Schulkinder auf dem Weg nach Hause (Quelle: imago/Köhler)
Audio: Inforadio | 08.10.2018 | Kirsten Buchmann | Bild: imago stock&people/Köhler

Pläne in der Berliner Koalition - Gebühren für Privatschulen sollen vereinheitlicht werden

Berliner Privatschulen sollen künftig mehr Kindern aus ärmeren Familien zugänglich sein.
Laut der SPD-Abgeordneten Maja Lasic ist geplant, das mit Hilfe einer einheitlichen Schulgeldtabelle zu erreichen.

Bisher nehmen Schulen freier Träger unterschiedlich hohe Schulgebühren. Künftig soll eine einheitliche, einkommensabhängige Tabelle festlegen, wie viel Geld sie verlangen dürfen, sagte Lasic. Das hieße von Hartz-IV-Empfängern etwa deutlich unter 50 Euro im Monat, von Familien mit höheren Einkommen mehr, ähnlich wie bei der bisherigen Kita-Gebühren-Tabelle.  

Die Schulen freier Träger sollen zudem ihre Gebühren etwa auf ihrer Homepage offenlegen; zudem sind mehr Kontrollen angedacht. Laut Lasic will die Koalition außerdem, dass Privatschulen umso mehr Zuschüsse von Land erhalten, je mehr Kinder aus sozial benachteiligten Familien sie aufnehmen. Ein solches Finanzierungsmodell solle im kommenden Jahr im Parlament beraten werden.

Kirchen: Bereits jetzt Schulbesuch für ärmere Kinder möglich

Auf Forderungen von Seiten der SPD nach einer Schulgeldgrenze hatten Vertreter der konfessionellen Schulen Berlins zuletzt verwundert reagiert. Ein Sprecher der Evangelischen Kirche wies darauf hin, dass rund 20 Prozent der Schüler an den Evangelischen Schulen Berlins vom Schulgeld befreit seien oder den Einstiegssatz von 30 Euro im Monat zahlen.

Der katholische Erzbischof Heiner Koch betonte, das Erzbistum betreibe bewusst auch Schulen in sozial schwierigen Vierteln und unterrichte dort Kinder aus bedürftigen Familien.  

Sendung: Inforadio, 08.10.2018, 13.00 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Wieso mischt sich der Staat ständig ein? Es gibt doch staatliche Schulen, da kann er mitreden, aber er schafft dort nur Moloch.
    Nun gibt es sich lohnende private Schulen gegen Entgelt, die etwas taugen und der Staat will mit Preisdiktatur dem Versager-Moloch die Privatschulen zugänglich machen.

  2. 2.

    Konfessionelle Schulen haben immer wieder den Eindruck, dass der Senat ihren Schulbetrieb gezielt erschweren will. Wäre interessant, ob das wieder so ein Schritt ist.

  3. 1.

    Was ist das für ein Schwachsinn - Anreize zu schaffen, damit mehr sozial benachteiligte Kinder an privaten Schulen aufgenommen werden ! Finanzielle Anreize führen immer zu Missbrauch und hier zur Benachteiligung der Kinder, deren Eltern ein bisschen mehr als Hartz IV verdienen.
    Eine gesunde Mischung, aber aus den richtigen Gründen - weil die Schule zum Kind passt und nicht weil das Portemonnaie zur Schule passt.

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