Tausende Menschen demonstrieren im Mai 2018 in Berlin gegen Rassismus und Ausgrenzung (Quelle: dpa/Cortes)
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Video: Abendschau | 12.10.2018 | Laurence Thio | Bild: dpa/Cortes

Interview | #Unteilbar-Sprecherin Anna Spangenberg - "Wer gegen Solidarität ist, stellt sich selbst ins Abseits"

Zahlreiche Promis und Organisationen trommeln für die Demo am Samstag Unterstützer zusammen - Anna Spangenberg vom Bündnis #Unteilbar erklärt im Interview, warum das Motto so viele aus der Zivilgesellschaft motiviert.

rbb|24: Frau Spangenberg, das Motto der Demonstration "#Unteilbar - Solidarität statt Ausgrenzung, für eine offene und freie Gesellschaft" ist sehr breit angelegt. Warum?

Anna Spangenberg: In den letzten Wochen und Monaten sind Zehntausende auf die Straße gegangen, ob das in München oder in Hamburg war, in Chemnitz oder Potsdam. Es geht um Themen wie Rechtsruck, Mietenkampf, Probleme in der Pflege oder Integration. Wir wollen die Initiativen und Gruppen aber auch die großen Wohlfahrtsverbände, die sich diesen Problemen tagtäglich stellen, sichtbar machen. Wir sagen, wir sind mehr und wir gehen für eine solidarische Gesellschaft auf die Straße - das ist auch eher als Auftakt für einen Wandel gedacht.

Als Redner sollen unter anderem auch Ryanair-Streikende sprechen, wie passen die ins Bild?

Es gibt eine große Vielfalt unter den Vereinen und Verbänden, die sich anschließen. Die Frage lautet, wen betreffen die Veränderungen im Sozialstaat – da gehören gewerkschaftliche Positionen genauso dazu.

Was bewegt denn diese teilweise sehr verschiedenen Akteure, jetzt auf die Straße zu gehen?

Zum Beispiel werden das Erstarken der AfD in den vergangenen Jahren oder Probleme in der Pflege diskutiert. Es gibt Momente, in denen es heißt: 'Mensch, wir müssen doch mal etwas machen, sichtbar werden, ein Zeichen setzen'. "Unteilbar" ist unser Motto geworden, weil es so viele Themen und Menschen einschließt. Die Unteilbarkeit der Menschenrechte ist die große Klammer. Gegen Angriffe auf den Rechtsstaat, auf die Religionsfreiheit, die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit. Es geht uns darum, das gemeinsam auf die Straße zu bringen.

Gibt es eine klare Forderung?

Wir sind keine Organisation, sondern ein Demonstrationsbündnis. Uns einen die Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit, nach einem solidarischen Miteinander. Und wir stehen ein für ein Recht auf Asyl.

#Unteilbar steht für Solidarität und Menschenrechte. Wer dagegen wäre, würde sich selbst ins Abseits stellen. Für die Demonstration rechnen wir – gemeinsam mit der Polizei – mit etwa 40.000 Teilnehmern. Wir hoffen auf mehr.

Hunderte Prominente, Vereine, Verbände gehören zu den Erstunterzeichnern, mehr als 8.000 haben ebenfalls den Aufruf unterzeichnet. Wie leistet Ihr Überzeugungsarbeit?

Die Leute kommen zu uns. Vor zwei Tagen habe ich einen Anruf von Alba Berlin bekommen, die sagten: 'Wir wollen, wir müssen dabei sein.' Oder Maria Furtwängler ruft an und sagt: 'Ich unterzeichne.' Diese Dynamik freut uns und wird sich am Samstag auf der Straße auch zeigen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Bettina Rehmann, rbb|24

 

Kommentar

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71 Kommentare

  1. 71.

    An „Unteilbar“ „ Bündnis“
    Pressesprecherin Frau Anna Spangenberg
    Berlin, den 15.10.2018
    Da ich Sie als einzige mit Namen ausmachen konnte, wende ich mich an Sie und möchte Ihnen meine Anerkennung für die Initiative der Samstag – Demo aussprechen. Gern hätte ich daran teilgenommen für eine solidarische Gesellschaft, gegen Rassismus, für soziale Gerechtigkeit, gegen den Rechtsruck.
    Ich bin 89 Jahre alt und eine eingeschränkte Mobilität verhinderte teilzunehmen. Sie sollen aber wissen, dass Ihre initiative von mehr als 240 000 unterstützt wird.
    Bitte geben sie uns, den mit eingeschränkter Mobilität, in Zukunft die Möglichkeit, unsere Solidarität und Sympathie auszudrücken, geben Sie eine Postadresse an,, an die man schreiben kann oder geben sie eine Internetadresse an, an die man sich schon in Vorbereitung wenden kann.
    Weiterhin viel Erfolg wünscht Manfred Fischer

  2. 70.

    Sie machen genau das, was Max Kruse schreibt.
    In einer Zeit, wo man schon wegen seiner Meinung angefeindet wird, scheinen Sie, als alleinige moralische Instanz.
    Individualisten werden klein gemacht, bez. klein gehalten. Wer nicht mitmacht, wird gebranntmarkt.
    Im Gleichschritt in eine Neue Welt.
    Wie ich das hasse.

  3. 69.

    "für eine offene und freie Gesellschaft" - Aha.
    Gilt das auch für Frauen und Mädchen, die sich in meinem Land frei bewegen wollen?

  4. 68.

    "für eine offene und freie Gesellschaft" - Aha.
    Gilt das auch für Frauen und Mädchen, die sich in meinem Land frei bewegen wollen?

  5. 67.

    Als Silberstreif wofür? Sorry, aber hier alle über einen Kamm zu scheren, das kann nur noch mehr schiefgehen als die Politik der letzten Jahre.

    Sie meinten sicher auch eine Gratwanderung, oder?

  6. 66.

    Sie haben mich sogar mehrmals persönlich angegriffen. In diesem Kommentar schon wieder. Die Gradwanderung zwischen "zwischen den Zeilen zu lesen" und Menschen etwas anzudichten, ihnen die Worte im Mund umdrehen zu wollen und ihnen Dinge zu unterstellen, die frei erfunden sind, weil sie nur ihrer eigenen aggressiven Phantasie entspringen, haben Sie nicht bestanden. Und schon wieder wissen Sie besser über mich bescheid als ich selber?! Nun gut, ich nehme Ihnen das aber nicht übel, rate Ihnen aber dringend sich diesbezüglich bei Leuten mäßigen zu lernen, die das krumm nehmen könnten. Keiner muss heute zu dieser Veranstaltung hin, keiner muss sie gut finden. Ich werde dabei sein und werte sie als Silberstreif am Horizont dieser sehr schwierigen und unruhigen Zeit.

  7. 65.

    Tut mir Leid, dass Sie sich persönlich angegriffen fühlen. Dass Sie der Meinung sind, dass es Menschen gibt, die keinen Sinn machen und sich nicht lohnen, haben Sie doch geschrieben. Und im übrigen, zu den "Dingen, die nie geschrieben wurden....": Ich habe gelernt, zwischen den Zeilen zu lesen und festgestellt: Ziele Ihres Engagements wissen möchte, stehend auch dort nicht. Sie wissen vermutlich selbst nicht genau, wohin Ihre Aktionen führen sollen und was Sie damit bewirken wollen und mit wem Sie da in einem Boot sitzen. Es ist sehr einfach gegen etwas Abstraktes zu sein, ohne detaillierte, konkrete Alternativen allgemein akzeptable Alternativen anzubieten. Ich wünsche ebenfalls einen schönen Tag beim "einfach mal wieder miteinander sein, statt gegeneinander zu schreiben". Ob dazu dazu mehrere 10.000 Menschen aus der gesamten Bundesrepublik zusammentrommelt werden müssen wage ich zu bezweifeln.

  8. 64.

    "Wer gegen Solidarität ist, stellt sich selbst ins Abseits"
    Wenn es gegen Nazis, dem Rechtsruck und Rechtsradikale geht, verbündet man sich sogar mit Antisemiten, Schwulenhasser, Befürwortern der Todesstrafe, der AKP u.a.
    Da bekommt das Motto #unteilbar ein gewisses Geschmäckle.

  9. 63.

    Du lieber Himmel, was schreiben Sie denn da? Sie sind ja völlig außer sich und konstruieren Dinge, die nie geschrieben wurden. Ich habe für mich entschieden mich mit einer bestimmten Klientel an Menschen nicht mehr sinnfrei herumstreiten zu wollen. Das ist mein Recht und entspricht meiner Lebenserfahrung, die mich selten im Stich läßt. Sie sollten jetzt mal dringend runterpulsen, Ihre Unterstellungen, Mutmaßungen und Attacken werden langsam unerträglich und nicht mehr hinnehmbar. Jetzt ist langsam mal gut. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag, ich bin dann mal weg. Sie wissen schon wohin ;-)

  10. 62.

    Vielen Dank für die Aufklärung!!I Ich habe hier mehrmals um Informationen zu den Zielen und Zielgruppen der DEMO gefragt und nie eine Antwort bekommen. Jetzt ist alles klar!!! Von einer solchen Demo kann man sich nur fernhalten, wenn man nicht einem der genannten Vereine der Verbände angehört und wirklich für Menschenrechte und die im Grundgesetz verankerten Grundrechte und Prinzipien ist: "Die Würde des Menschen ist unantastbar"

  11. 61.

    Und was wird aus denen, wenn solche wie Sie mal was zu sagen haben, "Macht und Einfluss" haben? (Was Sie und die von Ihnen verehrten Menschen, die sinnvoll sind und sich lohnen, ja vermutlich anstreben) Menschen, die "sinnlos sind und sich nicht lohnen", gab es in einigen gar nicht lange zurückliegenden Kapiteln der deutschen Geschichte sehr viele. Und nicht nur dort, sondern auch in anderen Ländern. Sicher haben Sie aus dem Geschichtsunterricht oder eigenem Miterleben in Erinnerung, was mit denen geschehen ist. Haben Sie und Ihresgleichen den von Ihnen verachteten Menschen ein ähnliches Schicksal zugedacht? Ich bitte um eine eindeutige und aussagekräftige Antworten zu diesen Frage!!!!

  12. 60.

    Rührend. Einfach rührend, die Dame vom Unteilbaren Deutschland.

    Und auch gruselig: Wenn das die Verteidiger der Demokratie sind, dann gute Nacht.

  13. 59.

    Es ist doch alles gesagt. Antwort 1: Ja. Antwort 2: Wer die Kommentare aufmerksam liest, dem erschließt sich deutlich, wer dazu gehören mag ;-) Ich wünsche uns allen einen schönen Tag auf dieser gesellschaftlich wichtigen Veranstaltung. Einfach mal wieder miteinander sein, statt gegeneinander zu schreiben #Unteilbar

  14. 58.

    Wer alles so die "Bewegung" #unteilbar unterstützt und mit marschiert:
    https://jungle.world/artikel/2018/40/keine-ausgrenzung-von-fundamentalisten

  15. 57.

    Wer alles so die "Bewegung" #unteilbar unterstützt und mit marschiert:
    https://jungle.world/artikel/2018/40/keine-ausgrenzung-von-fundamentalisten

  16. 56.

    So simpel kann die Welt sein.
    Wenn man aber die Liste der Ünterstützer liest, wird einem Angst und Bange.
    Da tummeln sich neben muslimischen Bruderschaften (IHZ, der lange Arm des Iranische Regimes in der BRD), der Inssan e.V., der IGD (mit Verbindung zu Yusuf Al-Qaradawin dessen Bruderschaft die Todesstrafe für Apostaten, Juden, Ehebrecher und Homosexuelle fordert)und christlichen Sektierern, eben auch die AKP und Pax Christi, eine extrem antisemitische Organisation.
    #unteilbar? NEIN, danke.

  17. 55.

    Zitat: "...ich kanalisiere meine Kräfte in die richtige Richtung und für Menschen..., die Sinn machen und sich lohnen.
    Fragen:
    Welches ist den die richtige Richtung?
    Dann gibt es auch Menschen die keinen Sinn machen und sich nicht lohnen? Welche sind denn das?
    Für eine klare und verständliche Antwort auf beide Fragen wäre ich sehr dankbar.

  18. 54.

    Fortsetzung der Antwort:
    Also, wie war das? "Wer dagegen wäre, würde sich selbst ins Abseits stellen." Klingt doch fast genauso! Mir ist nicht klar, ob ich als "dagegen" gelte, wenn ich morgen nicht dabei bin. Und wer legt fest, wo und was "Diesseits" ist? Die Organisatoren, die 40.000 Demonstranten von morgen? Ich wiederhole: Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden, egal, ob es sich dabei um die Mehrheit oder die Minderheit handelt. Es kommt auf den Standpunkt an.

  19. 53.

    Sorry. Was mich hier immer sehr verärgert, es endet in Dämlichkeiten, von welcher Seite auch …

  20. 52.

    Natürlich schreibt er immer dasselbe. Wär ja schlimm wenn es anders wäre. Umso glaubwürdiger ist er doch dadurch. Opportunismus und Dahergeschwätz je nach Gusto ist eher die Taktik der Gegenseite, wenn die Argumente ausgehen, sofern überhaupt jemals welche vorhanden waren.

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