Rabbiner Shraga Yaakov Ponomarov kommt zur Feierlichen Ordination von Rabbinern und Kantoren in der Beth Zion Synagoge im Bezirk Mitte, wo er in sein Amt eingeführt wurde.
Video: Abendschau | 09.10.2018 | Ulli Zelle | Bild: dpa

Berliner Beth-Zion-Synagoge - Erste orthodoxe Rabbiner seit 80 Jahren ins Amt eingeführt

Erstmals seit dem Holocaust sind in Berlin drei orthodoxe Rabbiner in ihr Amt eingeführt worden. Die Absolventen des Berliner Rabbinerseminars wurden am Dienstag in der Beth Zion Synagoge im Stadtteil Mitte ordiniert.

Ein Rabbiner ist ein Prediger oder Religionslehrer, der sich auch um den Zusammenhalt der jüdischen Gemeinschaft kümmert. Bislang fanden die Ordinationsfeiern des einzigen orthodoxen Rabbinerseminars in Deutschland in anderen Städten statt.

Außenminister Heiko Maas hält Festrede

"Dass in Berlin, dem Ort, an dem Deportationen und Vernichtung geplant und beschlossen wurden, heute wieder die größte jüdische Gemeinde Deutschlands lebt, ist ein Geschenk für uns - ein unverdientes Geschenk", sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) in einer Festrede laut Manuskript. Den neuen Rabbinern wünschte er Glück. "Sie werden in ihren Gemeinden mit dazu beitragen, dass Deutschland nach wie vor ein lebenswerter Ort für Jüdinnen und Juden ist."

Das Rabbinerseminar zu Berlin wurde 1873 gegründet und bildete rund 600 Studenten aus, bis es 1938 von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. Erst 2009 nahm das orthodoxe Seminar seinen Betrieb wieder auf. Rabbiner des liberalen Judentums werden am Berliner Abraham-Geiger-Kolleg in Kooperation mit der Universität Potsdam ausgebildet.

Korrektur: Die Synagoge befindet sich tatsächlich im Ortteil Mitte und nicht in Prenzlauer Berg, wie in einer früheren Version berichtet.  

Sendung: Inforadio, 09.10.2018, 13:20 Uhr

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Wir sind zwar nicht verantwortlich. Kommen aber aus dem Stall der Täter. Daher kann nicht genug an die Vergangenheit erinnert werden. Und wenn die eine oder andere Formulierung nicht ganz passen sollte, ist das kein Grund mimosenhaft zu reagieren. Insbesondere nicht angesichts des Ausmaßes der Unmenschlichkeit unserer Vorfahren.

  2. 5.

    Religion ist Opium fürs Volk .

  3. 4.

    Ich stimme Herrn Maaß zwar durchaus zu, dass es schön ist, ehemals gejagte Minderheiten wieder in Deutschland und Berlin ansässig zu haben. Denn dies zeigt, dass Deutschland und Berlin toleranter und weltoffener geworden sind und der Schrecken der NS-Zeit gewissermaßen überwunden wurde.
    Allerdings empfinde ich den Hinweis, dass es sich dabei um ein "unverdientes Geschenk" handeln würde, nicht sinnvoll und sogar kontraproduktiv. Solche Formulierungen sind nicht nur Wasser auf den Mühlen der Holocaust-Leugner und sonstigen (angeblich) patriotischen Rechtsradikalen, sondern auch eine unnötige Schelle gegen jeden rechtschaffenen Deutschen, der gerade nichts mit Antisemitismus zutun hat.
    Die absolut überwiegende Mehrheit der heute lebenden Deutschen hat nichts mit dem NS zu tun gehabt, konnte ihn weder verhindern, noch Juden helfen (da sie noch nicht geboren waren). Es ist falsch, ein ganzes Volk in Sippenhaft für die Missetaten ihrer Vorfahren zu nehmen.
    Das produziert Frust.

  4. 3.

    Die Synagoge befindet sich im Stadtbezirk Mitte, nicht Prenzlauer Berg !

  5. 2.

    Eine Frage an RBB24 ist die Abrufzahl dieser Seite etwa ebenso desaströs, wie die Anteilnahme bei den Kommentaren zu diesem Thema?

    Mir ist durchaus bewusst, dass dies hier nicht die richtige Stelle für Bitten und Betteln ist.
    Allerdings frage ich mich, wäre es nicht möglich insgesamt mehr über das tägliche jüdische Leben zu berichten?
    Das Laubhüttenfest, welches am 23. begann, ist meines Wissens bei sämtlichen Regionalsendern in ganz Deutschland nicht erwähnt worden.

  6. 1.

    >Feierliche Ordination von Rabbinern und Kantoren in Berlin<
    http://www.hagalil.com/2018/09/ordination/ (24. September 2018 – 15 Tishri 5779)





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