nicht von Spätaussiedlern aus Russland.
    Um in der Sprache Ihres Mitkommentators (21) handelt es sich da wohl um "liberale Juden".
    Ich verstehe auch nicht, warum sie auf einen Frage (22) derart diffamierend äußern und der Diskutantin rechtsradikales Gedankengut unterstellen, satt, wenn auch ungefragt, Sie die Fragen beantworten wollen, oder, Ihrem Sprachduktus folgend, müssen. Auch werfen Sie Jeden und Allen Hetze vor - Sie sollten Ihre üblen Pamphlete, anders kann und will man das nennen, lesen. Ich empfinde das als übelste Hetze, Verläumnung und Beleidigung und darum nicht besser, als die, auf die Sie sich gerne beziehen, der Propagandisten der AfD.

  2. 32.

    Wo ein AfD Chefideologe ist, ist der andere nicht weit...

    Natürlich darf auch ein Mensch mit jüdischen Glauben frei entscheiden was er wählt oder in welcher Partei er Mitglied ist. Ja, Dummheit macht auch nicht vor irgendwelchen Glauben halt.

    Aber man darf genauso gut auf den Widerspruch hinweisen wenn Menschen jüdischen Glaubens in eine im Kern rechtsextreme "Partei" eintreten oder bereits sind.

  3. 31.

    Das einzige was hier offen zu Tage kommt ist die eindeutige Sprache die ihre Gesinnung verrät. "Verbandsjuden"!

    Es gab weder eine "Masseneinwanderung", noch "Der arabische Antisemitismus in Frankreich treibt die Juden zur Auswanderung."

    Das entspringt beides ihrer Gesinnung, die sie hier offen zur Schau stellen. Und sie lügen!

    https://www.deutschlandfunk.de/franzoesische-juden-beklagen-neuen-antisemitismus-bedroht.724.de.html?dram:article_id=406215

  4. 30.

    Es gibt halt Leute, die immer alles besser wissen und für andere entscheiden wollen, was die zu fühlen oder zu denken und wie sie sich zu verhalten haben. In ihrer Überheblichkeit und Starrsinnigkeit ignorieren die dann auch ganz geflissentlich mal die grundlegendsten demokratischen Rechte. Auch Juden dürfen für sich ganz persönlich entscheiden, wem sie die Lösung ihrer persönlich priorisierten Probleme am meisten zutrauen, welcher Partei sie sich anschließen, wen sie wählen wollen. Diese Menschen wissen selbst am besten, welche Politik ihr persönliches Leben einschränkt und welche nicht. Und wenn sich diese Menschen jüdischen Glaubens entscheiden, einer rechten Partei wie der AfD beizutreten und dies auch öffentlich zu machen, dann ist das eben so. Die brauchen keine Besserwisser, die sich in ihr Leben einmischen und ihnen Vorschriften machen. Auch Juden sind keine homogene Menschenmasse.

  5. 29.

    Die Alternative ist die einzigste Partei die man noch wählen kann, alle anderen Parteien sind nicht mehr wählbar und kaum noch da, außer wenn wieder eine Landtagswahl oder Bundeswahl ansteht.

  6. 28.

    So unsympathisch mir die AfD als Partei ist, so richtig finde ich die Vorstöße gegen die Beschneidung Minderjähriger und das Schächten von Tieren. Letzteres ist eine abartige Quälerei für das Tier. Religion hin oder her: Man kann im Rahmen der Religionsfreiheit eben nicht alles machen.
    Ähnlich sehe ich das beim Beschneiden Minderjähriger. Ich empfinde es als falsch, den Körper eines Kinde unumkehrbar ohne Not zu verändern. Wenn ein mündiger Mensch seinen Körper jedoch verändern lassen will (Beschneidung, Tätowierungen, Piercings, Schönheits-OPs, ..., spricht absolut nichts dagegen, ihm dies zu gestatten.
    Das hat aber nichts mit rechtsradikalem Gedankengut zu tun. So rechtsradikal eine Partei auch sein mag - das macht nicht jede von ihr vertretene politische Position rechtsradikal. Genauso wenig wie jede von den Grünen oder LINKE vertretene Position zwangsläufig links(radikal) ist.
    Oder auf gut deutsch: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

  7. 27.

    Die Fakten liegen so offen zutage, dass man sich wundern muss, warum die im Augenblick tonangebenden Verbandsjuden in Deutschland die Gefahren der Masseneinwanderung aus dem islamischen Kulturkreis ignorieren.

    Wenn sie schon beispielsweise die Entwicklung an Berliner Schulen mit mehrheitlicher moslemischer Schülerschaft nicht sehen, sollten sie beispielsweise Richtung Frankreich schauen, da ist die Entwicklung schon weiter.

    Der arabische Antisemitismus in Frankreich treibt die Juden zur Auswanderung.

    Wenn ich Jude wäre, ich würde sofort in die AfD eintreten.

  8. 26.

    Vielen Dank für Ihre aufklärenden Worte. Meine Antwort auf Kommentar ( 22 ) ist wohl hier untergegangen.

  9. 25.

    Da bricht der Nazijargon bei dem AfD Chefideologen mal wieder voll durch! "Verbandsjuden"?

    Ist das sowas wie "Weltjudentum" oder ein anderer rassistischer weil antisemitischer Begriff?

    Und ein weiterer Chefideologe faselt von einer "Masseneinwanderung". Meint er damit die "Masseneinwanderung" von Spätaussiedlern aus den ehemaligen Sowjetrepubliken?

    Es gab weder das eine, noch das andere und wer sowas von sich gibt beweist nur das ER es ist der sich nicht integrieren will.

  10. 24.

    Natürlich reagieren die bisherigen deutschen Verbandsjuden nervös auf die Gründung einer jüdischen AfD Gruppierung.
    Denn tatsächlich werden deslängeren keineswegs alle Deutschen jüdischen Glaubens in toto durch die bisherigen offiziellen jüdischen Gruppierungen repräsentiert.

    Wieviele Juden in der AfD sind, ist unbekannt. Genauso unbekannt ist allerdings auch, wieviele Juden sich durch die Meinung der Ex-Zentralpräsidentin Knobloch in Deutschland vertreten sehen. Bei ihrer Kritik an US-Botschafter Grenell scheint Knobloch noch den alten Zeiten der Clinton-Administration nachzutrauern.

    Dimitri Schulz, einer der Gründer der jüdischen AfD-Bewegung sagte kürzlich, eine „Masseneinwanderung junger Männer aus dem islamischen Kulturkreis“ sei wegen deren „antisemitischer Sozialisation“ jüdischem Leben in Deutschland abträglich.

  11. 23.

    Das ist mal wieder der dumme, weil plumpe Versuch Antifaschisten als Faschisten abzustempeln. Sehr beliebt bei AfD Anhängern und Konsorten.

    Ich kann kein "klassifizieren" erkennen und erst recht nicht wie es Nazis tun. Für Nazis waren ALLE Juden Untermenschen.

    Ich unterscheide auch zwischen "liberalen" Moslems, Katholiken usw. Warum sollte man das bei Menschen jüdischen Glaubens nicht machen dürfen?

    Wie gesagt, ein dummer da plumper Versuch einen Mitkommentator hier zu verunglimpfen.

  12. 22.

    Vielleicht verwechseln Sie was.
    Was sind denn für Sie "liberale Juden"? Und was sind für Sie "fehlgeleitete"?
    Haben Sie ein Recht darauf, Juden nach Ihren Verständnis zu klassifizieren? Guter Jude, schlechter Jude?
    Dann machen Sie sich mit den Nazis gemein und haben aus der Geschichte nichts gelernt.
    So eine Denkweise ist ekelhaft, rassistisch und widerwärtig.

  13. 21.

    Lesen dieses Artikels vom RBB ist oftmals hilfreicher als so einen Blödsinn zu verzapfen. Auch unter Juden gibt es ( leider) fehlgeleitete Geister. Im meinem Umfeld kenne ich“ liberale Juden“ die niemals auch nur auf die Idee kämen, sich auf solch ein Niveau herabzulassen.

  14. 20.

    Sorry, meine Kristallkugel ist gerade zur Reparatur, deswegen muß ich, im Gegensatz zu ihnen, auf Tatsachen zurückgreifen. Von was also diese Leute ausgehen oder nicht weiß ich nicht, ich weiß aber dass diese rechtsextreme "Partei" Antisemiten und Holocaustleugner und -verharmloser mehr als nur duldet.

    Menschen wie dieser Gedeon oder dieser unsägliche Höcke sind ja nicht irgendwer in dieser "Partei".

    Aber evt. verraten sie uns ja wie Menschen jüdischen Glaubens und eine "Partei" die offen mit Rechtsextremisten paktiert zusammen passen?

  15. 19.

    Wenn sich in der AfD eine parteiinterne Vereinigung gründen, die sich "Juden in der AfD" nennt, kann man davon ausgehen, dass diese Menschen nicht davon ausgehen, dass die AfD antisemitisch ist.

  16. 18.

    Ich nenne das Schizophrenie wenn man einer Partei angehört die Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus fördert und duldet und die Nähe zu Rechtsextremisten sucht. Da würden bei mir, wenn ich jüdischen Glaubens wär und die letzten 100 Jahre deutsche Geschichte nicht vergessen habe, alle Alarmglocken läuten und ich würde versuchen dass diese "Partei" mit einer deutlichen rechtsextremen Ausrichtung nicht noch mehr Macht und Einfluss gewinnt.

  17. 17.

    Weil ich Angst vor Antisemitismus habe gehe ich also in eine Partei die Antisemitismus fördert und duldet?

    Ah, okay...

    Sie schrecken mit ihrer Werbung für diese rechtsextreme "Partei" aber vor wirklich keinen Unsinn zurück oder?

  18. 16.

    Der Vergleich ist doch ganz einfach zu verstehen aber erklären sie uns doch mal ihren letzten Satz. Der erscheint mir ein wenig wirr.

    Man darf oder sollte also Nazis usw. nicht mehr so nennen sollen/dürfen damit die AfD wieder in der Versenkung verschwindet? HÄ?

  19. 15.

    Die AfD zeigt nur wie zerrissen momentan unsere Gesellschaft ist. In der AfD gaben vom Tag ihrer Gründung bis heute auch Juden den Ton an. So wie Juden Teil unserer Gesellschaft sind, so sind sie es eben auch in der AfD. Die wachsende Angst unserer jüdischen Mitmenschen vor dem Islam kann ich sehr gut verstehen. Israel erlebt ja jeden Tag vor der eigenen Haustür, welche Verwerfungen der Islam mit sich bringt und das schon seit Jahrzehnten. Und solang wie nicht einmal mehr Parteien die das C im Namen führen sich daran erinnern, wofür dieses C eigentlich steht, solange wird es eben auch Juden in der AfD geben. Das ist nichts anderes als gelebte Meinungsfreiheit.

  20. 14.

    Ich kenne persönlich eine alte jüdische Dame in den Niederlanden, die seit 2015 versucht, in Neuseeland bei Verwandten zu leben, da sich sich zu Hause (obwohl bestens etabliert) nicht mehr sicher fühlt.

  21. 13.

    >"Eine Einschränkung zum Beispiel auf d. Handel m. koscherem Fleisch, würde jüdisches Leben in Deutschland unmittelbar in Frage stellen", betont Steinitz.<

    .
    (Zur Ergänzung (falls mein anderer Kommentar, der sich darauf bezog veröffentlicht wird) bezüglich der Versorgung mit notwendigen Dingen im jüdischen Alltag.)

    So wurde erst vor kurzem d. erste Mikwe, welches absolut essentiell f. d. religiös/rituelle Reinigung notwendig ist, nach d. Shoa in S-H gebaut. Welche zugleich d. einzige in S-H ist.
    http://www.lvjgsh.de/mikwe-schleswig-holstein/

    Oder wer eine koschere Apotheke in Deutschland sucht, wird noch weiter fahren müssen, als bis zum nächsten koscheren Lokal.

    Und selbst Berlin nimmt nicht unbedingt das Angebot an Geschäfte mit koscheren Lebensmittel zu..
    siehe: Israel Deli
    http://berlin-judentum.de/koscher/koscher.htm

    Ebenso müssen Juden, d. Wein, u. Mazzen f. d. Sabbat benötigen, entweder lange Fahrtstrecken auf sich nehmen, oder im Internet bestellen.

  22. 12.

    >"Eine Einschränkung zum Beispiel auf d. Handel m. koscherem Fleisch, würde jüdisches Leben in Deutschland unmittelbar in Frage stellen", betont Steinitz.<

    .
    In d. Zusammenhang sollte sich jede u. jeder auch mal ein Gesamtbild von Einkaufsmöglichkeiten u. koscheren Lokalen in Deutschland machen.
    in Freiburg z. Bsp. gibt es nur einen einzigen Bäcker d. wöchent. regelmäßig koscheres Brot herstellt u. bei 6 Verkaufsstellen verkauft. Sechs Verkaufsstellen ist gleichbedeutend m. mehr Läden als in gesamten Berlin f. koscheres Brot zur Verfügung stehen.
    Weiters gibt es in Deutschland gerade mal so viele koschere Lokale (meistens fleischige), dass sie fast an zwei Händen abgezählt werden können. So gesehen ist d. Dichte v. koscheren Lokale in Wien z. Bsp., im Vergleich zur jüdischen Bevölkerung, erheblich höher.
    Aus meiner Sicht besteht jetzt bereits, mal ganz abgesehen v. d. Versorgung mit koscheren Fleisch, in allen Bereichen akute Unterversorgung m. koscheren Geschäften.

  23. 11.

    Ein Beschneidungsverbot Neugeborener unterschwellig als antisemitisch zu bezeichnen ist zu kurz gehüpft. Die zu Schützenden sind ja jüdische Knaben, und es gibt in den USA und Israel auch jüdische Gruppen die sich dagegen wenden. Es bedürfte nur einer relativ geringen Modifikation des Ritus, z.B. dass die Beschneidung erst mit 14 und nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Betroffenen durchgeführt wird. Die Festivitäten können entsprechend abgewandelt werden, das wäre keinen so große Sache. Wichtig ist, dass die Meinungsbildung so eingebettet wird dass antisemtische und islamfeindliche Ressentiments darin keinen Platz finden und Vertreter der beiden Religionen und Kulturkreise gehört werden.

    Anzumerken ist auch ein deutlicher Unterschied in der öffentlichen Bewertung der Genitalbeschneidung bei Jungen und Mädchen. Bei ersteren erlaubt, bei letzteren eine Straftat, bei ersteren wird mit kulturellen Traditionen argumentiert, bei letzteren werden diese ignoriert.

  24. 10.

    Typische medienwirksame Inszenierung der AfD. Eine Rand"gruppe" innerhalb der AfD, die keinerlei Auswirkung auf die Ausrichtung und den Erfolg der AfD haben wird. Genauso ein Feigenblatt wie die "Alternative Homosexuelle" und "Alternative Mitte". Den Ton geben die Rechtsextremen an.

  25. 9.

    Nicht koscher sind Vereine und Institutionen, die sich allein deshalb gegen eine Initiative positionieren, weil sie ihre Interessen nicht im Rahmen des politischen Establishments verfolgt. Das gilt auch für jüdische Vereine.
    Themen wie Tierschutz und „Mein Körper gehört mir“(= Selbstbestimmungsrecht! #Metoo), werden sonst mit lautem Getöse nicht zu unrecht von den Grünen besetzt. Wenn es um Reliogionen geht, selbstredend ausgenommen die christliche, findet dieser Einsatz der Grünen (und nicht nur dieser Partei)für eine bessere Welt abrupt sein Ende. Tiere werden grausam geschächtet und Kinder gegen ihren Willen schwer am Körper verletzt. Schizophren!
    Religionsfreiheit gilt nicht schrankenlos, sondern findet ihre Grenzen in den (Grund-) Rechten der anderen. Wer meint, diesen Grundsatz nicht beachten zu müssen, muss sich ein Gebiet für seine so geartete „Religionsausübung“ suchen, in dem dies anders gehandhabt wird.

  26. 8.

    Wie kann eine Partei als demokratisch betrachtet werden und offen agieren, wenn es in deren eigenen Reihen bekennende Rassisten, Antisemiten und Holocaust verächtlich Macher gibt?

  27. 7.

    >"Eine Einschränkung zum Beispiel auf d. Handel m. koscherem Fleisch, würde jüdisches Leben in Deutschland unmittelbar in Frage stellen", betont Steinitz.<

    .
    Meines Wissens gibt es keinen
    - jüdischen Feiertag,
    - keine Auslegung eines Rabbiners
    welcher den Verzehr von koscheren Fleisch, auch nicht an jüdischen Feiertagen, vorschreibt, bzw. verlangt.

    Ebenso enthält keines
    - der 365 jüdischen Verbote und
    - der 248 jüdischen Verbote (siehe dazu auch
    welches den Verzehr von koscheren Fleisch vorschreibt, bzw. verlangt.

    Koscheres Fleisch spielt, im Gegensatz zu
    - koscheren Wein und
    - Mazzen
    keinerlei Rolle bei der Heiligung, bei den Übergangsritualen,, den Einleitungsrituallen zum Sabbat.
    Wobei diese essentiellen Bestandteile sogar fast gänzlich (aus Israel meisten) importiert werden müssen.

    Übrigens ist Schächten in einigen europäischen Ländern (Liechtenstein, island, Norwegen, Schweden, Dänemark) bereits gänzlich verboten.

  28. 6.

    Die Gründung einer bundesweiten Vereinigung von Juden in der AfD, der JAfD, ist ein wichtiger Schritt zur Normalisierung des Verhältnisses von deutschen Juden zu nichtjüdischen Deutschen.
    Gerade die russische jüdische Bevölkerung aus der ehemaligen Sowjetunion hat ein feines Gespür, wo Gefahren für die Juden tatsächlich zu suchen sind.
    Diese Leute sind stark vernetzt und stehen im engen Kontakt zu aus Russland/der Sowjetunion ausgewanderten Juden, die beispielsweise nach Frankreich ausgewandert sind.
    Dort treibt der arabische Antisemitismus die Juden zur Auswanderung nach Israel.
    https://www.deutschlandfunk.de/juden-in-frankreich-dem-antisemitismus-trotzen.886.de.html?dram:article_id=418894

  29. 5.

    "Die AfD ist die Partei, deren Abgeordnete NS-Verbrechen verharmlosen, Gaskammern anzweifeln und das Holocaust-Mahnmal als ein "Denkmal der Schande" bezeichnen."

    Des Rätsels Lösung könnte darin liegen, dass diese Zusammenfassung falsch ist.

  30. 4.

    Ich verstehe nicht, was Sie uns damit sagen wollen? Auch die Zunahme antisemitischen Übergriffen haben seit 2015 in der BRD, in Berlin zugenommen. Gerade auch durch Asylsuchenden aus muslemisch geprägten Ländern. Anscheinend sehen die hier lebenden Juden, in der AfD die einzige Partei, die diese Thematik anspricht. Ob die nun, die AfD, die richtige Partei ist, wird die Zeit bringen. Vielleicht wird der Personenkreis, bisher enttäuscht von der derzeitigen Politik der etablierten Parteien sind, durch eine Änderung ihrer Politik eben dieser Parteien wieder zurück geholt. Sicher, die AfD ist ein Sammelbecken der Enttäuschten, der Zurückgelassenen, der Abgehängten und damit begründet sich der derzeitige Zulauf. Nehmen sich die Altparteien die Zeit auf eben diesen Personenkreis einzugehen und nicht nur, wie es auch hier passiert, "Nazis", "Rechtsradikale", "Geschichtsresivisionisten"schreien, wird die AfD das werden, was sie ist ein Fliegenschiß in der Geschichte.

  31. 3.

    Deutschland, Probleme, aus Protest die "AfD" wählen
    Kneipe, Bier schmeckt nicht, aus Protest aus Protest aus der Kloschüssel trinken.

  32. 2.

    Es ist sicher richtig, dass die AfD Ängste vor Migranten und Flüchtlingen aus muslimisch geprägten Ländern schürt (sie immer nur auf ihr "Muslim"-sein zu reduzieren ist schon bedenklich, allerdings inzwischen ja auch in deutschen Medien gang und gäbe) und sie damit bei einigen Juden einen empfindlichen Nerv trifft. Es gibt allerdings auch rassistisch denkende Juden, sie sind Menschen wie alle anderen auch, nicht besser, nicht schlechter, sie sind keine homogene Gruppe, die als solche moralisch reifer wäre als der Rest der Welt. Rassismus ist ein Phänomen, das man ausnahmslos überall findet.

  33. 1.

    lieber RBB ihr solltet defintiv mehr für die Informationsvernetzung innerhalb der Regionalen Sendeanstalten(oder wie ihr das auch immer nennt) sorgen.
    Diese Information macht schon ein paar Tage seine Runden beim Hessischen Rundfunk.

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