Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock (Quelle: imago/Popow)
Audio: Antenne Brandenburg | 19.10.2018 | Po Keung Cheung | Bild: imago stock&people/Popow

Kohleausstieg - Grünen-Chefin legt sich mit Ost-Ministerpräsidenten an

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hat den Ministerpräsidenten der ostdeutschen Bundesländer Untätigkeit beim Kohleausstieg vorgeworfen. Anstatt zu handeln, hätten sie die Hände in den Schoß gelegt, sagte Baerbock der "Rheinischen Post".

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hat ostdeutschen Ministerpräsidenten Versäumnisse im Umgang mit dem Kohleausstieg vorgehalten. "Jahrelang haben die Ministerpräsidenten behauptet, die Regionen würden nach dem Ende der Kohle den Bach runter gehen", sagte Baerbock der "Rheinischen Post".

"Verschließen die Augen vor notwendigem Strukturwandel"

"Anstatt zu handeln, haben sie die Hände in den Schoß gelegt und ein Weiter-So propagiert." Baerbock sagte der Zeitung weiter, diese rückwärtsgewandte Politik verstoße nicht nur gegen die Pariser Klimaschutzziele, sondern verschließe die Augen vor dem notwendigen Strukturwandel in den Regionen. "Dabei ist es Aufgabe der Politik, Zukunftsvisionen zu entwickeln."

Die drei Ministerpräsidenten der ostdeutschen Kohleländer, Michael Kretschmer (CDU/Sachsen), Reiner Haseloff (CDU/Sachsen-Anhalt) und Dietmar Woidke (SPD/Brandenburg) stellen heute (13.30 Uhr) ihre Erwartungen an die Kommission für den Kohleausstieg vor. Diese berät derzeit über den Ausstieg aus der Stromgewinnung aus Kohle. Dabei soll ein Ausgleich zwischen Klimaschutz und wirtschaftlichen Interessen gefunden werden.

Investitionen in Zukunftstechnologien

Baerbock sagte der "Rheinischen Post", es komme jetzt darauf an, dass die Landesregierungen zusammen mit den Menschen vor Ort und der Kohlekommission ein zukunftsfähiges Konzept vorlegen. "Dazu gehört etwa der Ausbau der Schieneninfrastruktur genauso wie Investitionen in Zukunftstechnologien rund um die Digitalisierung und Energiewende mit einem Strukturwandelfonds."

Sendung:  Brandenburg aktuell, 19.10.2018, 19.30 Uhr

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44 Kommentare

  1. 42.

    Sind sie ein Wissenschaftler? Solch ein Schwachsinn den sie da von sich geben. Klar ist die Menschheit für den Klimawandel verantwortlich. Hier insbesonders auf „DIE ÖKOS“ hinzuweisen zeigt doch nur, wie ignorant sie und meisten Menschen auf der Welt noch immer sind. Hauptsache mir geht es gut, kann weiter so machen wie bisher. Während in der Antarktis die Gletscher in rasanten Tempo dahinschmelzen. Die Firma Nestle hat nicht sich umsonst, viele Rechte an Wasserquellen auf der Welt erkauft. Denkt man weiter, weiß man auch warum.

  2. 41.

    Da viele so denken wie Sie (nur im ganz kleinen) kann nichts besser werden. Wir brauchen wieder Meschen und Politiker die das ganze betrachten und bewerten, bevor man was umsetzt bzw. fordert.

  3. 40.

    Die deutschen und ihr politisch korrekter ''Klimawandel''. Leider glauben die Deutschen jede Propaganda. Das war schon immer so. Der Mensch kann das Klima nicht beeinflussen! Das ist wissenschaftlich vollkommen unmöglich. Liebe öko's, träumt weiter.

  4. 39.

    Vielleicht sollten die Grünen in Bezug aud die Kohlemal den Mund halten, es entweicht viel viel Co2 von Stinkstoff ganz zu schweigen ?..
    Was geschieht in China und Polen? Neue Kohlekraftwerke... oh wir Glücklichen auf unserer Insel..

  5. 37.

    Und der Chef der Deutschen Umwelthilfe hat sogar ein "GOLDENES LUFTHANSA FLUGTICKET", wo er ständig überall innerhalb von D hinfliegen kann. Ist dies umweltfreundlich?

  6. 36.

    Wie viel Grün steckt eigentlich hinter den Grünen?
    Sie fahren selbstverständlich Autos und fliegen mit Flugzeugen und haben auch gefallen an Strom aus der Steckdose( auch Ihr Strom ist nicht Öko)
    Gut reden können Sie, aber ein Vorbild sieht anders aus. Sie verbrauchen nur Steuergelder für viel Schwachsinn.

  7. 35.

    Es ist eher unverständlich was sie so von sich geben.

    Seit wann soll denn "unkontrolliert aus der Braunkohle ausgestiegen" werden? Die Alternativen sind doch da. Was fehlt sind nachhaltige Konzepte zum sozialverträglichen Ausstieg für die Menschen die in der Braunkohle malochen.

    Und seit wann sind Grüne denn gegen "Upcycling" und Müllvermeidung, das sind sogar Kernthemen der Grünen.

    Das wir die Welt nicht alleine retten können sind auch den Grünen bekannt also was soll dieser unsinnige Kommentar?

  8. 34.

    Seit Gründung der neuen Bundesländer muss jedem auch klar gewesen sein, dass die Kohle endlich ist. Seit alle Welt vom Klimawandel spricht rührt sich bei den ostdeutschen Ministerpräsidenten allerdings kein Finger. Ausruhen auf einmal erreichtes ist nicht mehr zeitgemäß. Wer zu spät kommt den bestraft der Klimawandel - oder der Wähler.

  9. 33.

    Da haben wir es wieder. Statt nach vorne preschen einfach mal so weitermachen. Hält den Stuhl schön warm - und den Finger sauber.
    Schön, dass wir mal wieder geplaudert haben. Bald geht's in den Ruhestand...und die Einladungen aus Lobby und Co.GmbH sorgen für angenehme Abwechslung.
    Die Weichen wurden schon gestellt.

  10. 32.

    Frau Baerbock, Sie müssen auch mal von hinten her denken! Dann passiert so etwas wie bei Merkels "wir schaffen das", wenn unkontrolliert aus der Braunkohle ausgestiegen wird.
    Ich bin sehr für Umweltschutz, deshalb weniger Produkte wie Klamotten aus Übersee kaufen und nicht in jeder Saison neue, Upcycling bei anderen Produkten etc.. Das spart auch CO2 - Ausstoß und sogar den eigenen Geldbeutel, nur die Steuer sprudelt dann nicht mehr so stark. Dann gibt es weniger Mülltransporte und die Straßen sind leerer. Davon hört man nie etwas von ihnen, LEIDER!.
    Ein konventioneller Müllwagen verbraucht nämlich 92 Liter Diesel auf 100 Kilometer.
    Außerdem leben nur 3 % der Weltbevölkerung in Deutschland und wir verursachen im Moment nur 2 % des weltweiten CO2-Ausstoßes. Wir müssen nicht die Welt alleine retten, einfach lächerlich, was sie immer so daherreden!!!

  11. 31.

    Ich kenne den genauen Wortlaut des Interviews von Frau Baerbock nicht, aber das was sie vorschlägt (letzter Absatz) ist genau das, was Herr Woidke immer wieder vom Bund, der ja die Entscheidungen in Sachen Kohleausstieg fällt, einfordert: Konzepte und ihre Finanzierungen. Ohne dieses permanente Einfordern gäbe es weder die Kohlekommission noch die Chance auf eine Beteiligung der Gesellschaft an der Zukunftsgestaltung der Lausitz.

  12. 30.

    Ach so. Okay, das ist natürlich erst mal korrekt. Aber auch Gaskraftwerke sind nur teilweise flexibel, denn der Kessel muss trotzdem heiß sein, wenn es als kurzfristige Reserve steht. Momentan ist das nicht immer nötig, da Kohlekraftwerke diese Rolle übernehmen. Gaskraftwerke können z.Zt. als Saisonreserve teilweise ganz runtergefahren werden. Wenn sie aber die Versorger-Rolle von Kohlekraft übernehmen, müssen sie auch auf Bereitschaftstemperatur laufen und zwar ständig. Der Vorteil von Gas ist lediglich, dass dann das Hochfahren deutlich schneller geht, weil Gas mit "Aufdrehen des Gashahns" sofort die volle Hitze liefert, Kohle dagegen deutlich länger braucht, bis die volle Heizleistung erbracht wird.

  13. 29.

    Da Kohlekraft beim Hoch-/Runterfahren nicht flexibel sind (wie z.B. Gaskraftwerke) laufen die mehr bzw. produzieren die mehr Strom als zur Versorgungssicherheit notwendig ist. Deshalb ja von Jahr zu Jahr ein neuer Stromexportüberschuss. Und dieser unnötig produzierte Strom muss nicht durch Gaskraftwerke ersetzt werden.

  14. 28.

    Hallo Horst, den Gedankengang verstehe ich nicht. Würden Sie das noch mal detaillierter ausführen? Ich möchte es ja nur verstehen.
    Ich bin einfach mal davon ausgegangen, dass 40% unseres Stroms aus Kohle erzeugt wird. Das müsste ja ersetzt werden, um die Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten. Gas verbrennt effizienter und erzeugt damit etwas weniger CO2. Ich gehe da mal von 25% Einsparpotential aus. Von den durch Kohle erzeugten 40% CO2 würden also 10% wegfallen können, 30% CO2 erzeugt die Verbrennung von Gas weiterhin. Diese 10% in Deutschland weniger auf das gesamte CO2 weltweit gerechnet doch verschwindend gering. Von Kohle aus Gründen des Klimaschutzes wegzuwollen ist also Symbolpolitik! Aus Gründen des Landschaftserhalts ist es erstrebenswert, keine Frage. Aber dann bitte ohne Hysterie!

  15. 26.

    Ist schon einberechnet! Braunkohle bleibt trotzdem billiger, weil der Abbau sehr einfach ist. Braunkohle liegt sehr nah unter der Oberfläche und ist im Tagebau gut aus der Erde zu holen.
    Bitte nicht falsch verstehen, ich bin auch dafür, von dieser Energiegewinnung wegzukommen. Aber (!) momentan ist das ökonomischer und ökologischer Unfug, weil wir die überschüssige Energie aus EE nicht sinnvoll speichern können! Dort muss angesetzt werden, dort muss geforscht und investiert werden. Alles andere ist blinder Aktionismus ohne Wirkung!

  16. 25.

    Es müssen ja nicht ca. 40% durch Gasturbinen ersetzt werden. Schließlich beinhalten die 40% die aktuelle Überproduktion der Kohle, weil sie für die Versorgungssicherheit am Laufen sind.

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